Ich persönlich bin noch etwas zwiegespalten nach etwa 6-7 Stunden Spielzeit mit den Golden Deers. Das Akademie-Prinzip finde ich prinzipiell ganz gut für mehr Charakterbindung, aber im Vergleich zu Persona 5 (der Vergleich zwingt sich hier ziemlich auf) ist es bisher alles etwas lieblos und nur reines Stats-Boosting. Ich habe eigentlich mit interessanten Geschichten wie bei Personas Social Links gerechnet und nicht nur mit 2-3 Standardphrasen wenn man nun mit jemandem Essen geht oder sonstwas. Vielleicht kommt das noch alles, aber was ich bisher so sehen konnte macht mich nicht gerade enthusiastisch, das komplette Spiel nochmal für kleine Varianzen eines anderen Hauses durchzuspielen.
Als jemand, der von der Serie seit Äonen nichts mehr gespielt hat, fühle ich mich auch vom Spiel stark überfordert. Wer sollte jetzt am besten den Axtkämpfer angreifen? Wer den Schwertkämpfer? Wenn ich nicht gerade in Angriffsreichweite bin habe ich bisher noch keinen Weg gefunden, mir potenzielle Ergebnisse eines Kampfes anzusehen und die Positionierung entsprechend anzupassen. Oft finde ich es auch schwierig zu sehen, welche Einheit man gerade ausgewählt hat wenn alles auf einem Haufen eines Waldfeldes ist. Statistiken durchblättern ist auch total überfordernd mit den vollgestopften Menüs und mangelnden Erklärungen, wozu etwas überhaupt gut ist. Ich habe starke Probleme, hier sinnvoll meine Truppe zu entwickeln weil ich null Plan habe, ob nun Mt etwas wichtiges für jemanden ist, ob es reicht bei der präferierten Waffe Richtung S zu gehen, was für Auswirkungen die Entwicklung zu einer anderen Klasse nun genau hat, und und und.
Das ganze Spiel scheint einfach komplett auf Veteranen ausgelegt zu sein und erklärt nur sehr grob seine Mechaniken. Sich schon für ein Haus entscheiden zu müssen, nachdem man nur ganz grob die Stereotypen ihrer Studenten vorgestellt bekommen hat fand ich auch etwas fragwürdig. Kein Wunder, dass der Großteil der Community einfach Black Eagles wegen der sexy Kriegsgöttin als Leiterin nimmt, man hat ja sonst kaum Input warum man sich nun für eine Fraktion entscheiden sollte außer die "besten waifus". Von dem, was ich in den weiten des Internets dann so lesen konnte scheint die Storyausrichtung sich dann auch stark zu unterscheiden, womit ich dann auch endlich meine Entscheidungsfindung machen konnte. Wäre es so schwer gewesen, das auch grob für die Häuser zu beschreiben?
Naja, ich bleib mal dran, die Qualität scheint hier und da auch definitiv durch. Aktuell fühle ich mich aber ehrlich gesagt maßlos überfordert und nutze erstmal jede gratis Trainingsgelegenheit, die mir gegeben wird, damit ich auch als dummer Spieler später gut weiterkomme. Beim Storytelling hoffe ich einfach mal, dass da noch ein wenig mehr kommt und die Charaktere auch mehr Gesicht bekommen wenn schon ein Großteil des Spieles sich auf sie fokussieren soll.
Zanzara hat geschrieben: ↑26.07.2019 15:42
also ist es möglich missionen zu wiederholen um exp zu grinden? dann ist es vielleicht mal das erste brauchbare fire emblem spiel. werds mir wohl doch holen.
Ich spiele erst ein paar Stunden und habe die ersten 3 "Kümmer dich mal um die Banditen!1" Einleitungskämpfe durch - an dem Punkt gibt es schon die Möglichkeit, seine Freizeitzüge auch für Trainingsrunden auszugeben. Wenn man auf dem normalen Schwierigkeitsgrad spielt gibt es dort auch Trainingskämpfe, die keine Extrazüge kosten. Bin gerade an einer Stelle, an der ich drei Trainingskämpfe ohne Kosten in Folge machen konnte und alle Charaktere 1-2 Level gestiegen sind. Man kann auch im Casual Modus ohne Permadeath spielen, was das Spiel nochmal leichter macht (Zeit zurückdrehen geht aber auch einige Male im Classic, um Fehler auszubügeln). Das Spiel vergibt also schon einiges und gibt gut Trainingsmöglichkeiten, wenn man nicht grad überall die Hardcore-Varianten wählt. Die Trainingskämpfe fand ich bisher allerdings schwieriger als die Hauptmissionen, aber das dreht sich sicher schnell.