Zunächst muss festgehalten werden, das Hatred in Deutschland noch kein Jugendschutz-Rating besitz. Wie dieses ausfällt, ist freilich klar seit dem ersten Trailer. Trotzdem ist es kein leichtes Unterfangen, in den Bewertungskriterien des deutschen Jugendschutzes Stringenz in der Frage der Einstufung grafischer "Gewalt" zu entdecken. Darf man gern kritisieren. Sollte man auch.Skabus hat geschrieben:
Aber jetzt die Frage an dich: Sollte es nicht trotzdem auch für solche überzogene, satirische Gewalt z.B. einen Jugendschutz geben? Egal ob die Gewalt eher unrealistisch ist oder nicht, dennoch hat es eine Relevanz etwa für den Jugendschutz wie explizit die Darstellung ist. Happy Tree Friends ist ab 18 freigegeben, ebenso ist South Park trotz des Grafikstils und der überzogenen Gewaltdarstellung nix für Kinder. GTA V ist, trotz der achso relativierenden Gewalt, ab 18 freigegeben. Und von Mortal Kombat brauch ich erst gar nicht sprechen. Warum hat der so oft angesprochene Kontext hier nicht zu einer geringeren Einstufung geführt, als bei Hatred? Ich stell die Frage schon mind. zum 3. mal und hab bissher keine Antwort bekommen. Warum wohl?
Hatred: Die ersten zehn Minuten
Moderatoren: Moderatoren, Redakteure
- mr archer
- Beiträge: 10329
- Registriert: 07.08.2007 10:17
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
- Skabus
- Beiträge: 1968
- Registriert: 22.08.2010 02:30
- User ist gesperrt.
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
Mir geht es allerdings nicht um die Stringenz(die ich schon sehr oft kritisiert habe und dies auch weiterhin tue), sondern darum, aufzuzeigen, dass es durchaus sinnvoll ist, Gewalt nicht nur kontextabhängig zu betrachten oder diese dadurch zu relativieren.mr archer hat geschrieben:Zunächst muss festgehalten werden, das Hatred in Deutschland noch kein Jugendschutz-Rating besitz. Wie dieses ausfällt, ist freilich klar seit dem ersten Trailer. Trotzdem ist es kein leichtes Unterfangen, in den Bewertungskriterien des deutschen Jugendschutzes Stringenz in der Frage der Einstufung grafischer "Gewalt" zu entdecken. Darf man gern kritisieren. Sollte man auch.
Das ganze kann man auch psychologisch untermauern: Die reine Wahrnehmung von gewaltätigen Szenen kann unabhängig vom Kontext als verstörend empfunden werden. Ich bin ja generell ein Splatter-Fan, aber gerade bei dem auf Lustig getrimmten Happy Tree Fans dreht sich mir hin und wieder der Magen um, weil die Darstellung sehr explizit ist.
Man kann Happy Tree Fans als überzogen empfinden. Klar. Aber man muss hier auch differenzieren. Die Brutalität der Gewalt an sich, hat Einfluss auf die Art und Weise wie man das wahrnimmt. Ich fand die Szene bei GTA V recht verstörend, weil mir der Kerl, der da um sein Leben bettelte Leid tat und ich nichts dagegen tun konnte. An dem Punkt war es für mich sehr schwer zwischen virtueller Gewalt und einer real leidenden Person zu unterscheiden. Daher stufe ich diese Folterszene auch höher ein, als dieses unimmersive, stumpfe Geballer von Hatred.
Ich sehe aber total ein, dass jemand Hatred für sich als schlimmer empfindet als GTA. Das finde ich nicht mal schlimm und das ist aus meiner Sicht auch keine Heuchelei. Kriminell wird es aber an dem Punkt, andem sich GTA-Spieler über Hatred-Spieler moralisch entrüsten und sich das Recht rausnehmen, diese mit einem herabwürdigen Begriff zu belegen. Dieses Recht hat niemand und ist auch kein gutes Zeichen für eine Gesellschaft, wenn man sich gegenseitig in den Koffer scheißt. In Game of Thrones gibt es einen schönen Spruch, der da heißt: "Die Krähe schimpft den Raben schwarz!"
