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Rockstar: Der Angstfaktor Spiel

Verfasst: 28.04.2008 18:35
von 4P|BOT2
Ob Zensoren, bestimmte Bevölkerungsgruppen oder umtriebige Anwälte - bei Rockstar scheut man sich eigentlich nicht davor, irgendwo anzuecken. Man habe mit <EM>Manhunt</EM> ein Horrorspiel erschaffen wollen, das genauso furcheinflössend sein sollte wie ein Film, so Leslie Benzies in einem Gespräch mit der Rockstar: Der Angstfaktor Spiel

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Verfasst: 28.04.2008 18:35
von North McLane
sich über jugendschützer auf zu regen ist wie ein Kampf gegen windmühlen. Erst wenn die "ältere Generation" die ohne Videospiele aufgewachsen ist abtritt und Menschen an die Hebel kommen, die das Medium kennen oder evtl sogar mit ihm aufgewachsen sind. Spätestens dann wird sich auch für Videospiele einiges ändern. War doch mit den Splatterfilmen in den 80ern nicht anderes und heute läuft sowas wie SAW im Kino!
Das viele Leute die Videospiele kritisieren selbst kaum mal eins angefasst haben ist aber doch jedem klar der tw dämliche Kommentare liest wie "GTA 4 will zeigen, dass immigranten böse Menschen sind die die Verbrechensrate in die höhe schnellen lassen!" muss ich mir echt den Arsch ablachen.
btw: Fand Manhunt ziemlich sch..., schwach! (um es mal diplomatisch aus zu drücken ^^)

Rockstar hat recht

Verfasst: 28.04.2008 18:38
von Mr. B
Genauso sehe ich das auch, es ist einfach eine Frechheit wie mit Spielen umgegangen wird. In Filmen siht man Blut, nackte Brüste, ... trotzdem ist so gut wie alles ab 12 oder 16. Wenn aber in einem Spiel nur ein Tropfen Blut gezeigt wird ists ab 18. Die ist einfach nicht in Ordnung und eine Frehheit den Jugendlichen gegenüber, denen es in keinster Weise schadet ein GTA zu spielen, welches satirisch zu verstehen ist und ganz sicher nicht gewaltverherrlichend.
Mir kommt es so vor als könnten die Herren bei PEGI und USK virtuelle Erlebnisse nichtmehr von der Realität unterscheiden ...

Verfasst: 28.04.2008 19:08
von bwort_baggins
Überall Rockstar ! Die Aktie wird hoch gehen^^

Verfasst: 28.04.2008 20:38
von Seriouskano
Solange Videospiele von der Gesellschaft und den Medien unterschiedslos als Kinderkram abgestempelt werden, wird es immer so laufen.
Es muss einfach erkannt werden, dass es wie bei anderen Medien bestimmte Spiele gibt, die einfach nicht an Minderjährige verkauft werden dürfen und dass das auch konsequent durchgesetzt werden muss.
Stattdessen die Spiele beschneiden zu lassen und dadurch den erwachsenen Spielern sozusagen das uneingeschränkte Spielen mitzuverbieten, ist aber auf jeden Fall der falsche Weg.

Verfasst: 28.04.2008 21:09
von blueisorange
naja. gerade manhunt war aber wirklich hart. zudem gibt es definitiv einen unterschied. videospiele sind aktiv, man begeht selbst den mord,während man bei filmen und büchern fast immer die tat in der handlung allein schon dadurch relativiert, indem man nur passiv erfährt,was da passiert. hinzu kommt, dass in medien wie büchern oder filmen die handlung viel zentraler sind. monster wie hannibal lector sind intelligent in eine geschichte eingebetet, in denen deren handlungen verurteilt werden, so ,dass man sich denen gegenüber distanzieren kann...

bei manhunt ist das aber weniger der fall. da spielt man drauf los,die intention der handlung blitzt nur oberflächlich durch und ist in der regel auch noch fadenscheinig... von daher kann ich zumindest an diesem punkt die zensur verstehen.das hat auch nix mit kunst zutun!

