Ich sehe das wie Morhaime. Je mehr man vom Spiel an die Hand genommen wird, desto weniger Grund gibt es, nach der Hand anderer Spieler zu suchen und zu fragen.
Wenn ich mich richtig erinnere, dann gab es damals für eine (1) Quest eine Verfolgung, die durch einen Pfeil in die generelle Richtung am Rand der Minimap dargestellt wurde. Wenn man in die grobe Nähe kam, dann wurde der Pfeil ausgeblendet, und erst wenn man fast am richtigen Ort war, kam ein Punkt auf der Minimap. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, das es diesen Pfeil ganz am Anfang nicht gab. Oder er musste erst aktiviert werden. Ist lange her.
Das Handbuch von damals hat geschrieben:LOCATING DUNGEONS
Dungeons do not appear on your world map or minimap. You must find
them on your own. Since most dungeons are destinations for quests, you
should read your quest description carefully for clues to the location of the
dungeon in question. You can also ask other players for help in finding the
dungeon. Finally, since most dungeons are located off the beaten path,
you can sometimes find them by scouring the wilderness.
So haben wir damals WoW gespielt. Wir haben die Quest-Beschreibung gelesen, und dann haben wir uns auf den Weg gemacht die Quest zu lösen. Auf dem Weg haben wir nach den visuellen Hinweisen aus der Beschreibung geachtet, was bedeutet hat, das wir die Welt kennen gelernt haben (und die Arbeit der Leveldesigner, Modellierer und Grafiker gesehen haben). Nachdem wir einen Questort gefunden hatten, haben wir uns einen eigenen Weg zurück gesucht, mit Hilfe der Orientierung, die wir auf dem Weg bekommen hatten. Dabei ist man auf so einige kleine Verstecke gestoßen, auf kleine Easter-Eggs hier und da, und man hat manchmal einfach schöne Ausblicke gefunden oder einen abgelegenen Elite-Gegner oder NPC gefunden, der auch mal eine Quest dabei hatte.
Wenn man die ganze Zeit nur einem Pfeil hinter her rennt, ohne die Beschreibung verstanden haben zu müssen, und dann am Ort einen Schalter drückt oder 10 Gegner tötet (was in heutigen Games gleichkommt mit 10x einen Schalter drücken), und dann direkt wieder dem Pfeil zum Questgeber folgt...
...ohne auch nur ein einziges Mal die tatsächliche Grafik an zu gucken...
...dann frag ich mich persönlich warum man überhaupt spielt. Das könnte auch ein trainierter Affe erledigen. Das ist wie ein Puzzle, wo die Teile von links oben nach rechts unten nummeriert sind. Ein Kreuzwort-Rätsel wo in leichtem Grau die Wörter schon stehen und man nur die Buchstaben nachmalen muss. Ein Rubik-Würfel der dir sagt, wie Du drehen musst. Das ist nur noch eine Handbreit von einem Lets-Play entfernt.
Ist doch kein Wunder, das man sich mit anderen nicht mehr darüber austauscht. Warum über eine Quest reden, wenn die Antworten auf alle Fragen bereits vorgekaut sind? Warum über Geheimnisse reden, wenn es keine mehr gibt? Warum über die Welt reden, wenn sie keiner sieht? Warum über die Route reden, wenn der Navi bereits eingeschaltet ist? Im Auto ist es gut so, weil man sich dann unterhalten kann, ohne das man sich verfährt. Aber beim Spielen, da ist das Spielen der Zweck der Sache. Und warum sollte man sich genau dafür eine 99% Automation einrichten? Nimmt man sich selbst nicht dann das weg, was man eigentlich tun wollte?
Ebenso kein Wunder, das es mittlerweile normal wird, das man neben dem Spielen noch einen Filme, Serien oder TV guckt. Multi-Medien-Konsum. Weil man seine Medien dermaßen seicht gemacht hat, das der Konsum eines davon nicht mehr reicht, um die Aufmerksamkeit aufrecht zu halten.
Falls jemand noch weiß, was eine Schnitzeljadg ist: Heute spielt man sowas digital, nur das man einfach nur den Weg abklappert, der mit gigantischen und unübersehbaren Leuchtpfeilen markiert ist, anstatt selbst nach Hinweisen zu suchen - immer mit dem Gedanken, das man an der vorigen Kreuzung ihn vielleicht übersehen hat. Jedem Tierchen sein Pläsierchen, aber ich kann beim besten Willen nicht verstehen, was daran Spaß machen soll.
/rant off