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Hier gehört alles rein, was nichts mit dem Thema Spiele zu tun hat.

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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

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Hm...das ist ein komischer Film. Es ist quasi als wenn Briten sich die beschissenen Remakes von Texas Chainsaw, Cabin Fever oder Hills Have Eyes angeguckt hätten und eine intelligentere Version davon machen wollten....aber...auch das ist halt nur ein Torture Porn/Terror. Natürlich ist der Film besser als die Vorbilder im selben Sinne wie Iron Man 2 besser als Transformers ist, aber ich kann solche Filme einfach nicht gut finden...ich kapier den Reiz nicht. Not my cup of Horror. Funny Games für Arme.

Gut ist auf jeden Fall die Konstellation das es nur zwei Protagonisten gibt. Der gesichtlose Jägermeister-Take-Out-Cast wird so umgangen und die Figuren sind komplexer. Fassbenders Karriere kann man ganz gut sehen: 300-Nebenrolle, Angel-Love-interest, Eden Lake-männliche Hauptrolle mit leichter Tendenz der Unterordnung. In Hunger ist er glaube ich dann erstmals Hauptrolle. Ich bin gespannt.
johndoe1197293
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Beitrag von johndoe1197293 »

Blood-Beryl hat geschrieben:IMO sind unsere beiden Positionen doch ganz gut vertreten, wenn ich sage, dass damals revolutionäre oder einfach sehr gute Filme durch den Zahn der Zeit mit ihren neuen Kollegen oft nicht mithalten können.
Dem möchte ich nicht widersprechen. :wink:

Wulgaru hat geschrieben:Eden Lake
Also mich hat der Film damals ziemlich mitgenommen (ist jetzt schon einige Jährchen her, dass ich ihn gesehen habe). Was Filme angeht, bin ich nicht wirklich Horror Fan. Die von dir genannten kenne ich bspw. nur vom Namen her. Aber einige Sachen aus der Ecke habe ich gesehen. Bei Eden Lake wußte ich jedoch nicht, was mich erwartet. Der Grund, warum ich ihn mir angeschaut habe, waren die beiden Hauptdarsteller....und dann wurde ich ziemlich überrascht.
Mir gefiel, dass man hier auf viele der typischen Klischees verzichtet hat wie z.B. das vom plakativ psyhotischen Täter(n). Ich fand ihn bedrückend, weil er eben nicht so abgehoben war, sondern eher nach dem Motto: könnte jedem passieren. Für mich war es keiner dieser typischen Torture Filme, weil hier nicht das Ergötzen am Leid des Anderen, nicht der perverse Spaß bei Mißhandlungen zuzuschauen im Mittelpunkt stand. Ganz und gar nicht. Ausserdem fand ich die psychologische und gruppendynamische Komponente hier stark ausgeprägt. War für mich alles in allem eher beklemmende und bitterböse Sozialstudie.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Ich finde eben nicht das das jedem passieren könnte. Die platte Aussage ist ja das die heutige Jugend so verroht ist das sowas passieren könnte ala Amoklauf eben nun sowas. Aber letztendlich ist es das gleiche Szenario wie im All-American-HillBillie-Terror-Horror. Ich sage gar nicht das sowas keinen Reiz hat, aber wenn man sowas machen will dann funktioniert es auf andere Art besser wie zum Beispiel in Funny Games oder Strangers mit Liv Tyler. Da ist das ganze komprimierter. Ich sehe einfach nicht die Jugendgang die sowas macht, schon gar nicht so eine Jugendgang.

Aber sicher kein schlechter Genre-Film. Meine Negativ-Beispiele sind ungleich schlechter als das was Eden lake anbietet.
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Wigggenz
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Beitrag von Wigggenz »

Game of Thrones S4 E4

Im großen und ganzen schon zufrieden, vor allem Danys Part hat mir trotz einer obligatorischen traurigen Aussparung sehr gut gefallen. Als Serienfolge ohne Hintergrundwissen auch eine absolut geile Folge, würde ich halt nicht die Vorlage kennen... :?

