Die Kultur der Kritik

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ArthurDentist
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Re: Kompliment

Beitrag von ArthurDentist »

4P|T@xtchef hat geschrieben: Zu deiner Alle-sind-bei-4P-gegen-EA-Verschwörungstheorie nur handfeste Gegenargumente der letzten Wochen:

Fussball Manager 07; von EA; 4Players-Wertung: 90%

http://www.4players.de/4players.php/dis ... er_07.html

Battlefield 2142; von EA; 4Players-Wertung: 89%
http://www.4players.de/4players.php/dis ... _2142.html

Reicht das?
Zu Battlefield 2142 sei hier kritisch anzumerken, dass ihr von EA zunächst als einer der Exklusivanbieter für die DEMO (für die ersten paar Stunden oder so) ausgewählt wurdet, was euch sicher einige neue Anmeldungen (und damit mehr oder besser bezahlte Werbeschaltungen) gebracht hat.
Ein Fall von Beeinflussung...? :wink:
Oder würde euch EA solche Sonderrechte auch weiterhin gewähren, wenn der Test schlechter ausgefallen wäre?
(nicht GANZ ernst gemeint - aber denkbar, oder?)
andreasg
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Beitrag von andreasg »

Shalghar hat geschrieben: Tja, liebe Leute, in EINER Hinsicht ist der dumme Kunde der Dumme, weil er sich DUMM verhält:
Wer der festen Überzeugung ist, ein Spiel haben zu "müssen", weil es planmäßig mit Tonnen von erkennbarer Werbung und mehrseitiger Werbung ("Testberichte") zur Lebensgrundlage erklärt wurde, der ist nunmal selbst Schuld. Was hat man denn davon, als "erster" auf den ersten/nächsten Patch zu warten ?
Oh ja. Stimmt schon - leider.

Ich hab Oblivion einen Tag vor dem offiziellen Release bei Saturn für 60 Teuros als Collectors Edition gekauft.

Zwei Faktoren haben eine Rolle gespielt:
1. "False Advertising" der Presse.

2. Ich war spielerisch ausgehungert.
Es gab fast nur noch MMORGPs. Das mittelprächtige Morrowind lag vier Jahre zurück. Ultima 9 sogar sieben.
Hätte EA die UltimaSerie nicht gekilt, würde ich Elder Scrolls mit samt seinen generischen Copy / Paste und zufallsgenerierten Welten deutlich weniger Beachtung schenken.
Ich glaub jüngere Oblivion Spieler wissen gar nicht mehr wie gut ein liebevoll von Hand designtes RPG sein könnte.
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ArthurDentist
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Beitrag von ArthurDentist »

Shalghar hat geschrieben: Tja, liebe Leute, in EINER Hinsicht ist der dumme Kunde der Dumme, weil er sich DUMM verhält:
Wer der festen Überzeugung ist, ein Spiel haben zu "müssen", weil es planmäßig mit Tonnen von erkennbarer Werbung und mehrseitiger Werbung ("Testberichte") zur Lebensgrundlage erklärt wurde, der ist nunmal selbst Schuld. Was hat man denn davon, als "erster" auf den ersten/nächsten Patch zu warten ?
Inwiefern hat sich den ein Gelegenheitsspieler, der sich, sagen wir mal, Need for Speed Carbon gekauft hat, und damit Spaß hatte (soll schon vorgekommen sein), dumm verhalten? :roll:

Ich kann diese Kommentare der Art "wer sich das kauft ist dumm/selber Schuld" echt nicht mehr hören.
Ich habe mir BF2142 gekauft und hatte jede Menge Spaß damit, und trotzdem muß ich mir in den Foren anhören, dass ich dumm/ ein Fanboy/ ein Noob sei, dass das Spiel noch immer nicht Spielbar sei, das bereits der fünfte (!) Patch anstünde, dass es dauernd abstürzt....
Ich Frage mich bloß, was ich da seit der ersten Woche problemlos gespielt habe. GLAUBT NICHT ALLES WAS IN DEN FOREN STEHT!
Irgendeiner schreibt, das Spiel zerstört deinen PC und am nächsten Tag plappern alle den selben Mist nach... 8)
R@mpage
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Beitrag von R@mpage »