MfG Ska
- FuerstderSchatten
- Beiträge: 5146
- Registriert: 13.07.2010 01:03
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
Irgendwie verkennt ihr Mr Archers Aussage, es geht nicht darum, dass alle Hatred Spieler so und so sind, es geht viel mehr darum, dass Hatred-Spieler Müll mit ihrem Kauf unterstützen. Und leider ist das Spiel ja nun nichts anderes. Und das obwohl es zugegebener Maßen Potential besitzt.
Ich meine allerorten jammern Gamer über die geistlosen Smartphone Spielchen a la Moorhuhn, hier haben wir eines, welches sein ganzes Verkaufsargument aus der zugeben doch künstlerisch ansprechenden Gewalt zieht. Und jetzt kaufen eben jene Gamer exakt so ein Spiel.
Und bring mich bitte nicht zum lachen mit deinen "du nimmst das alles zu Ernst." Es ist mir scheißegal, was du spielst, solange du mich hinterher nicht umbringst, so einfach ist das. ich wünscht das Spiel würde auch nur irgendeinen Inhalt bieten abseits von ich niete alle Menschen möglichst brutal um. Arcade habe ich schon lange hinter mir gelassen.
Und Mr. Archer ist mir bisher durch seine durchaus differenzierten, rationalen, freundlichen und humorvollen Antworten nur positiv aufgefallen.
Ich meine allerorten jammern Gamer über die geistlosen Smartphone Spielchen a la Moorhuhn, hier haben wir eines, welches sein ganzes Verkaufsargument aus der zugeben doch künstlerisch ansprechenden Gewalt zieht. Und jetzt kaufen eben jene Gamer exakt so ein Spiel.
Ehrlich gesagt, ich würde alles für jeden freigeben, egal welchen Alters. So bin ich nun mal, sollen doch andere mit den Konsequenzen leben. Und ich finde das Spiel durchaus stilistisch charmant ehrlich. Aber ich unterstütze Müll nicht mit meinen Kauf.Skabus hat geschrieben:
Aber jetzt die Frage an dich: Sollte es nicht trotzdem auch für solche überzogene, satirische Gewalt z.B. einen Jugendschutz geben? Egal ob die Gewalt eher unrealistisch ist oder nicht, dennoch hat es eine Relevanz etwa für den Jugendschutz wie explizit die Darstellung ist. Happy Tree Friends ist ab 18 freigegeben, ebenso ist South Park trotz des Grafikstils und der überzogenen Gewaltdarstellung nix für Kinder. GTA V ist, trotz der achso relativierenden Gewalt, ab 18 freigegeben. Und von Mortal Kombat brauch ich erst gar nicht sprechen. Warum hat der so oft angesprochene Kontext hier nicht zu einer geringeren Einstufung geführt, als bei Hatred? Ich stell die Frage schon mind. zum 3. mal und hab bissher keine Antwort bekommen. Warum wohl?
Die meisten wiederholen hier wirklich wie ein Roboter, dass die Gewalt ja in Hatred viel schlimmer ist und es ja um Kontext geht, vergessen aber, dass es für die Bewertung der Gewalt auch bei vielen Prüfstellen eben NICHT um Kontext geht.
Meinst du nicht, dass das einen bestimmten Grund hat?
Wenn die Gewalt in Hatred für dich so real und grausam wirkt, dann sind Videospiele dieser Art für dich leider nicht geeignet, weil du enorme Schwierigkeiten zu haben scheinst, zu erkennen, dass du in diesem Spiel weder "tötest", noch "Unschuldige ermordest". Du spielst ein Spiel. Du drückst Tasten, auf dem Bildschirm erscheinen bunte Bildchen. Wenn du das Spiel beendest, hast du keine einzige reale Person getötet, nichtmal leicht verletzt. Du hast nur ein Programm ausgeführt, dass dir Animationen von Gewalt zeigt.(Deswegen steht bei Silent Hill ja auch immer am Anfang der treffende Spruch: "Dieses Spiel KANN Bilder enthalten die als verstörend interpretiert werden KÖNNTEN!" explizit nicht müssen!)