Verfasst: 28.04.2008 21:16
von DonPeon
Die Diskussion um Manhunt kann ich noch irgendwie nachvollziehen aber mir will nicht wirklich in den Kopf, wie sich irgendein Beamter das Recht nehmen kann mir als volljährigen Menschen den vollen Umfang von z.B. Gears of War, Far Cry oder Unreal Tournament zu verbieten. McLane hat meiner Meinung nach das Richtige angesprochen. Hier entscheiden Leute über etwas, worüber sie überhaupt keine Ahnung haben.

Verfasst: 28.04.2008 22:16
von saxxon
blueisorange hat geschrieben:videospiele sind aktiv, man begeht selbst den mord,[...]
Darf ich das in meine Signatur übernehmen?

Dass es etwas anderes ist, ob man in Medien interaktiv an Gewalt, Sex oder was auch immer teilnimmt, oder bloß zuschaut ist ein Unterschied, da gebe ich Dir recht. Man kann aber auch genau so argumentieren, dass ich in einem Spiel die Distanz stärker wahrnehme, weil ich nebenbei mit Steuerung, Combos, Menüs und Inventarbildschirmen beschäftigt bin.
Wer Resident Evil 4 kennt, weiß, wovon ich rede. Das ständige Kramen in den Menüs um die Waffe zu wechseln unterbricht den Spielfluss und schafft Distanz zum Spiel, weil ich in dem Moment, indem ich ins Menü wechsele aus der Atmosphäre und Handlung austrete.

In einem Film habe ich die Möglichkeit nicht. Ich erinnere mich da spontan an die Gerüchte, dass Kindergruppen die ersten 10 Minuten von Saw gesehen haben, weil der falsche Film gezeigt wurde.

Im Grunde hängt alles von demjenigen ab, der sich mit dem Medium unterhalten lassen möchte: Bin ich ein psychisch stabiler Mensch, kann ich es verarbeiten und Distanz wahren, bin ich psychisch labil, gelingt mir das vielleicht nicht.

Jeder Mensch ist da individuell, dem Einen ist Akte X zu gruselig, der Andere guckt sich Hostel zum Frühstück an.

Zu: Monster wie Hannibal Lecter sind in die Geschichte eingebettet und werden verurteilt..

Freitag, der 13.
Halloween
Nightmare in Elmstreet
Texas Chainsaw Massacre
Haus der 1000 Leichen
The Devil's Rejects
Hostel
The Hills have Eyes
Alien 1-4
Predator

Soll ich weitermachen?


Klar kann man, wenn man will eine ähnliche Spieleliste aufstellen.
Aber auch dort gibt es Spiele, die Moralische Werte vermitteln (möchten), da fielen mir Bioshock ein, oder Shadow of the Colossus, sogar ein God of War (1) verurteilt die Taten seines Protagonisten.

Man muss überall differenzieren, das trifft auf Filme zu, auf Bücher, Radiosendungen, Fernsehnachrichten, Videospiele und sogar die Kriegsgeschichten, die mein Opa vielleicht erzählen würde,
wenn er noch am Leben wäre.

Die Welt ist leider nicht Schwarz/Weiß.
Und weil das so ist, sind Schwarz/Weiß-Gesetze nicht geeignet, um sich mit so einem Sachverhalt zu befassen.

Altersgrenzen sind da schon eines der besseren Mittel und diese sollten dann auch eingehalten werden.

Wer erwachsen ist, soll selbst entscheiden können, was er spielen will, denn bei Filmen und Büchern darf und kann ich das auch.

mfg, saxxon, psychisch stabil

EDIT: Die Diskussion gibts übrigens schon länger:

Dokumentation Mama, Papa, Zombie

Fernsehdokumentation zum Thema.

btw: Ist das Elke Monssen-Eberding in der Szene mit der BPjS?

Übrigens bin ich jetzt 25 und habe mit 12 zum ersten Mal DOOM gespielt, Duke Nukem, Hexen und so weiter folgten.

Wirke ich wie ein realitätsfremder Anarchist?

