Hatred: Die ersten zehn Minuten

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Jazzdude
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Jazzdude »

Ich fand GTA V von der Story auch durchschnittlich, und Trevor als Charakter absolut nervtötend. Hab die Story nie weiter als zum zweiten Raubüberfall gespielt, danach ging mir das Gelaber vom Kapitalismus, bling bling Hollywood, falschen Titten und die ewigen Bums- und Schwanzwitze gehörig auf den Nerv. Alles wirkte viel zu erzwungen. Hauptsache irgendwie political incorrect.

Das macht das Game hier aber nicht besser, oder die Weise wie viele versuchen, dieses "Werk" mit "freier Kultur" zu verteidigen.

Aber ich stimme zu, die Gewalt in GTA V ist mit der von Hatred zu vergleichen. Zumindest, wenn man aus der Egoperspektive mit Maschinengewehr in eine Menge feuert.
Dafür spiele ich GTA V aber nicht, sondern weil es einen Arsch voll Umfang und eine große wunderschöne erkundbare Welt gibt.
Die Vergleiche zwischen GTA und Hatred hinken also etwas, zumindest bezogen auf alles seit Vice City. GTA 2 z.B. hab ich auch nie lange gespielt, weil ich es schlicht langweilig fand.
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NomDeGuerre
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von NomDeGuerre »

Jazzdude hat geschrieben:Ich fand GTA V von der Story auch durchschnittlich, und Trevor als Charakter absolut nervtötend. Hab die Story nie weiter als zum zweiten Raubüberfall gespielt, danach ging mir das Gelaber vom Kapitalismus, bling bling Hollywood, falschen Titten und die ewigen Bums- und Schwanzwitze gehörig auf den Nerv. Alles wirkte viel zu erzwungen. Hauptsache irgendwie political incorrect.

Das macht das Game hier aber nicht besser, oder die Weise wie viele versuchen, dieses "Werk" mit "freier Kultur" zu verteidigen.

Aber ich stimme zu, die Gewalt in GTA V ist mit der von Hatred zu vergleichen. Zumindest, wenn man aus der Egoperspektive mit Maschinengewehr in eine Menge feuert.
Dafür spiele ich GTA V aber nicht, sondern weil es einen Arsch voll Umfang und eine große wunderschöne erkundbare Welt gibt.
Die Vergleiche zwischen GTA und Hatred hinken also etwas, zumindest bezogen auf alles seit Vice City. GTA 2 z.B. hab ich auch nie lange gespielt, weil ich es schlicht langweilig fand.
Bezogen auf Umfang, Möglichkeiten und vermutlich auch Qualität, sind Beide nicht Vergleichbar. Aber GTA bietet die Möglichkeit, und zwar nicht nur zufällig, sondern kalkuliert, Amok zu laufen. Für die Hauptstory muss man es nicht (?), es wird aber zumindest in Nebenmissionen angeboten und gehört auch seit jeher zur "Folklore". Im Prinzip sehen wir das wohl recht ähnlich. Ich finde eben nur, dass man aus moralischer Sicht nicht gleichzeitig das eine verdammen und das andere hochleben lassen kann. Insofern verstehe ich die Aufregung nicht.
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Jazzdude
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Jazzdude »

NomDeGuerre hat geschrieben:
Spoiler
Show
Jazzdude hat geschrieben:Ich fand GTA V von der Story auch durchschnittlich, und Trevor als Charakter absolut nervtötend. Hab die Story nie weiter als zum zweiten Raubüberfall gespielt, danach ging mir das Gelaber vom Kapitalismus, bling bling Hollywood, falschen Titten und die ewigen Bums- und Schwanzwitze gehörig auf den Nerv. Alles wirkte viel zu erzwungen. Hauptsache irgendwie political incorrect.

Das macht das Game hier aber nicht besser, oder die Weise wie viele versuchen, dieses "Werk" mit "freier Kultur" zu verteidigen.