Wer nicht in der Lage ist, dass für sich zu unterscheiden, der ist bei derartigen Spielen generell falsch.
MfG Ska
Und bring mich bitte nicht zum lachen mit deinen "du nimmst das alles zu Ernst." Es ist mir scheißegal, was du spielst, solange du mich hinterher nicht umbringst, so einfach ist das. ich wünscht das Spiel würde auch nur irgendeinen Inhalt bieten abseits von ich niete alle Menschen möglichst brutal um. Arcade habe ich schon lange hinter mir gelassen.
Und Mr. Archer ist mir bisher durch seine durchaus differenzierten, rationalen, freundlichen und humorvollen Antworten nur positiv aufgefallen.
Zuletzt geändert von FuerstderSchatten am 01.06.2015 19:14, insgesamt 1-mal geändert.
- Lebensmittelspekulant
- Beiträge: 1711
- Registriert: 04.04.2013 10:35
- User ist gesperrt.
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
Welches Gewaltspiel entspricht denn bitte deinem Moralempfinden?adventureFAN hat geschrieben:Für mich ist es jedoch schon ein kleiner (!) Indikator, wie der Gegenüber tickt wenn er bei solch einem Spiel tatsächlich Spaß empfindet. Mit meinem Moralempfinden geht das jedenfalls contraire.
Ich hoffe du spielst kein GTA, COD oder sonstige Shooter, denn sämtliches Handeln in diesen Spielen ist wohl kaum mit unseren gesellschaftlichen Maßstäben von Moral zu vereinbaren.
- Skabus
- Beiträge: 1968
- Registriert: 22.08.2010 02:30
- User ist gesperrt.
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
Vielleicht gibt es ja 2 verschiedene mr archer?
MfG Ska
MfG Ska
- mr archer
- Beiträge: 10329
- Registriert: 07.08.2007 10:17
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
Ich sollte an der Stelle vielleicht auch mal deutlich machen, dass ich hier nicht angetreten bin, um GTA inhaltlich zu verteidigen. Ich bin kein ausgesprochener Fan der Serie, das hat aber eher etwas damit zu tun, dass ich Open-World-Spielwiesen nicht allzu viel abgewinnen kann. Ich fand Teil 3 damals unterhaltsam. Mehr ist da nicht. Ich empfinde nur die Relativierung von Hatred mit GTA als nicht ganz stichhaltig. Und nach allem was ich weiß, ist die Folterszene in GTA mit Travis an einer Stelle eingebaut, in der diese Figur bereits erzählerisch ausreichend "gegründet" ist. Da sehe ich jetzt bei Hatred in der Eröffnungssequenz vorm Haus des Protagonisten nix von.
- FuerstderSchatten
- Beiträge: 5146
- Registriert: 13.07.2010 01:03
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
Stimmt diese Beispiele sind so ziemlich alle Müll, besonders GTA finde ich zum fremdschämen. Aber nicht jeder Shooter ist so.Lebensmittelspekulant hat geschrieben:Welches Gewaltspiel entspricht denn bitte deinem Moralempfinden?adventureFAN hat geschrieben:Für mich ist es jedoch schon ein kleiner (!) Indikator, wie der Gegenüber tickt wenn er bei solch einem Spiel tatsächlich Spaß empfindet. Mit meinem Moralempfinden geht das jedenfalls contraire.
Ich hoffe du spielst kein GTA, COD oder sonstige Shooter, denn sämtliches Handeln in diesen Spielen ist wohl kaum mit unseren gesellschaftlichen Maßstäben von Moral zu vereinbaren.
Da finde ich Chronotrigger besser.mr archer hat geschrieben:Ich sollte an der Stelle vielleicht auch mal deutlich machen, dass ich hier nicht angetreten bin, um GTA inhaltlich zu verteidigen. Ich bin kein ausgesprochener Fan der Serie, das hat aber eher etwas damit zu tun, dass ich Open-World-Spielwiesen nicht allzu viel abgewinnen kann. Ich fand Teil 3 damals unterhaltsam. Mehr ist da nicht. Ich empfinde nur die Relativierung von Hatred mit GTA als nicht ganz stichhaltig. Und nach allem was ich weiß, ist die Folterszene in GTA mit Travis an einer Stelle eingebaut, in der diese Figur bereits erzählerisch ausreichend "gegründet" ist. Da sehe ich jetzt bei Hatred in der Eröffnungssequenz vorm Haus des Protagonisten nix von.