Aber verdammt nochmal, Margaery/Natalie Dormer.. ich komme mir vor wie 15 :verliebt:
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Show
Zunächst mal Margaery und Tommen: irgendwie hat mir ihre Buchposition besser gefallen, mit Tommen als kleinem Jungen, der noch unempfänglich für die offensichtlichen körperlichen Reize Margaerys ist und Margaery halt als der guten Freundin, aber so gehts auch noch. Die Kinder waren halt allesamt zu alt.

Dann Jaime und Cersei: Die Wandlung Jaimes kommt viel zu Plakativ, wie auch seine Abneigung zu Cersei. Im Buch viel subtiler. Aber Cerseis Verfall für sich genommen gefällt mir sehr gut. Lena Headey ist einfach genial.

Jon & Co: Ne, sorry, das ist irgendwie nervig. Locke an sich ist zwar ein netter Charakter, aber passt überhaupt nicht in den nördlichen Plot, v.a. da die ganze Geschichte umgeworfen werden muss, da Roose und Ramsay nun die ganze Zeit wissen, dass noch Starks leben. Und v.a. wo sie sind. Aber Jons Aussendung zu Craster ist ein netter Ersatz dafür, ihn als Assassinen zu Mance zu schicken, das hat mir in den Büchern auch eher nicht gefallen... nur wird er dann nicht den Angriff der Wildlinge auf Castle Black von Süden miterleben, was mir nicht gefällt.

Aber am schlimmsten: Bran, die Abtrünnigen. WO IST COLDHANDS????? Einer der interessantesten Charaktere wird einfach weggelassen.... zu Gunsten eines lahmen Entkommplots.
johndoe1197293
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Beitrag von johndoe1197293 »

Wulgaru hat geschrieben:Ich finde eben nicht das das jedem passieren könnte.
Damit meinte ich eher die Ausgangsituation. Der weitere Verlauf ist natülich um einiges krasser. Da steckt eben dieses bitterböse für mich drin, in diesem Hochschaukeln, dieser Eskalation. Aber auch darin sehe ich einen gewissen "könnte jedem passieren" Aspekt, weil Gewalteruptionen aus realtiv harmlosen oder belanglosen Situationen entstehen können.
Allgemein spricht mich soetwas eher an, weil der Bezug zur Realität spürbar ist anhand der Problemdarstellung Jungendgewalt. Rückblickend ist mir aufgefallen, dass ich 3 Filme innerhalb kürzester Zeit gesehen habe, die sich damit auseinandersetzen: Eden Lake, Harry Brown und Heartless. Alle ziemlich beklemmend.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Man kann das da sicherlich drin finden in dem Film. Er ist ja nicht schlecht. Für mich aber auf der Art Niveau wo ich eben nichts tiefgründiges darin sehe außer das mir die Metabene ins Gesicht springt, was nie ein gutes Zeichen ist. Mag auch sein das relativ früh klar war worauf das hinauslief und mir die Spannung dadurch kaputtging.

@Topic
Game of Thrones Episode 04 Season 04

Nette Folge und ich mochte auch das Maegery mal mehr machen durfte als mit Schlafzimmerblick irgendwo rumzusitzen...also okay...Schlafzimmerblick....hrhrh...
Spoiler
Show
was ich auf jeden Fall mochte ist das man sie nicht weiter dämonisiert. Im Gegenteil ist sie eben auch nicht Herr der Lage und nicht im Komplott mit drin
Worüber man reden wird ist natürlich das Folgenende, nachdem ich eine Weile darüber nachgedacht habe...es bietet keinen Mehrwert. Es ist zwar cool und Mystery, aber weder Buchleser noch Serienschauer lernen da wirklich was neues bzw. was daran neu sein könnt ergibt nicht wirklich Sinn.
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mr archer
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Beitrag von mr archer »

