4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen?

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___gollum___
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von ___gollum___ »

Uvirith hat geschrieben: Hier liegt einer der Hunde begraben. Du bist offensichtlich kein Gamer. Bei einem Gamer stellen sich diese Reize komplett anders dar. Die Gewaltdarstellung innerhalb des Spielflusses wird als visuelle Reflektion des Voranschreitens innerhalb des Spieles wahrgenommen. Im echten Leben, auch im Fernsehen, reagiert man, würde man einen Mann sehen der seinen Arm verliert, schockiert. In einem Spiel ist es die logische Schlussfolgerung eines schweren Schwerthiebes, oder einer Explosion. Der einzige der sich daran stößt wäre ein unbeteiligter Zuschauer oder jemand der mit der Thematik wenig bis gar nichts zu tun hat (siehe diese ganzen strohdummen "Elders/My Girlfriend/My parents/my pet parrot react to xxx" auf YouTube).
Alter, ich spiele seit 15 Jahren Computerspiele - willst du mir hier ernsthaft meine Meinung absprechen, weil ich mit meiner Erfahrung irgendwie nicht deiner "Gamer"definition entspreche?

Und ob "Schwerthieb = Gliedmaßen weg" die logische Folge ist, wage ich mal zu bezweifeln. Vielleicht wär die logische Folge eher "Schwert bleibt stecken". Man hat die Guillotine unter anderem eingeführt, weil Henker es häufig nicht mit einem Schlag geschafft haben den Kopf abzutrennen. Der ganze Finishingmove und Gliedmaßenkram soll das Töten nur möglichst spektakulär darstellen. In Witcher 3 halbiert Geralt mal eben seinen Kontrahenten. Das stört mich teilweise. Tut mir leid, dass ich deswegen kein "Gamer" bin.
Zuletzt geändert von ___gollum___ am 10.06.2015 11:55, insgesamt 1-mal geändert.
GodWar
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von GodWar »

Ich wäre dafür aus dem aktuellen Anlässen endlich mal eine neue USK Stufe einzuführen! Etwas höheres als 18+. Name ist ja egal erstmal aber etwas, für Erwachsene. Klar soll 18+ für Erwachsene sein, aber wenn wir mal ehrlich sind, sind wenig 18 jährige schon (Erwachsen). Ich bin jetzt 31 und würde gerne legal auch mal sowas wie Hatred spielen. Wieso verbannt man solch ein Spiel? Es gibt unendlich Filme oder Bücher, die viel brutaler und sinnloser sind als dieses Spiel. Ich denke das sich die Spielewelt ein wenig wandelt und einige kleine Studios an Themen wagen, an welche sich große niemals trauen würden. Wie hier z.B. Hatred. Klar ist der Grund warum der Protagonist Amok läuft total sinn-frei aber es ist nun mal ein Spiel und ich finde was gut gemacht. Ich würde mir in Zukunft mehr Spiele wünschen, wo man mal Amok läuft, Kinder töten kann, Terrorist spielt und und und... Themen die heikel sind aber sicher spielerisch gut umsetzbar sind. Auch hierbei sollte es zwei Zweige geben: Einmal wo das Thema sinnvoll mit geschichtlichem Hintergrund angegangen wird und der andere Zweig wo es keinen Sinn gibt aber das Spiel trotzdem gut ist. In meinem Alter kann ich doch denke ich selbst entscheiden ob ich solch ein Spiel spielen möchte und mich dem sinnlosen töten hingebe oder nicht.

Mein Fazit: Wir und die Hersteller müssen endlich mal einen Schritt weiter gehen!
Paulaner
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Paulaner »

Arkatrex hat geschrieben:
Alter Sack hat geschrieben:Der Vergleich mit Büchern oder Filmen hinkt doch etwas. Das eigentliche Problem ist doch das in fast allen Spielen Gewalt (in mehr oder weniger großen Ausmaßen) vorkommt. Man kommt als Außenstehender doch gar nicht an dem Eindruck vorbei das es in Videospielen ausschließlich um Gewalt geht. Ich würde die Frage viel weiter vorne ansetzen. Nicht wie weit Gewalt gehen darf sondern warum es meistens überhaupt verwendet wird. Das "Stilmittel" Gewalt ist doch so tief verwurzelt in Videospielen das die meisten Gamer es schon gar nicht mehr richtig registrieren was ich allerdings für bedenklich halte.
Nein, der Vergleich mit Büchern und Filmen hinkt nicht. Es gibt auch dort sehr extreme Beispiele von Gewalt die grauenvoller nicht sein könnte.