Verfasst: 28.04.2008 22:28
von Simpsonatiker
Deshalb kaufe ich meine Spiele in österreich, die scheißen einen auf Zensur 8)
Wie gut das es noch andere deutschsprachige länder gibt :anbet: :anbet: :anbet:

Verfasst: 28.04.2008 23:06
von the_smoker
1. Ich bin gegen Zensur, aber ich bin dafür, dass es Spiele gibt, die nur ab 18 verkauft werden dürfen, dazu gehört Manhunt, GTA, Condemned, ja sogar Halo 3 und CoD zähle ich dazu.

2. Ich habe vor kurzem Condemned 2 gespielt und war teilweise echt schockiert, zu was ich in dem Spiel gezwungen werde. Allerdings hab ich das später nochmal distanziert betrachtet und mir gedacht, die Gewalt in diesem Titel ist nicht nur um der Splattereffekten vorhanden, nein, sie ist hier ein klares Stilmittel um die Situation des Charakters zu unterstreichen. Ich will damit sagen, im richtigen Kontext macht die Gewalt durchaus Sinn, das gilt auch für Manhunt (was ich übrigens für ein wirklich gutes Spiel halte)
Kinder sind hier nicht in der Lage zu differenzieren und ich denke auch ein Erwachsener muss sich erstmal intensiv mit dem Medium Videospiel beschäftigen, die Erzählstruktur ist eine völlig andere als in einem Buch oder in einem Film. Wir haben leicht reden, schließlich spielen wir nicht erst seit gestern Videospiele und sind mit den Mechanismen vertraut, ein Außenstehender, der ne halbe Stunde Manhunt spielt mag entsprechend schockiert sein, was durchaus nachvollziehbar ist.

Ich will hier nicht sagen, dass ich unsere Gesetze toll finde, dass ein Spiel auf dem Index landet weil es gegen das Grundgesetz verstößt ist imho völliger Blödsinn und hat mit dem Problem an sich, nämlich dass Kinder und Jugendliche Spiele spielen, die nicht für sie gedacht sind, nichts zu tun.

Eines fällt mir noch ein, letztens auf XBL hatte ich einen 13jährigen im Chat, der meinte er darf alles spielen was er will, er darf Alkohol trinken, rauchen etc... Seine Eltern meinten, sie könnten ihm eh nicht sagen wie er sein Leben zu leben hätte woraufhin ich meinte, mit 13 kann man ihm sehr wohl sagen wo es lang geht. Das ist das Problem, dass jeder jedem scheißegal ist, sogar die eigene Familie. Der Staat wirds dann schon irgendwie richten.

Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird, in ein paar Jahren werden wir uns an die Diskussion zurückerinnern und uns totlachen, erst war es der Jazz, dann der Rock and Roll, schließlich kam das Fernsehen dran gefolgt vom Video, momentan sinds halt die Spiele, wen kümmerts? Wer volljährig ist wird auch in Zukunft keine Probleme bekommen das zu spielen worauf er Lust hat.

Und sindn wir doch mal ehrlich: In 20 bis 30 Jahren wird es wieder irgendeinen neuen Trend geben, den *wir* dann verteufeln.

Verfasst: 28.04.2008 23:10
von Nanimonai
diese diskussion ist so alt wie die mediengeschichte und wird auch nie aufhören (nur die medien ändern sich)...

ob der fänger im roggen oder rock´n´roll, ob der pettycoat oder piercings...
neue trends, neue perspektiven, neue impulse, die eine generation nachhaltig verändern können, wurden schon immer zuerst mit einem gefühl verbunden: angst.
aber es ist nie die angst vor der "verrohung" der jugend gewesen.
immer aber die angst vor veränderung.
die angst, sich selbst eingestehen zu müssen, dieser jungen generation nicht mehr anzugehören und zu sehen, dass man seine eigene sturm und drang phase hinter sich hat.
die angst davor, alt zu werden... alt zu sein...

also nehmt es ihnen nicht krumm, auch wir werden das mal mitmachen wenn zum beispiel spiele, filme, musik nicht mehr über optische medien (und haptische medien wie cds, dvds, blurays) vertrieben werden, sondern nur noch als datenpack auf unseren festplatten vorhanden ist und wir nichts mehr zum "ins regal stellen" haben.