Aber ich stimme zu, die Gewalt in GTA V ist mit der von Hatred zu vergleichen. Zumindest, wenn man aus der Egoperspektive mit Maschinengewehr in eine Menge feuert.
Dafür spiele ich GTA V aber nicht, sondern weil es einen Arsch voll Umfang und eine große wunderschöne erkundbare Welt gibt.
Die Vergleiche zwischen GTA und Hatred hinken also etwas, zumindest bezogen auf alles seit Vice City. GTA 2 z.B. hab ich auch nie lange gespielt, weil ich es schlicht langweilig fand.
Bezogen auf Umfang, Möglichkeiten und vermutlich auch Qualität, sind Beide nicht Vergleichbar. Aber GTA bietet die Möglichkeit, und zwar nicht nur zufällig, sondern kalkuliert, Amok zu laufen. Für die Hauptstory muss man es nicht (?), es wird aber zumindest in Nebenmissionen angeboten und gehört auch seit jeher zur "Folklore". Im Prinzip sehen wir das wohl recht ähnlich. Ich finde eben nur, dass man aus moralischer Sicht nicht gleichzeitig das eine verdammen und das andere hochleben lassen kann. Insofern verstehe ich die Aufregung nicht.
Deine Anführung kann ich durchaus nachvollziehen.
Es ging zumindest mir vorallem auch darum, dass das Spiel einfach nicht gut ist, hier aber viele auf Teufel komm raus versuchen das Spiel durch Vergleichsargumente, oder dem Aspekt der freien Kunst, oder was weiß ich was für Argumenten zu verteidigen. Oder besser: Kritiker als prüde Heuchler darzustellen. Das ist etwas, was mir immer etwas sauer aufstößt. Nicht nur bei diesem Spiel, sondern allgemein bei Kulturdebatten. "Du findest es sinnlos? Du verstehst es nur nicht", "Du findest es eklig? Man bist du kleinkariert". Es gibt Leute, die Joseph Beuy's Fettecke verteidigen, Christ, es gibt Leute die es verteidigen, dass dieses Bild
Spoiler
Show
Bild
einem Wert von 50 millionen $ entspricht. Der Vergleich wirkt vlt. etwas sperrig, damit möchte ich aber nur eines sagen:
Es gibt Dinge, die muss man nicht verteidigen, da gibt es nichts zu verteidigen. Hatred ist genauso wie ein 50 Millionen Dollar Verkaufspreis für ein Gemälde mit drei Strichen und zwei Punkten: Sinnlos und ohne weiteren Hintergedanken. Aber wehe du sagst etwas dagegen, dann bist du Banause, kleinkariert und allgemein einfach heuchlerisch. Schließlich hast du auch schonmal 50 $ für ein Bild gezahlt.
Im Endeffekt kommen wir auf einen gleichen Nenner, die Aufregung um die Gewalt in Hatred ist in Anbetracht der Gewaltpräsenz in Spielen lächerlich überzogen, die Verteidigungshaltung, die hier manche für das Spiel einnehmen aber noch deutlich lächerlicher.
Ich hoffe mein Vergleich kommt an, vlt. hab ich mich etwas unklar ausgedrückt, es ist schon spät.

edit: Ich wollte eigentlich früher ins Bett gehen :cry:
Styregar
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Styregar »

Skabus hat geschrieben:
Styregar hat geschrieben:Exellent den einen Satz aus dem Kontext gerissen.
Sehe ich nicht so. Wenn du dich aufs GameDesign beziehst, dann sag das doch und bezeichne die Entwickler nicht generell als talentfrei.
Styregar hat geschrieben:In Sachen Gamedesign fällt es jedenfalls an allen Ecken und Enden durch.
Es ist ein stink langweiliger 2 Stick Shooter.
Da bin ich deiner Meinung ;)
Styregar hat geschrieben:Sämtliche Entwickler die Erwachsene Spiele entwickeln wollen, müssen sich eventuell wegen diesem scheiß Spiel Rechtfertigen.
Blödsinn. Das wird uns immer nur eingeredet. Kein Entwickler muss sich für das Spiel eines anderen Studios rechtfertig. Das ist einfach Quatsch. Klar macht Hatred die Branche jetzt nicht besser. Aber ich denke mal in wenigen Jahren spätestens hat man Hatred vergessen. Postal hat die Branche auch nicht kaputter oder heiler gemacht als sie vorher schon war...
Styregar hat geschrieben:Diese Entwickler sind Arschlöcher...
...und Leute die andere als solche betiteln, weil man ihre Meinung nicht teilt, sind es meisten auch ;)

MfG Ska
Ok... definieren wir doch mal was ein Arschloch ist.

Könnte es sein, dass eine Person die aus Gier anderen das Leben schwerer macht, durchaus als Arschloch zu bezeichnen sein könnte?