Der Unterschied ist nur: Dort wird es akzeptiert. In Spielen nicht. Außerdem gefällt mir die Fixierung nicht, mit der Spiele immer zum Sündenbock für Gewaltläufe herhalten müssen.

Der Grund für Amokläufe und expliziter Gewalt liegt IMMER in der Erziehung, dem Umfeld und den persönlichen Erfahrungen und zum anderen im Wesen eines Menschen / Lebewesen selbst.

Bis das auch der letzte gerafft hat vergehen nochmal 20 Jahre.

Das Stilmittel Gewalt ist eben auch nur ein Stilmittel. Nur weil Du vielleicht die Augen vor der Wahrheit verschließt, ändert es nichts an der Tatsache.

Um dieses Beispiel mal aufzugreifen: Es mag sein das Du keine Tiere quälst und auf bestialische Art und Weise tötest.

Im jüngsten Beispiel der "Pferderipperin" sieht man allerdings das selbst junge Menschen die einfach eine psychische Erkrankung haben, die niemand jemals behandeln konnte weil uns das Wissen dazu fehlt (und vielleicht die Einsicht des Mädchens) zu solch brutalen Taten fähig sind.

Soll man die Augen vor solchen Taten verschließen? Soll man nicht sehen was passiert wenn man eine Bohrmaschine in ein Auge rammt? Ich sehe genau das eher als abschreckende Wirkung so etwas zu tun wenn man das in jedem Detail sieht, bis zur Vollendung. Und diejenigen die es tatsächlich tun haben ein verdammt nochmal anderes schwerwiegendes Problem und könnten selbst Bücher und Filme als Inspiration heranziehen.

Denn es gab auch beim Fall der 19 Jährigen wohl kaum eine Dokumentation: Wie zerlege ich ein Pony - Für Dummies oder ein Spiel: Der Ponyzerlegesimulator.

Denk mal darüber nach und komme aus der Schwarz/Weiss Ecke heraus.
hahaha. dämlichster kommentar der woche :lol:
VanRay
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von VanRay »

Alter Sack hat geschrieben:
Imperator Palpatine hat geschrieben:
Alter Sack hat geschrieben:Ja das ist schon richtig aber am Ende natürlich trotzdem traurig weil es Spiele dadurch natürlich immer wieder in die Ecke drängt.
Ein riesiger Bereich bei Büchern und Filmen sind z.B. Komödien. Riesig beliebt. Die gibts bei Spielen eigentlich überhaupt nicht. Gewalt muss ja nicht brutal oder obszön sein aber bei Videospielen ist sie "immer" latent vorhanden. Deshalb stelle ich für mich die Frage anders ... ok ich schweife vielleicht vom Thema ab. Sorry.

@ Arkatrex: Siehe mein Beispiel Komödien. Das kann man erweitern auf Dramen, Liebesschnulzen, ... Die Anteile bei Film und Literatur sind dort riesig und in Spielen quasi nicht vorhanden.
Videospiele sind nun einmal ein interaktives Medium im absolut klassischen Sinn der Bedeutung. Dementsprechend muss der Spieler auf Aktionen reagieren wie ein Reflextest. Ein " Beziehungsspiel " oder eine Komödie würde im Grund genommen auf den selben Parametern basieren. Aber sehr schwierig umzusetzen sein.
Tja das stimmt wohl. Gewalt ist halt einfach. Point-and-Click ginge halt noch aber selbst da gehts eigentlich nur noch um Gewalt im weitesten Sinne. Ich fänd es mal interessant wenn das einer versuchen würde auf irgendeine Art und Weise.

Edit: Ha, mir ist ein sehr erfolgreiches gewaltfreies Spiel eingefallen. Die Sims ... puh jetzt musste ich aber lange überlegen. :mrgreen:
Ich wollte auch gerade auf Die Sims verweisen als das Spiel, dass sich zentral um das Thema Beziehungen etc. dreht. :lol:

Aber deine grundsätzliche Aussage, dass sich Videospiele im Vergleich zu anderen Medien sehr viel stärker auf Gewalt fokussieren bzw. dass es eine geringere Vielfalt an anderen Kategorien gibt sehe ich auch so.

