nexttothemoon hat geschrieben:Gibt's die eigentlich noch, Textadventures?
Gibt sogar noch eine recht große Community dafür, sogar eine deutschsprachige Community veröffentlicht noch einigermaßen aktiv immer mal wieder neue Textadventures, die qualitativ den kommerziellen in den 80er-Jahren in Nichts nachstehen. Kommerziell sind die heute natürlich tot, keine Frage... Aber hungern braucht man als Textadventure-Fan nicht, dank der Community^^.
EDIT: Gibt sogar recht umfangreiche Autorensysteme, die das Schreiben von Textadventures so wenig aufwendig wie möglich machen und auch so Sachen wie parallele Ausführung von Prozessen ermöglichen. (Nach dem Motto: NPCs, die selbstständig mit Skripten durch die Textadventure-Welt wandern).
(+1 auf meine "schon wieder als Nerd geoutet"-Liste^^)
Flachpfeife hat geschrieben:warum hat man dann nich einfach richtigen assembler genommen?
Das musst du den Entwickler fragen; ich wüsste aber auch nicht, warum ich 100% akkurates Assembler bei dem Spiel vermissen sollte...
Das Spiel ist toll, wenn man sich für Programmieraufgaben begeistern kann - dem Fazit kann ich uneingeschränkt zustimmen: Wer sich nur minimalst für Programmierung interessiert und bereit ist, das 14-seitige PDF-"Handbuch" zu lesen, kann bedenkenlos zugreifen und wird sicher ein paar Stunden in dem Spiel verbringen. Leider stimmen auch die Kritikpunkte: Mit den Aufgaben hätte man noch viel mehr anstellen können. Immerhin gibts später noch sehr schöne Variationen (die Aufgaben zum Zeichnen von Bildern sind toll). Gut, auf der anderen Seite muss natürlich darauf geachtet werden, dem Anspruch "Spiel" gerecht zu werden - hätte das Spiel zuviele fiktive Befehle oder wären die Aufgaben viel komplexer, hätte ich die Energie zum Lernen lieber in eine "echte" Programmiersprache investiert^^. Das Spiel spricht sowieso schon "nur" Hobby-Programmierer an, da muss es die Zielgruppe nicht noch auf die echten Cracks unter den Programmierern einschränken^^ (was es gottseidank auch nicht tut).
Eine Frage, die ich öfters im Zusammenhang mit TIS-100 lese: Bringt einem das Spiel wirklich Programmierung bei? Meiner Meinung nach: Eher nein, höchstens nur sehr eingeschränkt. Aber es ist ideal dafür geeignet, herauszufinden, ob jemand die
Motivation hat, Programmieren zu lernen. Wer die PDF liest und wenigstens die ersten 4, 5 Aufgaben meistert, kann diese Frage wohl schon mit "Ja" beantworten...
Ich für meinen Teil hätte mir dennoch das ein oder andere Gimmick im Spiel gewünscht. Spontaner Gedanke: Dass man fürs Lösen einer bestimmten Anzahl an Aufgaben z.B. Syntax-Highlighting freischaltet. Im Endeffekt zwar total nutzlos, aber damit würde man die Detailverliebtheit am Spiel anmerken, das sowieso schon prinzipbedingt sehr trist gehalten ist^^ (Stichwort im Fazit: Staubtrocken). Oder dass die Farbe der Rahmen geändert werden. Oder dass man zwischen unterschiedlichen Soundsamples wählen kann... Dass das Spiel beim "Hoch-" und "Herunterfahren" die Geräusche eines uralten Rechners ausgibt, ist immerhin schon etwas^^...
Achja, zur Lernkurve: Sie fängt zwar sehr leicht an (für die erste Aufgabe brauchts nur immer denselben Befehl pro Node), zieht aber recht schnell sehr stark an. Auch Programmierer beißen sich bei der einen oder anderen Aufgabe die Zähne aus...
Die Möglichkeit, eigene Level zu kreieren sind toll; später soll, wenn ich einen Reddit-Beitrag richtig gelesen habe, für die Steam-Fassung auch noch eine Workshop-Integration eingebaut werden.
Ich frage mich noch, wie die ganze Sache rechtlich aussieht, wenn jemand dieses Spiel nachprogrammiert. Soo ein Aufwand für jemanden, der Programmieren in der Ausbildung oder im Studium gelernt hat, ist das nämlich garnicht; per Googlesuche finde ich bereits jetzt schon erste TIS-100-Emulatoren und -Levelbuilder... Wär spätestens das hinkriegt, sollte über eine Karriere als Programmierer nachdenken *g* ...