Wie gesagt, weil diese Entwickler mit einem schwachen Produkt Geld verdienen wollen und sich deshalb nicht auf Qualität sondern Publicity verlassen, haben am Ende alle Gamer darunter zu leiden.

Also, das ist meiner Meinung nach ne ziemliche Schweinerei.

Und nein, ich lasse andere nicht aus Gier leiden. Aber wenn ich von dir als Arschloch bezeichnet werde nehme ich das mal als Kompliment hin.
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Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue »

Styregar hat geschrieben: ...haben am Ende alle Gamer darunter zu leiden.
Ich leide z.B. nicht unter Hatred, ganz und gar nicht, insofern kannst du mich aus der Pauschalisierung gerne herausnehmen. Ich bin auch weit über den Punkt hinaus, an dem ich mein Hobby irgendwem gegenüber noch rechtfertigen müsste.

Das Produkt scheint ja laut TotalBiscuit allemal solide zu sein. Simpel, eintönig, aber auch nicht wesentlich ärmer als andere Twin-Stick-Shooter, die halt lediglich auch nur Twin-Stick-Shooter sein wollen, und keinen Deut mehr. Insofern sehe ich nicht, wieso hier die Spieler, die sich bewusst auf so eine simple Mechanik einlassen und dabei ihren Flow erleben (wie auch immer das funzen mag), nun großartig „leiden“ sollen (was imho ein viel zu starkes Wort an dieser Stelle ist).

Meine Arschlochbegründung läge also nicht primär in der Produktqualität (schau dir bitte mal an, was da an unfertigem, hässlichem und unspielbarem Rotz gerade im Indie-Bereich teils rausgehauen wird), auch nicht primär in der Schlichtheit und Doofheit der Amok-Thematisierung an sich, auch nicht am Gewaltgrad, sondern im perfiden Marketing. Es ist doch bullshitmäßig kaum mehr steigerungsfähig, diesen unfassbaren Trash nun ausgerechnet als Manifest gegen eine angebliche Political Correctness, unter deren Joch Games und Gamerschaft offenbar ganz furchtbar zu leiden haben, hochzustilisieren. Jazzdude hat hier bereits ausgeführt, wie beknackt das ist, insbesondere für den Gamingbereich. Und meine Unterstellung ist, dass man diese Karte angesichts gewisser europäischer Geistesströmungen sehr bewusst gespielt hat, man so gesehen aus eine H.-M.-Broderischen Medienopfer-Position heraus diesen Quark mit einer lächerlichen Ernsthaftigkeit vermarkten konnte, die dem Titel nun so gar nicht gerecht wird. Und ja, die Spielerschaft ist voll drauf eingestiegen (ich auch).

Mögen die Hatred-Spieler also für jedes Sarkeesian-Video und für jedes eingebildete und versnobte Arty-Farty-Game extra viel Hatred ansammeln, gaaaanz viel Hatred, und es den ganzen linksgrünen ökofaschistischen feminazistischen Gutmenschen mal so richtig mit einem amtlichen Amoklauf geben. Lasst es raus. :Häschen:
Ententier
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Viel Geplärr um nix

Beitrag von Ententier »

Mir fehlen bei manchen Beiträgen hier effektiv die Worte.

Diese 'Gutmenschen', 'Pietätsheuchler', die immer anderen vorschreiben wollen was sie zu tun und lassen haben... Dann dieses mit zweierlei Mass messen.

Nach nem richtig miesen Tag im Büro, Stau auf'm Heimweg, vlt. noch Stress mit Freundin / Eltern / Freunden etc. kann man sich auf diese Art und Weise doch gemütlich abreagieren. Immer noch besser als selbst ne Russenflöte durchladen und in der Firma die Leute mit Blei füllen.

Grösstenteils lese ich hier nur Heuchelei - Gute und Schlecht argumentierte.