Spiele aktuell den Hexer und das Spiel bietet schon sehr viel von Detektivquests über politische Verwicklungen etc., was ich wirklich gut finde. Wenn man aber stumpf durch die Gegend läuft stößt man trotzdem (aus meiner Sicht) viel zu oft auf Kämpfe. Für mich könnte in so einem Spiel das Element Kampf z.B. viel stärker reduziert werden. Ist ja bei der Buchreihe ähnlich, da kämpft Geralt gegen einzelne starke Monster, die sich irgendwo eingenistet haben. Aber er läuft bei seinen Reisen nicht durch die Welt und trifft alle 500 Meter auf Ertrunkene, Wölfe, Nekkar oder andere Viecher, die er schnetzeln muss. So geil ist das repetitive ziemlich mau umgesetzte Kampfsystem dann auch nicht, dass ich da nach 70 Stunden noch Spaß dran hätte eine Horde Wölfe per One-Hit umzuhauen. Die Frage ist halt bloß warum Entwickler den Grad der Kämpfe nicht zurück drehen. Würde es dann weniger gekauft? Wollen Spieler bei solchen Spielen viele Kämpfe? Ich weiß es nicht.
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von ___gollum___ »

VanRay hat geschrieben: piele aktuell den Hexer und das Spiel bietet schon sehr viel von Detektivquests über politische Verwicklungen etc., was ich wirklich gut finde. Wenn man aber stumpf durch die Gegend läuft stößt man trotzdem (aus meiner Sicht) viel zu oft auf Kämpfe. Für mich könnte in so einem Spiel das Element Kampf z.B. viel stärker reduziert werden. Ist ja bei der Buchreihe ähnlich, da kämpft Geralt gegen einzelne starke Monster, die sich irgendwo eingenistet haben. Aber er läuft bei seinen Reisen nicht durch die Welt und trifft alle 500 Meter auf Ertrunkene, Wölfe, Nekkar oder andere Viecher, die er schnetzeln muss. So geil ist das repetitive ziemlich mau umgesetzte Kampfsystem dann auch nicht, dass ich da nach 70 Stunden noch Spaß dran hätte eine Horde Wölfe per One-Hit umzuhauen. Die Frage ist halt bloß warum Entwickler den Grad der Kämpfe nicht zurück drehen. Würde es dann weniger gekauft? Wollen Spieler bei solchen Spielen viele Kämpfe? Ich weiß es nicht.
Es gibt immerhin einige Szenen, in denen man sich einen Faustkampf liefert und nicht gleich wegen einer Nichtigkeit jeden umbringt. Vielleicht wär das auch mal was: die Gegner sind nicht gleich immer tot, sondern liegen am Ende verwundet auf dem Boden - Töten dann als zusätzlicher, expliziter Schritt.

Auf Trashmobkämpfe könnte ich tatsächlich auch verzichten. Hier vielleicht als Idee: die treten ja meistens in Rudeln auf. Wenn ich den ersten Gegner total einfach wegschnetzel, weil ich mittlerweile so overpowered bin, wieso flieht der Rest des Rudels dann nicht einfach und lässt mich in Ruhe?
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saxxon.de
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von saxxon.de »

Alter Sack hat geschrieben: Edit: Ha, mir ist ein sehr erfolgreiches gewaltfreies Spiel eingefallen. Die Sims ... puh jetzt musste ich aber lange überlegen. :mrgreen:
Praktisch jede Art von Puzzlespiel (Tetris anyone?). Jede Art von Kartenspiel, von Poker über Hearthstone bis Magic. Alltagssimulatoren von Omnibussimulator bis Kerbal Space Program. Rennspiele von Project Cars bis Gran Turismo. Dafür musste ich jetzt überhaupt nicht überlegen.

