Kolumne: Das schöne Spiel

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4P|BOT2
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Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von 4P|BOT2 » 18.09.2019 13:43

Einfach mal den Hammer wegstecken und die Kamera drehen. Einfach mal den Ball artistisch streicheln, statt ihn ins Tor zu hämmern. Einfach mal das schöne Spiel genießen.
Nichts gegen den Wettbewerb - im Gegenteil: Der Kampf um den Sieg gehört zur DNA des Spiels. Er sorgt für Motivation, Spannung und Spaß. Aber manchmal wird daraus auch ein Krampf, wenn das Gewinnen zur totalen Maxime wird.
D...

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GhostRecon
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Re: Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von GhostRecon » 18.09.2019 14:33

Jörg, wie immer schön und treffend geschrieben... :-)
Das ist auch der Grund, warum ich so gut wie jedes Spiel (egal, welches Genre) immer auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad spiele (die Soulsreihe scheidet somit von Natur aus schon leider aus...). Weil ich die Atmosphäre wahrnehmen und genießen will. In einigen Spielen möchte ich sie sogar aufsaugen. RDR ist da ein vortreffliches Beispiel. Beide Teile. Die lege ich manchmal ein, um einfach nur in den Sonnenuntergang zu reiten... :-D Herrlich!
Anderes Beispiel: Racer wie Forza Horizon. Einfach am Straßenrand stehen bleiben und die Umgebung anschauen. Wenn ich da mit 250+ Sachen vorbei schieße, sehe ich davon nicht viel. Naja und so Kaliber, wie die Uncharted Reihe... Meine Güte, wie oft ich da stehen bleibe, die Kamera rotieren lasse und Screenshots mache. :-)
Achja, GTA (V) ist hier noch zu nennen. Herrgott, wie herrlich entspannend es sein kann, in diesem Spiel einfach "nichts" zu tun...
To Hodor, or not to Hodor.
Hodor is the question.

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manu!
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Re: Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von manu! » 18.09.2019 14:41

Wie in Götterfels mit der Kamera langsam den 360er zu machen...wieder und wieder.Funzt aber bei mir nur auf Ultra und hohen fps.Nenne das Immersion :D
So wie Nachts in Dying Light eben Nachts über die Dächer zu schleichen.Hat was.
Man kann aber auch auf Dust 2 Fußball spielen.Auch schon erlebt.War aber irgendwie net ganz so immersiv.

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Sun7dance
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Re: Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von Sun7dance » 18.09.2019 14:50

Es kommt halt auf den "Spieler" an. Will der wirklich spielen oder nur beschäftigt werden?

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Scorplian
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Re: Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von Scorplian » 18.09.2019 14:56

Audiovisuelles Artdesign ist richtig toll. Für mich eines der wichtigsten Elemente in Spielen. Nur will ich nicht vom Spiel gezwungen werden es mir ruhig anzusehen.

Wenn das Spiel mir die Möglichkeit gibt mich irgendwo hinzustellen und die Gegend (oder anderes) frei zu bewundern - Geil!
Wenn das Spiel mir aber Gespräche, Sammelaktionen, Aufbau von Objekten, usw. unnötig in die Länge zieht, nach dem Prinzip "hier! das ist schön! du MUSST dir das anschauen!" - uncool

RDR2 macht mich ständig neugierig durch seine atmosphärische Welt. Verdirbt mir dann aber leider wieder die Lust durch aufgezwungene Entschleunigung und ähnlichem.
Was an sich extrem schade ist, da ich jemand bin der in GTA5 oft die freie, schöne Welt erkundet hat (vorallem Unterwasser). Selbst in detailarmen Spielen wie The Crew oder Just Cause 3 gefiel es mir die OW zu erkunden.


Ich hab übrigens vor kurzem Zelda BotW angefangen. Sehr schönes Spiel (trotz meiner eher Abneigung zu Zelda), aber ich hab schon beim ersten Tempel angefangen die Erzählungen der Statuen komplett wegzudrücken, weil mir diese zu entschleunigt ablaufen (Der Satz wird ca. 4-5 sek angezeigt, obwohl ich ihn schon in 1-2 sek gelesen hab).
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Danny.
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Re: Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von Danny. » 18.09.2019 14:59

seit ich denken kann spiele ich Videospiele, schaue Filme, gehe am laufenden Band ins Kino... dieses Medium beschert einem Erlebnisse und Erinnerungen auf eine Art und Weise, die die reale Welt so nicht vermitteln könnte
es ist einfach schön in GTA5 die Küste entlang zu fliegen und die großen Wellen zu bestaunen, in Horizon den rauchenden Vulkan zu beobachten oder in Days Gone durch die menschenleeren Wälder zu streifen
es ist auch berauschend Kriege zu erleben ohne die reelle Gefahr dahinter oder sich von Geschwindigkeiten mitreißen zu lassen
besonders der Faktor Angst ohne wirklich einer Gefahr ausgesetzt zu sein ist so fesselnd

