Wulgaru hat geschrieben:
Edit @Naboo
Ich finde das was du SP zuschreibst hat die Serie leider nach und nach verloren. Es ist nicht völlig weg wie bei den Simpsons, aber es ist mittlerweile eindeutig wichtiger Hollywoodblockbuster durch den Kakao zu ziehen als bei so einer kontroversen Folge wie Nambla nen Punkt über Meinungsfreiheit und ihre Grenzen zu machen. Das sind natürlich immer Einzel-Beispiele mit denen man arbeitet, das ist klar.
Was Coldmirror (die ich wie gesagt erst in den letzten Monaten entdeckt habe) angeht, finde ich aber genau das Sympathisch und bei den Movies oder ihrer Bildanalyse usw. sitzen die Gags imho ziemlich gut. Das ist natürlich Geschmackssache, aber auf der anderen Seite bezweifle ich das man SP jemals geguckt hat weil es gesellschaftskritisch war...das war lediglich ein Zusatzpunkt...in erster Linie war es lustig und frech. Das coolere Simpsons.
Natürlich steht bei SP die Unterhaltung an erster Stelle. Das liegt vermutlich auch an der Machart, guck dir mal "6 Days to Air" an, da sieht man wie die Writer echt nur brainstormen bis sich alle kaputtlachen, und aus der Idee versuchen die was zu machen.
Dennoch finde ich die Entwicklung von SP sehr positiv, da man sich in 18 Jahren als Serie einfach verändern muss, um nicht irrelevant und langweilig zu werden. Und das mit den Hollywoodblockbustern stimmt so auch nicht ganz, denn die Staffel 18 bspw konzentriert sich fast komplett auf das digitale Zeitalter.
Da geht es um Kickstarter, Drohnen, Free2Play, Oculus Rift, Lets Plays und Twitter.
Auch wenn es nicht meine Lieblingsstaffel ist, gefällt mir schon, dass eben auch aktuelle Geschehnisse und eine gewissen (Pop-)Kulturkritik stattfindet und die Folgen zum ersten Mal aufeinander aufbauen.
Die Kritik, dass dir eigenständige Kreativleistungen lieber sind, als 1:1 Parodien von Filmen kann ich vollkommen nachvollziehen, auch wenn ich Fan von Parodien/Hommagen bin.
Allerdings ist mir schon wichtig, wie gut diese sind und ob in der Parodie selbst kreative Eigenleistung steckt.
Kung Fury bspw ist auch nur eine Hommage an die 80er, Trashfilme und tumblr/9gag.
Hitler, Dinos, Hacker, Nazis, Zeitreisen, Oneliner etc sind ja alles nichts neues im Trashkino und im Prinzip ist Kung Fury wie ein verfilmter tumblr-Post, aber er macht eben verdammt viel richtig.
Die Optik, Musik, die tatsächlich witzigen Sprüche und absurden Ideen machen es eben doch zu einem kreativen Gesamtprodukt.
Ebenso die GoT-Hommage von South Park. Klar ist der Humor oft ziemlich meta und die Storyelemente von GoT werden aufgegriffen, aber das geschieht eben mit vielen verrückten Eigenideen und man merkt die Liebe zum Werk auf das man sich bezieht.
Ein weiteres Positivbeispiel ist die zweite Rick&Morty-Folge, die eine Hommage an Inception ist, da
hier zwar eindeutig auf das Vorbild Bezug genommen wird und auch Metahumor stattfindet, aber gleichzeitig auch soviele kreative Einfälle stattfinden, dass man sich fast wünscht Dan Harmon hätte Inception gedreht (alleine die Traumwelten sind viel verrückter).
Was ich hasse, sind so billige Parodien wie zB in Family Guy, wo die popkulturelle Referenz ansich schon der Gag ist und die Relevanz für die Story nicht vorhanden ist und ohne das dem parodierte Ausgangsmaterial, durch die Parodie eine weitere Facette zugefügt wird. Ein Problem das die Simpsons ebenfalls haben, denn die erzählen oft bestehende Geschichten (Bsp. Graf von Monte Christo) mit minimalen Abwandlungen einfach nach, was doch sehr fantasielos ist.
Der König unter den Hommagen ist imo die Serie Community.
Denn die schafft es immer wieder eine komplett eigenständige Story zu erzählen, innerhalb dieser
begründet jedoch auch Strukturen von popkulturellen Werken persiflieren/hommagieren.
Bspw. gibt es eine Doppelfolge, in der im Community College ein Paintball-Turnier stattfindet, im Western-Style. Natürlich bietet das Potential für zig Querreferenzen, ohne das jedoch die eigenständige Story in den Hintergrund rückt. Schließlich wird dieses Setting jedoch durch eine neue Macht von einem Star Wars-Setting abgelöst und neues Potenzial zur Hommage wird erzeugt.
Oder eine andere Folge, in der die Lerngruppe einen schwer-depressiven, dicken Studenten zu einer Runde Pen&Paper einladen um ihn aufzumuntern. Die Handlung findet auf zwei Ebenen statt, einmal die Realität und in dem Spiel, in dem Konflikte und Probleme Bezug zur Realität haben und die Gefühle und Motive der Protagonisten näher beleuchtet werden.
Was coldmirror angeht, die ist schon so lange auf youtube, wie es youtube gibt und ich finde sie, wie gesagt,
auch sehr gut. Wobei ich mir mittlerweile die meisten Videos nicht mehr anschaue, da ich mich wohl einfach langsam daran sattgesehen habe (im Gegensatz zu South Park :wink: )