Versucht doch einfach mal, ein bisschen toleranter zu sein.
Subtra
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Subtra »

Ich muss schon sagen, ich amüsiere mich prächtig über die Lemminge die ihren shitstorm über dieses Spiel loslassen. Je mehr sie schimpfen, runter machen und Entwickler und Spieler dieses Spiels fertig machen, desto eher sind es gerade diese Leute die wahrscheinlich dieses Spiel spielen um ihren Aggressionen kund zu tun. Wirklich beeindruckend wie verfallen die Menschheit ist, wenn sie ein Spiel nicht für das erkennen was es ist und diesem immer die Schuld geben für all das Leid in dieser Welt. Traurig das.
Armin
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Armin »

Hardcore_1982 hat geschrieben: Das wäre traurig wenn es so wäre aber es gibt, wenn auch selten andere Games da drausssen.
Natürlich wollen alle Geld verdienen abér hier es es offensichtlich. Kontroverses Thema, minimalistische Story und Gameplay = cash..
Aeh ok, ja das ist wenigstens mal ein neuer Ansatz Hatred zu kritisieren, fuers Geld verdienen :lol:

Jazzdude hat geschrieben:Einigen wir uns doch einfach auf langweiligen Dreck, der außer seiner Kontroverse nix zu bieten hat. Und damit auch schon genug Seiten in diesem Forum gefüllt hat, als es eigentlich verdient.
Außer für die Zerstörungsengine! Die ist in der Tat wirklich beeindruckend.
Also bietet es ja doch was ausser der Kontroverse. Und wieso reicht Dir nicht die Kontroverse, das ist doch interessant und etwas, was die meisten Spiele nicht zu bieten haben. Es ist wirklich laecherlich, wie manche zwanghaft versuchen dem Spiel die Existenzberechtigung abzusprechen, nur weil es qualitativ nicht mit einem 100mio $ Produkt wie GTA mithalten kann.
Jazzdude hat geschrieben: Es ging zumindest mir vorallem auch darum, dass das Spiel einfach nicht gut ist, hier aber viele auf Teufel komm raus versuchen das Spiel durch Vergleichsargumente, oder dem Aspekt der freien Kunst, oder was weiß ich was für Argumenten zu verteidigen. Oder besser: Kritiker als prüde Heuchler darzustellen. Das ist etwas, was mir immer etwas sauer aufstößt. Nicht nur bei diesem Spiel, sondern allgemein bei Kulturdebatten.
Du bist also gegen freie Kunst, oder was willst Du uns damit sagen? Sind Kritiker etwa nicht pruede, wenn ein Spiel nur wegen der Gewalt runtermachen? Sind Kritiker etwa keine Heuchler, wenn sie ein Spiel wegen der Gewalt runtermachen und nebenbei in GTA Fussgaenger zum Spass umnieten? Das ist doch die Definition von Heuchelei.
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TheLaughingMan
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von TheLaughingMan »

Ich weiß nicht warum immer alle behaupten das Spiel hätte keine Story oder Charakterzeichnung. Im Laufe der Kampagne wird doch erklärt warum der Protagonist Notim Portant zu so einem miesen Fiesling wurde. Ich bin sicher die Gründe sind komplex und, wie der Ami so schön sagt, thought provoking. :)
incognitoo
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von incognitoo »

Ach ja, die altbekannte Gewaltsdiskussion. Das was ich hier sehe, entspricht im großen und ganzen meinen Spaßamokläufen in einem GTA V, ergänzt um ein paar Kopfschußanimationen, wie sie in anderen Spielen (zusammen mit Gliedmaßenamputationen) gerne mal wahlweise abgefeiert oder ignoriert werden, sowie einer handvoll "realistischer" Finisher, die im aktuellen Mortal Kombat teilweise deutlich ekelerregender dargeboten werden. Wenn man unbedingt will, so kann man in den häufig um ihr Leben bettelnden Menschen eine neue Qualität der Gewaltdarstellung sehen (und damit postwendend eine neue Qualität in der Abstumpfung des Spielers bzw. Vermittlung einer Tötungskompetenz - ein gerne gewähltes Argument von Wahlstimmenfängern und Medienwissenschaftler), wobei derartige Gegneranimationen ansich jedoch nichts neues mehr darstellen.

Zum Spiel an sich: was mir hier vermittelt wird, ist ein Spielprinzip, dass mir in meinen GTA-Amokläufen zur Auflockerung des Spielgeschehens immer mal wieder Spaß bereitet - dann jedoch immer nur in kleinen Dosen von funfzehn bis dreizig Minuten verabreicht. Ein komplettes, mehrstündiges Spielerlebnis stelle ich mir - auf Basis des hier gezeigten - äusserst repetitiv und vor allem langweilig vor. Da ändern auch ein paar halbgare Gröhlfinisher nichts dran. Hinzu kommt die unglücklich gewählte Schwarz-Weiss-Optik, die vielleicht zur Stimmung des Protagonisten passen mag, aber eben die Eintönigkeit des Spielprinzips von Hatred zusätzlich unterstreicht. Da hatten bereits die gut zwanzig Jahre alten (und genauso repetitiven) Loaded bzw. Project: Overkill auf der Playstation deutlich mehr zu bieten - auch wenn aufgrund der mangelnden Hardwarepower das Geschehen auf dem Bildschirm naturgemäß deutlich abstrakter rüberkam.

