Verfasst: 30.03.2011 17:30
Wir brauchen zunächst einmal ein einheitliches Bildungssystem und nicht 16 Versuchsküchen...unabhängig von links, rechts, grün oder gelb.
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Das gerade Du als Lehrer nicht hinter Eltern stehst, die für ihre Kinder die bestmögliche Bildung wollen, finde ich traurig. Mal davon abgesehen, dass der Begriff "Gucci-Aufstand" eine ziemliche Unverschämtheit ist.Boesor hat geschrieben:Was in hamburg durch den "Gucci Aufstand" bereits geschafft wurde.Dark_Randor hat geschrieben:
Aber das würde ja heißen, dass diese Sozialisten mit ihrem linken Geschwätz sowas wie Gerechtigkeit schaffen wollen... Das muss um jeden Preis verhindert werden!
(Das genaue Datum dieses Kommentars habe ich leider nicht mehr gefunden, kam aber kurz nach dem Volksentscheid in Hamburg zur Schulform)Welt Online hat geschrieben:Die gelenkte Demokratie des Grünen Özdemir
Grünen-Chef Cem Özdemir hat Kritik am Hamburger Volksentscheid geübt – und damit Reste einer vordemokratischen Haltung offenbart.
Demokratie findet dann statt, wenn wir Recht bekommen: Zu dieser Haltung haben die Grünen in ihrer Frühzeit geneigt, als sie noch glaubten, die bundesdeutsche Demokratie sei eine unterentwickelte, uneigentliche Demokratie. Wenn sie daher von direkter Basisdemokratie und der Notwendigkeit der Einführung von Volksentscheidungen sprachen, schwang in manchem Hinterkopf eine alte Avantgarde-Vorstellung mit: Wir als die wahren Repräsentanten des unverstellten, objektiven Volkswillens hätten auf diesem Wege die Chance, endlich zum Zuge zu kommen. Das ist lange her – Reste dieser vordemokratischen Haltung spuken aber immer noch herum.
Soeben hat Cem Özdemir, der sympathische Vorsitzende der Grünen, eine Kostprobe dieses fortdauernden Spuks gegeben, sieht er Nachbesserungsbedarf bei dem von den Grünen doch gewünschten und beförderten Instrument des Volksentscheids. Natürlich ist er nicht so töricht, offen den Volksentscheid dann für untauglich zu erklären, wenn seine Partei – wie hier geschehen – bei einem Sachthema einmal verliert. Aber ein bisschen ergebnissicherer hätte er die direkte Demokratie doch gerne.
Niemand wurde an der Wahl gehindert
Sein Vorwurf ist hart und monströs. Denn er unterstellt, es sei letztlich nicht demokratisch zugegangen – „eine gleichberechtigte Teilhabe und Mitwirkung von allen“ habe es nicht gegeben. Wie das? Sind Bürger vom Gang an die Wahlurne abgehalten worden? Hat man diejenigen, die die Grünen für Nutznießer der Hamburger Schulreform halten, am Wählen gehindert? So direkt formuliert Özdemir das nicht, sagt aber doch recht klar, dass die Gegner der Reform ihren Bildungsvorsprung und ihre Fähigkeit, sich zu vernetzen, genutzt hätten, während die Eltern von Hauptschülern mangels Geld und Medienerfahrung untätig geblieben und oft auch den Wahlurnen ferngeblieben seien.
Denkt man das zu Ende, kann daraus nur folgen, dass in Zukunft bei Volksentscheiden im Vorwege die realen Unterschiede zwischen den Bürgern ausgeglichen und unkenntlich gemacht werden sollen. Wer sich artikulieren kann, soll es nicht mehr dürfen, wer es nicht kann, dem soll zur Artikulation verholfen werden. Wer entscheidet da was? Die Angleichung kann – wie immer, wenn es nicht um mehr als Chancengleichheit geht – nur eine nach unten sein. So soll die neue Bürgerlichkeit der Grünen aussehen?
Ja, wenn man sich eins aussucht, welches nachweislich Erfolge bringt und sich nicht auf dem desaströsen Niveau von Bremen oder NRW einpendelt (was ich bei allen Vorschlägen zur Vereinheitlichung immer befürchte).Wulgaru hat geschrieben:Wir brauchen zunächst einmal ein einheitliches Bildungssystem und nicht 16 Versuchsküchen...unabhängig von links, rechts, grün oder gelb.
Wir brauchen vom Bund vorgegebene, gemeinsame Richtlinien (dazu gehören ua. bundesweites Abitur und die versch. Arten der Schulen um ein ungefähr einheitliches und vergleichbares Leistungsergebnis erzielen zu können), ja, aber wir brauchen kein einheitliches Schulsystem. Es macht schon Sinn, dass die Einzelheiten auf Länderebene geregelt werden, nur sollte es endlich, wie gesagt, genauere Richtlinien geben, wie das dann im Groben aussehen soll. (Nebenbei sollte sich imo das Schulsystem am Erfolgreichsten orrientieren - am Bayerischen.Wulgaru hat geschrieben:Wir brauchen zunächst einmal ein einheitliches Bildungssystem und nicht 16 Versuchsküchen...unabhängig von links, rechts, grün oder gelb.