Videospiele werden bis zu meinem Tod ein großer Teil meines Lebens sein und ich bin froh gerade diese Zeit mit erleben zu dürfen
what a time to be alive :Hüpf:
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mr.digge
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Re: Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von mr.digge » 18.09.2019 15:44

Scorplian190 hat geschrieben:
18.09.2019 14:56
Audiovisuelles Artdesign ist richtig toll. Für mich eines der wichtigsten Elemente in Spielen. Nur will ich nicht vom Spiel gezwungen werden es mir ruhig anzusehen.

Wenn das Spiel mir die Möglichkeit gibt mich irgendwo hinzustellen und die Gegend (oder anderes) frei zu bewundern - Geil!
Wenn das Spiel mir aber Gespräche, Sammelaktionen, Aufbau von Objekten, usw. unnötig in die Länge zieht, nach dem Prinzip "hier! das ist schön! du MUSST dir das anschauen!" - uncool

RDR2 macht mich ständig neugierig durch seine atmosphärische Welt. Verdirbt mir dann aber leider wieder die Lust durch aufgezwungene Entschleunigung und ähnlichem.
[...]
Jupp, nervte mich auch tierisch. Aufgezwungene Entschleunigung ist ein No-Go.
Sein oder nicht'n gaage

unlesbar74
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Re: Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von unlesbar74 » 18.09.2019 15:53

@Jörg: Mit "The Fallen" meinst du "Lords of the Fallen" oder?

Schöner Beitrag, für die "magischen Momente" leben wir Gamer. Die totale Immersion, der Flow, in der Zone, selbstvergessen im Sein des Spiels. Wird mit zunehmendem Alter immer seltener, umso mehr schätze ich diese Zustände.
Zuletzt geändert von unlesbar74 am 18.09.2019 21:11, insgesamt 1-mal geändert.

godsinhisheaven
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Re: Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von godsinhisheaven » 18.09.2019 16:02

Ui, das Wochenende ist kinderfrei. Ich glaube es wird mal wieder Zeit zusammen mit der Frau Red Dead Redemption anzuschmeißen...
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Hühnermensch
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Re: Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von Hühnermensch » 18.09.2019 16:04

Ich habe mittlerweile für mich festgestellt, dass ich die Umgebung innnerhalb eines Spiels mehr zu schätzen und zu würdigen weiß, je mehr ich mich mit ihr beschäftigen muss. Das im Text ja schon erwähnte Dark Souls ist da ein gutes Beispiel für. Hier muss ich echt immer genau hinschauen, um keine Abzweigungen zu verpassen oder auch mal in die Ferne schweifen, um zu schauen, wo es genau hingeht oder in welche Richtung man vorstoßen muss. Wenn das in Einklang mit einer beeindruckend inszenierten Kulisse steht, gehe ich in der Welt voll auf.

Es kann allerdings auch ganz schnell nach hinten losgehen. So schön die Spielwelten in Assassin's Creed oder DA Inquisition auch aussehen mögen, so sind sie letztendlich viel zu vollgestopft und überladen, um letztendlich eine echte Wirkung zu entfalten. Und bei GTA hab ich mich an den so toll aussehenden Skylines mittlerweile sattgesehen.

Insgesamt ist der ideale Schnitt sehr schwierig hinzubekommen und imo bislang nur vergleichsweise wenigen Entwicklern wirklich gelungen.
How ironic, that a game called Magic the Gathering would tear us apart.

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4P|T@xtchef
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Re: Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von 4P|T@xtchef » 18.09.2019 16:44

Jau, ich meinte Lords of the Fallen...ist jetzt auch so im Text.
Jörg Luibl
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MaxDetroit
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Re: Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von MaxDetroit » 18.09.2019 17:10

Ich denke das Geheimnis von Dark Souls oder Bloodborne ist es das Gamedesign (und damit auch die Herausforderung) zusammen mit dem Art Design Hand in Hand gehen.