Was bleibt ist ein künstlicher Aufreger, der eben nicht "Grenzen überschreitet" oder "Tabus bricht", wie es der Entwickler aufmerksamkeitsheischend propagiert (dabei aber dann doch davor zurückschreckt, Gewaltdarstellungen gegen Kinder aufzubieten - etwas, das zumindest in Ansätzen in anderen Spielen bereits enttabuisiert wurde). All das Gezeigte hat man in ähnlicher Form in anderen Spielen auf die eine oder andere Art bereits einmal präsentiert bekommen. Hypokrit ist das Wort, das mir hierzu durch den Kopf geht.

On man Hatred mag, verdammt oder auch einfach nur ärgerlich findet, bleibt - wie bei fast allem im Leben - einmal mehr den berühmten persönlichen Vorlieben bzw. Abneigungen überlassen. Sollte es zu diesem Spiel ein Demo oder irgendwann mal einen zwei, drei Euro-Sale geben, so werde ich diese/s sicherlich einmal antesten, um mir selbst ein Bild davon zu machen. Für einen Spontankauf sind mir das Spielprinzip und die grafische Gestaltung jedoch deutlich zu eintönig.

EDIT: der von Doom geklaute Schriftzug des Games gefällt mir jedoch ausnehmend gut. :lol:
Zuletzt geändert von incognitoo am 31.05.2015 13:02, insgesamt 2-mal geändert.
Goatlord
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Goatlord »

Die Kill-Sequenzen erinnern mich an Manhunt.

Sieht eigentlich ganz nett aus von der Grafik und Artdesign für indie Verhälltnisse, wäre wohl aber besser ala Diablo/Torchlight mit Level-System und variierenden Waffen, also als Hack&Slash, das Video sah ja jetzt nicht sehr abwechslungsreich aus im Gegensatz zum den Steam-Trailern (ich hab k.a was ein Twin-Stick Shooter sein soll daher die HacknSlash Vergleiche). Außerdem mag ich nicht wirklich als Antagonist spielen weil es scheinz ziemlich nervig wie man die ganze Zeit wegrennende Zivilisten verfolgen muss, da wäre es besser gewesen ala Saints Row/GTA gegen Gangs/Militär oder in dem fall besser passend Polizei zu kämpfen. Im Video gibts zu wenige Polizisten und Gegenwehr im Allgemeinen, da kann man ja gleich Hühnerjagd Simulator oder sonstwas spielen.

Insgesamt ein recht unauffälliges Spiel im großen und ganzen, einzig und allein der Voice-Actor ist wirklich gut.
johndoe1730081
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von johndoe1730081 »

Armin hat geschrieben:
Hardcore_1982 hat geschrieben: Das wäre traurig wenn es so wäre aber es gibt, wenn auch selten andere Games da drausssen.
Natürlich wollen alle Geld verdienen abér hier es es offensichtlich. Kontroverses Thema, minimalistische Story und Gameplay = cash..
Aeh ok, ja das ist wenigstens mal ein neuer Ansatz Hatred zu kritisieren, fuers Geld verdienen :lol:

