Kolumne: Dieses eine Spiel

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VaniKa
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Re: Kolumne: Dieses eine Spiel

Beitrag von VaniKa »

FairPlayBro hat geschrieben: 20.05.2021 12:54So sehe ich es leider auch! Früher hat es vielmehr Spaß gemacht, als heute.. woran dies allerdings liegen könnte, weiß ich auch nicht, da es ja auch viele Verbesserungen gab.
Liegt an euch, würde ich sagen. Ihr kennt schon so viel, wenig ist wirklich neu. Ihr werdet älter und weniger begeisterungs- und aufnahmefähig. Neuem wird weniger emotional begegnet. Am intensivsten erlebt man als Kind, daher funktioniert es ja so gut, alte Franchises aus der Kindheit rauszukramen, denn da fühlen sich die Leute in "die guten alten Zeiten" versetzt. Gut und alt waren die aber meist nur, weil man da selbst jung war und alles neu. Inwieweit man kindliche Begeisterungsfähigkeit gezielt erhalten kann, weiß ich nicht. Ich bin aber froh, dass ich sie noch habe und daher überhaupt nicht das Gefühl habe, heute wäre alles langweilig und öde.
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PlayerDeluxe
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Re: Kolumne: Dieses eine Spiel

Beitrag von PlayerDeluxe »

Bei mir war vor ein paar Jahren auch schon mal die Luft raus. War zwischendurch knapp ein Jahr komplett raus. Aber das hat sich wieder gelegt. Auf den alten Konsolen (SNES, Nintendo 64, PlayStation etc.) war Vieles sehr schön, aber sicher nicht alles besser. Vieles sieht man sicher durch die rosarote Brille. Bin von der neuen Generation (in Form der PS5) bislang sehr angetan. Bin gespannt, was uns auf dieser Konsole in den nächsten Jahren erwarten wird. Ebenso hoffe ich, dass Nintendo ein paar richtig heiße Eisen im Feuer hat (Stichwort E3). Speziell für die Veteranen muss Nintendo einfach alten IPs neues Leben einhauchen.

Tipp: Vielleicht mal ein paar Monate nix zocken (oder ein Jahr). Dann mit einer neuen Konsole und ein, zwei interessanten Spielen einen Neustart wagen... Das könnte das alte Feuer durchaus wieder zum Lodern bringen. ;)
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ChrisJumper
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Re: Kolumne: Dieses eine Spiel

Beitrag von ChrisJumper »

VaniKa, ich empfinde dies nicht mal so. Wenn einen die Spiele langweilen muss man sich nur mehr Zeit nehmen genauer hin zu schauen und mehr Details zu entdecken.

Dies betrifft aber alles. Bauwerke, Literatur, Kunst...

Problem dabei ist immer das der Kontext der Zeit verloren geht. Das die Berachter*in vielleicht mit einer andern Stimmung das erlebte anders bewertet? Daher hängen die großen Werke auch meist in privaten Räumen.

Ich hab aktuell sehr sehr viel Spaß mit Watchdogs Legion, und finde der Test von 4P hat viele Punkte nicht bemerkt. Für mich ist das Spiel bisher großes Kino. Selbst unbedeutende NPCs haben dort erstmals einen Charakterzug erhalten. Spieler*innen müssen die Gruppe der Hacker*innen sorgsam wählen da der Platz begrenzt ist. Für das Spiel, spielt es keine Rolle. Aber für das Rollenspiel schon. Genau dies macht es besonders.

Für mich ist "Dieses eine Spiel", eher eine Kategorie, die ich nicht persönlich empfinde, sondern auf unterbewertete Lieblingsspiele der Gamer_innen auslagern würde.

Auf der anderen Seite hab ich da noch spiele die bestimmt großartig sind, aber ich traue mich einfach nicht weit er zu spielen.
Zuletzt geändert von ChrisJumper am 16.06.2021 03:13, insgesamt 1-mal geändert.
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VaniKa
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Re: Kolumne: Dieses eine Spiel

Beitrag von VaniKa »

ChrisJumper hat geschrieben: 16.06.2021 03:11VaniKa, ich empfinde dies nicht mal so. Wenn einen die Spiele langweilen muss man sich nur mehr Zeit nehmen genauer hin zu schauen und mehr Details zu entdecken.
Ich bezeichne es bei mir immer so, dass ich wohl mehr Saft aus der gleichen Zitrone presse als viele anderen. Ich merke das ja an meiner Spielzeit. Meist ist sie doppelt oder sogar dreimal so hoch wie die Completionist-Zeit auf howlongtobeat.com, obwohl ich es nicht mal drauf anlege, besondere Ziele wie alle Achievements zu erreichen. In Subnautica: Below Zero habe ich knapp 90 Stunden verbracht. Die Completionist-Zeit beträgt 31,5 Stunden auf howlongtobeat.com.

