tschief hat geschrieben:
[...]
Ich hab mit amateurhaft nach einem guten Wort gesucht, lass uns einfach: "noch ziemlich am Anfang" sagen, dann verstehst du, was ich damit gemeint habe. War ein wenig unglücklich gewählt..
Gemäss deiner Argumentation über die Urknalltheorie ist die Schöpfungsgeschichte genau so plausibel, auch sie kann nicht widerlegt werden. Lustigerweise wird die Existenz eines Gottes oft auch mit diesem Argument verteidigt (ich will mich jetzt nicht zu dem Thema äussern

), und gleichzeitig wird darüber gelacht. Aber bei der Urknalltheorie... Du verstehst schon, worauf ich hinaus will.
Der Unterschied zwischen der Relativitätstheorie und der Urknalltheorie ist der, dass die RT praktisch angewendet werden kann. Während die Urknalltheorie halt wirklich nur "blanke" Theorie ist, ohne Praxis, ohne nichts. Mir ist bewusst dass es diverse "Experimente" und "Versuche" gibt, die in die richtige Richtung deuten, schlussendlich haben wir das aber auch bei anderen Theorien. Ich für meinen Teil denke, irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit. Aber auch das ist nur eine weitere Theorie

...
Mit meinem relativ bescheidenen (aber doch vorhandenen) Wissen in Sachen Physik kann ich hier auch nicht ins Detail gehen, also eine Grundsatzdiskussion erübrigt sich hier.
Ich wollte nur anmerken, dass eben diese Theorie die du erwähnt hast, nicht unumstösslich ist. Ich will dir die Urknalltheorie auch nicht ausreden oder irgendwas so (wie könnte ich auch

).
An nichts glauben ist definitiv auch der falsche Weg, aber genau da ist der Knackpunkt: Glauben! Nicht wissen!
Man glaubt sozusagen an die plausibelste Lösung, und aufgrund derer werden weitere Theorien und Vermutungen angestellt, aber niemand WEISS. Nur schon deshalb ist das Wort Wissenschaft ein Witz an sich. (Wortklauberei, ich weiss