Das mit der Grafik ist nunmal meine eigene Meinung. Wenn die Grafik stimmt, dann stimmt alles. Ich hasse Games, die verbuggt sind oder unter einer niedrigen FPS- und einer hohen Tearingrate leiden.
Das heißt noch lange nicht, dass man ein inhaltsleeres Grafikparadies zustande bringen sollte.
Aber ist Gears of War inhaltsleer, macht es keinen Spaß, sehen die bisherigen zahlreichen Ingamevideos nicht so aus, wie sie bei einem Spiel mit einer Durchschnittswertung von 96 Prozent aussehen sollten? Ganz sicher nicht. Darauf wollte ich hinaus. 80% Prozent der Wertung nur für die Grafik ist zwar zugegebenermaßen Unfug, aber ein Großteil der Bewertung sollte dieser Punkt schon aussmachen. Spiele die schlecht aussehen, schlecht laufen und dadurch insgesamt schlecht spielbar sind, siehe Saints Row, machen doch einfach keinen Spaß. Oder gibt es hier Jemanden, den es nicht stört, wenn er durch realitätsgetreue Ghettos fährt, die am laufenden Band von einem unschönen Tearing durchzogen werden?

Thema EA Niedergemache: Es ist eine Tatsache, dass sich EA in letzter Zeit sehr auf seine uralten Loorbeeren ausgeruht und marketingtechnische Tricks angewendet hat, um unfertige oder schlechte Produkte auf den Markt zu bringen.
Und deswegen zählt diese Firma schon seit langem für mich zu der Kategorie der Unternehmen, die hier zu recht kritisiert werden.
Gerade bei einer solchen Unternehmensgröße reißt der Vorsatz "Quantity over Quality" immer mehr ein und das ist einfach nur schade.
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Jörg Luibl
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Re: Kompliment

Beitrag von Jörg Luibl »

ArthurDentist hat geschrieben: Zu Battlefield 2142 sei hier kritisch anzumerken, dass ihr von EA zunächst als einer der Exklusivanbieter für die DEMO (für die ersten paar Stunden oder so) ausgewählt wurdet, was euch sicher einige neue Anmeldungen (und damit mehr oder besser bezahlte Werbeschaltungen) gebracht hat.
Ein Fall von Beeinflussung...? :wink:
Oder würde euch EA solche Sonderrechte auch weiterhin gewähren, wenn der Test schlechter ausgefallen wäre?
(nicht GANZ ernst gemeint - aber denkbar, oder?)
Ja, richtig, wir hatten die Demo exklusiv. Aber EA ging es bei der Auswahl des Partners nicht um den Test, sondern die technische Abwicklung und die Downloadzahlen des Portals.

Trotzdem ist es richtig, hier auch eine Beeinflussung zu sehen - gar keine Frage. Allerdings passten in diesem Fall die Qualität des Spiels und der Download-Deal einfach wunderbar zusammen - deshalb gab es auch keine Konflikte. :wink:
johndoe-freename-103534
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Beitrag von johndoe-freename-103534 »

ArthurDentist hat geschrieben:
Shalghar hat geschrieben: Tja, liebe Leute, in EINER Hinsicht ist der dumme Kunde der Dumme, weil er sich DUMM verhält:
Wer der festen Überzeugung ist, ein Spiel haben zu "müssen", weil es planmäßig mit Tonnen von erkennbarer Werbung und mehrseitiger Werbung ("Testberichte") zur Lebensgrundlage erklärt wurde, der ist nunmal selbst Schuld. Was hat man denn davon, als "erster" auf den ersten/nächsten Patch zu warten ?
Inwiefern hat sich den ein Gelegenheitsspieler, der sich, sagen wir mal, Need for Speed Carbon gekauft hat, und damit Spaß hatte (soll schon vorgekommen sein), dumm verhalten? :roll:

