Zehn Prozent werden demnach unter den Vorstandsmitgliedern verteilt, weitere 10% unter der übrigen Belegschaft. Insgesamt 865 Mitarbeiter seien Teil des Gewinnbeteiligungssystems für den Großteil der Mitarbeiter - mit einer Gesamtsumme von lediglich rund 24,7 Mio. Euro - während für die fünf Vorstandsmitglieder üppige 23,2 Mio. Euro aufgeteilt würden, so die Kritik.
Äh, ja, wenn auf Vorstand und Belegschaft jeweils 10% der jährlichen Einnahmen verteilt werden, dann kriegt der Vorstand und die Belegschaft gleich viel. Das sich die jeweilige Summe im Falle des Vorstands auf weniger Empfänger verteilt als bei der Belegschaft dürfte klar sein.
Oder anders ausgedrückt: 20% der jährlichen Einnahmen werden ausgeschüttet. Nach obigen Zahlen müssten das 47,9Mio gewesen sein. 50% davon gehen an die Belegschaft, die anderen 50% davon an den Vorstand. Es müssten also beide jeweils 23,95Mio kriegen.
Der Vorstand hat aber sogar "nur" 23,2Mio (48,4%) gekriegt, die Belegschaft aber sogar 24,7Mio (51,6%).
Was ist jetzt die Kritik? Das sich die 23,2Mio für den Vorstand auf nur 5 Leute verteilen, während sich die 24,7Mio für die Belegschaft auf 865 Mitarbeiter verteilen und somit ein Vorstandsmitglied mal eben 5Mio kriegt, während ein Mitarbeiter nur 6000€ kriegt?
Das hat doch nichts mit den absoluten Summen zu tun! Wenn die Mitarbeiter mehr kriegen sollen, dann muss man die 50:50 Regel der 20% Jahreseinnahmen ändern, völlig egal ob die Jahreseinnahmen am Ende 3,74€ oder 37,4Mio € sind.
Obendrein ist das ja auch "üblich", das Vorstände deutlich mehr kriegen. Die tragen ja auch ein höheres Risiko (und das hat nichts mit handwerklicher Arbeitsleistung zu tun). Dürfte überall so sein, das die Geschäftsführung wesentlich mehr verdient als die Angestellten. Im Verhältnis gesehen würde ich sogar mal sagen, bei CDPR haben die Angestellten sogar wesentlich mehr abgekriegt, als in den meisten anderen Firmen.
Was wurde denn erwartet? Wenn der Gewinn mal niedrig ausfällt, kräht kein Hahn nach der 50:50 Regelung, wenn der Gewinn aber mal höher ausfällt, soll die Geschäftsführung gefälligst weniger als die festgeschriebenen 50% kriegen?
Erinnert mich an eine Diskussion mit meiner Chefin die ich vor Jahren mal hatte. Sie hat mich gefragt, warum ich keine Überstunden mache und meine Antwort war: Weil ich Festgehalt habe und für die Überstunden somit ja nix kriege.
Als sie dann fragte, ob ich nicht trotzdem mal Überstunden machen könnte, hab ich sie gefragt, ob sie mir denn auch mal einfach so mehr Geld bezahlen würde, obwohl ich keine Überstunden gemacht habe... "Selbstverständlich nicht" und damit war das Thema dann auch geklärt. Wenn ich nix "umsonst" kriege, leiste ich auch nix "umsonst". So einfach ist das.