Ich weiß echt nicht, wie andere spielen. Aber ich stelle mir vor, sie rennen an allem vorbei und nur irgendeinem Ziel hinterher. Ich schaue mir halt alles an und lasse ein Spiel vor allem auch auf mich wirken. Das Feeling in einem Spiel ist für mich auch ein wichtiger Spielspaß-Faktor und da punkten gerade Spiele bei mir, in denen es möglich ist, sich einfach nur glaubwürdig als Person in einer Welt aufzuhalten, die die eigene Fantasie beflügelt. Ich gehe auch gerne auf Foto-Safari und mache in Spielen, die ich besonders schön finde, auch ständig Screenshots (ich liebe Foto-Modi).

Ich frage mich dabei auch: Was habe ich denn davon, wenn ich eine Mahlzeit (ein Spiel) einfach nur hastig herunter schlingen würde? Man hat doch viel mehr davon, wenn man es langsam und in Ruhe genießt und Aromen sich entfalten lässt. Das passiert bei Spielen auch in Form von Kopfkino, indem man sich Gedanken über die Welt macht, Lore und Environmental Storytelling wahrnimmt. Das ist, was für mich auch ein Dark Souls so "ergiebig" macht. Das Schaffen der Bosse ist für mich eher lästig und ich nehme jede Hilfe dankbar an. Ich freue mich auf Elden Ring vor allem wegen des Spielgefühls. Allein in einer düsteren verfallenen Welt, mit vielen Geheimnissen, die darauf warten, entschlüsselt zu werden. Der Schwierigkeitsgrad sorgt für ein Gefühl von ständiger Gefahr.

Ich habe das Gefühl, manche Spieler sehen ein Spiel rein mechanisch. Da frage ich mich manchmal, wozu man sich überhaupt die Mühe macht, eine schöne Welt auszuarbeiten, wenn es doch offenbar nur um die schnelle Erledigung einer Challenge geht. "Boss-Killer", das neue Soulslike ohne Lore, Story und Texturen. Nur grobe Polygone, aber dafür ein Boss nach dem anderen. Wäre bestimmt ein neuer Indie-Hit, wenn Kampfsystem und Boss-Design (im Sinne der Angriffsmuster, usw.) stimmen würde. Ich würde das komplett links liegen lassen, weil es für mich nichts bieten würde. Weil es eben kein "Feeling" erzeugt und meine Neugier nicht weckt.

Aber offenbar gibt es ja auch verschiedene Gamer-Typen und ich würde sogar eher annehmen, dass ich einer Minderheit angehöre, während eine Menge Leute Spiele viel mehr als Fast-Food konsumiert, während ich eben ein Drei-Gänge-Menü daraus mache (ja, das ist ein aktiver Prozess von mir). Es ist nur immer schade, wenn sich dann Leute beschweren, wo ich doch wirklich genug finde, was ein Spiel zu bieten hat. Wirklich in Verzückung bringen mich dann so kleine Dinge, wenn mir auffällt, wie gut aufs Detail geachtet wurde und wie viel an alles gedacht wurde. Umgekehrt mag ich keine Spiele, bei denen ich merke, dass die Mechaniken schlecht zusammen passen und es einfach schlonzig zusammengebastelt wirkt. Man merkt einfach, wenn ein Spiel in letzter Minute fertig werden musste und dabei noch Funktionen gestrichen werden mussten und andere nicht zu Ende entwickelt wurden. Das fühlt sich einfach seltsam an, wenn ich das merke. Das habe ich z.B. extrem bei Cyberpunk 2077, weshalb das für mich zum Launch auch kein gutes Spiel war und ich es nun erst ein Jahr später weiter spielen werde. Da warte ich lieber freiwillig ein Jahr auf einen GOTY-Patch oder eine Enhanced-Edition als mir dieses eigentlich als Jahrhundert-Erlebnis gedachte Spiel in so einem schlappen Zustand einfach reinzudrücken. Die Erwartungen waren nicht zu hoch. Sie konnten bloß nicht liefern, weil sie unfertig releasen mussten. Klar, mit etwas Salz kann das auch schmecken, aber ich finde, dass man sich damit keinen Gefallen tut.

