Hatred: Die ersten zehn Minuten

Hier könnt ihr über Trailer, Video-Fazit & Co diskutieren.

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WH173W0LF
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von WH173W0LF »

YBerion hat geschrieben:Insofern kann ich das "von Idioten für Idioten" schon verstehen.
Ja, wer das "Konsumiert" ist jenes. Wer das "sagt" ist solches. Wie geht es denn weiter? Wer nicht für uns ist, ist gegen uns? Kopfschuss für alles was nicht ist wie wir? Für Helghan??? Ich wusste ja gar nicht wie braun wir alle sind nur in einer anderen Uniform oder Flagge.

Selbstredend muss das unterschieden werden, aber laut einigen hier ist das nicht nötig. Weil ich Hatred spielen kann, (Unabhängig davon ob ich das will) kann ich auch auf schwarze schießen, Juden vergasen oder alles was bei drei nicht weggeschlossen ist gewaltsam nageln. Die Ankläger unterscheiden dahingehend nicht. Ich habe laut einigen hier ein psychisches Problem.
Der Zeitgeist
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Der Zeitgeist »

Interessante Diskussion hier.

Ich hab mir gestern mal ausführlich den Videobeitrag von Totalbiscuit zu dem Thema angeschaut, in dem er über Gewalt in Spielen und den narrativen Kontext von Gewalt spricht:
https://www.youtube.com/watch?v=HXsE-Zwb_j4

Er hat dabei eine ähnliche Argumentation, die auch viele hier zum Ausdruck bringen.

Im Grunde haben die beiden Seiten der Diskussion hier ja eine grundsätzlich andere Perspektive darauf, was ein Videospiel eigentlich ausmacht. Die eine Seite hat eine sehr strukturell gefärbte Sichtweise, in der die Gewalt in einem Spiel eigentlich nur als mechanisches Gameplay-Element begriffen wird, das kontextunabhängig sein kann (und vielleicht auch sein soll), und deshalb auch meist als harmlos gesehen wird, da die getöteten Charaktere ja lediglich namenlose Pixelfiguren sind.

Die andere Seite zieht das Thema breiter auf, und sieht auch den Kontext der Gewalt (der in diesem Fall nicht vorhanden ist) als Bewertungskriterium für ein Spiel. Dazu kommt noch der ganze Hintergrund der Spielentwickler und deren Äußerungen, die einiges über die Intentionen durchblicken lassen, die bei der Entwicklung eine Rolle gespielt haben.

Was ich nur nicht verstehe ist folgendes: Man kann über die Bewertung von Gewalt in Spielen ja grundsätzlich anderer Meinung sein, aber warum ist es so schwer zu begreifen, dass viele Leute ein Spiel, dass Gewalt in dieser Form darstellt, ohne Kontext, ohne dass darin irgendeine Message steckt, ablehnen? Das ist ja der Kern des Spruches "von Arschlöchern für Arschlöcher". Für mich ist die Ansicht, Hatred wäre im Grunde das "reinere", "ehrlichere" Spiel, da man ja diesen ganzen Story- und Satirequatsch einfach weglässt und direkt zur Sache kommt, zutiefst beunruhigend.

Was ist daran so schwer zu verstehen, wenn jemand aus dieser Perspektive zu dem Schluss kommt, dass Spieler, die so etwas toll finden, nach seinen Bewertungskriterien Arschlöcher sind?
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WH173W0LF
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von WH173W0LF »

@ Zeitgeist: Weil es eine pauschalisierung ist? Wie wäre es mit: Die Videospieler sind doch alle gleich. Potentielle Amokschützen. Hat man doch an dem Counter Strike Spinner gesehen. Die sollte man wegsperren.

Ich warte ja jetzt nur noch auf den Wagen der uns alle nacheinander abholt. Für Helghan!!!
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FuerstderSchatten
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von FuerstderSchatten »

Skabus hat geschrieben:
FuerstderSchatten hat geschrieben: Also das stimmt ja wohl so ziemlich alles nicht, ich kenne Mortal Kombat schon sehr sehr lange, aber es ist, wenn man ehrlich ist wirklich nicht so brutal.
Nicht? Explizit sichtbare Knochenbrüche, Innenansichten von Organen die durchstoßen werden, abgerissene Köpfe, Leute die mit ihren eigenen abgetrennten Armen verprügelt werden, rausgerissene Körperteile, etc. findest du weniger brutal?

Du hast ne komische Gewaltwarnehmung.

