Ryan2k6(Danke für 20 Jahre 4p) hat geschrieben: ↑08.10.2021 11:08
In den USA gibt es weder Z-Soße oder überhaupt Z... noch M-Köpfe oder das Wort M... Woher das kommt XYZ-Wort zu sagen weiß ich nicht, aber es ist offenbar üblich für Wörter , die man nicht reproduzieren möchte.
Es ist doch gar kein Tabu, es ist eine gesellschaftliche Übereinkunft. Du kannst das sagen so oft du willst. Ich tu es eben nicht.
Natürlich ist es ein Tabu, das "N-Word" in Amerika auszuschreiben. Meiner Meinung nach ein ziemlich dummes; klar ist das Wort eine höchst rassistische Beleidigung. Aber in einer aufgeklärten Gesellschaft ist es halt schräg, solche Worte nicht mal deskriptiv auszuschreiben.
Und was du machst, ist definitiv keine gesellschaftliche Übereinkunft in Deutschland. Das amerikanische Tabu existiert spezifisch, weil Amerika eben so ein Problem mit seiner rassistischen Vergangenheit hat, und wie dessen Folgen sich bis in die Gegenwart widerspiegeln. Das Ergebnis eines geradezu schizophrenen Weltverständnisses.
Schaus dir doch an, trotz der unglaublichen deutschen Verbrechen an den Juden, und wie ernst Antisemitismus von uns deswegen genommen wird, gibt es keine anti-jüdische Beleidigung, die man nicht ausschreiben darf. Zeitungen setzen die Beleidigungen in Anführungszeichen, aber schreiben sie oft aus.
Und das ist völlig okay. Wörter nicht auszuschreiben zu können ist für mich einfach Rückständig. Das gibt denen nicht mehr Bedeutung, wir leben nicht in einem Harry Potter Roman, sondern einer aufgeklärten Gesellschaft.
Und ja, ich behalte die Entwicklungen im Blick, aber warum du plötzlich wieder von Akademikern oder Eliten anfängst weiß ich nicht. Da wird nicht von irgendeinem Professor etwas entschieden, sondern aus den jeweiligen Gruppen heraus.
Sonst spricht ständig jemand von mündigen Bürgern oder gesundem Menschenverstand, aber wenn es darum geht zu wissen welche Begriffe überholt sind, ist plötzlich eine Informationspflicht vorhanden.
Es gibt verschiedene Sachen hier: Das Neger immer noch eine negative Konnotation hat, das weiß eigentlich fast jeder. Genauso ist es verpöhnt, dass man zB Leute als "du, Türke" anspricht, egal, ob es beleidigend gemeint ist oder nicht. Das sind gesellschaftliche Übereinkünfte (und selbst die teilt nicht jeder).
Aber aus den Gruppen? Erstmal, Schwarze und Weiße sind keine Kulturen. Selbst bei Afro-Amerikanern ist die geteilte Kultur extrem vage.
Vielleicht ist das nur ein subjektiver Eindruck, aber wann immer ich sehe, dass "Representanten" einer Gruppe was sagen, ist es fast immer Akademiker. Manchmal sind es Millionenschwere Think-Tanks auf Social Media, aber deren Anspruch an Representation ist auch immer fragwürdig. Bestenfalls sind es Politiker, aber Politiker sind halt auch oft erstaunlich wenig representativ.
Es ist einfach nicht der "Average Joe", der Durchschnittsmensch der darüber redet. Meist kümmert der sich so oder so nicht drüber.