Zelda - ewig gestrig?
Verfasst: 01.12.2006 18:27
Es begab sich einst, vor vielen Jahren, daß ich zum allerersten Mal das Intro von The Legend of Zelda: A Link to the Past auf der brandneuen Heimkonsole eines Freundes erblickte. Und was sahen meine murmeltierhaften Augen da? Eine nächtliche Szenerie voller Regen und Tragik, und mit einem letzten Donnerschlag war ich an das SNES
verkauft. Bei allen Göttern - ich hatte mit dem Ding soviel Spaß, daß ich wahllos Leute auf der Straße anquatschte, nur um ihnen davon zu erzählen.
Später kam Ocarina of Time: Ein Game: nein, vielmehr ein Meilenstein, das nicht ohne Grund auch heute noch als eines der maßgeblichsten und gelungensten Interpretationen modernen Videospiels gilt, und dessen Elemente in mehr oder weniger abstrahierter Form in beinahe jedem Action-Adventure wiederzuerkennen sind.
Und dann kam Windwaker.
Wie ein Sündenfall. Plötzlich nörgelten viele deutlich an dem gewöhnungsbedürftigen Cell-Shading-Look herum, vermissten die Vielfalt von Majora oder waren (nach Matrosen-Art) genervt vom ewigen Herumdümpeln auf See.
Spätestens nachdem Gamespot Twilight Princess aber mit einer 8.8 verhältnismäßig abgestraft hat und sich im Netz zwischen glorifizierenden Rezensionen so manche unkende Stimme mischte, sollte zumindest die Frage erlaubt sein, ob Zelda nach wie vor auf einem guten Kurs ist...oder aber einer Evolution bedarf?
Hommage hin oder her, doch wie oft kann ein und dieselbe Serie mit ein und denselben Bauteilen wiederholt werden, bevor die Spieler angewidert abspringen, als wäre es Sonic persönlich?
Wir alle wissen sehr gut, wie eine beinahe totgesagte Reihe wie Resident Evil mit dem letzten Teil ein derartiges Comeback feierte, das sich so niemand vorher auch nur im Ansatz erträumt hätte. Nicht wiederzuerkennen war die alte Zombie-Hatz durch Mühe und Schweiß der Entwickler, aufgepeppte, veränderte Optik und mit neuen Spielmechanismen angereichert.
Wie hingegen könnte man es wagen, ein derart beliebtes Franchise wie Zelda zu verändern, ohne die Traditionalisten zu vergraulen und dennoch am Puls der Zeit zu bleiben?
Die Antwort lautet: In kleinen Schritten.
1. Grafik
Der leichteste Weg, einem Spieler Neuerungen vorzugaukeln, ohne dabei altehrwürdige Spielstrukturen aufzubrechen, ist, seine Vision zu verbessern.
Link mag ein wahrer Held sein, und doch wäre er es selbst noch, würde seine Welt ein weing prächtiger, ein wenig glanzvoller erscheinen, in der er Hand in Hand mit Zelda schreiten könnte. Spätestens wenn man sieht, was die beiden "Großen", X360 und PS3, jetzt bereits an hübschen Bildern zu leisten vermögen, wirkt unser kleiner, grüner Held auf einen Schlag eigenartig verstaubt und anachronistisch.
Eine beliebte Wii-Defensivlinie formiert sich in den Worten: "It´s not about graphics, kid, it´s about gameplay!". Zugegeben, eine gute Grafik ersetzt keinesweges ein Spiel. Doch schaden wird sie ihr auch nicht gerade, oder?
Ebensowenig, wie jemand allen Ernstes bestreiten wird, daß der Schritt von 2D zu 3D einstmals richtig und wichtig war, sehe ich selbst zwischen den größten Fans keinen Grund, warum man ein Schwert nicht in einem HD-Kosmos schwingen sollte.
Meine Forderung ist: Ninty, das nächste Zelda bitte mit adäquater Hardware-Power!
2. Spielwelt
Hyrule war und wird stets ein Ort bleiben, in dem man mit Vergnügen Zeit verbringt. Grüne Wiesen haben nie nur dazu eingeladen, über sie zu stampfen, sondern sich vielmehr auf ihnen auszutoben. Dunkle Wälder begehrten nach Erkundungen, Büsche nach frivolem Stöbern, Bergspitzen nach einem Ausflug.
Aber wie oft wollen wir dieselbe, wenn auch liebgewonnene, Fantasy-Welt noch sehen?
Hier beschreitet Twilight Princess meiner Meinung nach einen guten Weg.