Ich kann diese Kommentare der Art "wer sich das kauft ist dumm/selber Schuld" echt nicht mehr hören.
Ich habe mir BF2142 gekauft und hatte jede Menge Spaß damit, und trotzdem muß ich mir in den Foren anhören, dass ich dumm/ ein Fanboy/ ein Noob sei, dass das Spiel noch immer nicht Spielbar sei, das bereits der fünfte (!) Patch anstünde, dass es dauernd abstürzt....
Ich Frage mich bloß, was ich da seit der ersten Woche problemlos gespielt habe. GLAUBT NICHT ALLES WAS IN DEN FOREN STEHT!
Irgendeiner schreibt, das Spiel zerstört deinen PC und am nächsten Tag plappern alle den selben Mist nach... 8)
Wenn Du allgemein formulierte Aussagen auf scheinbar nicht passende Einzelausnahmen anwendest, um meine Argumentation zu zerschlagen ist das Deine Sache. Titel habe ich gerade wegen solcher Auswüchse vermieden. Fakt ist, das die letzten Vollpreisspiele, die ich erstand, aufgrund es unerträglichen Bugniveaus ihr Geld nicht wert waren. Auch ein Budgetspiel, aus Neugier gekauft, hatte immer noch einen tödlichen Fehler, der nie gepatcht wurde. Dieser führt zu einem Absturz beim Laden eines Levels im weit fortgeschrittenen Spielverlauf.

Ich habe im direkten Bekanntenkreis die bedauernswerten Opfer diverser Hypes, die aber bisher aufgrund eines mir nicht nachvollziehbaren Verhaltens auch weiterhin darauf bestehen, sich immer die neuesten Spiel zu holen - und damit regelmäßig auf die Nase fallen. Zwar ist nicht jede Neuerscheinung so verbuggt, das der erste patch schon vor dem Release im Netz ist, aber es gibt mehr als zuviel solcher Betrugsversuche seitens der Hersteller. Und ALLE wurden bisher von einem Großteil der angeblich "objektiven" Testzeitschriften mit unangebrachten Bestwertungen bedacht.

Wenn ein Spiel bei Dir läuft - Glück gehabt, ich gönne jedem die Freude, ein lauffähiges Produkt zu besitzen. Dennoch ist ein Großteil der mir bekannten (im Sinne von: Persönlich gesehen und angespielt) Neuerscheinungen definitiv Nachbesserungsbedürftig und könnte ein weiteres Jahr Arbeit sehr gut gebrauchen, um endlich den geforderten Preis wert zu sein.

Auch habe ich niemanden direkt angesprochen. Dennoch: Wer aufgrund eines eingeredeten Bedürfnisses ein fehlerhaftes Produkt zum Mondpreis ersteht, der ist nunmal dumm - im erwähnten Zusammenhang. Denn diese Art der "Dummheit" zementiert die allgemein um sich greifende Schlampigkeit der Hersteller. Solange das Geld kommt, egal was für unfertigen Schrott man abliefert, solange es keine wirklich durchsetzbaren Kundenrechte gibt und der Großteil der Käufger sich sowas bieten lässt sind wir alle die Dummen. Denn wer sein Geld mit Mist bekommt, der strengt sich nicht mehr an.
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melkor23
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Beitrag von melkor23 »

Trenchcoat_Harry hat geschrieben:Könnt ihr überkritischen Jungs eigentlich auch noch penetrantere Werbung schalten? Ist schon geil, die neue NFS-Fullscreen-Zugabe, bei der bei mir im Browser nicht mal eine Möglichkeit zum Schließen erscheint.

Was die Thematik ansonsten angeht: Diverse Kritiker haben schon vollkommen Recht. Wer solche Artikel bringt stellt sich selbt - egal ob gewollt oder nicht - als Saubermann dar und alle anderen unter Generalverdacht. Da könnt ihr salbungsvolle Texte schreiben, wie ihr wollt. Das kommt einfach so rüber.

Aber nein, ich glaube nicht, dass ihr eine weiße Weste habt.
http://download.mozilla.org/?lang=de&pr ... 2.0&os=win

https://addons.mozilla.org/firefox/10/

https://addons.mozilla.org/firefox/1136/

Mit diesen drei netten Dingen gibt's keine Werbung mehr im Web ;-)
johndoe-freename-51493
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Sinnlos

Beitrag von johndoe-freename-51493 »

....warum kommt auf einmal das sogenannte "Gewissen" von sogenannten Ex-Publishern...solche Leute haben kein Gewissen oder Ehre. Denn sowas wie Ehrgefühl oder Gewissen kann man sich nicht kaufen das muss man sich erarbeiten und das sehr hartund das ganze Leben lang. Diese Leute wollen doch bloss wieder Aufmersamkeit und da die Spatzen das Dilemma schon von den Dächern pfeiffen tritt man die Flucht nach vorn an...alles sehr unglaubwürdig was diese Leute von sich geben.... :twisted:
andreasg
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Beitrag von andreasg »

Mal ein anderer Gesichtspunkt zu dem brisanten Thema: Der Druck.

