Neme69 hat geschrieben: ↑24.12.2020 15:16
Ich bin absolut frei von externer Validierung.
Und ich spreche in keinem Wort die vorhandene Qualität der Spiele ab.
Cyberpunk ist "okay" - hat aber einfach keinen Award verdient, in dem Zustand schon 5 mal nicht und als Spiel des Jahres gleich gar nicht. Hast du es überhaupt gespielt? Selbst ohne Bugs ein "gut" ist hoch angesetzt und würde ich nur wegen dem Witcher-Bonus vergeben, was genauso inkosequent wäre, aber meine subjektive Meinung halt mit einfließen lässt - objektiv ein "befriedigend".
Über The Last Of Us 2 kann man sich streiten - ich fand die Charaktere nicht glaubwürdig. Die Motive nicht nachvollziehbar. Soll jeder für sich selbst ausmachen, ich bin offensichtlich nicht der Einzige. Jeder kann seine Konsequenzen daraus ziehen für sich - muss man nicht mehr Diskutieren.
Sonst war 4Players konsequent - siehe Gothic 3, ein unfertiges Spiel wurde abgestraft und zerrissen, weil es unfertig war und das völlig zurecht, selbst heute hat Gothic 3 noch eine viel zu hohe Wertung bekommen von 4Players, das hat Jörg selbst gesagt. Und heute ist das anders? Es zieht sich einfach durch bei 4Players - das ist doch das Problem und nicht einzelne Fehler - auch 4Players macht Fehler, auch ich irre mich - daraus lernen wir. Diese andauernde Inkonsequenz und Willkür ist es, die mich fassungslos macht. Die Spielebranche hat es nicht anders verdient, wenn sie ein Verriss nach dem anderen auf den Markt bringen - wenn nicht die echten Gamer, wer soll denn dann einen Spiegel vorzeigen? Für wen werden denn die Produkte entwickelt? Für die Aktionäre oder für die Kunden? Wer soll denn sonst Kritik üben?
Nur aus Mitleid und Gnade ein Studio nicht abzustrafen, weil es sich ja so Mühe gegeben hat, bringt ja auch nichts, wenn das Resultat nur Durchschnitt ist. Wenn gestern ein Referenztitel kam, ist das morgen das neue Minimum. So sollte es sein und nicht umgekehrt. Außerdem ist ein "gut" nicht gleich ein Verriss für Cyberpunk oder für The Last Of Us, es sind trotzdem "gute oder befriedigende" Spiele. Bitte, ich würde die ja nicht "zerreißen", aber einen Award? Nur weil es keine andere Konkurrenz gibt? Ne, dann gibts halt gar keine Platins mehr oder nur noch ganz selten - DAS wäre konsequent.
Weil ein Spiel eine oder zwei Sachen gut macht, ist es noch lange kein überragendes Spiel, wenn es sonst alles falsch macht.
Die Awards sind nicht mehr nachvollziehbar.
Seit wann gibt es denn überhaupt Spiele, die mehr als einige Sachen sehr gut machen?! Kein Spiel ist perfekt.
Für mich sind TLoU2, God of War, Bloodborne, Sekiro und Hollow Knight alle Kandidaten für "Bestes Spiel der Generation". Trotzdem könnte ich dir bei jedem Spiel bestimmte Schwächen nennen.
WIE diese gewichtet werden ist dabei aber rein subjektiv.
Und das wird bei 4players auch klar kommuniziert. Beim Jörg weiß ich zum Beispiel - Wenn eine Geschichte auf hohem Niveau erzählt wird, dann gewichtet er die Schwächen des Gameplays wohl nicht ganz so stark - Und ich ticke da meistens ähnlich (bis auf RDR2). Andere bewerten das dann anders. Ich kann z.B. deine Aussage zu den "unglaubwürdigen Charakteren" in TLoU2 absolut nicht nachvollziehen. Für mich geht kein anderes Spiel so weit, die einzelnen Motivationen vieler Charaktere mal mehr (und mal weniger) subtil darzustellen. Man ist nicht immer mit den Entscheidungen einverstanden, aber sie sind nachvollziehbar.
Für mich ist CP2077 auch "nur gut". Tolle Kulisse, tolle Geschichten, aber kaum Tiefe. Die Stadt ist mehr Fassade. Die interessanten Themen, die ein Cyberpunk Szenario bieten könnte, wird meistens nur angerissen und eher auf cool getrimmt. Dafür ist das Gameplay recht spaßig und relativ flexibel.
Ein RDR2 hat eine deutlich rundere, glaubwürdigere Welt mit mehr Systemen, die deren Welt lebendig machen. Und dadurch eine deutlich realistischere und komplexere Spielewelt kreiert als es CP2077 gelungen ist. Dafür fand ich das Missionsdesign und Gameplay ätzend. Ein TLoU1 hat eher mäßiges Gameplay, dafür eine exzellente, und vor allem gut erzählte Geschichte. Trotzdem gehört es für viele zu den besten Spielen aller Zeiten. Dort werden doch auch nur bestimmte Sachen besser als bei anderen Spielen umgesetzt.
Finde es eher anmaßend von dir zu behaupten, dass ein Spiel nicht überragend sein kann, weil es "nur" einzelne Aspekte (eines Spiels) exzellent umsetzt.
Ein TLoU2 räumt übrigens bei so ziemlich allen Fan- und Kritiker Votings der meisten Spielemagazine (national und international) Preise als bestes Action-Adventure und GoTY ab. Also SO unpassend scheinen die Awards auch hier nicht zu sein. Auch, wenn sie nicht mit deinem subjektiven Geschmack übereinstimmen.
Die Kategorisierung der Spiele kann man aber mMn durchaus kritisieren. Da gibt es teilweise nominierte Spiele, die eher nicht zum richtigen Genre hinzugefügt worden sind.
Aber sich über die Glaubwürdigkeit aufzuregen, weil manche Spiele gewinnen, die man persönlich nicht als gut (genug) empfindet oder auf bestimmten Plattformen nicht rund laufen, ist doch absolut seltsam. Dann könnte einige andere fantastische Spiele, wie Ori 2 auch einpacken.
Zu den Fanvotings in dieser Kategorie zu einem Spiel, das zum Zeitpunkt der Wahl wahrscheinlich kaum gespielt wurde, sage ich mal lieber nichts