Andere Spiele haben eindrucksvoll vorgemacht, in welchem Maße man die Umgebung eines Spielers anreichern kann, um seine Erfahrung zu maximieren, ohne dabei das zu verstoßen, was ihm lieb und teuer ist. Warum also nicht die Achsen drehen?
Es muss keineswegs eine Geister-, Negativ-, Schatten-, Doppelwelt sein, und noch nicht einmal muss sie zeitversetzt daherkommen. Halt! Warum eigentlich nicht? Vermutlich nicht alles auf einmal, doch etwas, das im Sinne der Abwechslung durchaus einen Gedanken lohnt.
Meine Forderung ist: Ninty, das nächste Zelda mit einer kreativeren Umwelt!
3. Waffen
"While it´s not broken, don´t fix it!" - so lautet nicht nur eine Lebensweisheit, sondern zuweilen auch ein Metrum der Videospielbranche. Natürlich haben sich Links Waffen und sein Kampfstil im Laufe der Jahre zweifellos bewährt: Schwert, Bogen, Bumerang, Stiefel - Slash, Slash, Block, Slash - was haben wir damit nicht schon Prinzessinnen gerettet. Aber was einst gut genug war, muss es keineswegs für alle Zeiten bleiben.
Niemand von uns möchte das mutige Männchen mit einer Kettensäge bewaffnet sehen, und er soll auch weder den Drunken-Master-Stil drauf haben, noch wie ein Capoeira-Kämpfer um seine Gegner herumtänzeln. Warum aber dem Spieler nicht ein wenig mehr Kombinatorik in seinen Duellen einräumen? Würde es uns umhauen, könnte Link ein wenig smarter kämpfen und wären seine Waffen angepasster an das neue Jahrtausend, innovativer, verdammt, einfach ein wenig cooler?
Meine Forderung ist: Ninty, das nächste Zelda mit angepassten Waffen!
Es gäbe noch viele Punkte, die auf den ersten Blick an Zelda verbesserungswürdig erschienen. Vielleicht irre ich mich jedoch und die neuste Auskopplung der Serie ist anders. Vielleicht war ich um Welten zu schnell mit meinem Urteil und tue einer altehrwürdigen Serie Unrecht (wofür ich gewiss in der Hölle braten sollte!) - schließlich habe ich es noch nicht einmal gespielt. Und ich habe mich explizit nicht auf die Steuerungselemente des Wii bezogen. Hm, vielleicht...
Fühlt euch bitte frei eure Meinung dazu kund zu tun.
verkauft. Bei allen Göttern - ich hatte mit dem Ding soviel Spaß, daß ich wahllos Leute auf der Straße anquatschte, nur um ihnen davon zu erzählen.
Später kam Ocarina of Time: Ein Game: nein, vielmehr ein Meilenstein, das nicht ohne Grund auch heute noch als eines der maßgeblichsten und gelungensten Interpretationen modernen Videospiels gilt, und dessen Elemente in mehr oder weniger abstrahierter Form in beinahe jedem Action-Adventure wiederzuerkennen sind.
Und dann kam Windwaker.
Wie ein Sündenfall. Plötzlich nörgelten viele deutlich an dem gewöhnungsbedürftigen Cell-Shading-Look herum, vermissten die Vielfalt von Majora oder waren (nach Matrosen-Art) genervt vom ewigen Herumdümpeln auf See.
Spätestens nachdem Gamespot Twilight Princess aber mit einer 8.8 verhältnismäßig abgestraft hat und sich im Netz zwischen glorifizierenden Rezensionen so manche unkende Stimme mischte, sollte zumindest die Frage erlaubt sein, ob Zelda nach wie vor auf einem guten Kurs ist...oder aber einer Evolution bedarf?
Hommage hin oder her, doch wie oft kann ein und dieselbe Serie mit ein und denselben Bauteilen wiederholt werden, bevor die Spieler angewidert abspringen, als wäre es Sonic persönlich?
Wir alle wissen sehr gut, wie eine beinahe totgesagte Reihe wie Resident Evil mit dem letzten Teil ein derartiges Comeback feierte, das sich so niemand vorher auch nur im Ansatz erträumt hätte. Nicht wiederzuerkennen war die alte Zombie-Hatz durch Mühe und Schweiß der Entwickler, aufgepeppte, veränderte Optik und mit neuen Spielmechanismen angereichert.
Wie hingegen könnte man es wagen, ein derart beliebtes Franchise wie Zelda zu verändern, ohne die Traditionalisten zu vergraulen und dennoch am Puls der Zeit zu bleiben?