.. und wenn ich ein bisschen überlege (d.h. in meine Steam Bibliothek schaue), fällt mir auf dass sogar Horrorspiele wie Amnesia ohne Gewalt auskommen; zumindest im Sinne von "Der Spieler übt Gewalt aus" - er kann sie allerdings selbst erfahren in Form des getötet werdens. Deponia oder FEZ hätte ich auch noch im Angebot. Fallen Portal 1 und 2 unter Puzzlespiele? Sim City 4 hab' ich noch, bzw. die ganze Reihe. Adventures wie To the Moon. Und in Viscera Cleanup Detail: Shadow Warrior räumt man hinter dem Gewalttäter auf :wink:

Es geht also tatsächlich sehr gut und abwechslungsreich ohne Gewalt - und trotzdem kann es dabei kompetetiv zugehen, wie bei Renn- oder Kartenspielen; genauso wie bei Puzzlespielen mit Mehrspielermodus - Tetris ist da auch wieder ein Beispiel.
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Alter Sack
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Alter Sack »

saxxon.de hat geschrieben:
Alter Sack hat geschrieben: Edit: Ha, mir ist ein sehr erfolgreiches gewaltfreies Spiel eingefallen. Die Sims ... puh jetzt musste ich aber lange überlegen. :mrgreen:
Praktisch jede Art von Puzzlespiel (Tetris anyone?). Jede Art von Kartenspiel, von Poker über Hearthstone bis Magic. Alltagssimulatoren von Omnibussimulator bis Kerbal Space Program. Rennspiele von Project Cars bis Gran Turismo. Dafür musste ich jetzt überhaupt nicht überlegen.

.. und wenn ich ein bisschen überlege (d.h. in meine Steam Bibliothek schaue), fällt mir auf dass sogar Horrorspiele wie Amnesia ohne Gewalt auskommen; zumindest im Sinne von "Der Spieler übt Gewalt aus" - er kann sie allerdings selbst erfahren in Form des getötet werdens. Deponia oder FEZ hätte ich auch noch im Angebot. Fallen Portal 1 und 2 unter Puzzlespiele? Sim City 4 hab' ich noch, bzw. die ganze Reihe. Adventures wie To the Moon. Und in Viscera Cleanup Detail: Shadow Warrior räumt man hinter dem Gewalttäter auf :wink:

Es geht also tatsächlich sehr gut und abwechslungsreich ohne Gewalt - und trotzdem kann es dabei kompetetiv zugehen, wie bei Renn- oder Kartenspielen; genauso wie bei Puzzlespielen mit Mehrspielermodus - Tetris ist da auch wieder ein Beispiel.
Ja das stimmt schon aber der Marktanteil, auf den ich mich eigentlich beziehe, oder halt sehr erfolgreiche Titel sind da eher die Ausnahmen gegenüber Spielen mit Gewalt. Und Rennspiele werden gerade im MP meist zu Demolition Derbys :wink:
Ich vermute das der Anteil der Spiele mit Gewalt um ein vielfaches höher liegt als vergleichsweise das mit Titeln bei Filmen und Büchern ist. Gerade im Konsolen und PC-Bereich. In der Mobilesparte ist das vermutlich etwas anders.
Man könnte im Spielebereich auch sagen "Violence sells".
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Kya »

jack1112 hat geschrieben:mir persönlich kanns nicht genug gewalt in spielen geben (also gore effekte)
Hab mir mal Deine Beiträge angeschaut.... da wundert mich nichts mehr....
........
Der Zeitgeist
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Der Zeitgeist »

GodWar hat geschrieben:Ich wäre dafür aus dem aktuellen Anlässen endlich mal eine neue USK Stufe einzuführen! Etwas höheres als 18+. Name ist ja egal erstmal aber etwas, für Erwachsene. Klar soll 18+ für Erwachsene sein, aber wenn wir mal ehrlich sind, sind wenig 18 jährige schon (Erwachsen). Ich bin jetzt 31 und würde gerne legal auch mal sowas wie Hatred spielen. Wieso verbannt man solch ein Spiel?
Mein Fazit: Wir und die Hersteller müssen endlich mal einen Schritt weiter gehen!
Nun ja, das ist halt keine Frage der Alterseinstufung, sondern hierzulande der Gesetzgebung.
"Etwas höheres als 18+" gibt es ja im Grunde schon, das ist die Indizierung. Die führt nur leider heute dazu, dass ein Spiel faktisch kaum zu bekommen ist, wegen den Vertriebswegen, die meist gleichzeitig ja Werbe-Wege sind.

Daneben gibt es dann eben noch die Beschlagnahmung bzw. das Verbot, die bei Medien eingesetzt werden können, wenn sie als "Gewaltverherrlichend" klassifiziert werden. Das könnte bei "Hatred" durchaus passieren. Das ist dann im Grunde eine strafrechtliche Maßnahme, da die Verbreitung gewaltverherrlichender Medien eine Straftat darstellt.

