Serkis sieht Potenzial für Stories in Spielen

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4P|BOT2
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Serkis sieht Potenzial für Stories in Spielen

Beitrag von 4P|BOT2 »

Andy Serkis, der vor allem für seine Rolle als Gollum in Peter Jacksons Herr der Ringe-Trilogie bekannt wurde und im PS3-Titel den bösen König Bohan verkörperte, sieht großes Potenzial für Videospielen als ein Medium, in dem man Geschichten erzählen kann.

<EM>"Meine Kinder fangen damit an, sich viel mit Spielen zu beschäftigen. Spiele - da ist einfach keine Seele drin. Sie drehen sich...</EM>

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blueisorange
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Serkis

Beitrag von blueisorange »

da hat der gute Mann durchaus recht (übrigens fehlt in dem Artikel der Titel des PS3 Spiels, "Heavenly Sword" ;) ). Es gibt eine Hand voll Leute, z.b. Peter Molineaux (eh ^^ ihr wisst), die ja diesen Ansatz durchaus verfolgen, aber mir gehts auch gegen den Strich, dass ich entweder wählen muss zwischen monotonem, dafür fordernden Hardcoregaming (Killzone, Skate, etc.) oder richtig guten Geschichten, die jedes Kind spielen kann (Fable etc.). Gibt natürlich ein paar exquisite Ausnahmen, siehe Metal Gear, und nicht aus Zufall sind die dann auch wirklich großartige Seller.
Das Problem an der Handlung ist aber auch, dass man als Gamer viel Zeit in Nichtspielen investieren muss, um an die feinen Passagen zu kommen, die einen dann auch fordern. Es gibt bisher irgendwie kaum ein kompromisartiges Dazwischen.
JoinTheDarkSide
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Beitrag von JoinTheDarkSide »

Wichtig wäre es erstmal einen Weg zu finden und zu etablieren, bei dem wirklich das Spiel selbst die Geschiche erzählt und man nicht zum erzählen der Geschichte auf andere Medien wie Film (gerenderte oder Echtzeitfilmsequenzen) oder sogar Buch (Texttafeln) ausweichen muss. Ganz gut haben die HalfLife Teile das gemacht. Wenn etwas passiert ist, dann war das Ingame und wenn man halt weggelaufen ist während eines solchen Skriptereignisses hat man vielleicht einen wichtigen Dialog verpasst, aber es hat gut in Game gepasst. Ganz schlecht hat das Fahrenheit gemacht, das war im Prinzip ein Echtzeit-Renderfilmchen, ebi dem der Spieler halt ab und zu mal ein Knöpfchen drücken durfte. Ach so und die Story war hier auch alles andere als gut. Hat zwar nett angefangen, aber die Auflösung - Oh mein Gott - ich krieg heute noch zuckende Magenkrämpfe, wenn ich daran denke was hier allen Ernstes als Ende präsentiert wurde. Und alle Tester fanden damals noch die Story toll.

Nur was der Herr Serkis da von sich gibt ist eher eine Grundsatzfrage. Brauchen Spiele wirklich mehr Story? Gibt es nicht schon Filme oder Bücher oder Comics etc. um Geschichten zu erzählen? Vor allem da in Spielen die "Story" oft dazu missbraucht wird einfach eine kleine Pause zwischen zwei Levels zu schaffen. Spiele wie Super Mario dagegen machen sich nichtmal die Mühe so zu tun, als ob es überhaupt so etwas wie eine Story gäbe, sie sind einfach nur das pure Spiel an sich und rocken trotzdem alles weg.

Ich selber bin da auch etwas unentschieden. Natürlich freue ich mich über eine gut erzählte Geschichte, die dazu noch keine Brüche zum Spiel hat wie in Half Life oder MGS4, das es komischerweise trotz Cutscenes schafft stimmig zu wirken.
Andererseits nerven mich Cutscenes wie in GeoW 1+2. Die meisten passen stimmungstechnisch überhaupt nicht zum vorherigen Level und vor allem in Teil zwei hab ich da so'n Boll'sches Gefühl. Und zwar hab ich alles schon mal irgendwo gesehen nur Besser. Hier werden Stilmittel vie Halbkreisfahrten, Speedramps, Farb und Verzerrungsfilter völlig sinnfrei und zweckentfremdet eingesetzt, nur weil es sie halt gibt und die Ami-Kids das eh cool finden werden, weil sie den Style schonmal auf MTV gesehen haben. Und Storytechnisch tut sich hier eigentlich nicht viel. Die meisten Cut Scenes sind halt Alibis, die erklären warum ich jetzt plötzlich vom Wald in eine Höhle komme und das wars dann auch schon. Und zwischendurch werde mir kurz große Emotionen vor den Latz "gebollert", die so gar nicht reinpassen wollen.
Dagegen finde ich Spiele , die man nur um des Spieles willen spielt auch cool, wie Tetris oder Mario etc. aber ich denke nur solche Spiele ohne jegliche Story wär dann auch nichts.