Wulgaru hat geschrieben:Man kann das da sicherlich drin finden in dem Film. Er ist ja nicht schlecht. Für mich aber auf der Art Niveau wo ich eben nichts tiefgründiges darin sehe außer das mir die Metabene ins Gesicht springt, was nie ein gutes Zeichen ist. Mag auch sein das relativ früh klar war worauf das hinauslief und mir die Spannung dadurch kaputtging.
Ich muss ja sagen, dass mir das bei "Funny Games" viel stärker auf den Senkel ging mit der Metaebene. Ich halte "Eden Lake" für einen der besten Genrebeiträge der letzten Jahre und würde beipflichten, dass das an der für Genreverhältnisse hohen Glaubwürdigkeit der Handlung und der Darstellung von Gruppendynamiken liegt. "Eden Lake" steht auch auf keinem Fall in der Traditionslinie von Fleischbeschau-Slashern, die heute unter "Torture Porn" firmieren ("Hostel 2" ist da nach wievor für mich die "Referenz"). Vielmehr steht der Film in einer Verwandtschaftslinie zu Klassikern vom Kaliber eines "Last house on the left" und muss sich da auch nicht verstecken. Kann mich nicht erinnern, wann mir ein Filmende zum letzten Mal einen derartigen Magenhaken versetzt hat. "Eden Lake" ist ein bisschen unter dem Radar geblieben. Aber allein wegen des meiner Meinung nach heftigsten Antagonisten der letzten Jahre gehört er denke ich in den Kanon guter "Sozial-Horror" - Studien. Der Film macht für mich alles richtig.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Als ich Funny Games das erste mal gesehen habe, wusste ich gar nicht was das Wort Metaebene bedeutet, daher sehe ich den Film auch heute immer noch als reinen Horror an den ich so noch nie gesehen hatte (und seitdem ehrlich gesagt auch nicht mehr, außer minimal Strangers) und war begeistert als ich eben begonnen habe die Message dahinter zu verstehen. Ich finde Eden Lake kann sich nicht ganz entscheiden was er wirklich darstellen will und für mich ist die Metaebene "verrohte Jugend" halt nicht mal platt sondern einfach nur dumm. Das funktioniert für mich als Horror, weil es etwas harmloses ist das plötzlich böse daherkommt, aber eben nicht als Message.
Zuletzt geändert von Wulgaru am 29.04.2014 09:00, insgesamt 1-mal geändert.
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electroma
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Beitrag von electroma »

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mr archer
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Beitrag von mr archer »

Wulgaru hat geschrieben: Ich finde Eden Lake kann sich nicht ganz entscheiden was er wirklich darstellen will und für mich ist die Metaebene "verrohte Jugend" halt nicht mal platt sondern einfach nur dumm. Das funktioniert für mich als Horror, weil es etwas harmloses ist das plötzlich böse daherkommt, aber eben nicht als Message.
Hm. Ich weiß nur, dass zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von "Eden Lake" in GB gerade eine breite mediale Debatte um "Happy slapping" lief, angeheizt von Handyfilmchen, bei denen sich Jugendgangs beim zum Teil recht schweren Misshandeln von Unterlegenen präsentierten. In dem Kontext war der Magenhaken durch den Film auf der Insel damals einigermaßen heftig und "platt" oder "dumm" mochte ihn damals kaum jemand finden.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

In dem Kontext finde ich die Aussage dann sogar noch dümmer, weil es in etwa so ist als wenn ein Afro-Amerikaner eine weiße Familie tötet und man dann als "Kommentar" einen Film von einer schwarzen Mörderbande dreht die unschuldige weiße Pärchen tötet. Wenn man Eden Lake wirklich als politischen/gesellschaftlichen Kommentar versteht, ist er Öl das ins Feuer gegossen wird.