Wenn man in Deutschland an diesem System etwas ändern wollte, dann müsste das über harte Gesetzgebung laufen, nicht über Anpassung von Altersgrenzen o.Ä., und kein Politiker wird aktiv "Killerspiele erlauben" wollen, wie es dann in den Zeitungen stehen wird.
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von GodWar »

Der Zeitgeist hat geschrieben:
GodWar hat geschrieben:Ich wäre dafür aus dem aktuellen Anlässen endlich mal eine neue USK Stufe einzuführen! Etwas höheres als 18+. Name ist ja egal erstmal aber etwas, für Erwachsene. Klar soll 18+ für Erwachsene sein, aber wenn wir mal ehrlich sind, sind wenig 18 jährige schon (Erwachsen). Ich bin jetzt 31 und würde gerne legal auch mal sowas wie Hatred spielen. Wieso verbannt man solch ein Spiel?
Mein Fazit: Wir und die Hersteller müssen endlich mal einen Schritt weiter gehen!
Nun ja, das ist halt keine Frage der Alterseinstufung, sondern hierzulande der Gesetzgebung.
"Etwas höheres als 18+" gibt es ja im Grunde schon, das ist die Indizierung. Die führt nur leider heute dazu, dass ein Spiel faktisch kaum zu bekommen ist, wegen den Vertriebswegen, die meist gleichzeitig ja Werbe-Wege sind.

Daneben gibt es dann eben noch die Beschlagnahmung bzw. das Verbot, die bei Medien eingesetzt werden können, wenn sie als "Gewaltverherrlichend" klassifiziert werden. Das könnte bei "Hatred" durchaus passieren. Das ist dann im Grunde eine strafrechtliche Maßnahme, da die Verbreitung gewaltverherrlichender Medien eine Straftat darstellt.

Wenn man in Deutschland an diesem System etwas ändern wollte, dann müsste das über harte Gesetzgebung laufen, nicht über Anpassung von Altersgrenzen o.Ä., und kein Politiker wird aktiv "Killerspiele erlauben" wollen, wie es dann in den Zeitungen stehen wird.
Dem stimme ich natürlich zu! Aber eine Indizierung ist hier in Deutschland = Verbot! Und wer will sich mit 30 schon etwas verbieten lassen? In Deutschland gibt es einfach kein richtiges Gesetz für das verbreiten von (Gewaltverherrlichend) Medien. Egal ob Buch, Bild, Ton oder Spiel finde ich sollte hier kein Unterschied gemacht werden. Diesen Unterschied gibt es aber immer noch! Gewalt in Spielen ist für die Gesetzgeber ein Dorn im Auge aber in Büchern und Filmen nicht. Das widerspricht jeder Logik! Deshalb wäre ich für eine neue Einstufung von Inhalten die für Jugendliche und junge Erwachsene zu (schlimm) sind. Aber ich kann immer noch selber entscheiden mit 30 was ich sehen und spielen will und mir nichts vorschreiben lassen müssen!!!
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Imperator Palpatine
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Imperator Palpatine »

Alter Sack hat geschrieben:Ja das stimmt schon aber der Marktanteil, auf den ich mich eigentlich beziehe, oder halt sehr erfolgreiche Titel sind da eher die Ausnahmen gegenüber Spielen mit Gewalt. Und Rennspiele werden gerade im MP meist zu Demolition Derbys :wink:
Ich vermute das der Anteil der Spiele mit Gewalt um ein vielfaches höher liegt als vergleichsweise das mit Titeln bei Filmen und Büchern ist. Gerade im Konsolen und PC-Bereich. In der Mobilesparte ist das vermutlich etwas anders.
Man könnte im Spielebereich auch sagen "Violence sells".
Wobei hier die Frage ist wie man " Gewalt " aka Violence und ihre Darstellung definiert.
Überspitzt ausgedrückt bin ich in Civilization ein Alleinherrscher der andere Völker unterwirft, die barbarischen Ureinwohner mit einem Genozid auslöscht, Andersgläubige unterdrückt und Ketzer verfolgt, und wenn es sein muss radieren meine Armeen ganze Städte und ihre Bewohner aus.

