Skabus hat geschrieben:Das ist bei P&P, Tabletop und Co. auch so. Wenn man eine bestimmte Sache verbieten möchte, dann tut man das als reife Spielergemeinschaft, eben damit alle Spaß haben.
Ja, alle FÜNF oder SECHS, die in der Runde dabei sind.
Die Entsprechung dazu wäre, wenn du beim Online-Spielen deine Mitspieler auswählen würdest - eben durch dedizierte Server z.B. oder durch Host-Guest-Systeme oder was auch immer. Und da könntest du dann JEDE Regel vorgeben, die dir und deiner Gruppe gefällt.
Aber wenn durch Matchmaking beliebig aus einer diffusen und unüberschaubaren Menge ausgewählt wird, sind deine Wünsche und Vorstellungen eben nicht ausschlaggebend. Sie sind wichtig für dich und deinen Spielspaß, aber du kannst sie nicht als Maßstab für jeden anderen nehmen. Wenn der Masse das Rammen in Rennspielen missfallen würde, würde das entsprechende Rennspiel - extrem gedacht - irgendwann gar nicht gespielt werden. Im Nachfolger würde der Hersteller dann ein Schadenssystem einbauen. Und um es nicht ganz strikt zu machen, ein lockeres Schadenssystem, das z.B. erst ab einer entsprechenden Aufprallgeschwindigkeit einen spürbaren Schaden hervorruft und damit eben solche Manöver unwahrscheinlicher macht.
Aber wenn die Masse der Spieler nicht so reagiert, ist das für mich ein hinreichendes Argument dafür, daß die Rammen-Abneigung bei vielen nicht so ausgeprägt ist wie bei dir und anderen.
Nochmal: Allgemeines Matchmaking ohne Einflußmöglichkeit des Spielers kann man NICHT mit Offline-Spielen wie etwa Poker oder RPGs vergleichen... die Hausregeln, mit denen wir Shadowrun gespielt haben zu meiner Zeit, war von meiner Gruppe zusammengestellt worden... und ich kann ja nicht sagen, daß sich jeder an diese halten muß. Genau das würde ich aber tun, wenn ich bei dem Online-Rennspiel, das mich mit mehr oder weniger zufällig ausgewählten Gegnern fahren läßt, das Rammen - das vom Spiel explizit erlaubt ist, weil es bei einem Rennspiel absolut naheliegend ist und durch das Fehlen eines Schadenssystems in Kauf genommen wird - verteufelte.
Durch dieses neue Reputationssystem könntest du vielleicht einen Effekt erreichen, den du dir wünschst. Aber da gibt es ja keine Garantie, weil du nicht weißt, wer wen weswegen abstraft. Du tust es z.B. wegen Rammen in einem Rennspiel... aber das ist eben eigentlich nicht Sinn der Sache, weil dieses Rammen - je nach Spiel - gar kein "Regelverstoß" ist.
Aber OK, wenn die Mehrheit so denken würde wie du, und dann das Rammen mit Dislikes abstrafen würde, könnte man dann sagen, daß die Mehrheit eben gesprochen hat... das wäre OK.
Nur ist das Reputationssystem ja nicht auf das Rammen beschränkt. Man wird ja voraussichtlich für viele andere Gründe auch abwerten... und dadurch wird eben doch kein Mehrheitsbeschluß bezüglich des Rammens erreicht. Ich bleibe bei dem einen Rammen-Beispiel, weil das die Argumentation vereinfacht.
Wenn dann einer 1000 Mal downgevoted wurde, kannst du nicht wissen, ob das jetzt mal 999 Mal wegen Beleidigens und nur 1 Mal wegen Rammens war (oder sogar überhaupt nicht). Während jemand mit 10 schlechten Bewertungen, die er jedes Mal für Rammen bekommen hat, weiterhin in deiner Reputationsklasse verbleibt... und bei euren Rennduellen dich dann eben doch raushaut.