Es waren die Tage zweier deutscher Produktionen. Und ihre Beurteilung könnte unterschiedlicher nicht sein. Fangen wir hier an:
00 Schneider- Im Wendekreis der Eidechse
Es wäre nicht so, als ob der Film gar keinen Witz hätte. Helge Schneider scheint nur minutenlang keine Pointen liefern zu wollen. Er könnte, weil er ein begnadeter Komiker ist, aber er will wahrscheinlich nicht. Aus Boshaftigkeit. Er hat einfach zu viel Spaß, in jeder 2. Szene den Schauplatz zu wechseln. Hochgebirge, Mühlheim, Spanien, weiß der Geier wo. Er liefert gekonnte Anspielungen auf alte Krimimuster. So habe ich am Anfang gedacht "Endlich mal wieder ein Film, indem geraucht wird." Minuten später war klar. Hier wird in diesem Zusammenhang durch den Kakao gezogen. Trotzdem sind es mir 2 Stunden meines Lebens doch nicht wert, mich dran zu erheitern, dass Helge über lange Zeitabschnitte absichtlich nicht witzig sein will. Aber das gehört wahrscheinlich einfach zu seinem Genie.
Viel erwartet, leider nicht so viel bekommen.
Seit ich als kleiner Dotz in einem Ubootmuseum war, sind mir die Dinger gruselig. Überhaupt, Schiffe selbst finde ich schon beklemmend genug, bei der Vorstellung, dass sich unter mir hunderte Meter Wasser befinden. Uboote potenzieren diese Beklemmung bei mir noch, ist man doch vom Wasser gänzlich umschlossen. Kein Zugang zu frischer Luft, Leben in einer zigarrenförmigen Kiste und kein Platz zu Entfaltung. Ich krieg' schon Zustände, wenn ich nur daran denke. Vielleicht hatte es der Film bei mir deshalb so leicht. Auf jeden Fall wurde mein Gemütszustand fast ebenso durchgerüttelt, wie die Besatzung der U96 bei britischem Unterwasserbombenangriffen.
Der Film ist zwar sehr spannend aufgemacht und für deutsche Verhältnisse auch recht bombastisch, allerdings habe ich auch eindeutige Antikriegssignale empfangen. Einfach durch die Darstellung der Besatzung. Ganz normale junge Kerle, die die Tortour überleben wollen, um das Leben zu genießen, die bis auf eine Ausnahme sowieso nie den Eindruck von besonders strammen Kammeraden erwecken, durch ihre Erlebnisse jedoch völlig desillusioniert und geerdet werden, sodass am Ende nur noch das Überleben wichtig ist. Und gerade glaubt man als Zuschauer, man hätte es überstanden, verpasst einem der Film noch eine zum Abschied, nur, um die Sinnlosigkeit des ganzen Unterfangens noch einmal zu unterstreichen. Nicht nur für deutsches Kino ist das schon beeindruckend.