Ich kenn die Hierachien bei 4players nicht. Mag sein das Jörg sein eigener Boss ist.
Wenn man aber bei einem großen Verlag arbeitet, ist man nicht sein eigener Boss.

Was Jörg anspricht, ist dass PR - Menschen einen anmachen, wenn man nicht spurt und es bei Anruf keinen Award gibt. Glaub ich gern.

Glaubt ihr aber es bleibt dabei, wenn man bei einer großen Verlagsgruppe arbeitet.
Dann wird der Chefredakteur bearbeitet, in der Wertungskonferenz dem Redakteur den Kopf zu waschen.
Wenn auch das nicht fruchtet, wendet man sich an die Vorstände oder den Verleger - droht mit "Liebesentzug". :wink:
Wie oft werden Chefredakteure oder Redakteure bei den großen Magazinen ausgetauscht und mit anderen (bräveren?) ersetzt. Wer weiß schon was hinter den Kulissen passiert ist, wenn jemand gegangen wird.

Selbst bei den großen Printmags findet sich oft berechtigte Kritik in den Artikeln. Oft mehr als auf so mancher Onlineseite.
Online Mags sind nicht grundsätzlich kritischer, kompetenter oder besser als Printmedien. Es kommt hier auf den Einzelfall an.
Wenn aber die Jungs von Printmags in ihren Tests kritisieren, dann aber doch Höchstnoten zücken müssen, sieht man unter welchen Druck sie stehen.
johndoe-freename-98202
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Beitrag von johndoe-freename-98202 »

Die heuchlerische Aufmachung dieses so genannten Feuilletons finde ich schon fast widerlich. Anscheinend muss sich 4players durch fiktive Interviews ins rechte Licht rücken und proklamiert sich als Retter und Erlöser der Spielekultur. Denn nur 4players hat die einzig wahre Meinung. Alle anderen Magazine seien gekauft und nicht objektiv.
Ich möchte nicht falsch verstanden werden, denn die Grundaussage des Artikels unterstütze ich voll und ganz - der Journalismus in Deutschland ist längst zu reinem Kommerz verkommen. Es ist jedoch die reißerische und selbstherrliche Präsentation auf Spiegel-Niveau, die mir übel aufstößt.
johndoe-freename-103547
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Beitrag von johndoe-freename-103547 »

Grüße!

Ich hätte nicht gedacht, dass ich mir mal die Zeit nehme, einen derartigen Artikel zu kommentieren. Obwohl schon seit rund 11 Jahren in der Branche als Redakteur tätig (Tronic-Verlag, BriStein, Axel Springer Verlag, Gameplex, GBase, GamesDynamite), bin ich erst während meines Gothic-3-Tests erstmalig auf Sie aufmerksam geworden, Herr Luibl. Ihre Vorstellung des Spiels hatte nämlich genau den Punkt getroffen. Dafür nachträglich ein Lob, denn Ihrem Test hatte ich in meiner Version kaum noch etwas hinzuzufügen. "Endlich jemand, der in die gleiche Kerbe schlägt", dachte ich mir. Die darauf folgenden Reaktionen dürfte sich ein jedes Online-Magazin nur wünschen. Sind wir nicht alle ziemlich klickbedürftig, um überstehen zu können?

Es gibt weitaus weniger Wege zu vielen Lesern, als Leser selbst, das macht unseren Job so schwierig. ;-) Jedenfalls: Die Reaktionen bekamen Ihnen anscheinend nicht sonderlich gut. Ich kann Ihr Klagen über "bestochene" Redakteure ja nachvollziehen. Das ist etwas, worüber ich mich schon seit Jahren aufrege - weshalb mir Presseparties und Ausflüge immer zuwider waren. Denn selbst da fängt schon ganz unterschwellig die Verführung zur besseren Bewertung an. Und selbst wenn grinsende PR-Tussis die Redaktionen aufsuchten, um dort (an der Seite ihrer angeflogenen Spieleentwickler) ihre Spiele zu präsentieren, überkam mich ein unerträgliches Gefühl von Langeweile und Abneigung. Jedes Mal. Denn mir war klar: Die Sache hat einen Zweck. Aber der Minirock funktioniert bei mir nicht. Ich sehe gut aus, war selten Single. Mich plagten also nicht die unerfüllten Bedürfnisse anderer Gamejunkies. Und vom Spiel bilde ich mir schließlich selbst ein Urteil, wenn ich es teste. Wozu dann die affige Vorführung? Okay, es gab manches Mal Pressegeschenke. T-Shirts immer und immer wieder. Und zwar derartig hässliche T-Shirts, dass man sie immer im Schrank verstaute, mit dem Bewusstsein, irgendwann ja mal wieder Malerarbeiten durchführen zu müssen. Praktisch.

Wie dem auch sei. Ihre Ausführungen halte ich für derartig übertrieben, pathetisch und schädlich polarisierend, dass ab der Hälfte des Artikels Schluss mit dem Interesse war. Anderen Magazinen, die sich in Ihre Ausführungen einklinken, vorzuwerfen, "profilierungssüchtig" zu sein, grenzt fast schon an eine Frechheit. Einen Lone Soldier brauchen wir hier nicht. Banner tragen Sie bitte besser im Capture-the-Flag-Modus eines Spiels Ihrer Wahl vor sich her. Da schwingt schon fast ein wenig Größenwahn mit, zumindest etwas Geltungsbedürfnis.

Dass es Absprachen gibt, ruhig auch mal Tests etwas ausführlicher gehalten sind, wenn es Testmuster im Vorfeld gibt, halte ich in diesem Business für völlig normal. Nicht gut, aber vertretbar. Das grenzt Spielemagazine auch nicht von angeseheneren Vertretern der Presse ab. Auf die Bewertung sollte dies selbstverständlich keinen Einfluss haben. Leider Gottes nehmen es aber gerade die Magazine mit dem Pressekodex nicht sonderlich ernst (etliche Publikationen des Springer Verlags jetzt mal ausgeschlossen), die ums Überleben kämpfen, oder völlig neu sind. Gerade von den neuen Internetportalen vegetieren mittlerweile im Internet VIEL ZU VIELE vor sich hin! Schüler, die einfach gerne bemustert werden möchten, eine schäbige Plattform mit noch schäbigeren Texten aufbauen (muss sein: www.mega-gaming.net) und seriöse Portale in Ihren Arbeiten stören. Für PR-Manager muss es mittlerweile eine ungeheure Qual sein, gut von schlecht bei der Bemusterung unterscheiden zu müssen. Es sollte demnach auch Ihnen klar sein, derartige Bettel-Magazine nicht sonderlich ernst nehmen zu dürfen. Ziehen Sie aber bloß nicht die gesamte Branche in den Dreck!

Um auch mal etwas Positives aufzuführen: aus meiner Zeit als Redakteur für die Computer BILD Spiele weiß ich, dass es auch anders laufen kann. Dort werden keine Vorabversionen oder Betas getestet (was SEHR gut ist!), dort werden Spiele out-of-the-box getestet (so, wie sie der Kunde im Laden kauft - was ebenfalls gerade Ihnen sehr gefallen dürfte - und nur bei Patch-Notbedarf abgewertet) und die Anzeigenabteilung regelt völlig getrennt von der Redaktion ihre Angelegenheiten. Schön, oder? Mag man gar nicht glauben. Aber so ist es. Und warum ist das so? Weil es sich ein Verlag wie Axel Springer bei den Auflagen erlauben kann, so zu handeln. Dort stehen die Publisher Schlange, und nicht anders herum. Weil eine Bewertung in der CBS deutliche Auswirkungen auf den Massenmarkt hat. Am Ende könnte hier eine Diskussion darüber entstehen, auch eine moralische, was besser ist: der Tante-Emma-Laden umme Ecke, oder der Wal-Mart eine Straße weiter. Sinnlos also.

Das Thema könnte unendlich ausgeweitet werden. Es führt aber zu nichts. Ich sag abschließend einfach mal "pfui!" zu Ihrem Artikel und widme mich jetzt wieder einem Spieltest, der mir Spaß macht. Denn darum sollte es ja hauptsächlich gehen, und nicht um Schwarzmalerei. Irgendwo stimme ich mit Ihrer Argumentation überein, aber längst nicht in allen Punkten. Sie neigen schließlich dazu, die Dinge nun zu übertreiben. Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass Ihr Gothic-3-Test großartig ist?

Lieber Gruß,
Thomas Richter, GBase/GamesDynamite (ach du scheiße - Profilierungssucht!)
johndoe-freename-98202
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Beitrag von johndoe-freename-98202 »

"Viel blabla um wenig Inhalt, wenn man mich fragt.

Natürlich ist es schwierig, ein rein anzeigengestütztes Online-Magazin zu sein, da ist man schließlich viel mehr auf Publisher-Kohle angewiesen.
Wir haben es da vergleichsweise gut, verdienen den überwiegenden Anteil unserer Kohle am Kiosk, also von den Lesern.

Es entbehrt aber nicht einer gewissen Ironie, dass Herr Luibl gesunkene Print-Auflagen auf einen Glaubwürdigkeitsverlust zurückführt.
Jede Marktforschung, die ich kenne, sagt das Gegenteil aus: Print-Hefte gelten als wesentlich glaubwürdiger, gerade WEIL sie ihr Geld direkt von den Lesern kriegen. Online-Magazine sind die, die mit Glaubwürdigkeitsproblemen zu kämpfen haben.


Die Auszüge, die ich aus den Romanen von Herrn Luibl gelesen habe, klingen für mich eher nach verbittertem Chefredakteur, dem man auf die Füße gestiegen ist. Jetzt weint er öffentlich und schlägt um sich.

Natürlich üben Publisher zuweilen Druck auf uns aus. So what? Muss man halt gegen halten und auf seinen Prinzipien bestehen. So ist das in der Wirtschaft. Man ist unter Druck. Immer und ständig.
Leser üben Druck auf uns aus. Der Handel übt Druck auf die Hersteller aus. Die Hersteller auf die Entwickler. Wir üben auch Druck auf die Hersteller aus, die brauchen uns nämlich, und wir stellen zuweilen auch unangenehme Forderungen.
Alle üben Druck aus. Böse, alle böse.

Wir sind schon von Musterverteilern geflogen, wir haben auch schon Anzeigenstornierungen gehabt. Ja, und? Passiert halt. Ich fühle mich am Ende nur den Lesern verpflichtet. Wir haben noch nie eine Wertung, in welcher Weise auch immer, an einen Publisher "verkauft".

Wer blind die ganze Branche an den Pranger stellt, weicht meiner Meinung nach nur der Verantwortung aus, seine ganz persönliche Grenzen für die eigene Integrität abzustecken. Mit dem Finger auf andere zu zeigen, um sich selbst als weißen Ritter hinzustellen, finde ich ein wenig albern und unwürdig.

Wir sprechen lieber durch Inhalte. Aussagekräftige, sachliche, nachvollziehbare Tests sagen mehr über die Glaubwürdigkeit eines Magazins aus als hundert kritische Jahreszeiten.

Wenn ihr als Leser uns unsere Tests nicht abnehmt, können wir dicht machen, völlig unabhängig von allen Publishern dieses Planeten. So einfach ist das. Und völlig gerecht.

Ich empfehle Herrn Luibl Streicheltherapie und Gruppenkuscheln. Dann lässt sich die harte Realität besser meistern.

Tschöö

André

PS: Ach so, noch schnell ein paar Worte zum Thread-Ersteller. Ab und zu kann es sich lohnen, auch Kritik kritisch zu hinterfragen..."

André Horn
Chefredakteur GamePro
Evin
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Beitrag von Evin »

joe2 hat geschrieben: Natürlich ist es schwierig, ein rein anzeigengestütztes Online-Magazin zu sein, da ist man schließlich viel mehr auf Publisher-Kohle angewiesen.
Wir haben es da vergleichsweise gut, verdienen den überwiegenden Anteil unserer Kohle am Kiosk, also von den Lesern.
Das halte ich für ein recht wages Gerücht.
Den überwiegenden Anteil ihrer Kohle des am Kisosk verdienten Geldes gehen für so Nebensächlichkeiten wie Druck drauf. Veröffentlichen sie mal ein Magazin ohne Werbung; sie kommen vermutlich knapp übers Editorial hinaus, dann ist gewissermaßen Schicht im Schacht.

Ich habe leider keine Gamepro zur Hand, aber wie hoch ist der Werbeanteil in der aktuellen Ausgabe? 20%?

Weder Online- noch Print-Mags kommen meiner Meinung nach ohne Werbeeinkünfte hinaus. Was sich die Onlineportale an Druckkosten sparen verballern sie für Traffic.


Jede Marktforschung, die ich kenne, sagt das Gegenteil aus: Print-Hefte gelten als wesentlich glaubwürdiger, gerade WEIL sie ihr Geld direkt von den Lesern kriegen. Online-Magazine sind die, die mit Glaubwürdigkeitsproblemen zu kämpfen haben.
Haben sie zufällig einen Link zu den Marktforschungen die sie kennen?

Ich sehe es einfach mal so. Es gibt virales Marketing in Foren, Blogs und Co. Von daher scheint das Medium "Internet" kein allzugroßes Problem in Sachen Glaubwürdigkeit zu haben. Was sie hier ansprechen ist die Tatsache dass jeder Jans Wurst sein eigenes Online-Projekt starten kann und die Spreu wesentlich größer als der Weizen ist.

Außerdem kommt es immer auf die Zielgruppe an. Für mich ist zB die Bravo Screenfun ein Witz in Tüten, die vermutlich nicht gerade geringe Leserschaft wird es wohl als ernsthafte Infoquelle hernehmen.
Die Auszüge, die ich aus den Romanen von Herrn Luibl gelesen habe, klingen für mich eher nach verbittertem Chefredakteur, dem man auf die Füße gestiegen ist. Jetzt weint er öffentlich und schlägt um sich.
Ich wiederhole, Auszüge?
Fundierte und ernstzunehmende (?) Kritik ohne sich mit dem Artikel auseinander gesetzt zu haben?
Ich hoffe einfach mal dass sie sich zumindest mit den rezensierten Spielen "etwas" intensiver Auseinander setzen bzw. ihnen mehr Aufmerkasmkeit zuteil werden lassen.
Wir haben noch nie eine Wertung, in welcher Weise auch immer, an einen Publisher "verkauft".
Wurde die Gamepro namentlich angeführt? Oder sind sie nur ein getroffener Hund der bellt? ;)
Ich denke es ist viel eher so dass das (unwichtige Inet) einfach bei JEDEM Test genug Anhänger bereitstellt, die eine Wertung ungerechtfertigt halten... egal ob ob zu hoch oder zu schlecht.

Es endet doch immer so...
Waaaas?! NUR 89%?! Das sind glatte 95!!!! Ihr seid doch alle von XYZ gekauft! (Siehe Vorwurf 4Pplayers würde EA-Spiele absichtlich mies bewerten)
WAAAAAS?! 95%?! Das SPiel vrdient nicht mehr als 89%!!!! Mel ehrlich, ihr steht doch auf der Gehaltsliste von ZYX!


Ach ja....
"Viel blabla um wenig Inhalt, wenn man mich fragt.
Quod erat demonstrandum
arielultra
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Beitrag von arielultra »

joe2 hat geschrieben:Die heuchlerische Aufmachung dieses so genannten Feuilletons finde ich schon fast widerlich. Anscheinend muss sich 4players durch fiktive Interviews ins rechte Licht rücken und proklamiert sich als Retter und Erlöser der Spielekultur. (...)
joe2 hat geschrieben:(...)

Wenn ihr als Leser uns unsere Tests nicht abnehmt, können wir dicht machen, völlig unabhängig von allen Publishern dieses Planeten. So einfach ist das. Und völlig gerecht.

Ich empfehle Herrn Luibl Streicheltherapie und Gruppenkuscheln. Dann lässt sich die harte Realität besser meistern.

(...)