Aktuelles Positivbeispiel: PSO2 New Genesis. Das ist ja nun eine Woche draußen und hat einige technische Probleme. Ich weiß aber, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die behoben sind. Kein Grund, jetzt in den Foren deswegen auszurasten, wie es viele tun. Was mich hingegen gleich eingefangen hat, war die Atmosphäre und die Verschlankung des Spielkonzepts. Wenn ich da durch die Welt laufe, dann wirkt das alles sehr durchdacht auf mich. Das bauchpinselt mich irgendwie. Und es macht mich irgendwie traurig, dass das von den meisten Spielern gar nicht wahrgenommen wird. Ich finde auch, das Kampfsystem (wenn es mal gerade nicht fürchterlich laggy ist) ist extrem gut gemacht, vor allem für ein MMO. Es ist einerseits simpel, aber fühlt sich anderseits auch einfach extrem rund an und bietet immer wieder sehr intensive Kampferlebnisse. Aber vor allem danke ich den Machern dafür, dass wirklich diese Essenz, was PSO2 an Feeling bei mir verursacht hat durch das Setting, in NGS wieder da ist. Offenbar ist es ja schon etwas, das man irgendwie bewusst erzeugen kann. Ich kann es gar nicht genau beschreiben, aber es fühlt sich auf eine komplexe Weise gut an, in der Spielwelt zu sein.

Als ich am Südufer angekommen war und aufs endlose Meer geschaut habe, war das einfach wie Urlaub auf einer fernen Insel im Pazifik, aber gleichzeitig noch weiter weg und trotzdem seltsam vertraut, weil man ja in Form der Spielfigur schon auch dort lebt und zuhause ist. Und natürlich ist meine Neugier auch wieder geweckt: Was ist das eigentlich für eine Welt? Man selbst ist dort ja gerade erst angekommen. Aber warum? Wie ist die Verbindung zum alten PSO2? Und ist das wirklich der Planet Naverius? Die Fauna würde es eigentlich andeuten mit den Grulfs und Garongos, die man dort antrifft. Aber wieso sieht man überall im Terrain und an Bäumen künstliche Elemente? Ist die Welt "echt"? Eine Theorie: Es handelt sich dabei um eine Art Arche, ähnlich wie bei ARK: Survival Evolved. Was ist nur in den 1000 Jahren seit PSO2 passiert? Bin daher sehr gespannt, ob und wie die Story das mit der Zeit alles aufdeckt.

Unterdes sehen wohl viele Spieler die Spielwelt nur als bloße Kulisse zum Mobs klatschen an. Hauptsache, die Loot stimmt und man hat im Rekordtempo das beste Gear, nur um sich dann zu langweilen und sich in den Foren über mangelnden Content zu beschweren.

Ich glaube auch, dadurch dass ich mich mental derart auf ein virtuelles Erlebnis einlassen kann, ersetzt das ein Stück weit wirklich eine reale Erfahrung. Die Screenshots sind quasi meine Urlaubsfotos. Mich würde nicht wundern, wenn Spiele bis zu einem gewissen Grad ähnliche psychische und physiologische Vorgänge auslösen können wie echte Erlebnisse. Aber dazu muss man eben auch wirklich eintauchen und ein Stück weit vergessen, dass man bloß Spieler vorm Bildschirm eines Computers ist. Das wird nicht allen gleichermaßen gelingen.
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LeKwas
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Re: Kolumne: Dieses eine Spiel

Beitrag von LeKwas »