Zuletzt geändert von FuerstderSchatten am 01.06.2015 19:18, insgesamt 1-mal geändert.
- adventureFAN
- Beiträge: 6985
- Registriert: 13.04.2011 16:57
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
Und da ist er wieder... der Teufelskreis.
Da steige ich nicht ein. Macht's gut, und danke für den Fisch! =D
Da steige ich nicht ein. Macht's gut, und danke für den Fisch! =D
- Sharkie
- Beiträge: 869
- Registriert: 23.02.2013 14:37
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
Als bisher stiller Mitleser möchte ich mal versuchen, Dir diese Frage zu beantworten. Die Antwort lautet schlicht und einfach: Weil hier, bis Du es ins Spiel brachtest, niemand über Jugendschutz geredet hat. Und eigentlich auch keiner (außer Dir) über rein grafische Gewalt. Bei Dir liest sich das immer so, als wäre der grafische Gewaltgrad das alleinige denkbare Kriterium zur Beurteilung des (meiner Meinung nach wohl doch etwas komplexeren) Gesamtkonzepts "Gewalt" in einem Computerspiel. Überspitzt gesagt alles schön messbar in Liter vergossenen Blutes, Kilogramm zweckentfremdeter Gedärme, etc. pp. Weil das irgendwelche Jugendschutzstellen halt auch zum Maßstab nehmen; zumindest in der Theorie, denn Archers Feststellung, dass der deutsche Jugenschutz diesbezüglich nicht gerade stringent vorgeht, ist zutreffend.Skabus hat geschrieben: Aber jetzt die Frage an dich: Sollte es nicht trotzdem auch für solche überzogene, satirische Gewalt z.B. einen Jugendschutz geben? Egal ob die Gewalt eher unrealistisch ist oder nicht, dennoch hat es eine Relevanz etwa für den Jugendschutz wie explizit die Darstellung ist. Happy Tree Friends ist ab 18 freigegeben, ebenso ist South Park trotz des Grafikstils und der überzogenen Gewaltdarstellung nix für Kinder. GTA V ist, trotz der achso relativierenden Gewalt, ab 18 freigegeben. Und von Mortal Kombat brauch ich erst gar nicht sprechen. Warum hat der so oft angesprochene Kontext hier nicht zu einer geringeren Einstufung geführt, als bei Hatred? Ich stell die Frage schon mind. zum 3. mal und hab bissher keine Antwort bekommen. Warum wohl?
Für dich scheint der Gradmesser für Gewalt in erster Linie grafischer Splatter zu sein, während Du anderen Dingen, die viele Foristen hier durchaus relevant finden (nennen wir sie Kontext, oder falls Du das Wort nicht mehr lesen kannst, gerne auch "Inszenierung") die Legitimation als taugliches Kriterium absprichst. Kannst Du gerne so sehen - Ich persönlich wäre dagegen der Meinung, dass das eine ziemlich reduktionistische Sichtweise ist.
- Lebensmittelspekulant
- Beiträge: 1711
- Registriert: 04.04.2013 10:35
- User ist gesperrt.
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
Doch jeder Shooter ist so. In jedem Shooterspiel vollzieht man Gewalthandlungen, die man in der Realität nicht vollziehen würde und konträr zum eigenen Moralempfinden verlaufen. Es sei denn du bist Berufssoldat oder Serienkiller. Dann nehme ich das zurückFuerstderSchatten hat geschrieben:Stimmt diese Beispiele sind so ziemlich alle Müll, besonders GTA finde ich zum fremdschämen. Aber nicht jeder Shooter ist so.Lebensmittelspekulant hat geschrieben:Welches Gewaltspiel entspricht denn bitte deinem Moralempfinden?adventureFAN hat geschrieben:Für mich ist es jedoch schon ein kleiner (!) Indikator, wie der Gegenüber tickt wenn er bei solch einem Spiel tatsächlich Spaß empfindet. Mit meinem Moralempfinden geht das jedenfalls contraire.