Aber ich für meinen Teil glaube kaum, dass es eine Einheitsschule verbessern würde. Es ist ja nicht so, dass alle Menschen gleich talentiert sind und Hauptschüler nicht das Abi schaffen, nur weil sie keine Unterstützung von Zuhause gekriegt haben. Menschen sind nunmal unterschiedlich talentiert, müssen daher auf unterschiedlichen Wegen gefördert werden. Und das geht auf anderen Schulen halt besser. Zumal wir die Bildungselite (damit meine ich die intelligenten, nicht die Reichen) meiner Meinung nach völlig zerstören würden, wenn wir ihnen noch schlechtere Mitschüler geben würden).Wulgaru hat geschrieben:Wir brauchen zunächst einmal ein einheitliches Bildungssystem und nicht 16 Versuchsküchen...unabhängig von links, rechts, grün oder gelb.
Es ist ja auch eigentlich noch schlimmer. In den Bundesländern die aus Pisa Konsequenzen gezogen haben existieren mittlerweile 4-5 verschiedene Bildungssysteme nebeneinander. Ich komme ursprünglich aus Schleswig-Holstein. Bei all den Gesamtschulen, Regionalschulen, Profiloberstufen, G12, G13, Ganztagsschulen + den alten Systemen checke ich mittlerweile überhaupt nichts mehr. Ich beneide die derzeitigen jungen Eltern in diesem Land nicht....und das ist ja in einigen Bundesländern mittlerweile ähnlichPyoro-2 hat geschrieben: Aber ich glaub Wulgaru meint mehr länderübergreifende Bildungsgleichheit als Einheitsschulen; und da stimm ich auf jedenfall mal zu.
z.B. in Niedersachsen... Dort machen jetzt zwei Jahrgänge Abi, wobei einer nach 12, der andere nach 13 Jahren, der mit 12 hatte Orientierungsstufe(1 Jahr); der nach 13 auch (2jahre), die die nächstes Jahr machen (nach nach 12 Jahren) nicht, außer natürlich, man ist auf einer Gesammtschule, da wiederum machen alle, die bis dieses Jahr dort "eingeschult wurden nach 13 Jahren... Und noch so eine tolle Geschichte: Ich bin z.B. momentan in der 11. Klasse, schreib also nächstes Jahr Abi, ich schreibe 3 4stündige LK Klausuren (im ganzen Jahr, also in zwei halbjahren), an einer anderen Schule bei uns (auch ein normales Gymnasium), schreibt man 2 mal 2 stunden und einmal 3 stunden, an wieder einer anderen 3*3... Mit anderen Worten: Nichtmal innerhalb der Stadt ist das ganze gleich... Im Ernst, was Bildungspolitik angeht, hat die BRD echt versagt...Wulgaru hat geschrieben:Es ist ja auch eigentlich noch schlimmer. In den Bundesländern die aus Pisa Konsequenzen gezogen haben existieren mittlerweile 4-5 verschiedene Bildungssysteme nebeneinander. Ich komme ursprünglich aus Schleswig-Holstein. Bei all den Gesamtschulen, Regionalschulen, Profiloberstufen, G12, G13, Ganztagsschulen + den alten Systemen checke ich mittlerweile überhaupt nichts mehr. Ich beneide die derzeitigen jungen Eltern in diesem Land nicht....und das ist ja in einigen Bundesländern mittlerweile ähnlichPyoro-2 hat geschrieben: Aber ich glaub Wulgaru meint mehr länderübergreifende Bildungsgleichheit als Einheitsschulen; und da stimm ich auf jedenfall mal zu.
Der Witz ist, gerade als Lehrer liegt mir das Thema am Herzen, wenngleich ich am Berufskolleg so oder so nicht davon betroffen wäre.Pius Quintus hat geschrieben:Das gerade Du als Lehrer nicht hinter Eltern stehst, die für ihre Kinder die bestmögliche Bildung wollen, finde ich traurig. Mal davon abgesehen, dass der Begriff "Gucci-Aufstand" eine ziemliche Unverschämtheit ist.Boesor hat geschrieben:Was in hamburg durch den "Gucci Aufstand" bereits geschafft wurde.Dark_Randor hat geschrieben:
Aber das würde ja heißen, dass diese Sozialisten mit ihrem linken Geschwätz sowas wie Gerechtigkeit schaffen wollen... Das muss um jeden Preis verhindert werden!
Aber kapiert jeder Installateur 12.Klass-Stoff im Gymnasium? Sollten wir nicht lieber die Vorraussetzungen, quasi die Selektion in der Grundschule ändern, dass wir auch die wirklich Intelligenten auf die höheren Schulen bringen? Nicht jeder Jugendlicher hat die gleichen Vorraussetzungen, nicht jeder die gleichen Fähigkeiten, soll trotzdem jeder auf die gleiche Schule? Nur weil wir es nicht können, richtig zu selektieren, müssen wir die Begabten in ihrer Richtung nicht mit Leuten im Unterricht stoppen, die in einem anderen Themenfeld interessiert und begabt sind.Boesor hat geschrieben:Der Witz ist, gerade als Lehrer liegt mir das Thema am Herzen, wenngleich ich am Berufskolleg so oder so nicht davon betroffen wäre.
Zumindest nicht direkt. Mich nervt es aber wenn ich dann schüler bekomme die erkennbar schlau sind, aber aufgrund von Herkunft oder sozialem Status eben nicht auf dem Gymnasium sind.
das gehört geändert.
Aber solange in Deutschland davon ausgegangen wird, dass man die Begabung eines Kindes nach 4 -6 Jahren Grundschule erkennt wird das nicht geschehen. Da hilft auch die (zu geringe) Durchlässigkeit des Schulsystems nicht.
Und am Ende wird der eine Installateur und der andere Ingenieur, aber beide unterschieden sich nicht in ihrer Intelligenz.