Jazzdude hat geschrieben:Einigen wir uns doch einfach auf langweiligen Dreck, der außer seiner Kontroverse nix zu bieten hat. Und damit auch schon genug Seiten in diesem Forum gefüllt hat, als es eigentlich verdient.
Außer für die Zerstörungsengine! Die ist in der Tat wirklich beeindruckend.
Also bietet es ja doch was ausser der Kontroverse. Und wieso reicht Dir nicht die Kontroverse, das ist doch interessant und etwas, was die meisten Spiele nicht zu bieten haben. Es ist wirklich laecherlich, wie manche zwanghaft versuchen dem Spiel die Existenzberechtigung abzusprechen, nur weil es qualitativ nicht mit einem 100mio $ Produkt wie GTA mithalten kann.
Jazzdude hat geschrieben: Es ging zumindest mir vorallem auch darum, dass das Spiel einfach nicht gut ist, hier aber viele auf Teufel komm raus versuchen das Spiel durch Vergleichsargumente, oder dem Aspekt der freien Kunst, oder was weiß ich was für Argumenten zu verteidigen. Oder besser: Kritiker als prüde Heuchler darzustellen. Das ist etwas, was mir immer etwas sauer aufstößt. Nicht nur bei diesem Spiel, sondern allgemein bei Kulturdebatten.
Du bist also gegen freie Kunst, oder was willst Du uns damit sagen? Sind Kritiker etwa nicht pruede, wenn ein Spiel nur wegen der Gewalt runtermachen? Sind Kritiker etwa keine Heuchler, wenn sie ein Spiel wegen der Gewalt runtermachen und nebenbei in GTA Fussgaenger zum Spass umnieten? Das ist doch die Definition von Heuchelei.
Das Spiel will einfach nur mit einer plumpen Kontroverse um das Amoklaufthema möglichst viel kostenlose negativ Werbung einheimsen. Wie ich schon mal gesagt hab, ich hab mir deutlich mehr erwartet. Sowohl hinsichtlich der Gewalt, als auch der Opfervielzahl und des Verhaltens. Da war Postal schon bedeutend kreativer und abwechslungsreicher und das vor 10 Jahren. Auch Dead Rising ist da bedeutend kreativer und blutrünstiger.
Ich hatte mir von Hatred erwartet, dass man auf einige richtige moralische Zwickmühlen trifft, so wie etwa in Bioshock, Stichwort Little Sisters Töten oder Retten.
Auf playit.ch gibt's unter der Rubrik Ballerspiele ein paar die brachialer, direkter und kompromissloser sind.
Ich muss kein Spiel spielen, dass mich nur durch seine kontroversen ködern will, mir sonst aber nichts bieten kann. Wer ein Spiel mit einem platten Pseudopsychopathen, in einer eintönigen Spielwelt und minimalistischem Gameplay als die Revolution der Amok/Gewalt/Spiele empfindet, der denkt sicher auch, dass Doodle Jump mit dem nächsten Mario den Boden aufwischt oder Twilight das Vampir/Werwolf-Horrorgenre revolutioniert hat.
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WH173W0LF
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von WH173W0LF »

Virtuelle Gewalt verurteilen...

Menschen sind eine echt komische Spezies. Würde man bei Hatred nur mal die Skins tauschen. Ein menschlicher "Marine" würde auf einem "Alienplaneten" aufräumen und ihn am Ende des Games atomar vernichten. Millenum Soldier anyone? Es wären doch keine zwei Seiten Kommentare zusammengekommen. Warum?

Dass bei diesem Millenium Soldier Abklatsch ein "Genozid" zelebriert würde interessiert keine Sau. Ersetzt doch gedanklich die "Aliens" durch "schwarze" und bemerkt wie die Alarmglocken beim lesen dieses Satzes anfangen zu schrillen. Vielleicht bemerkt jemand was gemeint ist?

Nur weil eine entfernte, unbekannte oder fiktive Sache (Alien, Menschen, Nazis, Schildkröten oder Vögel) Gewalt erfährt, ist die Gewalt nicht anders geworden. Ob man mit einer MG42er Kette 40 Nazis oder 40 Juden abknallt ist der Gewalt wegen irrelevant. Die Gewalt bleibt genau die gleiche. Wer auf einen Vogel (Moorhuhn) schießen kann, kann auch auf einen Hund (Call of Duty 4) oder einen Menschen (Uff... Perfect Dark) schießen. "Die Gewalt bleibt die selbe".

Hier will man sich nun über die "Gewalt um der Gewalt willen" aufregen ist aber selbst so abgestumpft dass man die alltäglichen Formen der "Gewalt um der Gewalt willen" in Videospielen gar nicht mehr als solche erkennt. Mortal Kombat anyone? Spielinhalt: Man will sich gegenseitig auf die Fresse hauen und dabei möglichst viele Knochen brechen, Herzen rausreißen und Schädel spalten. INTERESSIERT ES IRGENDWEN???? Ich habe in den dementsprechenden Themen keinen der Herren und Damen sich dort beschweren gelesen. Warum also plötzlich hier? Auch GTA in seiner Spielmechanik ist auch auf Gewalt ausgelegt. "Zivilisten" sind in Bezug auf die Gewalt irrelevant. Warum hat dort niemand Fackeln angezündet?