Ich hoffe du spielst kein GTA, COD oder sonstige Shooter, denn sämtliches Handeln in diesen Spielen ist wohl kaum mit unseren gesellschaftlichen Maßstäben von Moral zu vereinbaren.
- Sindri
- Beiträge: 1895
- Registriert: 30.12.2011 22:52
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
Da stimme ich dir absolut zu. Ich habe das Spiel fast 2 mal durch gespielt und hatte jedesmal ein mulmiges Gefühl.Skabus hat geschrieben:Ich fand die Szene bei GTA V recht verstörend, weil mir der Kerl, der da um sein Leben bettelte Leid tat und ich nichts dagegen tun konnte. An dem Punkt war es für mich sehr schwer zwischen virtueller Gewalt und einer real leidenden Person zu unterscheiden. Daher stufe ich diese Folterszene auch höher ein, als dieses unimmersive, stumpfe Geballer von Hatred.
Was ist die Message? Wo ist der Sinn dieser Szene? Ist die Message, daß Folter unausweichlich ist? Nein ist sie nicht. Jeder Mensch der einen anderen foltert hat vorher die Entscheidung getroffen. Niemand zwingt einen dazu. Warum habe ich keine Möglichkeit die Folter abzubrechen? Trevor zeigt doch später ein bischen Mitgefühl. Wieso konnte er das vorher nicht? Eine unglaublich schlecht geschrieben Szene.
Hatred macht es noch schlimmer. Die versuchen erst gar nicht pseudo-intelligent rüber zu kommen. Nein, da wird ganz plump gesagt: Die Welt geht mir aufn Sack und jetzt werde ich alle dafür bestrafen. Das ist die pure auslebung von Minderwertigkeitskomplexen. Und die Leute, die meinen das macht Spass, verstehe ich absolut nicht.
- NomDeGuerre
- Beiträge: 7554
- Registriert: 08.11.2014 23:22
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
Die Szene soll zeigen, dass der amoralische Trevor weniger verkommen ist, als die faschistoiden Schergen des tiefen Staats. Einerseits. Andererseits, da muss man sich keinen Illusionen hingeben, war es ein werbewirksamer, kalkulierter Tabubruch. Schließlich ist man als Rockstar Bad Guy, und spielt dieses Instrument seit jeher virtuos. Die paar Typen, denen bei Szene einer abgeht, nimmt man en passant mit. An was erinnert das? Rockstar macht es nur geschickter.Sindri hat geschrieben:Da stimme ich dir absolut zu. Ich habe das Spiel fast 2 mal durch gespielt und hatte jedesmal ein mulmiges Gefühl.Skabus hat geschrieben:Ich fand die Szene bei GTA V recht verstörend, weil mir der Kerl, der da um sein Leben bettelte Leid tat und ich nichts dagegen tun konnte. An dem Punkt war es für mich sehr schwer zwischen virtueller Gewalt und einer real leidenden Person zu unterscheiden. Daher stufe ich diese Folterszene auch höher ein, als dieses unimmersive, stumpfe Geballer von Hatred.
Was ist die Message? Wo ist der Sinn dieser Szene? Ist die Message, daß Folter unausweichlich ist? Nein ist sie nicht. Jeder Mensch der einen anderen foltert hat vorher die Entscheidung getroffen. Niemand zwingt einen dazu. Warum habe ich keine Möglichkeit die Folter abzubrechen? Trevor zeigt doch später ein bischen Mitgefühl. Wieso konnte er das vorher nicht? Eine unglaublich schlecht geschrieben Szene.
Hatred macht es noch schlimmer. Die versuchen erst gar nicht pseudo-intelligent rüber zu kommen. Nein, da wird ganz plump gesagt: Die Welt geht mir aufn Sack und jetzt werde ich alle dafür bestrafen. Das ist die pure auslebung von Minderwertigkeitskomplexen. Und die Leute, die meinen das macht Spass, verstehe ich absolut nicht.