Verfasst: 28.04.2008 23:17
von saxxon
Beides sehr schöne Posts, denen schließe ich mich gleich mal an.

Ich habe btw einen iPod und ein bisschen finde ich mich in dem Beispiel mit dem Datenträger schon wieder .. Lieblingsbands muss ich auf CD haben ;)

Verfasst: 28.04.2008 23:32
von Nanimonai
saxxon hat geschrieben:Beides sehr schöne Posts, denen schließe ich mich gleich mal an.

Ich habe btw einen iPod und ein bisschen finde ich mich in dem Beispiel mit dem Datenträger schon wieder .. Lieblingsbands muss ich auf CD haben ;)
geht mir genauso...

das hat zwar erst mal nichts mit zu viel gewalt in medien und verrohung zu tun, aber diese angst wohnt irgendwo in uns allen und da liegt es nahe, natürlich erst mal die dinge zu verteufeln, die moralsich angreifbar sind.

im grunde genommen sind das aber nur pseudoargumente und ausreden, um eben einer veränderung entgegen zu wirken.

alles was "anders" ist, macht angst. es gibt da einige studien die untersucht haben, wie sich häftlinge vor ihrer entlassung fühlen.
diese leute sitzen teilweise seit 20 jahren im bau, wünschen sich jeden verfluchten tag nichts sehnlicher als freiheit und wenn es dann so weit ist, ist meist die angst das gefühl, was alles andere überwiegt.

veränderung, mit seinem vertrauten lebensrhythmus brechen zu müssen... ja und bei neuen medien dann halt umdenken, sich den neuen umständen anpassen zu müssen.

wie gesagt, ich habe verständnis für diesen psychologischen effekt (weil er in uns allen ist), aber natürlich schiessen einige da auch weit über das ziel hinaus und je größer die angst vor etwas, desto geringer die möglichkeit, logisch über sachverhalte nachdenken zu können.

briefe wie der von thompson oder aussagen von beckstein kommen aus dem reptiliengehirn dieser leute (der älteste hirnteil des menschen, der nur die reaktionen angriff oder flucht kennt) und da ist es mit der logik und der selbstreflektion nicht mehr weit her.

von daher: belächeln, abnicken (nach dem motto "jaja großmütterchen, früher war alles besser") und sich selbst überlassen.
immer bedenken: die zeit arbeitet für uns... ;-)

Verfasst: 29.04.2008 00:26
von North McLane
natürlich ist jugendschutz sinnvoll und das Spiele wie The Darkness oder Resident Evil nicht in Kinderhände gehören steht wohl ausser frage, aber als volljähriger Spieler möchte ich doch selbst entscheiden, ob ein Spiel mir zu sagt oder nicht und (egal ob gutes oder schlechtes Spiel!!!) ich möchte doch bitte selbst entscheiden können ob ich ein gewalttätiges spiel spiele oder eher die Finger davon lasse! Das was die bpjm macht ist einfache zensur, die es in einem demokratischen Staat laut Grundgesetz nicht geben darf!! Dennoch muss ich mir halbe Spiele für den vollen Preis kaufen und das ist mehr als ärgerlich! Wenn ich dann noch im Kino Filme ab 18 nur geschnitten sehen darf (John Rambo z.bsp!!) geht es mir doch arg gegen den Strich!!

Verfasst: 29.04.2008 00:27
von Moodspiegel
Ich bin genau seiner Meinung es gibt genug Filme da draußen die moralisch unter sind und trotzdem in allen Kinos gezeigt werden dürfen, und bei Videospielen wird mir persönlich das ganze durch die Medien zu sehr gepuscht ich meine man muss sich die Spiele ja nicht Kaufen wenn man sie nicht mag.
Aber die Leute die Spiele wie Manhunt wegen der beklemmenden Atmosphäre mögen wird durch die Teilweise radikalen Kürzungen der Spielspaß verdorben aber naja dagegen tun kann ehh nicht viel

:(