Nun zu dem Argument der Story und Intension: Oh, ja Shooter XYZ hat eine Story und oder spielt in einer fiktiven Welt. In welcher Stadt/Städte spielt Hatred? Welche Einrichtungen werden namentlich denn gestürmt? Oh, ist ja fiktiv. Blöd. Story von Hatred wird meines Wissens nach während des Games ja ein wenig beleuchtet. Ich nehme an es ist ähnlich tiefsinnig wie DOOM 3. Man darf mich hierbei gerne belehren.

Setzen wir aber noch einen oben drauf: In GTA6 gibt es keine Zivilisten. Dieses GTA spielt in einer "Mega City" wo alle Verbrecher der Welt mit dem Urteil Todesstrafe abgeladen werden und die Cops sind nur die Wächter. Keine unschuldigen mehr, also kann man nun bedenkenlos vierzig mal über den Gehsteig fahren und alle mitnehmen? Es kommt eine Folterszene vor wo man einen Foltermeister foltert. Außerdem wird das Fleisch der toten gebraucht um den Rest der Welt zu ernähren, da Kriege und Umweltverschmutzung die klassischen Wege zur Lebensmittel Herstellung unmöglich gemacht haben. Es ist also der einzige Weg um Geld zu verdienen. Haben wir die Gewalt nun "genug" gerechtfertigt? Können alle wieder schlafen?

Mario und Koopas ist keines Argumentes würdig: Tja, dann kauft euch doch mal einen Eimer Schildkröten stellt euch auf den örtlichen Marktplatz und zertretet eine nach der anderen. Ich bin gespannt ob Ihr soweit kommt euch noch einige Hamster zu kaufen und an gleicher Stelle selbiges zu tun. Sicherlich wird dies niemand als Gewalt an Tieren erkennen. Die "Gewalt" ist in Mario genauso "vorhanden" wie in GTA, Metroid oder auch Hatred. Einfach mal wieder die Augen aufmachen.

Spätestens wenn man sich an die Dresche auf dem Marktplatz und die gefolgte Anzeige durch die Polizei erinnert wenn man das nächste mal auf einen Koopa springt, wird man "wieder" erkennen wie "Gewaltlos und eines Argumentes unwürdig" ein Mario Bros Game ist.

Deshalb meine ernste Forderung: Wer mit "Virtueller Gewalt" ein Problem hat, soll doch TV, Comics, Filme und Games bitte komplett entsorgen.
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Hardcore_1982
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Hardcore_1982 »

Armin hat geschrieben:
Hardcore_1982 hat geschrieben: Das wäre traurig wenn es so wäre aber es gibt, wenn auch selten andere Games da drausssen.
Natürlich wollen alle Geld verdienen abér hier es es offensichtlich. Kontroverses Thema, minimalistische Story und Gameplay = cash..
Aeh ok, ja das ist wenigstens mal ein neuer Ansatz Hatred zu kritisieren, fuers Geld verdienen :lol:
Nicht dafür das es Geld verdient, sondern wie dummdreist es versucht mit genau einem Aufhänger publicity zu erziehlen. Wie gesagt es hätte mit dem Thema echt Potential gehabt wäre man intelligent mit dem Thema umgegangen und hätte nicht einen 08/15 Iso-Shooter drauß gemacht.
Ich wundere mich halt das da Leute drauf anspringen und alleine das Thema "Amoklauf" so zieht. Wäre die Thematik Typ gegen Aliens hätten alle gesagt meh 08/15 brauch ich nicht.
Das ärgerliche dabei ist das es anscheinend die Amoklaufthematik total verschenkt.
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Temeter 
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Temeter  »

Gibt das sogar ein perfektes Beispiel: Zombies.

Massenhafte Abschlachten von menschenähnlichen Wesen frei jeder jeder moralische Implikation war nie einfacher zu zelebrieren, und Spiele zelebrieren das nur allzugerne. Das Zombies im Grunde 'tot' sind, ist in erster Lienie nur Entschuldigung für das Ausleben einer Powerfantasy, welche mit echten Menschen eben geschmackloser rüberkam.
Zuletzt geändert von Temeter  am 31.05.2015 13:27, insgesamt 2-mal geändert.