Aber wenn schon Story, dann sollte das Spiel endlich mal als Mittel dienen eine Geschichte zu erzählen (MGS) und nicht andersrum, die Geschichte lediglich als Alibi dienen, um gewissen Spielmechaniken zu rechtfertigen(GeoW).
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Simon_says
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Beitrag von Simon_says »

Jemand sollte Herrn Serkis die Verkaufszahlen von Spielen mit und ohne vernünftig erzählte Geschichte vorlegen; er dürfte seine Meinung überdenken.

Danach zeigt man ihm die Roadmaps der meisten Entwickler; er dürfte seine Meinung revidieren.
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Kajetan
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Beitrag von Kajetan »

Simon_says hat geschrieben:Jemand sollte Herrn Serkis die Verkaufszahlen von Spielen mit und ohne vernünftig erzählte Geschichte vorlegen; er dürfte seine Meinung überdenken.
Warum sollte er das? Die Umsatzerwartungen eines kommerziellen Publishers interessieren ihn nicht.
Danach zeigt man ihm die Roadmaps der meisten Entwickler; er dürfte seine Meinung revidieren.
Auch hier, warum sollte er das? Genau das ist der Hauptbeweggrund für seine Aussage. Zu wenig Inhalte, keine Seele, nur umsatzoptimierte Fliessbandproduktionen ohne Anspruch, weil große Teile der Industrie auf Nummer Sicher setzen, weil in dieser Industrie kein Raum mehr für Ideen, für Phantasie, für Emotionen und Anspruch ist.
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Simon_says
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Beitrag von Simon_says »

In der nächsten Generation von Kindern wird man sehr viel mehr Geschichten in Spielen sehen
Herr Jerkins ist ein Träumer, wenn er daran glaubt. Darauf bezog sich auch meine Aussage.

Kinder werden in Zukunft nicht anspruchsvoller was Spiele angeht. Nintendo bringt sie direkt auf den Casualzug, später übernehmen dann Microsoft und Sony die geistigen Krüppel und versorgen sie mit seichter Shooterkost.

Kein großer Publisher hat Pläne dies zu ändern und die Entwickler welche es auf eigene Faust tun, erzielen aufgrund der großen Masse an bereits geschädigten Konsumenten nicht den Erfolg, der andere auf ihren Weg führen könnte.
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Ugauga01
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Beitrag von Ugauga01 »

Ich muss Simon recht geben.

Viele Kinder und Jugendliche (Hauptzielgruppen der Entwickler) sind einfach nur auf geile FX-Effekte und Schnetzeleien bedacht. Wenn man denen dann mit Story kommt langweilt sie das Spiel, weil sie eben Mal nen Video oder ne Ingame-Szene ansehen müssen, statt pausenlos fette Explosionen und Blutbäder auszulösen. :roll:


Es gibt einiges an Spielen, die gute Storys erzählen - diese Spiele sind aber leider Ladenhüter (und daher nicht interessant für Publisher).
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Hunk
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Beitrag von Hunk »

Die meisten Geschichten, die man heute in Spielen erlebt waren in der Regel schon einmal da.
Egal ob ältere Spiele oder Filme und Bücher.
Es wird immer nur weiter transportiert, ergänzt mit den Ideen der Designer und anschließend irgendwie über das Spiel selbst gelegt.
Ergo geht es grundsätzlich nicht darum, ob es in Zukunft neue, bessere Geschichten geben wird, sondern inwiefern diese durch die verfügbare Technik präsentiert werden.
Und hier mangelt es vielen Entwicklern an Enthusiasmus.
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Ugauga01
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Beitrag von Ugauga01 »

Wenn du es SO argumentiert... ALLES war schonmal da. Egal welches Spiel oder welcher Film. Die Welt wurde schon 100000000x von Aliens/Mutanten/Zombies/Robotern angegriffen, der Hauptdarsteller hat sich schon 100000000000000000x in die zweite Hauptdarstellerin im Film verliebt, Tarzan hat schon 100000x Jane gerettet, die Nazis wurden schon 1000000x von den Amis besiegt usw.

Nur einen Film kenne ich nicht: Ich habe noch nie einen Film gesehen, wo die Nazis die Amis besiegt haben. :D
noob_deluxe
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Beitrag von noob_deluxe »

das ist das alte problem mit der kulturindustrie, auf das theodor adorno bereits in den 70ern (glaub ich) hingewiesen hat. kunst verkauft sich einfach schlecht. nur weil etwas kommerziell erfolgreich ist, muss es keinen kulturellen mehrwert haben.

die meisten spiele haben leider wirklich keine nennenswerte story und, was meiner meinung nach noch schlimmer ist, keine glaubwürdigen charaktere. es wird sogar argumentiert das hauptfiguren keine persönlichkeit haben sollen damit sich der spieler besser mit ihnen identifizeren kann... also ich bin wesentlich gefesselter von metal gear solid als von fable 2 allein deshalb weil snake eine eigene persönichkeit, eigene motive hat und sich als figur weiterentwickelt. während fable einfach nur langweilig ist.