Aber ehrlich gesagt finde ich den Film dafür nicht gut genug und ich bin auch der Meinung das Unterhaltung die Hauptmotivation bei dem Film ist. Terror-Horror halt.
johndoe1197293
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Beitrag von johndoe1197293 »

Wulgaru hat geschrieben:In dem Kontext finde ich die Aussage dann sogar noch dümmer, weil es in etwa so ist als wenn ein Afro-Amerikaner eine weiße Familie tötet und man dann als "Kommentar" einen Film von einer schwarzen Mörderbande dreht die unschuldige weiße Pärchen tötet. Wenn man Eden Lake wirklich als politischen/gesellschaftlichen Kommentar versteht, ist er Öl das ins Feuer gegossen wird.
Ich finde diese Sichtweise interessant. Du siehst in Eden Lake quasi eine Hetze gegen (britische) Jugendliche, wenn ich es richtig verstehe. Ich sehe aber einen Unterschied zwischen der Thematik des Films und deinem Beispiel.
Wenn ein soziales Problem tatsächlich ausgemacht werden kann, und nicht bloß zur Instrumentalisierung von bestimmten gesellschaftlichen Gruppierungen mißbraucht wird, warum dieses dann nicht anprangern (zumal in diesem Fall die Gewalt bzw. deren Ursprung ja nicht nur auf die Jugendlichen zurückgeht...)?
Um es mit deinem Beispiel darzustellen: wenn es tatsächlich zu einem deutlichen Anstieg der Gewalt von Afroamerikanern gegenüber weißen Familien kommen sollte, warum dann keinen kritischen FIlm darüber drehen? Problematisch wird es nur, wenn so eine Tendenz nicht ausgemacht werden kann und lediglich Einzelfälle für die Rechtfertigung eines Streifens herhalten müssen.

So ein FIlm wie Eden Lake ist nunmal kontrovers weil er (viel weiter gedacht) dazu führen kann, dass wir unsere Vorurteile hinterfragen: finde ich den Streifen gut, weil er tatsächlich existierende oder aufkommende negative soziale Entwicklungen anprangert? Gefällt er mir im Endeffekt nur, weil er meine Einstellung gegenüber/mein Bild von Jugendlichen stützt? Bin ich gegen ihn, weil ich meine, dass hier lediglich Vorurteile umgesetzt und nicht wirklich gesellschaftliche Probleme angesprochen werden oder bin ich für ihn, weil man sich mMn traut unnötige political correctness abzulegen?
Legt er den Finger auf die Wunde oder gießt er nur Öl ins Feuer? etc.
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crewmate
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Beitrag von crewmate »

Und Deace Space 2s "Yo Mama will h8 it" Kampagne war eine Diskussion über Adoleszenz in Videospielen. Nicht jede Kontroverse ist eine Diskussion wert. Manchmal ist es einfach effekthascherisch.

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Unsere Welt ist schön. Ich kann immer noch nicht glauben, das dass alles an realen Orten gedreht wurde.
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Dronach
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Beitrag von Dronach »

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Hab ihn via Sky Anytime geguckt (kam kürzlich regulär bei Sky, aber da fand ich The Dark Knight Rises dann doch attraktiver^^).
Würd dem Film ne 7/10 geben. Wirklich schöne Bilder, sehr fantasievoll teilweise, einige Anleihen vom Herrn der Ringe (allerdings nie zu aufdringlich) und echt lustig. Bei Animationsfilmen ist mir immer wichtig, dass die nicht nur auf der Kinder-Lach-Ebene funktionieren, sondern auch für Erwachsene gut sind. Merida fand ich diesbezüglich zB schlecht, Epic ist da schon viel besser. Auch die Thematisierung von Tod und Leben hat mir ganz gut gefallen, war jetzt nicht revolutionär, aber auch nicht allzu altbacken.