Das ist mir einen Ticken zu verallgemeinernd, denn wie ich als Spieler mit einem Spiel umgehe, hängt unter anderem auch vom jeweiligen Spiel ab.
Während ich z.B. bei den Soulsbornes jedes mal bereit bin, viel Zeit darin zu investieren und jeden Stein umzudrehen und jedes Geheimnis zu lüften, weil man sich entsprechend Mühe beim Welt- und Leveldesign gegeben hat, rushe ich bei diversen Open World Spielen wie Skyrim durch oder breche gleich komplett ab.
Der sog. 'Bloat', d.h. das Aufplustern der Spielwelt mit schlecht gemachtem Content oder leerer Landmasse nur zum Zwecke der Erfüllung einer Quote oder marketingwirksamen (Quadratkilometer-)Zahl ist meines Erachtens leider ein großes und weit verbreitetes Problem gerade beim Gamedesign von Open World Spielen. Von daher blicke ich hoffnungsvoll, aber zugleich eben auch mit einer gewissen Sorge auf Elden Ring.

Ähnlich sieht es auch mit der Story aus. In einigen Spielen sauge ich die gesamte Story und Lore förmlich auf, in anderen hingegen überkommt mich schnell der Eindruck, dass sich das nicht lohnen wird, und ich überspringe alles ungelesen.
Kann sein, dass ein bestimmtes Spiel für bestimmte Leute einfach nicht 'Klick' macht, und sie es scheuen, einen hohen Zeitaufwand zu schultern, der sich im Nachhinein für sie nicht auszahlen könnte.
Zuletzt geändert von LeKwas am 16.06.2021 19:06, insgesamt 4-mal geändert.
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ChrisJumper
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Re: Kolumne: Dieses eine Spiel

Beitrag von ChrisJumper »

Es kommt auch ein wenig auf die Situation an, aber auch auf den Geschmack und ich denke die Zeit ist ein wichtiger Faktor.

Gerade die Loot-Games, oder bei den jüngeren Spielern mit mehr Zeit aber oft kleinem Geldbeutel. Ist es entscheidend was die Stars und Freunde spielen. Um dann mit zu reden spielen sie die Spiele nicht unbedingt für sich.

Auf der anderen Seite will man ja auch "schnell" ein Spiel beenden weil man sich danach ein anderes neues Spiel starten kann.

LeKwas, ja ich verstehe das wenn man das Gefühl hat es ist eine Gurke, das man es dann auch liegen lässt. Auch gibt es Spiele da hat man einfach nicht so den Bezug zu weil man auf das Prinzip nicht so steht.

Aber es ist ein bisschen wie beim Essen. Wenn man neue Früchte ausprobiert, oder neue Zubereitungen kann man welche finden die man liebt. Bisschen ist es bei Spielen auch so.
Für mich sogar noch mehr weil man die oft mit mehreren Sinnen genießt, viele Gruken halt auch schöne Seiten haben. Damals hab ich immer gerne im Angebot für 12 bis 20 DM Spiele gekauft und einfach getestet, zur Pizza. Dabei finden sich viele interessante Titel, generell kann man davon ausgehen, wenn andere einen Titel loben, lohnt es sich schon mal den genauer anzusehen.
Ganz besonders wenn man selber auch mal Spiele entwickeln möchte, ein Fan eines bestimmten Genres ist usw. Klingt wirklich blöd, und ja ist es vielleicht auch. Aber gut Adventures oder Mechaniken kann man sehr gut schätzen wenn man die Entwicklung der Spiele sieht.. und an welchen Stellen viel Arbeit rein geflossen ist.

Ich selber kann dann auch schon mal über etwas hinweg sehen. Mud Runner ist aktuell so ein Spiel. Es wirkt wie die vielen verschiedenen Simulatoren, macht aber auch etwas komplett neu und begründet damit eine neue Linie von Videospielen, die es so noch nicht gab. Stellenweise hat man das auch bei Indie-Games.

Die machen dann irgendwas Neues, und das bringt frischen Wind rein.

Klar an den Titeln bleibt man nicht kleben... aber man steckt da so viele Emotionen rein, das sie Erinnerungen verknüpfen auf die man dann immer zurück greift. Klassiker dafür sind bei vielen wohl die Mario, Zelda, Metal Gear oder Fifa Spiele.
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VaniKa
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Re: Kolumne: Dieses eine Spiel

Beitrag von VaniKa »

LeKwas hat geschrieben: 16.06.2021 18:16Das ist mir einen Ticken zu verallgemeinernd, denn wie ich als Spieler mit einem Spiel umgehe, hängt unter anderem auch vom jeweiligen Spiel ab. [...] In einigen Spielen sauge ich die gesamte Story und Lore förmlich auf, in anderen hingegen überkommt mich schnell der Eindruck, dass sich das nicht lohnen wird, und ich überspringe alles ungelesen. Kann sein, dass ein bestimmtes Spiel für bestimmte Leute einfach nicht 'Klick' macht, und sie es scheuen, einen hohen Zeitaufwand zu schultern, der sich im Nachhinein für sie nicht auszahlen könnte.
Aber warum spielt man solche Spiele dann überhaupt, wenn sie einen so wenig interessieren? Oder gibt es andere Werte, die das kompensieren? Und natürlich geht es mir nicht bei allen Spielen gleichermaßen darum, völlig immersiv einzutauchen.
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Re: Kolumne: Dieses eine Spiel

Beitrag von LeKwas »

VaniKa hat geschrieben: 17.06.2021 10:41Aber warum spielt man solche Spiele dann überhaupt, wenn sie einen so wenig interessieren? Oder gibt es andere Werte, die das kompensieren? Und natürlich geht es mir nicht bei allen Spielen gleichermaßen darum, völlig immersiv einzutauchen.
Bezogen auf den Story-Teil: Meistens wegen des Gameplays. Eine schlechte Story ist ja auch imho kein Beinbruch und leicht ignorierbar, solange das Spiel einen besagte Story- oder Dialogsequenzen skippen lässt. Schlimm wird's erst, wenn die Gamedesigner einemden Krempel aufzwingen wollen, und dafür auch den Spielfluss opfern.

In anderen Fällen: Manchmal besorgt man sich ein Game aufgrund der unzähligen Lobeshymnen darüber, denkt sich sowas wie "Ok, ich spiel es zumindest mal an, denn vielleicht besteht ja doch die Chance, dass ich ansonsten irgendetwas verpassen könnte". Hinterher kann man es zumindest als abgehakt innerhalb der eigenen Spielervita betrachten.
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Re: Kolumne: Dieses eine Spiel

Beitrag von VaniKa »

Von einer allgemeinen Meinung lasse ich mich eigentlich nicht mitreißen. Dass ein Spiel gerade gehypt wird, war für mich noch nie ein Grund, es zu spielen. Da müssen schon immer die Eckdaten stimmen, also Genre, Kampfsystem, Setting, usw. Ich habe da auch keine Angst, etwas zu verpassen. So halte ich es ja auch in anderen Bereichen. Nein, ich muss nicht wissen, wie irgendein Fußballverein gespielt hat. Nein, ich muss diesen Superhelden-Blockbuster nicht gesehen haben.

Insofern filtere ich wohl schon im Vorfeld so gut, dass ich gar keine Dialoge mehr überspringen muss. Ich muss auch sagen, dass ich es irgendwie als unhöflich empfinde, Dialoge oder Sequenzen (die ich noch nicht gesehen habe) einfach zu überspringen. Ich hätte dabei das Gefühl, dass ich damit die Leistung des Studios geringschätze, und ein schlechtes Gewissen. Und nachher messen das noch irgendwelche anonymen Statistiken und die Entwickler sind tatsächlich traurig. Ich habe auch bei WoW immer alle Quest-Texte gelesen. Gehört für mich beim ersten Mal immer dazu, alles brav anzuschauen. Aber wie gesagt, ich empfinde es auch nicht so, dass ich mich damit über Gebühr quälen würde, da auch so belanglose Quest-Texte irgendwie immer ihren Anteil am Gesamtvolumen der Lore haben und ich so auch unterschwellig ein immer besseres Gefühl für die Spielwelt bekomme. Es hilft sozusagen beim "Deep-Learning" der Spielwelt, um ein intuitives Verständnis zu entwickeln.

Aber ich kenne es auch aus eigener Beobachtung, dass manche sich immer die neuesten Spiele holen, die gerade trenden, aber dann auch nur kurz anspielen und dann weiter zum nächsten Spiel hoppen, weil ja drei Tage schon wieder der nächste Toptitel erscheint. Mir wäre das vor allem zu teuer und eben irgendwie auch verschwendete Zeit. Mir scheint das eher ein unreflektierter Umgang mit Spielen zu sein.
Zuletzt geändert von VaniKa am 23.06.2021 13:35, insgesamt 1-mal geändert.
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