aber ich glaube schon das sich die erzählerische tiefe verbessern wird, ist ja beim film auch geschehen. die ersten filme waren ja nur aneinander gereihte sequenzen. eine wirkliche verknüpfung von anspruchsvollen inhalten und action ist überhaupt erst 1999 mit dem ersten matrix film gelungen. zumindest war es der erste der kommerziell erfolg hatte. bei spielen scheint sich im momment durchaus was zu tun, mgs 4 hat sich blendend verkauft und final fantasy 13 wird heiß erwartet, neue marken mit coolen stories (oder zumindest potential für tiefgehendere nachfolger) haben sich auch gut verkauft: mirrors edge, mass effect, bioshock und nicht zuletzt the force unleashed - das ja nur von der hervoragenden geschichte lebt.

videospiele als erzählerisches medium stecken noch in den kinderschuhen. vor allem die spezifischen möglichkeiten dieses mediums müssen noch ausgereizt werden, half life war zb ein interesanter schritt, um den spieler noch mehr in die story einzubinden. worauf ich im moment warte ist ein rollenspiel indem mein alter ego eine richtige persönlichkeit hat, die sich aber je nach spielweise verändert, zb dialogotionen die von skills und gesinnung abhängen.
noob_deluxe
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Beitrag von noob_deluxe »

Ugauga01 hat geschrieben: Nur einen Film kenne ich nicht: Ich habe noch nie einen Film gesehen, wo die Nazis die Amis besiegt haben. :D
gibts aber auch. weiß jetzt grad nicht wie der heißt, aber da gehts drum das die nazis amerika beherrschen, nach dem sie den 2. WK gewonnen haben. ist halt so eine etwas orwellsche dystopie.
nawarI
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Beitrag von nawarI »

Gut, dass es Adventgarde wie ICO und Shadow of the Colossus gibt (für euch unwissende: Lest mal Per Anhalter in die Spielezukunft). Es wundert mich eigentlich, dass diese beiden Games hier noch nicht erwähnt worden sind.
ICO und Shadow spinnen ihre extrem komplexe und sogar ineinander verworrene Story nicht über Zwischensequenzen sondern irgendwie während des Spielens selber. Wer sich über die beiden noch nicht so viele Gedanken gemacht hat (oder sogar anderer Meinung sein sollte), dem empfehle ich die (englische) Seite www.icoyouwerethere.com - extrem interessant.

Metal Gear Solid 4 sehe ich aber nicht wirklich als ein Spiel in dem Sinne an. Es ist eher ein Film bei dem man gelegentlich spielen kann. Außerdem gibt es kaum spielerische Höhepunkte (Rex VS Ray und der Kampf gegen Screaming Mentis sehe ich als die spielerischen Höhepunkte des Spiels). Die Spannung wird meistens bei den Zwischensequenzen aufgebaut; So gab es am Ende des ersten Kapitels ja überhaupt keinen Endgegner oder sonstigen spielerischen Höhepunkt, sonder nur eine Zwischensequenz.

Über Fahrenheit kann man geteilter Meinung sein. Ich sehe es eher als ein Experiment an, das etwas in die Hose gegangen ist. Heavy Rain könnte dem ganzen aber neue Impulse geben.
Looger
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Beitrag von Looger »

noob_deluxe hat geschrieben:worauf ich im moment warte ist ein rollenspiel indem mein alter ego eine richtige persönlichkeit hat, die sich aber je nach spielweise verändert, zb dialogotionen die von skills und gesinnung abhängen.
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Evilwait
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Beitrag von Evilwait »

Ugauga01 hat geschrieben:
Nur einen Film kenne ich nicht: Ich habe noch nie einen Film gesehen, wo die Nazis die Amis besiegt haben. :D
Doch Vaterland
TNT.Achtung!
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Beitrag von TNT.Achtung! »

zu aller erst: wer ist dieser kerl überhaupt? wieso ist seine meinung jetzt so wichtig? weil er prominent ist?
für mich klingt das eher nach jemand, der vllt mal ein paar xbox ballerspiele probiert hat und seinen kindern mal beim wii zocken über die schulter schaut. sprich: auch nur darüber urteilt, was dem mainstream fehlt.

storys gibt es in der spielewelt schon seit jahrzehnten welche auf gutem niveau sind, vorallem wenn man das an filmen misst.
weiß garnicht, warum ständig irgendwelche kommentatoren meinen, daß in filmen alles so toll und ausgepfeilt sei. den geistigen dünnschiss, den 90% aller filme eine geschichte nennen braucht nun wirklich kein spiel. selbst diese völlig schwachdramatischen und langweilig erzählten oscar schinken kriegen doch nicht mal eine interessante geschichte hin.

da braucht sich wirklich kein rpg oder adventure spiel hinter zu verstecken.