KaioShinDE hat geschrieben: ↑21.04.2017 14:10
siehe Planetary Annihilation, Grey Goo, SupCom2, 8-Bit Armies, etc etc. Alle nach kurzer Zeit von der BIldfläche wieder verschwunden und tot. Für das angeblich so verhasste DoW2 ohne Basisbau findet man auch heute noch ohne Probleme öffentliche MP Spiele, jederzeit.
SubCom 2 war auch scheiße im Vergleich zu Teil 1, der immer noch aktiv gezockt wird und eine große Community hat, da das Spiel unheimlich viele Features bietet. PA ist gefloppt, weil's recht dröge war und keine Kampagne hatte. Grey Goo war halt voll underground und 8-Bit-Armys klingt schon vom Titel her nach einem kleinen Casual-Titel für Zwischendurch, ohne jeglichen Tiefgang. Was kommt als nächstes? Valhalla Hills als Beispiel dafür, dass keiner mehr RTS-Spiele haben will? Denn das war auch ein absolut beschissenes Spiel auf Mobilegaming-Niveau (vor allem wenn man vorher Cultures gewöhnt war).
Aber schauen wir uns doch einmal an, wie sehr RTS-Spiele floppen. Wikipedia hat ja immer recht aktuelle Listen, was Spieleveröffentlichungen betrifft (natürlich nur Wikipedia EN, wer tatsächlich denkt, dass so etwas Platz auf Wikipedia DE bekommen würde, denkt sicherlich auch, dass AIDS eine US-Spezialeinheit wäre).
2017 kommen / erschienen folgende absolut gefloppten Titel: Halo Wars 2, DoW3 (wer hätte es gedacht?), Sudden Strike 4 (okay, hat k1 Basenaufbau) und StarCraft: Remastered. Hat Halo Wars 2 Basenaufbau? Habe die Reihe immer geflissentlich ignoriert, XBot-Krebs kommt mir nicht auf die Kiste.
Letztes Jahr hatten wir dann: Cossacks 3, Offworld Trading Company, Homeworlds, Total War: Warhammer (was so gefloppt ist, dass es zig DLCs dafür gibt) und noch 1 AoE2-DLC. Davon waren aber auch nur 2 Spiele mit klassischen Basenbau-Elementen, nämlich Cossacks und AoE.
Der Knackpunkt ist, um es kurz zu fassen, dass es eine ansprechende Kampagne braucht, um ein Spiel marktfähig zu machen. Entweder das oder guten Multiplayer. CnC wäre damals ohne Kane, Nod und die GDI nicht so erfolgreich geworden, wie es heute ist oder wäre, hätten sie die Marke nicht in den Sand gesetzt. Das ist der Grund, warum auch AoE2 so erfolgreich ist und noch heute aktiv im MP gespielt wird. Die Kampagne hat keinen interessiert, die war auch mies präsentiert, Multiplayer hat dafür echt Spaß gemacht.
Der Grund, warum DoW3 dermaßen abkackt ist auf der einen Seite der dröge Multiplayer, der sich trotz der Aussage im Test anfühlt wie MOBAGame Nr. 3865 und dem Aufbaupart, der nur eine Lachnummer ist (6 Gebäude pro Fraktion!). Klar ist Aufbau-RTS ein Nischengenre. Aber wer ernsthaft denkt, er könne RTS-Titel schmackhaft machen, indem er RTS-Elemente streicht und stattdessen Elemente aus anderen Genres (MOBA, RPG) übernimmt, um RTS-Fans aus Mamas Keller zu locken, muss eindeutig zu stark an Klebstoffen geschnüffelt haben.
EDIT: Zum Thema Mikromanagement: Es kommt immer darauf an, wie MM umgesetzt wird. Cultures z.B. war ebenfalls ein Aufbau-RTS mit starkem Mikromanagement-Anteil, der aber super umgesetzt wurde. Jeder Bewohner war ein Individuum, dem man eigene Befehle geben und Berufe zuteilen konnte. Nachwuchs ließ sich jederzeit planen und auch welche Frau einen Sohn und welche eine Tochter bekommt. Man konnte jedem Soldaten eine eigene Rüstung und eine eigene Waffe zuteilen, und dabei aus einem recht guten Pool aus Ausrüstungen wählen. Der Vorteil war eben, dass es das blöde Heldensystem nicht gab (was mich schon seit Warcraft 3 angekotzt hat; es gab nichts Nervigeres, als in jedem Missionsbriefing als letzten Punkt lesen zu müssen: "XYZ muss überleben!"; so wurde man gezwungen jeden Angriff so zu planen, dass er auch 100%ig ein Sieg ist, weil sonst der Held abkratzt und das Spiel verloren ist)