Die Antwort lautet: In kleinen Schritten.
1. Grafik
Der leichteste Weg, einem Spieler Neuerungen vorzugaukeln, ohne dabei altehrwürdige Spielstrukturen aufzubrechen, ist, seine Vision zu verbessern.
Link mag ein wahrer Held sein, und doch wäre er es selbst noch, würde seine Welt ein weing prächtiger, ein wenig glanzvoller erscheinen, in der er Hand in Hand mit Zelda schreiten könnte. Spätestens wenn man sieht, was die beiden "Großen", X360 und PS3, jetzt bereits an hübschen Bildern zu leisten vermögen, wirkt unser kleiner, grüner Held auf einen Schlag eigenartig verstaubt und anachronistisch.
Eine beliebte Wii-Defensivlinie formiert sich in den Worten: "It´s not about graphics, kid, it´s about gameplay!". Zugegeben, eine gute Grafik ersetzt keinesweges ein Spiel. Doch schaden wird sie ihr auch nicht gerade, oder?
Ebensowenig, wie jemand allen Ernstes bestreiten wird, daß der Schritt von 2D zu 3D einstmals richtig und wichtig war, sehe ich selbst zwischen den größten Fans keinen Grund, warum man ein Schwert nicht in einem HD-Kosmos schwingen sollte.
Meine Forderung ist: Ninty, das nächste Zelda bitte mit adäquater Hardware-Power!
2. Spielwelt
Hyrule war und wird stets ein Ort bleiben, in dem man mit Vergnügen Zeit verbringt. Grüne Wiesen haben nie nur dazu eingeladen, über sie zu stampfen, sondern sich vielmehr auf ihnen auszutoben. Dunkle Wälder begehrten nach Erkundungen, Büsche nach frivolem Stöbern, Bergspitzen nach einem Ausflug.
Aber wie oft wollen wir dieselbe, wenn auch liebgewonnene, Fantasy-Welt noch sehen?
Hier beschreitet Twilight Princess meiner Meinung nach einen guten Weg.
Andere Spiele haben eindrucksvoll vorgemacht, in welchem Maße man die Umgebung eines Spielers anreichern kann, um seine Erfahrung zu maximieren, ohne dabei das zu verstoßen, was ihm lieb und teuer ist. Warum also nicht die Achsen drehen?
Es muss keineswegs eine Geister-, Negativ-, Schatten-, Doppelwelt sein, und noch nicht einmal muss sie zeitversetzt daherkommen. Halt! Warum eigentlich nicht? Vermutlich nicht alles auf einmal, doch etwas, das im Sinne der Abwechslung durchaus einen Gedanken lohnt.
Meine Forderung ist: Ninty, das nächste Zelda mit einer kreativeren Umwelt!
3. Waffen
"While it´s not broken, don´t fix it!" - so lautet nicht nur eine Lebensweisheit, sondern zuweilen auch ein Metrum der Videospielbranche. Natürlich haben sich Links Waffen und sein Kampfstil im Laufe der Jahre zweifellos bewährt: Schwert, Bogen, Bumerang, Stiefel - Slash, Slash, Block, Slash - was haben wir damit nicht schon Prinzessinnen gerettet. Aber was einst gut genug war, muss es keineswegs für alle Zeiten bleiben.
Niemand von uns möchte das mutige Männchen mit einer Kettensäge bewaffnet sehen, und er soll auch weder den Drunken-Master-Stil drauf haben, noch wie ein Capoeira-Kämpfer um seine Gegner herumtänzeln. Warum aber dem Spieler nicht ein wenig mehr Kombinatorik in seinen Duellen einräumen? Würde es uns umhauen, könnte Link ein wenig smarter kämpfen und wären seine Waffen angepasster an das neue Jahrtausend, innovativer, verdammt, einfach ein wenig cooler?
Meine Forderung ist: Ninty, das nächste Zelda mit angepassten Waffen!
Es gäbe noch viele Punkte, die auf den ersten Blick an Zelda verbesserungswürdig erschienen. Vielleicht irre ich mich jedoch und die neuste Auskopplung der Serie ist anders. Vielleicht war ich um Welten zu schnell mit meinem Urteil und tue einer altehrwürdigen Serie Unrecht (wofür ich gewiss in der Hölle braten sollte!) - schließlich habe ich es noch nicht einmal gespielt. Und ich habe mich explizit nicht auf die Steuerungselemente des Wii bezogen. Hm, vielleicht...
Fühlt euch bitte frei eure Meinung dazu kund zu tun.