André Horn
Chefredakteur GamePro
Also ich muss sagen, dass mich der harte Ton dann doch etwas überrascht. Streicheltherapie und Gruppenkuscheln? Also bitte.
joe2 hat geschrieben: Wer blind die ganze Branche an den Pranger stellt, weicht meiner Meinung nach nur der Verantwortung aus, seine ganz persönliche Grenzen für die eigene Integrität abzustecken. Mit dem Finger auf andere zu zeigen, um sich selbst als weißen Ritter hinzustellen, finde ich ein wenig albern und unwürdig.
Auch ich gestehe Printmedien in der Regel eine höhere Glaubwürdigkeit zu, als Onlinemedien. Das bedeutet aber nicht, dass ich mich nicht manchmal frage, wie manche Spiele, die offensichtlich unfertig oder einfach nur durchschnittlich sind, an ihre Wertungen kommen.

Das beste Beispiel ist Gothic 3. Ob nun unfertige Versionen getestet werden oder ein unfertiges Spiel eine Wertung im hohen 80er Bereich bekommt - ich als Leser schüttle manchmal nur den Kopf.

Aber auch "Exklusiv-Previews" oder "Exklusiv-Demos" erzeugen bei mir Stirnrunzeln. Man fragt sich ganz automatisch, wieso ein Hersteller seine Reichweite bewußt einschränkt. Wohl nur im Tausch gegen die Größe des Previews, eines Tests etc.

Und genau hier findet Beeinflussung statt. Sowohl gegenüber den Redaktionen, als auch gegenüber dem Bewußtsein der Leser. Eine Exklusiv-Geschichte wird anders wahrgenommen als eine halbseitige Vorschau irgendwo im Heft.

Ich finde es positiv, dass 4Players das Thema anspricht. Ihre unangemessene Reaktion dagegen gibt mir zu denken. Wieso sollten nicht auf die Zustände einer Branche hingewiesen werden, in der auch der Leser die Grenze zwischen Zusammenarbeit und Beeinflussung als fließend wahrnimmt.

Ich kann mich dem Gefühl nicht erwehren, dass es weniger darum geht wie 4Players das Thema anpackt - sondern dass sie es überhaupt tuen.

P.S.: Ich kaufe pro Monat 1-2 Spielezeitschriften. Aber nicht nur wegen dem Glaubwürdigkeitsvorsprung, sondern weil ich 1. ein Heft in der Hand habe (das man auch mal auf dem Klo lesen kann) 2. weil ich bedrucktes Papier immer noch dem Monitor vorziehe und 3. weil es im PC Bereich in der Regel eine nette DVD dazu gibt. Es wäre für den Printbereich fatal zu glauben, die Lesen kaufen die Hefte NUR wegen der journalistischen Qualität. Es ist eher ein Bündel von Gründen - von daher wäre auch von ihrer Seite beim Umgang mit dem Thema etwas Selbstkritik (vieleicht auch im Heft) angebracht.
arielultra
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Beitrag von arielultra »

Nachtrag:

Evins Kritik kann auch ich nur noch einmal unterstreichen.

1. Sie kritisieren ganz offensichtlich auf Basis von nur in Auszügen gelesenen Artikels. Eine denkbar schlechte Basis für inhaltlich sinnvolle Kritik. Ich sehe die Branche nicht als generell angeprangert. Es wird eher ein allgemeines Problem angesprochen.

2. Ihre heftige Reaktion klingt wirklich so, als würden sie sich direkt angegriffen fühlen. Zieht man noch die von ihnen ins Feld geführte mangelnde Glaubwürdigkeit von Onlinemedien in Betracht, sollte sie der "kritische Herbst" ja eher kalt lassen, denn die Leser vertrauen ihnen ja.

Und noch eine eigene, zusätzliche allgemeine Kritik:

Sie vertreten (wenn es denn wirklich stimmt) ein großes PrintMagazin und ziehen hier in dieser Form öffentlich vom Leder?! Ich finde ihre Reaktion weit davon entfernt, angemessen zu sein und ziemlich niveaulos!

Sie greifen den 4Players Chefredakteur persönlich an - während es dieser in seinen Artikeln (aus gutem Grund) vermieden hat, persönlich zu werden.