Natürlich würde trotz allem niemand Civilization als ein Gewaltspiel bezeichnen.

Im übrigen sind auch bei Büchern und Filmen ( Serien ) jene Werke mit gut inszenierter " Gewalt " höchst erfolgreich. Ganz gleich ob Star Wars, Avatar, Game of Thrones oder Breaking Bad.

Auch auf die Gefahr mich zu wiederholen aber für mich persönlich ist ein Grossteil der Gewalt in Spielen ein kompetitives Stilmittel, mehr nicht. Und deswegen stehen wir bei Spielen auch erst am Anfang bei der Darstellung von unterschiedlichen Formen der Gewalt wie in Büchern und Filmen. Und damit meine ich eben nicht Gore bis sich der Bildschirm mit virtuellem Blut füllt.
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Alter Sack
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Alter Sack »

Imperator Palpatine hat geschrieben:
Alter Sack hat geschrieben:Ja das stimmt schon aber der Marktanteil, auf den ich mich eigentlich beziehe, oder halt sehr erfolgreiche Titel sind da eher die Ausnahmen gegenüber Spielen mit Gewalt. Und Rennspiele werden gerade im MP meist zu Demolition Derbys :wink:
Ich vermute das der Anteil der Spiele mit Gewalt um ein vielfaches höher liegt als vergleichsweise das mit Titeln bei Filmen und Büchern ist. Gerade im Konsolen und PC-Bereich. In der Mobilesparte ist das vermutlich etwas anders.
Man könnte im Spielebereich auch sagen "Violence sells".
Wobei hier die Frage ist wie man " Gewalt " aka Violence und ihre Darstellung definiert.
Überspitzt ausgedrückt bin ich in Civilization ein Alleinherrscher der andere Völker unterwirft, die barbarischen Ureinwohner mit einem Genozid auslöscht, Andersgläubige unterdrückt und Ketzer verfolgt, und wenn es sein muss radieren meine Armeen ganze Städte und ihre Bewohner aus.

Natürlich würde trotz allem niemand Civilization als ein Gewaltspiel bezeichnen.

Im übrigen sind auch bei Büchern und Filmen ( Serien ) jene Werke mit gut inszenierter " Gewalt " höchst erfolgreich. Ganz gleich ob Star Wars, Avatar, Game of Thrones oder Breaking Bad.

Auch auf die Gefahr mich zu wiederholen aber für mich persönlich ist ein Grossteil der Gewalt in Spielen ein kompetitives Stilmittel, mehr nicht. Und deswegen stehen wir bei Spielen auch erst am Anfang bei der Darstellung von unterschiedlichen Formen der Gewalt wie in Büchern und Filmen. Und damit meine ich eben nicht Gore bis sich der Bildschirm mit virtuellem Blut füllt.
Ich möchte das jetzt auch nicht weiter vertiefen und es geht ja auch ein wenig am Thema vorbei.
Die Quintessenz von dem was ich sagen wollte ist das Gewalt (egal ob direkt oder indirekt) ein wesentlich zentralerer Punkt in Videospielen ist als in Filmen oder Büchern. Das verbinden auch viele Außenstehende mit Videospielen. Egal ob zu Recht oder Unrecht.
Hinzu kommt ja noch das ich in Büchern und Filmen ausschließlich Voyeur bin was bei Spielen in der Regel nicht so ist.
Deshalb hinkt der Vergleich der Medien für mich etwas.
Aber wie gesagt ich möchte da nicht drauf herumreiten.
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Uvirith
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Uvirith »

___gollum___ hat geschrieben: Alter, ich spiele seit 15 Jahren Computerspiele - willst du mir hier ernsthaft meine Meinung absprechen, weil ich mit meiner Erfahrung irgendwie nicht deiner "Gamer"definition entspreche?