Hier wirken die Gegner vom Art Design her teils erhaben, mysteriös und gefährlich. Man bekommt Respekt vor dieser Erhabenheit der Monster, teils auch vor ihrer Grausamkeit oder sonstigen dunklen Ausstrahlung. Und wenn man dann den Kampf mit diesen Gegner wagt merkt man schnell, das war kein bloßer Schein, diese Gegner können das halten was das Art Design verspricht. Besonders wird es dann wenn das Spiel genau damit spielt und einige Gegner vom äußeren her harmlos oder verwundbar aussehen, aber es genau ihre Masche ist den Spieler in eine Falle zu locken, das er sie unterschätzt (bestes Beispiel dafür vielleicht die Mimics, die sich als Schatzkisten tarnen). Das Spiel ist sich extrem bewusst wie Gegner und Umgebung auf den Spieler wirken und benutzt dies für das Gamedesign.

Viele Bossgegner zum Beispiel haben 'Blind Spots' wenn man nahe an sie heran geht bei Dark Souls. Man steht teils sicherer wenn man sich nahe an sie heran wagt, aber Neulinge bekommen meist Angst und Respekt vor diesen Gegnern weswegen sie lieber aus Furcht auf Distanz gehen - was genau der Fehler ist. Denn die Bossgegner haben oft Fähigkeiten bei denen Weglaufen einem zum Verhängnis wird. In dem das Art Design respekt-einflössende Bossgegner erschafft, vor denen man am liebsten weglaufen möchte - man aber seine Angst überwinden muss und sich nahe an sie heranwagen muss - das macht für mich Teils die Genialität von Dark Souls aus.

Dann kenne ich andere Games, die mit riesigen Bossgegnern aufwarten, die irgendwie toll aussehen und erstmal Respekt einflößen, die der Protagonist aber mit ein paar Schüssen oder Schlägen problemlos niederstreckt. Hier klafft dann für mich immer des Gezeigte mit dem Tatsächlichen so auseinander, das es zum Problem wird und das Spiel an Glaubwürdigkeit und Faszination verliert.

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Raskir
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Re: Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von Raskir » 18.09.2019 17:52

Netter Kommentar, der schön in Worte fasst, was die meisten von uns so lange am Medium gehalten hat. Diese schönen Momente hat jeder von uns erlebt, denke ich. Und das kann ja bei den verschiedensten Sachen auftreten. Tolles medium, manchmal zu toll, würde auch gern mehr Zeit in andere Sachen investieren :)

Da oben rdr erwähnt wurde: die entschleunigung hat mir richtig gut gefallen. Und die Welt als solche sucht seines gleichen. Es hatte andere Gründe warum das Spiel mich in nur wenigen Momenten erfassen konnte, das Tempo und die Welt aber gehören mit zum besten was es zu bieten hat :)
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nepumax
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Re: Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von nepumax » 18.09.2019 18:40

Deswegen ärgere ich mich immer so, wenn ich dann ein Spiel habe, welches künstlich Stress in Situationen erzeugt, in welchen ich gerade viel lieber die Szene an sich wirken lassen wollen würde. Da stellt man dann fest, Moment mal! Hier ist gerade etwas, das möchte ich mir genauer anschauen, und dann kommt das Spiel daher und sagt, Nee jetzt nicht hier stehen bleiben weiter geht's da vorne passiert gleich was wichtiges, da müssen wir jetzt sofort hin!... Führt häufig dazu, dass ich das Spiel dann irgendwann aufgebe, wenn das öfter vorkommt.

Es gibt auch Spielmechaniken, die an sich total Spaß machen, aber dort genau das gleiche passiert, meist um höhere Schwierigkeitsgrade zu erreichen. Total bescheuert!

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Dr. Kuolun
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Re: Kolumne: Das schöne Spiel

Beitrag von Dr. Kuolun » 18.09.2019 19:28

Ich habe dieses kleine faible, seit Deus Ex immer die aktuellsten Versionen von Getränkeautomaten und Toiletten zu bestaunen, um mich mal wieder zu freuen, wie sich die Spiele so entwickelt haben und über welche kleinen Details man immer mal wieder staunen darf. Mein Fetisch ist jetzt nicht so groß , dass ich ständig auf Klo 306° Drehungen machen würde, aber just hab ich mich sehr darüber gefreut, dass der Protagonist bei The Division am Automaten ruckelt, aber ich hätte gerne eine echte Dose rauskullern sehen. Das hat dann so seine kleine spielerische Alltagsmagie.

Wahrscheinlich laufe ich magic-moments in Spielen hinterher, seit sich im ersten Tomb Raider der Gang zur ersten größeren Halle öffnete und die herrliche Musik dazu einsetzte *seufz*...

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