Alter Sack hat geschrieben:
Klar, ein wenig war das Absicht :wink:
Ich denke nur das die Definition für Rollenspiele in der Videospielwelt halt nicht so einfach ist. Es gibt dort mehrere Ansatzpunkte. Ich bin da eher Oldschool und leite das noch mehr aus der P&P-Zeit ab wo Videorollenspiele ursprünglich herkamen. Und da ist für mich ein Skyrim näher an einem Rollenspiel als ein Witcher z.B. aber halt auch meilenweit weg von einem BG. Ich denke das kann man halt nicht pauschalisieren außer für sich persönlich natürlich.
Ich komm aus der gleichen Ecke, weshalb ich dir bei der spielerischen Umsetzung auch recht gebe. Aber gerade die Relevanz aus Entscheidungen und Konsequenzen, sprich deinen Einfluss auf die Geschichten - im kleinen wie im großen - hast du doch am Tisch bei einer selbst mäßigen P&P-Session viel mehr. Was nützt dir denn die Freiheit, tun und lassen zu können was du willst und die Fähigkeit, all deine Taten für dich selbst legitimieren, wenn sie in der Spielwelt niemanden interessieren? Du kannst in Skyrim nicht böse sein... abgesehen von der DB oder der Diebesgilde im Rahmen deren Quests - und selbst da interessiert das abseits davon niemand - weil das Spiel dir vorschreibt, entweder der gute Held zu sein oder auf Story, egal wie dünn sie auch sein mag, zu verzichten. Du kannst ganz Himmelsrand auslöschen (naja, zumindest die nicht essential geflaggten NPCs) und wenn du dich dabei dumm angestellt hast, darfst du dann als höchste Konsequenz Kopfgeld bezahlen... trotzdem wird dich niemand wirklich drauf ansprechen, trotzdem wirst du brav gebeten werden, dass Drachenproblem zu lösen, einen Krieg zu beenden und Co - und darfst einzig "ja, aber gern doch" antworten, weil du nun mal in die Rolle eines Helden gesteckt wurdest - auch wenn du zehnmal wie ein durchgedrehter, amoklaufender Psychopath spielst. Ein The Witcher 3 setzt dir zwar diesbezüglich engere Grenzen, lässt dich in dem Rahmen, wo du entscheiden kannst, wenigstens auch eine breitere Bandbreite an Konsequenzen tragen und genau deshalb ist es auch für mich - obwohl es weniger frei ist - klar das bessere Rollenspiel. Bethesdas Fallout/TES ist eher so der "Heldensimulator" in dem du tun und lassen kannst, was du willst - was ich als Spieler übrigens genauso gern mag.
Heruwath hat geschrieben:
Das ist ein guter Punkt. Aktion und Reaktion. Allerdings würde ich das nicht in die Kategorie Story packen. Es is ein Bestandteil der Welt bzw. Umwelt. Das ist viel mehr in einer technischen Mechanik verankert.
Trotzdem ein interessanter Punkt, denn Witcher 3 kriegt diesen Punkt auch nicht wirklich hin. Die Reaktion auf deine Aktionen ist quasi auch nicht vorhanden. Allerdings lebt Witcher 3 meistens von dem Fokus auf das theme des Mosterhunters. Das gameplay, die quests und die dialoge sind alle sehr darauf ausgelegt dir das Gefühl zu geben du seist eben das, ein Hexer. Dragon Age schafft das bei vielen Rassen und Klassen auch relativ gut durch die Dialoge und Entscheidungsmöglichkeiten. Ein Skyrim legt hier z.B. gar keinen Wert drauf. Ich muss sogar sage, dass Dragon Age in Sachen Reaktion der Umwelt auf einem höheren Niveau liegt als die beiden anderen.
Vielleicht ist es auch nur mein Gefühl und ich erinnere mich nicht mehr richtig

Naja, du spielst da einen festen, vorgezeichneten Charakter. Es steht vorher schon fest, wie "Geralt so ist", insofern ist es für mich verständlich, dass da nicht das ganze Spektrum der möglichen Gesinnungen abgedeckt ist. Dafür ermöglicht es dir das Spiel eben auch, dieses vorhandene Spektrum auszunutzen. Du kannst durchaus einen recht unsymphatischen Geralt spielen und die Welt wird, mal im großen, mal im kleinen darauf reagieren. Wir haben nun also auf der einen Seite mit Skyrim ein Spiel, dass dir spielerisch alle Freiheiten gibt, deinen Charakter zu spielen, wie du magst - das aber storytechnisch... oder erzählerisch... oder... welches Wort man auch immer dafür nutzen kann, nicht darauf reagiert. Und wir haben auf der anderen Seite ein Spiel, dass dir einen engeren Rahmen setzt - du aber mehr Reaktionen erhältst, wenn du ihn auch ausnutzt.

Dragon Age bekommt das in der Tat ebenfalls ganz annehmbar hin, ja.