- Sindri
- Beiträge: 1895
- Registriert: 30.12.2011 22:52
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
Klar Publicity. Hatte ich auch vorher schon erwähnt gehabt. Kann man ja trotzdem kritisieren. Viele hatten ja vorher geschrieben gehabt, daß es GTA auch so ähnlich machen würde und da würde es keinen stören. Glücklicherweise lese ich hier, daß ich nicht alleine bin, was die Szene bei GTA angeht. Wenn man sowas einbaut, dann sollte man das richtig machen. Wie es teilweise in Filmen gemacht wird, daß man als Zuschauer an seiner eigenen Moral eventuell zweifelt oder die des Protagonisten(Folterer, Mörder etc.).NomDeGuerre hat geschrieben:Die Szene soll zeigen, dass der amoralische Trevor weniger verkommen ist, als die faschistoiden Schergen die tiefen Staats. Einerseits. Andererseits, da muss man sich keinen Illusionen hingeben, war es ein werbewirksamer, kalkulierter Tabubruch. Schließlich ist man als Rockstar Bad Guy, und spielt dieses Instrument seit jeher virtuos. Die paar Typen, denen bei Szene einer abgeht, nimmt man en passant mit. An was erinnert das? Rockstar macht es nur geschickter.
- FuerstderSchatten
- Beiträge: 5146
- Registriert: 13.07.2010 01:03
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
Ach wie süß, jetzt machen wir also wirklich keine Unterschiede mehr, zwischen ohne Kontext und mit. Also ich meine das ein Fear, ein Bioshock Infinite oder ein Alan Wake schon andere Gründe für seine Gewalt aufführt als ein GTA. Davon ab, dass es da noch Unterschiede in der Gewaltdarstellung gibt. Warum wollt ihr eigentlich das es in Gewaltdarstellung keine Qualitätsuntrerschiede gibt? Mir kommt das irgendwie verdächtig vor, fühlt ihr euch in euch selbst zerrissen und setzt euch deshalb so vehement für die Normalität der Gewaltdarstellung von Hatred?Lebensmittelspekulant hat geschrieben:
Doch jeder Shooter ist so. In jedem Shooterspiel vollzieht man Gewalthandlungen, die man in der Realität nicht vollziehen würde und konträr zum eigenen Moralempfinden verlaufen. Es sei denn du bist Berufssoldat oder Serienkiller. Dann nehme ich das zurück
Übrigens, weil dieses Argument hier auch schon aufgetaucht ist im Thread: Es wäre auch noch höchst verwerflich wenn man in Hatred statt Zivilisten IS Anhänger oder Aliens töten, ganz einfach weil sie sich nicht wehren, das ist so ziemlich das moralisch Fragwürdigstige Verhalten wehrlose umzubringen, was es in der Gesellschaft gibt.
- NomDeGuerre
- Beiträge: 7554
- Registriert: 08.11.2014 23:22
- Persönliche Nachricht:
Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten
Selbstjustiz: Ok!FuerstderSchatten hat geschrieben:Übrigens, weil dieses Argument hier auch schon aufgetaucht ist im Thread: Es wäre auch noch höchst verwerflich wenn man in Hatred statt Zivilisten IS Anhänger oder Aliens töten, ganz einfach weil sie sich nicht wehren, das ist so ziemlich das moralisch Fragwürdigstige Verhalten wehrlose umzubringen, was es in der Gesellschaft gibt.
Rache: Ok!
Fürs Vaterland: Ok!
Amok: No Way?
Du hast ja nicht unrecht, trotzdem gerät dein Einwand spätestens dann ins wanken, wenn jemand die Spiele, die du anführst, als amoralisch abtut. Mal im Ernst: Wie viele der Toten in Bioshock bringen die Geschichte voran? Geht es nicht letztlich doch nur ums ballern? Falls ja: Warum stellt genau das bei Hatred ein Problem dar? Wegen der durchsichtigen PR-Aktion? Ist es ok, bei Hatred die Leute zu erschießen, die sich bewaffnet haben? Anscheinend schon.