Hier vielleicht mal ein Eindruck vom neuen Mortal Kombat: https://www.youtube.com/watch?v=-tGOsiaC68I

Könntest mir ja mal genau sagen, warum du die Exekutionen bei Hatred brutaler findest, als die hier gezeigten.
FuerstderSchatten hat geschrieben: Skyrim hat natürlich auch keine solche Szenen wie im Gamestar Video http://www.gamestar.de/videos/was-ist-, ... 82875.html , ich habs zwar nicht gespielt, aber das glaube ich niemals das ein RPG so brutal ist.
Hier bezog ich mich auf die z.B. absolut lahm inszenierte Exekution mit dem Gewehr. Der Typ geht hin, hält dem Opfer die Waffe an den Hals und dann zieht er es hoch. Absolut langweilig.

In Skyrim wird das Ganze deutlich brachialer inszeniert. Ein Kopf wird da gerne auch mal abgeschlagen. Gegner werden mit dem Schwert durchstoßen, etc.

Ist vllt. nur ne subjektive Einschätzung, aber ich fand diese Finisher in Skyrim deutlich wuchtiger inszeniert, als diese langweiligen Aktionen in Hatred.
FuerstderSchatten hat geschrieben:Außerdem habe ich im Gamestar Video durchaus Tötungsszenen gesehen, wo Menschen, hier eine Frau, explizit um ihr Leben betteln.
Ok hab ich jetzt nix von gesehen. Die meisten fuchteln nur nen bissle mit den Armen rum.

MfG Ska
Eigentlich hat Mr Archer schon alles dazu geschrieben.

Immerhin muss ich zugeben, dass Mortal Kombat schon brutaler ist, als das was ich da noch im Kopf hatte von anno 2000, viel brutaler.

Aber so schlimm wie in Hatred finde ich das immer noch nicht, eher extremst unfreiwillig komisch und krass übersteigert, wenn wie am Ende das Messer den Körper in zwei Hälften zersägt. Das erinnert mich an Kill Bill.

Hatred ist viel viel brutaler, weil es viel emotional tiefer geht, es geht dabei gar nicht darum wo der größere Splatter ist. Gerade weil es relativ aufm Teppich bleibt und nicht unrealistischen Quatsch zeigt, hat es darin eine tolle realistische und sehr grausame Wirkung.

Und muss ich dir jetzt die genau Minuten und Sekundenzahl raussuchen, wo die Frau mit Angstverzerrten Gesicht die Hände vor ihren Körper hält und mit ihren Augen um ihr Leben bettelt zeigen, damit du nicht weiterhin so einen Scheiß behauptest. Für mich bisher der beste Finisher. Wirklich beeindruckend. Keine Ahnung warum man das runterspielen will. Skabus das wirkt für mich apologetisch und schizophren in der Art von "ich bin ja gar nicht so ein böser Bube, das Spiel ist völlig normal." anstatt es in seiner ohne Zweifel Bilderwucht zu genießen. Spielerisch ist es halt nix und es bietet abseits der Wucht halt nix zum nachdenken leider.

Persönlich muss ich sagen, das Hatred in dem was es macht extrem gut ist, leider wird das Gameplay extrem schnell langweilig werden. Da hätte was tolles draus werden können, ein gutes rundenbasiertes RPG oder ein Echtzeit RPG vielleicht. Die Leute haben ein gute Händchen für Optik und Atmosphöre, aber sie mussten halt ein stumpfen Blödsinn a la Moorhuhn produzieren.
Zuletzt geändert von FuerstderSchatten am 01.06.2015 14:14, insgesamt 5-mal geändert.
Der Zeitgeist
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Der Zeitgeist »

G34RWH33L hat geschrieben:@ Zeitgeist: Weil es eine pauschalisierung ist? Wie wäre es mit: Die Videospieler sind doch alle gleich. Potentielle Amokschützen. Hat man doch an dem Counter Strike Spinner gesehen. Die sollte man wegsperren.
Ach komm, das ist doch albern. Leute wie Archer oder auch ich werden hier im Forum schon seit Monaten pauschal als "Gutmenschen", "SJW", Feministen oder sonstwas über einen Kamm geschoren.
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mr archer
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von mr archer »

FuerstderSchatten hat geschrieben:
Aber so schlimm wie in Hatred finde ich das immer noch nicht, eher extremst unfreiwillig komisch und krass übersteigert, wenn wie am Ende das Messer den Körper in zwei Hälften zersägt. Das erinnert mich an Kill Bill.
Also Tarantino würde ich da außen vor lassen, das ist meiner Meinung nach eine andere Abstraktionsebene. Aber Rodriguez, sein verhaltensauffälliger mexikanischer Epigone? Volle Kanne! "Machete", der Schwung aus einem Krankenhausstock in den nächsten am Dickdarm eines unglücklichen Bad Guys - auf dem Niveau bewegen wir uns mit Mortal Kombat. Slapstick für sehr kindliche Gemüter. Geisterbahn. Dämlich? Bestimmt. Bösartig? Nein.
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WH173W0LF
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von WH173W0LF »

