THQ: 'Back in black' dank UFC
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- 4P|BOT2
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THQ: 'Back in black' dank UFC
Seitdem man eine geraume Zeit lang Verluste hinnehmen musste, konnte THQ im vergangenen Geschäftsquartal erstmals wieder schwarze Zahlen schreiben. In jenem Zeitraum (April bis Juni) erwirtschaftete der Publisher Einnahmen in Höhe von 243,5 Mio. Dollar (THQ: 'Back in black' dank UFC
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roman2
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Grossunternehmen sind weird...
Kann mir irgendein BWL Student mal erklaeren, wie die ganze Geschichte Funktioniert?
Also wenn sie im Vorjahr Einnahmen in Hoehe von 137EUR hatten, aber 27,2 Mio Dollar Minus gemacht haben. Wer verliert dann letzten endes die 27,2 Mio.
Und wenn sie dann im naechsten Jahr Einnahmen von 243,5 Mio haben, und davon gerade mal 6,4 Mio Profit sind, dann haben sie ja verglichen zum letzten mal ~das Doppelte investiert.
Woher nehmen sie diese Unsummen an Geld? (Die sie ja wohl kaum ueber's Weihnachtsgeschaeft eingenommen haben?). Und wer profitiert ueberhaupt von davon? Die Profitrate ist ja mal unschlagbar niedrig (~237,1 Einsatz, 243,5 Ausgang. Macht ca. 2,7% Gewinn. Das ist nicht gerade viel...). Irgendwie versteh ich den Geldfluss in diesen Grossunternehmen nicht so wirklich...
Also wenn sie im Vorjahr Einnahmen in Hoehe von 137EUR hatten, aber 27,2 Mio Dollar Minus gemacht haben. Wer verliert dann letzten endes die 27,2 Mio.
Und wenn sie dann im naechsten Jahr Einnahmen von 243,5 Mio haben, und davon gerade mal 6,4 Mio Profit sind, dann haben sie ja verglichen zum letzten mal ~das Doppelte investiert.
Woher nehmen sie diese Unsummen an Geld? (Die sie ja wohl kaum ueber's Weihnachtsgeschaeft eingenommen haben?). Und wer profitiert ueberhaupt von davon? Die Profitrate ist ja mal unschlagbar niedrig (~237,1 Einsatz, 243,5 Ausgang. Macht ca. 2,7% Gewinn. Das ist nicht gerade viel...). Irgendwie versteh ich den Geldfluss in diesen Grossunternehmen nicht so wirklich...
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revosback
- Beiträge: 13
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Die Einnahmen von 137 Mio. Dollar sind eben nur Einnahmen.
Ist also der Umsatz der gemacht wurde, wobei die eigenen Ausgaben, die THQ hatte, noch nicht gegengerechnet sind. Also hatten sie wohl Ausgaben in Höhe von 164,2 Mio. Dollar (137 Umsatz - 164,2 Ausgaben = 27,2 Verlust).
Woher sie das Geld nehmen? Banken würd ich sagen, die denen den Kredit geben - bei guten Sicherheiten und gutem Businessplan etc. machen die sowas. Oder von Investoren.
Die Rendite ist, soweit ich mich an meine BWL-Zeit erinnere, gar nicht mal so übelst. Nicht das tollste, aber OK.
Ist also der Umsatz der gemacht wurde, wobei die eigenen Ausgaben, die THQ hatte, noch nicht gegengerechnet sind. Also hatten sie wohl Ausgaben in Höhe von 164,2 Mio. Dollar (137 Umsatz - 164,2 Ausgaben = 27,2 Verlust).
Woher sie das Geld nehmen? Banken würd ich sagen, die denen den Kredit geben - bei guten Sicherheiten und gutem Businessplan etc. machen die sowas. Oder von Investoren.
Die Rendite ist, soweit ich mich an meine BWL-Zeit erinnere, gar nicht mal so übelst. Nicht das tollste, aber OK.
- Spunior
- Beiträge: 1918
- Registriert: 21.07.2005 21:19
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Es gibt drei typische Geldquellen für die Finanzierung des laufenden Betriebs: 1. Die Einnahmen aus bereits veröffentlichten Spielen. 2. Bankkredite (Siehe auch hier im unteren Drittel). 3. Man geht an das eigene Sparschwein und plündert die Geldreserven. (Auch das hat THQ vor einiger Zeit gemacht - siehe gleicher Artikel.)
Es gibt natürlich noch die Möglichkeit, kurzfristig und einmalig Geld zu verdienen durch das Verkaufen von eigenen Marken oder Studios - Marken hat THQ in der jüngeren Vergangenheit aber nicht abgestoßen, dafür aber reichlich Studios geschlossen, was kurzfristig zusätzliche Kosten verursacht (Umstrukturierung, Abfindungszahlungen) und auch noch das Frühjahrsquartal beeinflusst haben dürfte. Ob sie von 38 Studios (also nicht 38 separate Studios, sondern das Unternehmen, das '38 Studios' heißt) Geld bekommen haben für Big Huge Games, oder einfach nur froh waren, den Laden los zu sein, ist unklar. Viel Geld kann aber nicht geflossen sein.
