KillingArts hat geschrieben: ↑12.04.2020 18:00
PfeiltastenZocker hat geschrieben: ↑12.04.2020 17:00
Jetzt macht das Spiel überhaupt keinen Sinn mehr. Man sollte ja extra Treffer in den anderen Leveln fischen um dann mit genug Leben durch die Impossible Lair zu kommen. Man kann das letzte Level von Anfang an angehen. Wenn man jetzt einfach Checkpoints hat, wird jeder mit ein bisschen Plattforming Kenntnissen das Level direkt zu Beginn des Spiels abschließen und damit das Spiel durchspielen.
Den Rest an Level kann man dann spielen wenn man Bock hat, lohnt sich aber auch nicht so wirklich, letztlich sollte das alles Ressourcen für das Endlevel liefern, ich fand diese künstlerische Entscheidung das Spiel mal anders zu sturkturieren lobenswert und hat der impossible Lair die notwendige Spannung gegeben. Ich geh also mal davon aus dass zukünftige Playtonic Spiele nicht mehr sowas bieten. Sehr schade, aber verwundert tut es mich jetzt auch nicht, weil ich es bezeichnend für die heutige Zeit finde, dass man nicht einfach mal etwas als das stehen lassen kann was es ist. Gerade im Indie Sektor ist ja das "pandering" noch stärker vertreten als in Triple A Spielen, liegt wohl am finanziellen Risiko.
Wovon redest du, dieser easy Mode ist doch optional. Du kannst weiterhin so spielen, wie du es gewohnt bist.
Hast du das Spiel gespielt und weißt wie es strukturiert ist? Würde ich es komplett unbefangen zum ersten Mal spielen, würde ich es eben nicht mehr so spielen wie es ursprünglich gedacht war, aufgrund der neuen Strukturierung und mangels Kommunikation wie es vorher war.
Zum Überblick:
Man kann das härteste Level: die "Impossible Lair" von Beginn an starten. Man muss es sogar. Es ist ein recht langes Level mit einer Laufzeit von 15-20 Minuten mit 4 Bossen.
Die Wahrscheinlichkeit das Level auf Anhieb zu schaffen tendiert gegen Null. Und da kommt die sehr eigenwillige Designentscheidung des Spiels zu tragen.
Am Ende eines jeden Levels im Spiel sammelt man Bienen. Diese Bienen erlauben dass man einen freien Treffer innerhalb der "Impossible Lair" kassieren kann, dazu zählen auch Abstürze in Abgründe, wo man dann einfach wieder nach oben gehievt wird.
Ingesamt kann man in dem Spiel 48 Bienen sammeln. Das heißt man kann maximal in diesem Level 48 extra Treffer kassieren.
Die Level sind also dazu da dass man die notwendigen Ressourcen sammelt um durch diesen Hindernis-Parcour zu kommen.
Jetzt möchte man das Spiel aber wie folgt ändern:
Die "Impossible Lair" ist jetzt eine Alternativversion der neuen "Not so impossible Lair". In der Impossible Lair hat man nun gar keine Bienen mehr. Es ist also eine masochistische Challenge für Hardcore-Plattforming Fans.
Die neue "Not so impossible Lair" kann man von Anfang an angehen. In der "Not so impossible Lair"gibt es insgesamt 4 Checkpoints. (heißt durchschnittlich gehen die Segmente nur noch 4-5 Minuten) dabei wird immer die höchste Anzahl an Bienen zwischengespeichert die man bis zum letzten Checkpoint hatte. Ein Grund warum das Level überhaupt so "impossible" war (obwohl das ganz klar eine Übertreibung ist) war dass man nun mal eine Herausforderung auf Ausdauer kreiiert hat. Der neue Standardweg dieses Level zu spielen ist sich von Checkpoint zu Checkpoint zu hangeln. Klar kann man das Spiel nach wie vor auch anders spielen in dem man einfach von Anfang beginnt, aber inwiefern kommuniziert das Spiel einem eigentlich dass das die ursprünglich gedachte Spielerfahrung ist? Mich hatte zu Beginn des Spiels damals der Ehrgeiz gepackt und ich wollte jede Spielsession schauen wie weit ich durch die Höhle komme. Als jemand der etwas erfahrener in Plattformern ist. Hätte ich jedes Segment, auch ohne Bienen abschließen können. Es wäre zwar etwas schwieriger aber für mich definitiv noch im Bereich des möglichen gewesen. Mit nur 4-5 Bienen mehr hätte ich die Höhle mit Leichtigkeit abschließen und das Spiel beenden können. Der Rest an Leveln ist damit im Prinzip komplett überflüssig, weil es so strukturiert ist, dass deren Collectibles dem Spieler bei dem übergeordneten Spielziel helfen sollen diese vermaledeite "Impossible Lair" zu bewältigen. Dadurch dass es jetzt so einfach möglich ist, wird die Höhle höchstens noch bei kompletten blutigen Plattforming Anfängern ihr Konzept entfalten, wenn überhaupt.
Ansonsten nur bei Leuten die dieses Konzept von Anfang an ignorieren. Aber dann spielt es sich wie jedes andere Plattforming Spiel, nur noch mit weniger Highlights weil es Bosskämpfe und besondere Segmente in den üblichen Leveln nicht gibt.
Kurzum man hat die eigenwillige Designphilosophie der Zugänglichkeit geopfert, konzeptuell passt die Struktur nicht mehr ins Spiel. Neue Spieler werden verwirrt und evtl wird ihnen auch die Motivation genommen das restliche Spiel weite rzu spielen, wenn das Highlight schon zu Beginn geschafft wurde.
Das ist so als würdest du Breath of the Wild spielen und mit 3 Herzen, als totaler Otto-Normal Spieler, mit einer durschschnittlichen Leistung, schon zu 80% Ganon besiegen können.
Hier hat man einmal Mut gezeigt das Spiel anders als typische Plattformer zu konzipieren und eine bis dato ungewöhnliche Challenge zu liefern die dem Spiel für mich Wiedererkennungswert gegeben hat, um es dann später zu sabotieren, weil das Level für einige Spieler selbst mit allen Bienen zu schwer war. Das meine ich bezeichnend für die heutige Zeit. Hätte ich es jetzt zum ersten Mal mit dieser Version gespielt hätte ich in 1-2 Stunden das Spiel durchgespielt und dann langsam meine Motivation verloren weiter zu zocken, weil der einzige Anreiz die Collectibes zu sammeln die obligatorischen 100% sind. Das Highlight ist schon abgeschlossen das Konzept in sich einfach "flawed". Weil Spiele für mich durchaus auch sowas wie Kunst sind und auch etwas sind, über das ich im Nachhinein gerne diskutiere geht damit ein riesiger Teil des "künstlischeren Werts" und Identität verloren.