Wulgaru hat geschrieben:In dem Kontext finde ich die Aussage dann sogar noch dümmer, weil es in etwa so ist als wenn ein Afro-Amerikaner eine weiße Familie tötet und man dann als "Kommentar" einen Film von einer schwarzen Mörderbande dreht die unschuldige weiße Pärchen tötet. Wenn man Eden Lake wirklich als politischen/gesellschaftlichen Kommentar versteht, ist er Öl das ins Feuer gegossen wird.
Ich finde diese Sichtweise interessant. Du siehst in Eden Lake quasi eine Hetze gegen (britische) Jugendliche, wenn ich es richtig verstehe. Ich sehe aber einen Unterschied zwischen der Thematik des Films und deinem Beispiel.
Wenn ein soziales Problem tatsächlich ausgemacht werden kann, und nicht bloß zur Instrumentalisierung von bestimmten gesellschaftlichen Gruppierungen mißbraucht wird, warum dieses dann nicht anprangern (zumal in diesem Fall die Gewalt bzw. deren Ursprung ja nicht nur auf die Jugendlichen zurückgeht...)?
Um es mit deinem Beispiel darzustellen: wenn es tatsächlich zu einem deutlichen Anstieg der Gewalt von Afroamerikanern gegenüber weißen Familien kommen sollte, warum dann keinen kritischen FIlm darüber drehen? Problematisch wird es nur, wenn so eine Tendenz nicht ausgemacht werden kann und lediglich Einzelfälle für die Rechtfertigung eines Streifens herhalten müssen.
So ein FIlm wie Eden Lake ist nunmal kontrovers weil er (viel weiter gedacht) dazu führen kann, dass wir unsere Vorurteile hinterfragen: finde ich den Streifen gut, weil er tatsächlich existierende oder aufkommende negative soziale Entwicklungen anprangert? Gefällt er mir im Endeffekt nur, weil er meine Einstellung gegenüber/mein Bild von Jugendlichen stützt? Bin ich gegen ihn, weil ich meine, dass hier lediglich Vorurteile umgesetzt und nicht wirklich gesellschaftliche Probleme angesprochen werden oder bin ich für ihn, weil man sich mMn traut unnötige political correctness abzulegen?
Legt er den Finger auf die Wunde oder gießt er nur Öl ins Feuer? etc.