Es gibt natürlich noch die Möglichkeit, kurzfristig und einmalig Geld zu verdienen durch das Verkaufen von eigenen Marken oder Studios - Marken hat THQ in der jüngeren Vergangenheit aber nicht abgestoßen, dafür aber reichlich Studios geschlossen, was kurzfristig zusätzliche Kosten verursacht (Umstrukturierung, Abfindungszahlungen) und auch noch das Frühjahrsquartal beeinflusst haben dürfte. Ob sie von 38 Studios (also nicht 38 separate Studios, sondern das Unternehmen, das '38 Studios' heißt) Geld bekommen haben für Big Huge Games, oder einfach nur froh waren, den Laden los zu sein, ist unklar. Viel Geld kann aber nicht geflossen sein.
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Pat_Stone
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- Registriert: 16.06.2009 22:36
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Ich gönne es jedem Publisher, wenn er ordentlich Umsatz macht & dabei auch noch halbwegs Gewinn herausspringt. Je mehr große Publisher, desto grösser die Auswahl an gescheiten Spielen & THQ hat in den letzten Jahren ja einiges an Mist released, daher freue ich mich schon darüber, wenn es dem Unternehmen finanziell besser geht.
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SteffanOw
- Beiträge: 9
- Registriert: 17.06.2009 23:28
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Re: Grossunternehmen sind weird...
Du hast unbemerkt schon die Antwort gegeben. In der Bilanzierung unterscheidet man 3 wichtige Veröffentlichungen:roman2 hat geschrieben:Kann mir irgendein BWL Student mal erklaeren, wie die ganze Geschichte Funktioniert?
Also wenn sie im Vorjahr Einnahmen in Hoehe von 137EUR hatten, aber 27,2 Mio Dollar Minus gemacht haben. Wer verliert dann letzten endes die 27,2 Mio.
Und wenn sie dann im naechsten Jahr Einnahmen von 243,5 Mio haben, und davon gerade mal 6,4 Mio Profit sind, dann haben sie ja verglichen zum letzten mal ~das Doppelte investiert.
Woher nehmen sie diese Unsummen an Geld? (Die sie ja wohl kaum ueber's Weihnachtsgeschaeft eingenommen haben?). Und wer profitiert ueberhaupt von davon? Die Profitrate ist ja mal unschlagbar niedrig (~237,1 Einsatz, 243,5 Ausgang. Macht ca. 2,7% Gewinn. Das ist nicht gerade viel...). Irgendwie versteh ich den Geldfluss in diesen Grossunternehmen nicht so wirklich...
Die Bilanz enthält die Vermögenswerte (also eine aggregierte Aufstellung aller Werte inklusive der Schulden),
die Gewinn- und Verlustrechnung (welche im Artikel zitiert wird),
und die Kapitalflussrechnung.
Im Gegensatz zur Gewinn- und Verlustrechnung enthält die Kapitalflussrechnung nur echte Geldzu- und -abflüsse. In einer GuV sind immer auch steuerlich relevante Spielereien enthalten.
Beispiel (alle Zahlen in Millionen):
THQ hat im abgelaufenen Quartal einen Umsatz von rund $243. Davon sind $81 echte Produktionskosten. Weitere $76 sind Abschreibungen (also steuerliche Gewinnminderungen, die aber keine Geldabflüsse sind). Dieser $76 reduzieren den Gewinn und damit auch die Steuern, aber das Geld ist trotzdem noch in der Tasche von THQ.
Weitere $23 gingen in die Entwicklung, $39 ans Marketing und $17 in die Verwaltung.
Im Ergebnis hat man dann einen Operativen Profit von $7, auf den noch $1 Steuern gezahlt werden müssen.
Und wenn du dich jetzt fragst, wie man das finanziert; THQ hat gestern erst wieder eine Wandelanleihe über $90 Millionen begeben.
Oh, und im Vorjahrsquartal hatte THQ einen (steuerlichen) Verlust von $27 Millionen ausgewiesen. Gleichzeitig waren die Abschreibungen bei $40 Millionen. Im Ergebnis hat THQ auch da noch Geld eingenommen, auch wenn sie einen (steuerlichen) Verlust auswiesen.
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a.user
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Re: Grossunternehmen sind weird...
ich fand das so süüüüüüüß!roman2 hat geschrieben:Kann mir irgendein BWL Student mal erklaeren, wie die ganze Geschichte Funktioniert?
- -pathfinder-
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RAUBKOPIERER :)
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