Und ob "Schwerthieb = Gliedmaßen weg" die logische Folge ist, wage ich mal zu bezweifeln. Vielleicht wär die logische Folge eher "Schwert bleibt stecken". Man hat die Guillotine unter anderem eingeführt, weil Henker es häufig nicht mit einem Schlag geschafft haben den Kopf abzutrennen. Der ganze Finishingmove und Gliedmaßenkram soll das Töten nur möglichst spektakulär darstellen. In Witcher 3 halbiert Geralt mal eben seinen Kontrahenten. Das stört mich teilweise. Tut mir leid, dass ich deswegen kein "Gamer" bin.
Dann entschuldige ich mich für die Annahme. Es ist nur, ich bin privat wie berufsbedingt sehr viel in Kontakt mit Gamern/Sportlern/Künstlern. Ich kann dir sagen, wenn dich ein visuelles Feedback wie Geralt der einen Nekker halbiert tatsächlich stört, dann bist du eine große Ausnahme. Ein Gamer sollte das eigentlich nicht einmal bewusst als Gewalt realisieren. Und das hat auch überhaupt nichts mit abgestumpft sein zu tun, das ist einfach das Wunder des menschlichen Verstandes am Werk. Unser Verstand kann diese Art von Gewalt abgrenzen und als genau das sehen was sie ist. Ein virtuelles Feedback zum Spielfortschritt.
Schön sichtbar ist das auch momentan bei den Fatalities von Mortal Kombat X. Ein Gamer ist davon nicht schockiert, ein unbeteiligter Zuschauer jedoch schon.

Wie gesagt, gibt dazu eine tolle Verhaltensstudie.

greetz,
Uvi

PS: Bitte setze bei Gamer überall mental ein "typischer" dazu. Ich hab schon realisiert das du (und sicher auch andere) da eine Ausnahme bilden, jedoch trotzdem Gamer sind.
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von ___gollum___ »

Uvirith hat geschrieben: Dann entschuldige ich mich für die Annahme.
Okay, akzeptiert und vergessen.
Uvirith hat geschrieben: Ich kann dir sagen, wenn dich ein visuelles Feedback wie Geralt der einen Nekker halbiert tatsächlich stört, dann bist du eine große Ausnahme.
Bei Nekkern stört's mich tatsächlich nicht, ehrlich gesagt könnte ich dir gar nicht sagen, ob es da diese Szenen überhaupt gibt. Aber jedes Mal, wenn eine dieser Animationen bei einem Banditen abgespielt wird finde ich das halt einfach ... unnötig und unpassend. Ich glaub ich stör mich hauptsächlich daran, dass das Töten alleine nicht als Mittel zum Zweck reicht, nein, es muss auch noch unbedingt cool und stylish aussehen. Und irgendwie reflektiere ich das bei virtuellen Menschen eher als bei Endregas.
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Randall Flagg78
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Randall Flagg78 »

Ich würde mir halt wünschen, dass Gewalt auch mal öfter, oder überhaupt, so inszeniert wird, dass man Hemmungen hat, diese einzusetzen.
So wie im richtigen Leben halt auch. Wo ich dieses Gefühl stark hatte, war bei Alien Isolation. Ich hab auf Schwer gespielt und da ist so gut wie jeder Fehltritt der letzte.
Ich habe, im gesamten Spielverlauf, vielleicht 10x geschossen. Weil es Lärm gemacht hat und das Vieh dann ankam.
Weil die Flucht dadurch erschwert wird, Verstärkungen kamen (Hiwis) usw. Ich hab wirklich nur abgedrückt, wenn es gar keinen anderen Ausweg mehr gab.
Auch den Flammenwerfer hab ich nur sehr selten eingesetzt. Der vertrieb zwar das Alien, aber danach kam sehr schnell zurück und war noch aggressiver, in seinen Suchmustern.
Das fand ich mal richtig klasse.

Man hat mal nicht alles umgemäht, ohne darüber nachzudenken. Gleichzeitig hatte man die Gewaltanwendung aber immer in der Hinterhand und hat abgewägt, wann man sie einsetzt.Daraus ergab sich halt ständig eine situative Spannung. Und oft hab ich dann doch eine andere Lösung gefunden. Solche Sachen wünsche ich mir halt öfter, natürlich auch in anderer Form. Das Spiel sollte mir bewusst machen, dass es schlimm ist, was ich da machen werde und sollte mir das dann auch, in aller Konsequenz, vor Augen führen.
Solche Sachen würde ich begrüßen.

Was den Witcher angeht: Ich gehe den normalen Kämpfen eigentlich fast immer aus dem Weg, da mich das auch in anderen Rollenspielen schon immer genervt hat.
Gut finde ich, dass man in vielen Quests und Situationen auch den gewaltfreien Weg wählen kann, mittels Axxi Zeichen und Dialogen.
Ich müsste diese normalen Mobs jedenfalls auch nicht haben.