Re: Fortnite: Epic strebt einstweilige Verfügung gegen Entfernung aus dem Appstore an
Verfasst: 23.08.2020 13:51
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Nö und habe ich nie behauptet. Epic at das alles absichtlich gemacht. Absichtlich provoziert, absichtlich die Klage vorbereitet, absichtlich PR Kampagne gestartet.Todesglubsch hat geschrieben: ↑23.08.2020 13:50 Das Gegenteil wäre, dass sie ihn nicht absichtlich herbeigeführt hätten, also aus Versehen. Und du glaubst doch nicht echt, dass Epic "aus Versehen" einen Store-Umweg eingebaut, das Update ungetestet hochgeladen, eine Klage vorbereitet und ein Propagandavideo gedreht haben, oder?
Im Spoiler auch ein Auszug eines Artikels, der eine breitere Kritik an Apple umfasst, nicht nur von Epic Games kommend.greenelve hat geschrieben: ↑23.08.2020 02:20 Ich würde jetzt nicht sagen, sie haben einen Vertragsbruch absichtlich herbeigeführt und sind deswegen Schuld daran. Ich würde es eher so sehen: Sie haben es absichtlich darauf angelegt, damit es zu einem Fall kommt, der vor Gerichten landen kann.
SpoilerShowDas Ding ist, wenn Apple eine Monopolstellung auf ihren Geräten ausnutzt, wäre der Vertrag in der Form nicht so legitim. Darauf baut Epic. Hingegen Apple hält ihr Verhalten für rechtens und setzt deswegen auf eine harte Linie (Unreal Engine Support vom App Store ausgrenzen).
Beispiel: Autokauf auf Ratenzahlung und dann später stellt man einen Unfallschaden fest, müssen die Raten nicht weiter bezahlt werden, nur weil es im Vertrag steht.
Als deutliches Beispiel für einen rechtlich klaren Fall. Inwieweit es bei Apple und Epic zutrifft, wer im Recht liegt (nutzt Apple seine Position aus oder nicht), könnte vor Gericht entschieden werden - oder sie einigen sich doch noch irgendwie.
Ein Auszug aus TheVerge:https://www.theverge.com/2020/8/13/2136 ... c-paymentsThe debate is larger than just the 30 percent cut. Apple is facing heightened criticism these days over how it not only manages the App Store and its mandatory fees, but also for how it applies its guidelines in ways some developers and critics feel is unfair and may in fact be designed to benefit Apple over its competitors.
For instance, Apple recently gave Amazon an exemption to the 30 percent fee when selling TV show and movie rentals through its Prime Video app, something the company says is only allowed for certain streaming video platforms. Additionally, court documents released during the Big Tech antitrust hearing last month revealed Apple cut a special deal with Amazon in 2016 to lower the fees it takes on Prime Video subscriptions from 30 percent down to 15 percent to get Amazon’s app on the App Store.
Ich bin dafür, dass wir auch beim Schreiben ein Klammer-System wie in Mathe einführen um Zusammenhänge und allgemeine Verständlichkeit zu erhöhen
Genau das habe ich am Anfang gesagt, zusätzlich wie ich die Motivation von Epic sehe: Epic hat den Rauswurf provoziert, damit sie den Fall vor Gericht bringen können.Todesglubsch hat geschrieben: ↑23.08.2020 15:36 Fassen wir also zusammen:
Sie haben es absichtlich herbeigeführt.
Aber dadurch haben sie, deiner Meinung nach, keine zusätzliche Schuld.
Den Fall - als Anti-Trust-Case, wie er in den USA ja dann auch verhandelt wird, hätten sie allerdings auch so vor Gericht bringen können - da nutzt ihnen ihr "erst Vertragsbruch, dann klagen"-Versuch nichts, schadet aber wohl auch nicht in der Hauptsache. Der Rest umfasst ja eher die einstweilige Verfügung - und hier ist es durchaus möglich, dass Vertragsbruch das Zünglein an der Wage ist, was Epics Anliegen da vom Schreibtisch fliegen lässt, denn meines Wissens nach mögen es US-Richter (oder Richter allgemein) eher nicht, wenn ein Rechtsbruch stattfindet um ihnen zusätzliche Arbeit zu machen, die ohne diesen Rechtsbruch gar nicht entstanden wäre. Da Epic allerdings auch sonst in diesem Fall, insbesondere, wenn man die Unreal-Engine und den zugehörigen Developer-Program-Zugang mal außen vor lässt, nicht wirklich viel in der Hand hat, war es ihnen vermutlich egal... es dient der PR-Kampagne und "kaputt machen" können sie ja nicht viel. Wenn ich darf, würde ich hier gern nochmal auf die meiner Meinung nach wirklich guten Aufarbeitungen von Hoeg Law auf Youtube zu der Sache verweisen. Das ist zwar natürlich auch nur eine Einschätzung eines Fachanwalts, aber im Gegensatz zu anderen Artikeln und Beiträgen, die ich bisher zum Thema gelesen und gesehen habe, erklärt er wirklich gut, wie er zu den Schlüssen kommt, zu denen er eben kommt. Leider hab ich so allerdings auch festgestellt, dass im US-Recht tatsächlch gerade bei den Wettbewerb- und Lizenzsachen einige Dinge ziemlich anders sind, als ich sie als Europäer erwartet hätte.
Der von dir verlinkte Youtuber geht von einem jahrelangen Streit aus. So einfach scheint die Sache icht vom Tisch zu fliegen.NewRaven hat geschrieben: ↑25.08.2020 02:45 Den Fall - als Anti-Trust-Case, wie er in den USA ja dann auch verhandelt wird, hätten sie allerdings auch so vor Gericht bringen können - da nutzt ihnen ihr "erst Vertragsbruch, dann klagen"-Versuch nichts, schadet aber wohl auch nicht in der Hauptsache. Der Rest umfasst ja eher die einstweilige Verfügung - und hier ist es durchaus möglich, dass Vertragsbruch das Zünglein an der Wage ist, was Epics Anliegen da vom Schreibtisch fliegen lässt, denn meines Wissens nach mögen es US-Richter (oder Richter allgemein) eher nicht, wenn ein Rechtsbruch stattfindet um ihnen zusätzliche Arbeit zu machen, die ohne diesen Rechtsbruch gar nicht entstanden wäre.