Hab den Film auf deutsch geschaut, Oli Welke und der :anbet: Kalkofe als Schnecken sowie der wundervolle Christoph Waltz als Bösewicht machen das auch wirklich lohnenswert. Außerdem musste ich mir so nicht Beyoncé als Stimme geben :ugly:
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

CryTharsis hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:In dem Kontext finde ich die Aussage dann sogar noch dümmer, weil es in etwa so ist als wenn ein Afro-Amerikaner eine weiße Familie tötet und man dann als "Kommentar" einen Film von einer schwarzen Mörderbande dreht die unschuldige weiße Pärchen tötet. Wenn man Eden Lake wirklich als politischen/gesellschaftlichen Kommentar versteht, ist er Öl das ins Feuer gegossen wird.
Ich finde diese Sichtweise interessant. Du siehst in Eden Lake quasi eine Hetze gegen (britische) Jugendliche, wenn ich es richtig verstehe. Ich sehe aber einen Unterschied zwischen der Thematik des Films und deinem Beispiel.
Wenn ein soziales Problem tatsächlich ausgemacht werden kann, und nicht bloß zur Instrumentalisierung von bestimmten gesellschaftlichen Gruppierungen mißbraucht wird, warum dieses dann nicht anprangern (zumal in diesem Fall die Gewalt bzw. deren Ursprung ja nicht nur auf die Jugendlichen zurückgeht...)?
Um es mit deinem Beispiel darzustellen: wenn es tatsächlich zu einem deutlichen Anstieg der Gewalt von Afroamerikanern gegenüber weißen Familien kommen sollte, warum dann keinen kritischen FIlm darüber drehen? Problematisch wird es nur, wenn so eine Tendenz nicht ausgemacht werden kann und lediglich Einzelfälle für die Rechtfertigung eines Streifens herhalten müssen.

So ein FIlm wie Eden Lake ist nunmal kontrovers weil er (viel weiter gedacht) dazu führen kann, dass wir unsere Vorurteile hinterfragen: finde ich den Streifen gut, weil er tatsächlich existierende oder aufkommende negative soziale Entwicklungen anprangert? Gefällt er mir im Endeffekt nur, weil er meine Einstellung gegenüber/mein Bild von Jugendlichen stützt? Bin ich gegen ihn, weil ich meine, dass hier lediglich Vorurteile umgesetzt und nicht wirklich gesellschaftliche Probleme angesprochen werden oder bin ich für ihn, weil man sich mMn traut unnötige political correctness abzulegen?
Legt er den Finger auf die Wunde oder gießt er nur Öl ins Feuer? etc.
Moment moment...ich sehe den Film nicht als Hetze gegen britische Jugendliche, ich sehe ihn im Gegenteil eher als normalen Terror-Film der besseren Art, das habe ich auch mehrmals geschrieben glaube ich.

Aber wenn jemand diesen Film als Kommentar sehen will, also die Metaebene reinbringt, dann bleibe ich bei meiner Aussage. Gerade weil ich dieser Ebene gar nicht weiter Beachtung schenken würde...es ist eben ein Unterhaltungsfilm, funktioniert sie für mich nicht wenn ich sie ernst nehme. Dann ist die Message nämlich ziemlich plump und doof: böse Jugendliche. Ist das überhaupt ein Kommentar? Und wenn ja was ist das für einer? Ich sehe da eben keine Provokation oder Mut oder political correctness sondern überhaupt keine Aussage bevor jemand schreibt "aber hier im Land sind die Jugendlichen doch gerade voll am durchdrehen, das ist doch ein toller Kommentar dazu"....und das halte ich für nicht allzu clever. Day after tomorrow ist in diesem Sinne nämlich auch ein Kommentar zur globalen Erwärmung. Ist sachlich richtig, aber kein Merkmal mit dem man hausieren kann.

Aber siehste...daher liebe ich diesen Thread. Ich hätte den Film gesehen und nie wieder drüber nachgedacht und so entspinnt sich eine interessante Diskussion und ich kann viel mehr aus dem Film ziehen. :wink: