The Swapper - Test

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4P|BOT2
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The Swapper - Test

Beitrag von 4P|BOT2 »

Sein oder nicht sein? Diese Frage steht beim Puzzle-Plattformer The Swapper aus dem Hause Facepalm im Mittelpunkt. Während man seinen Weg durch eine verlassene Raumstation bahnt, erkundet man philosophische Grenzgebiete. Kann das Sci-Fi Abenteuer im Test überzeugen?   ...

Hier geht es zum gesamten Bericht: The Swapper - Test
Abe81
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Kommentar

Beitrag von Abe81 »

Zweifellos eine sehr originelle Verbindung von Spielmechanik und ästhetischer Darstellung, aber dieses Befrachten mit angeblicher "Philosophie" kann auch nur funktionieren, wenn man Ratgeber-Eso-Pop-Philosophie a la Richard David Precht für anspruchsvoll hält. Das zeigt sich auch in dieser verdinglichen Pro-Contra-Liste, in der der "philosophische[] Anspruch" ein Plus-Häkchen in der Liste darstellt. Das große Geraune um "metaphysische Fragen" wird dann heruntergebrochen zu einem 'coolem feature'.
johndoe820476
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Re: The Swapper - Test

Beitrag von johndoe820476 »

Ich hab's selbst durchgespielt und kann mich dem fazit ganz gut anschließen. ergänzen würde ich die nicht ganz so herausragende spielzeit. leider gibt es keine deutschen untertitel, was das verständnis etwas erschwert hat (zumindest mir). gerade weil die story von vielen kleinen andeutungen lebt, ist das schade. alles in allem aber ein wirklich herausragendes spiel.

@abe
was bitte hat das ganze jetzt mit precht zu tun (der meines erachtens ein wirklich guter philosoph ist)? und inwiefern ist precht eso-pop? esotherik steht bei mir nicht - zumindest kaum - in der tradition von westlicher philosophie, die precht in seinem bestseller ansatzweise rekonstruiert hat. generell verstehe ich deine kritik nicht. was soll ein spiel deiner meinung anderes leisten als metaphysische grundfragen ansatzweise anzureißen. es soll sich ja immer noch um ein spiel handeln, keine deskriptive abhandlung von theorien über metaphysik. zudem halte ich es für gerade erstrebenswert, dass ein spiel die (selbst-)reflexion seiner spieler anregt.
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Usul
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Re: The Swapper - Test

Beitrag von Usul »

USERNAME_1639154 hat geschrieben:precht [...] der meines erachtens ein wirklich guter philosoph ist
Haha... der war gut!

@Topic:
Das Spiel gibts auf der Webseite DRM-frei über den Humble-Shop. Daher gekauft.
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schefei
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Re: The Swapper - Test

Beitrag von schefei »

Gerade erst Gunpoint gekauft und jetzt diesen Test gelesen, Indies ihr macht mich arm...
johndoe820476
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Re: The Swapper - Test

Beitrag von johndoe820476 »

Usul hat geschrieben: Haha... der war gut!
welches kriterium eines guten philosophen erfüllt er denn nicht? ich bin um ehrlich zu sein froh, dass er nicht zu der sorte philosophen gehört, die ausschließlich in universitären kreisen verkehren um dort debatten zu führen, die einen nur sehr elitären teil unserer gesellschaft betrifft. darüber hinaus halte ich ihn für jemanden, der klar argumentieren und gesamtzusammenhänge schlüssig darstellen kann.er ist natürlich jemand der philosophie in einen gesamtgesellschaftlichen zusammenhang stellt und viele teilgebiete der philosophie berührt. die detailverliebtheit eines nietzsche erreicht er dabei natürlich nicht. das sollte aber auch klar und, ob seines verständnisses von philosophie, nicht verwerflich sein.
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LouisLoiselle
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Re: The Swapper - Test

Beitrag von LouisLoiselle »

schefei hat geschrieben:Gerade erst Gunpoint gekauft und jetzt diesen Test gelesen, Indies ihr macht mich arm...
Indies gehört die Zukunft. Sollen andere doch das zehnte Call of Duty kaufen, da hol ich mir fürs selbe geld lieber drei Indies. Gunpoint hab ich durch, jetzt suchte ich gerade an "Unepic". Gefällt mir.
Das ist keine Meinung, sondern Wissenschaft. Und Wissenschaft ist ein kaltherziges Biest mit einem Stahldildo zum Umschnallen - Vincent Masuka
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Usul
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Re: The Swapper - Test

Beitrag von Usul »

USERNAME_1639154 hat geschrieben:welches kriterium eines guten philosophen erfüllt er denn nicht?
Ich glaube, dieser Artikel - so bewußt vernichtend er auch klingen mag - faßt die Kritikpunkte gut zusammen (auch wenn es größtenteils um ein Buch geht):

[edit] http://www.sueddeutsche.de/kultur/bests ... h-1.138989 [/edit]
ich bin um ehrlich zu sein froh, dass er nicht zu der sorte philosophen gehört, die ausschließlich in universitären kreisen verkehren um dort debatten zu führen, die einen nur sehr elitären teil unserer gesellschaft betrifft. darüber hinaus halte ich ihn für jemanden, der klar argumentieren und gesamtzusammenhänge schlüssig darstellen kann.er ist natürlich jemand der philosophie in einen gesamtgesellschaftlichen zusammenhang stellt und viele teilgebiete der philosophie berührt. die detailverliebtheit eines nietzsche erreicht er dabei natürlich nicht. das sollte aber auch klar und, ob seines verständnisses von philosophie, nicht verwerflich sein.
Es gibt halt auch Zwischenschritte zwischen dem typischen abgehobenen Philosophie-Professor und einem Luftikus wie Precht. Der gesellschaftliche Zusammenhang ist nicht das Problem, sondern die Banalität seiner Aussagen sowie die teilweise abstrusen Fakten- und Denkfehler, die er an den Tag legt. Man nennt ihn einen Populärphilosophen, aber vielleicht wäre der Begriff "populistischer Philosoph" noch besser geeignet.

EDIT: Sorry, hatten den Link vergessen. :)
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Lebensmittelspekulant
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Re: The Swapper - Test

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Was ist schon ein guter Philosoph? Ich denke nicht, daß sich ein Philosoph auf eine universelle, objektive Definition von gut und schlecht festlegt. Die Erkenntnisse, die Precht liefert, sind wahrlich nichts besonderes. Dafür braucht man kein studierter Philosoph zu sein, wozu überhaupt? Ein Studium konzeptioniert nur die eigene Gedankenwelt und raubt ihr somit die Freiheiten. Wenn man sich nur öfter mal mit Freunden durch philosophische Kontexte pflügt reicht das schon um selber ein Philosoph zu sein. Man tauscht Gedanken und Ideen aus und bildet daraus neue Erkenntnisse. Nichts anderes haben sämtliche Philosophen in der Geschichte auch gemacht. Das ist Philosophie.

Was man Precht dabei zu Gute halten kann: Selbst wenn er nur Trivialphilosophie verkauft, im Gegensatz zu den meisten anderen Philosophen ist er nun einmal fähig komplexe Erkenntnisse so zu formulieren, daß sie auch von einem Durchschnittsmenschen verstanden werden. Seine Leistung ist es möglichst vielen Menschen diese Gedankengänge zugänglich zu machen. Diese Fähigkeit hat nämlich kaum jemand.

Wer sagt denn auch, daß es in der Geschichte der Philosophie bisher nicht anders lief? Vielleicht sind die Erkenntnisse, die Sokrates einst formulierte, ebenso die Erkenntnisse von tausenden anderen Griechen zu jener Zeit gewsen. Nur Sokrates war eben der erste, der sie veröffentlichte und einem breiten Publikum zugänglich machte. Vielleicht gab es zu jener Zeit auch weitaus erkenntnisreichere Philosophen, die Sokrates für genauso beschränkt hielten, wie es einige mit Precht tuen, die aber in der Allgemeinheit einfach nie Gehör fanden, nie beachtet und deswegen vergessen wurden.
Das könnte auf alle berühmten Philosophen der Menschheitsgeschichte zutreffen.


Aber was ich eigentlich sagen wollte: Danke für den Test. Werde mir das Spiel zulegen :)
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Usul
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Re: The Swapper - Test

Beitrag von Usul »

Lebensmittelspekulant hat geschrieben:Was ist schon ein guter Philosoph?
Ein guter Philosoph ist einer, der nicht philosphiert, um sich damit zu profilieren, und dabei bewußt oder unbewußt Schlampereien, Fehler, grobe Verallgemeinerungen, Verwässerung, falsche Schlüsse, logische Fehler, populustische Pseudo-Sinnsprüche usw. fabriziert. Alle andere ist nebensächlich bei der Causa Precht. Um es anders auszudrücken: Er ist ein Schwätzer. Daß er damit bei einem gewissen Teil der Bevölkerung Erfolg hat, macht die Sache nicht besser.
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Vino
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Re: The Swapper - Test

Beitrag von Vino »

Das Spiel klingt gut und wird geholt.

@andere: hört auf über Philosophen zu philosophieren, denn für die notwendige philosophische Tiefe eines philosophischen Diskurses ist das Forum höchst ungeeignet. Anders ausgedrückt: Si tacuisses, philosophus mansisses :lol:
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"Alle Spiele sind Kunst. Aber die meisten Spiele sind schlechte Kunst." - Tale of Tales (The Path)
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Usul
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Re: The Swapper - Test

Beitrag von Usul »

Vino hat geschrieben:Das Spiel klingt gut und wird geholt.
Grad mal ne halbe Stunde angespielt und es ist wirklich geil. :)

@andere: hört auf über Philosophen zu philosophieren, denn für die notwendige philosophische Tiefe eines philosophischen Diskurses ist das Forum höchst ungeeignet.
Das ist mit Verlaub Unsinn. :) Muß sich ja niemand daran beteiligen, der keine Lust hat.
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JunkieXXL
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Re: The Swapper - Test

Beitrag von JunkieXXL »

Precht ist für mich auch nix. Trivialphilosophie für die Massen. Aber ich meine, besser Precht als Vera am Mittag, Britt oder so. Das Niveau der Massen ist ja teilweise so weit unten, dass kleine Philosophen wie Precht und Schmidt Salomon da schon wie Riesen wirken.
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Vino
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Re: The Swapper - Test

Beitrag von Vino »

Usul hat geschrieben:
Vino hat geschrieben:Das Spiel klingt gut und wird geholt.
Grad mal ne halbe Stunde angespielt und es ist wirklich geil. :)

@andere: hört auf über Philosophen zu philosophieren, denn für die notwendige philosophische Tiefe eines philosophischen Diskurses ist das Forum höchst ungeeignet.
Das ist mit Verlaub Unsinn. :) Muß sich ja niemand daran beteiligen, der keine Lust hat.
das war ironisch gemeint ;-)
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Abe81
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Re: The Swapper - Test

Beitrag von Abe81 »

Die Diskussion um den 'philosophischen Gehalt' dieses Spiels wie auch Precht, ist ja schon Ausdruck der Vulgarisierung eines jeglichen Gegenstandes, der hier 'verhandelt' wird. Wer ernsthaft behauptet, ein Philosophiestudium sei überflüssig (wofür es sicherlich gute Argumente gibt) da dieses die Freigeistigkeit des frei flottierenden Irrsins durch Ratio und System beschneide, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Worauf jene mit Restverstand noch reflektieren können, ist wie a) am Beispiel Precht einem Gegenstand durch seine Vulgarisierung, also das Zurechtstutzen auf's unbedingte 'unmittelbar Verständlichsein' und b) am Beispiel des Spiels durch die Verdinglichung der Philosophie des Geistes zu infantilen
Fragen a la 'der Lokalisierung der Seele im Gehirn', der nimmt dem Gegenstand seinen Gehalt und damit auch seine Transzendenz über das jeweils Bestehende. Wer nach dem unmittelbar Kommensurablen giert, weil er zu denkfaul ist, sich in ein Thema zu vertiefen, muss natürlich behaupten, daß das Thema sich in wenigen Fakta und Sinneprüchen erschöpfe. Na dann gute Nacht mit Sofies Welt.


Und nochmal sei betont: Das geht nicht gegen die popkulturelle Inanspruchnahme eines Themas durch ein Videospiel, daß ganz zweckfrei einfach nur unterhalten will. Es geht um dieses Geraune in der Rezension.
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