)
Klar, irgendwann weiss man! Aber gerade in der Theorie der Entstehung des Seins, in Sachen Unendlichkeit, Universum und dem Verhalten desselben weiss man wirklich noch gar nichts! Deshalb finde ich es auch ein wenig erheiternd wie hier unumstösslich über etwas diskutiert wird, was keiner der Anwesenden wissen kann.
Und wie es so ist mit Vermutungen und Theorien, auch wenn sie nur einen kleinen Fehler drin haben, kann alles nachfolgende über den Haufen geworfen werden.
Ich versteh schon, was du meinst, aber ich denke, du unterschätzt die Wissenschaft ein wenig. Im Kleinen, in der Welt der Quanten, sind noch etliche Fragen offen. Aber die Relativitätstheorie gepaart mit der Urknall theorie gibt uns schon ein ziemlich klares Bild über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Universums. Wobei eigentlich jeder halbwegs angesehene Wissenschaftler diese Theorien, die man niemals beweisen kann, einfach mal als wahr hinnimmt. Es bietet sich einfach keine logische Alternative an, und das Universum verhielt sich in den letzten 14 Milliarden Jahren stets kausal.
Die einzige wirkliche Unklarheit im Makroskosmos ist heuzutage die dunkle Energie sowie die dunkle Materie. Es ist nicht ganz nachvollziehbar, warum die Galaxienhaufen eine bestimmte Struktur mit vielen Voids bilden. Ich persönlich, und jetzt wird's wirklich spekulativ, mache dafür die Gravitation verantwortlich, die meiner ansicht nach mitnichten linear wirken muss, und halte dunkle Materie für Humbug. Aber das ist ein anderes Thema. Es hat mit der Ausdehnung der Dimensionen wenig zu tun, genausowenig mit den Ausgangsbedingungen für den Urknall. Auch wenn ein Quäntchen Zweifel bestehen mag, es ist einfach dermaßen unwahrscheinlich, dass der Urknall sich als falsch herausstellt, dass diese Möglichkeit getrost ignoriert werden kann.
Auch solltest du nicht dem Glauben verfallen, der Mensch könnte dies und das nicht wissen. Noch vor ein paar Jahrzehnten hielt man es für unmöglich, die Masse von weit entfernten Sternen exakt bestimmten zu können. Heute finden wir sogar Exoplaneten und bestimmen deren Masse. Wir haben über das Universum schon sehr viel gelernt, wir stehen ganz und gar nicht am Anfang. Wir betreiben lediglich noch Detailarbeit. Wenngleich diese Details natürlich wichtig und hochinteressant sind.
Natürlich wird niemals die Frage nach einem Sinn oder ähnlichem beantwortet werden, da das eine subjektive Sache ist, die mit NAturgesetzen nicht beantwortet werden kann. Aber es gibt auch so einige Möglichkeiten, die ausgeschlossen werden können. Beispielsweise Zeitreisen. Um makroskopische Objekte, wie Menschen, in der Zeit zurück zu bewegen müsste unendlich Energie aufgewendet werden. Der Energieerhaltungssatz sagt uns, dass unendliche Energie in unserem Universum nicht existieren kann, also ist die Möglichkeit widerlegt, ist nichts dran zu rütteln. Es sei denn, man widerlegt Theorien, die sich seit über 100 Jahren bewährt haben (was in der Wissenschaft der Physik wirklich eine Ewigkeit ist) und schmeißt die komplette moderne Physik über den Haufen. Ist zwar denkbar, aber ebenfalls enorm unwahrscheinlich.
Oder eben die Unendlichkeit, um die es ursprünglich ging. Wäre das Universum unendlich, gäbe es auch unendlich viele Sterne. Was wäre die Folge daraus? Aufgrund des Lichtes von unendlich vielen Sternen, wäre der Himmel taghell. Ständig. Ist der Himmel nachts hell? Nein? Also ist das Universum nicht unendlich.
Ich verstehe ja, dass Menschen, die in der Physik weniger bewandert sind (was keine Beleidigung sein soll) sich gerne unzählige Möglichkeiten offenhalten, wie das ja auch bei allerlei Science Fiction Filmen gemacht wird. Aber oft sind die Antworten auf spezielle Fragen relativ simpel. Die physikalischen Gesetze haben sich nun mal als richtig erwiesen, und sie sind erwiesenermaßen im gesamten Universum gültig. Daraus lässt sich nun mal auch vieles ableiten, ohne es direkt zu beobachten.
Und was Gott angeht: Natürlich kann der nicht widerlegt werden. Ein Gott könnte durchaus existieren, denn eine vollkommene Gestalt mit Kontrolle über alles und jeden kann auch problemlos die Gesetze der Physik beeinflussen. Mit einer solchen Komponente wird dann tatsächlich alles wahrscheinlich, inklusive Unendlichkeit. Ich vermute, deshalb klammern sich viele Menschen so gerne daran. Allerdings versucht auch kein seriöser Wissenschaftler überhaupt, Gott zu widerlegen. Es macht keinen Unterschied, ob der nun da ist oder nicht. Physiker versuchen nur, die gegebene Welt zu verstehen. Wer oder was diese geschaffen hat und warum, tut nichts zur Sache.
@3tagewach
Du hast da was missverstanden. Es gibt keine "Paralleluniversen". Dass andere Universen existiern, ist nicht auszuschließen, aber nicht am selben Ort wie unseres. Die Teilchenüberlagerungen, die du angedeutet hast, gehören zur Quantenphysik. Die Teilchen nehmen einen Zustand erst mit einer Wechselwirkung an, oder Teilchen beginnen erst mit einer Wechselwirkung zu existieren (virtuelle Teilchen). Das ist alles Teil der heisenbergischen Unschärferelation und hat mit Paralleluniversen nichts zu tun. Die gibt es genausowenig wie Tachyonen.