Ich habs mir am 11. ausm US Store geholt und bin gerade im zweiten Durchlauf.
Das soviele Tests das Zeitlimit so negativ herausstellen kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich hatte am nach Beendigung der Hautpquests noch 5(!) Tage über und das ohne großartig Chronostasis zu benutzen. Und um das Ende zu sehen bzw. den letzten Tag zu erreichen braucht man nicht mehr. Beendet man eine bestimmte Zahl an Sidequests schaltet man den Bonusdungeon frei. Wer also nicht fast alles beim ersten Durchlauf schaffen will, der hat massig Zeit.
Wer will kann Chronostasis sogar derart ausnutzen das er am dritten der vierten Tag schon fertig ist, denn so schwer sind EP nicht aufzufüllen. Große Gegner geben auf Normal 2EP, kleinere Gegner meist zwischen 0,2-0,5 je nach größe der Gegnertruppe.
Zeit ist allerdings ein Luxus, den es in Lightning Returns nicht gibt, denn der Countdown bis zum Weltuntergang tickt gnadenlos herab - egal, was man tut. Selbst wenn man tatenlos im Zug sitz, um zwischen den vier Hauptregionen hin und herzureisen, geht wertvolle Zeit verloren. Zwar kann man die Uhr nicht nur zwecks zeitbezogener und -begrenzter Ereignisse per Chronostasis-Fähigkeit für wenige Minuten anhalten. Das kostet aber wiederum kostbare Energie, die sich nur langsam im Kampf wieder auflädt.
Wie schon oben gesagt ist Zeit kein allzu großer Luxus und die 30-60 Minuten die durch Zugreisen verloren gehen sind nun echt keiner Erwähnung wert. Zumal unterschlagen wird das man sich auch für 3EP ohne Zeitverlust teleportieren kann und nach jedem Tag ein kostenloser Port aus der Arche (hab ich es überlesen oder wird die im Test gar nicht erwähnt?) ansteht. Wer will, muss also genau dreimal im ganzen Spiel den Zug benutzen.
Wer japanischen Originalton bevorzugt, muss die entsprechende Tonspur hingegen erst herunterladen, was später sogar Geld kosten soll...
Immerhin wird es überhaupt angeboten. Warum alles so negativ darstellen?
Vor allem das Spielen unter Zeitdruck nötigt einen immer wieder seinen Forschungs- und Erkundungsdrang zu unterjochen, um ja rechtzeitig alle Pflichtmissionen abzuschließen. Gelingt das nach spätestens 13 Spieltagen nicht, heißt es eiskalt "Game Over"
Wer das nicht in 13 Spieltagen schafft, der hats auch nicht anders verdient. Dafür muss man weder seinen Forschungs- noch Entdeckerdrang unterjochen, sondern einfach nur normal spielen. Was soll das überhaupt für ein Kritikpunkt sein? Man kann tatsächlich wie in 98% aller Spiele scheitern? Na das ist ja eine Überraschung.
Ich hatte nach einem Durchgang jedenfalls genug und mich an die Zeiten zurückgesehnt als man noch vor dem letzten Gefecht in Ruhe allen losen Enden nachgehen, seine Charaktere perfektionieren und auch die letzte Herausforderung knacken konnte. Aber vielleicht bin ich da auch zu altmodisch...
Oder doch mittlerweile zu verwöhnt? LR bietet deutlich mehr Oldschoolkonzepte als die anderen 13er Teile. Sehr viel was die Fanbase an 13 kritisiert hat wurde hier geändert und insgesamt ist das Spiel deutlich weniger Mainstream.
Bei 13 haben viele gemeckert das alles nur Schlauchlevels sind, das man nur von einem Mapmarker zum nächsten rennt, das man erst nach zig Spielstunden eigene Entscheidungen bei der Charakterentwicklung und Partyzusammenstellung treffen kann und und und.
LR bietet:
Städte und Shops (das hat vielen Fans bei 13 gefehlt)
Wenig "handholding" (kaum Questmarker)
NPCs ansprechen notwendig um viele Dinge zu finden (man glaubt nicht wieviele nichtmal die zweite Hauptmission schaffen wo man ohne Marker drei Zahlen in der ersten Stadt finden muss)
Kampfsystem mit sehr hohem Skillcap: Klar kann man sich mit nem "Standardsetup" durchwürgen, aber wer ein wenig investiert, der schafft viele Gegner deutlich schneller. Bei 13 und 13-2 war der spannendste Reaktionstest noch bei einigen wenigen Gegner fix auf Sen/Sen/Sen zu wechseln und alle zwei "Runden" den instant atb charge zu nutzen. Jetzt hat man endlich mal ein Kampfsystem bei dem Reaktion, schnelle Entscheidungen und gute Vorbereitung gefragt sind und stattdessen steht dann da sowas:
Keinerlei Einflussnahme mehr gibt es auch bei der mittlerweile vollautomatisch verlaufenden Charakterentwicklung.
Komisch, bei meinem LR muss ich Zauber von Gegnern farmen (hab ich im Test wohl auch überlesen), von selbst in den Schoß gefallen sind mir unterwegs keine. Was ist denn an einem klassischen Levelsystem über Erfahrungspunkte weniger vollautomatisch? Konnte man bei einem anderen FF schonmal die Grundstats selber verteilen? War das Materia finden, Zauber ziehen, Ausrüstungsfertigkeiten "leveln", Standard Sphärobrett, Rüstungs- und Zauberlizenen kaufen etwa komplexer?
Nein, LR ist kein Meisterwerk und hat seine Schwächen. Es hat aber auch seine Stärken und hätte auch mal Lob verdient nicht nur ein schnell zusammengeschustertes 13-3 zu sein. Für die geringe Entwicklungszeit die sich in der Technik wiederspiegelt bekommt man hier dennoch ein gänzlich anderes Spielgefühl als bei 13 und 13-2. Dafür könnte man auch mal etwas loben und nicht nur diverse Gameplayelemente übertrieben negativ darstellen (Zeitlimit) und andere einfach komplett weglassen (Zauber durch Gegnerdrops, Staggerconditions deutlich komplexer als bei 13 und 13-2, Kampfsystem mit hohem Skillcap, Hardmode, neue Gameplayelemente im NG+ etc.)
Der Test liest sich einfach so als hätte der Tester schlicht und ergreifend kein Bock gehabt auf das Spiel. Negatives übertreiben, positives kleinreden oder weglassen. Schade.