Der Zeitgeist hat geschrieben: Ach komm, das ist doch albern. Leute wie Archer oder auch ich werden hier im Forum schon seit Monaten pauschal als "Gutmenschen", "SJW", Feministen oder sonstwas über einen Kamm geschoren.
Ich seh schon. Ich nehme das Thema wohl zu ernst. Ich sollte mich ab jetzt ausklinken sonst werde ich nur unhöflich. Bye.
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Lebensmittelspekulant
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Der Zeitgeist hat geschrieben: Was ist daran so schwer zu verstehen, wenn jemand aus dieser Perspektive zu dem Schluss kommt, dass Spieler, die so etwas toll finden, nach seinen Bewertungskriterien Arschlöcher sind?
Wozu denn diese aggressive Ausdrucksweise? Ist es denn wirklich schlimm, wenn jemand Hatred spielt? Manche zeigen ihre Abneigung gegen Menschen eben, indem sie menschenähnliche Figuren in Videospielen erschiessen, andere zeigen das noch deutlich offensiver indem sie in öffentlichen Foren Menschen als "Idioten" und "Arschlöcher" diskreditieren. Ob es sich dabei wirklich um solche handelt wird argumentativ natürlich nicht belegt ^^

Wer weiß auch wie lange es diese Aggressoren bei Worten belassen? Es fällt mir jedenfalls schwer auszumachen, welche Fraktion sich nun moralisch im Recht befindet, wenn beide Seiten schlussendlich nur ihre Emotionalität berücksichtigen.

Ich würde den Moralisten an dieser Stelle empfehlen eine Runde Hatred zu zocken, damit sie sich mal was abreagieren. Sie können sich ja vorstellen, daß die Opfer in Hatred alles Hatredzocker sind. Vielleicht hilft das :D
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MrLetiso
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von MrLetiso »

Seite 30 überzogener Aufmerksamkeit für ein mittelmäßiges Spiel. Herrlich.
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DextersKomplize
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von DextersKomplize »

In gut 2 Std ist es soweit :mrgreen:
Wenn dann noch passend nen Test kommt, wird der dazugehörige Thread sicher aus allen Nähten platzen.
Also haltet die Mistgabeln und Fackeln parat ^^

Bild
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adventureFAN
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von adventureFAN »

Interessant an diesen 30 Seiten sind die verschiedenen Standpunkte zu Gewalt.
Aber so sind wir Menschen... die einen wollen eine Blümchenwelt, die anderen Tode & Krieg und wieder anderen ist es einfach nur egal. Dazwischen noch die verschiedensten Grautöne.

Eine endlose Diskussion.
Schlußendlich hat jeder seinen eigenen Standpunkt von Moral.
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von DextersKomplize »

Wenn man es so sieht, kann man das Forum auch schließen :P

Aber mal ernsthaft, es ist ein verdammtes Videospiel. Nicht mehr, nicht weniger. :roll:
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adventureFAN
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von adventureFAN »

Joar, könnte man auch. Aber das ist ja das tolle an endlosen Diskussionen: Sie hören nie auf und schließlich hat hier ja jeder ein mehr oder weniger starkes Mitteilungsbedürfnis x]

Und mal ernshaft, rechte Musik ist auch nur Musik. Nicht mehr und nicht weniger :roll:
Zuletzt geändert von adventureFAN am 01.06.2015 16:04, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von DextersKomplize »

Ich nicht :wink:

(der Autor ist sich der Ironie seines Postings durchaus bewusst)
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von DextersKomplize »

"Rechte" Musik ist auch nur Musik, richtig. Zwar beschissen(je nach Standpunkt), aber dennoch Musik.

Und man kann Hatred ja scheisse finden, ich werds sicher auch nach einigen Minuten langweilig finden, aber so ein Fass deswegen aufzumachen löst in mir nur Kopfschütteln aus. Und dann noch die daraus resultierende Beurteilung anderer Schreiberlinge hier im Forum. Wirklich klasse.

Mich würde mal interessieren was die Gegenseite zu dem Amokläuferfilm Rampage sagt. Eine der wenigen(der einzige?) annehmbare Streifen vom Herrn Boll.
Oder anderen brutalen und sadistischen Machwerken. Aber wahrscheinlich wird mir dann das Wort "Kontext" um die Ohren gehauen ^^

Ach Mist, ich wollte doch gar nichts was länger als eine Zeile ist hier reinposten. :roll: