Jupp_GER hat geschrieben: ↑21.10.2019 18:10
anstatt meine Fragen zu kommentieren, könntest du sie auch einfach beantworten. Schließlich möchte ich deine Aussagen gerne verstehen. Jetzt wirfst du noch Glücksspiel, Sucht und Menschenrechte in den Ring. Werde doch einmal konkret... Ich bin 39 Jahre, habe Kinder und Familie... Ich sehe nichts, was ich Blizzard da aktuell vorwerfen sollte.. also kläre mich bitte auf, worauf du deine Aussagen stützt.
Ich versuche mich kurz zu fassen. Blizzard hat, wie ich schrieb, schon oft den Versuch unternommen, mit moralisch fragwürdigen Modellen ihren ohnehin schon gewaltigen Gewinn zu vergrößern. Das fing alles nach WoWs heftigem Erfolg an. Vorher waren sie wie CD Projekt Red. Gute, vollwertige Spiele und mehr nicht. Seit WoW ist nichts mehr wie vorher. Die Liste ist lang, ich picke mir jetzt die für mich wichtigsten heraus, welche ich auch in meinen vorangegangenen Kommentaren schon erwähnte:
Ein neues Diablo durfte auf keinen Fall wieder ein Spiel werden, bei dem jahrelang Server besetzt werden und Leute ohne zu zahlen Spaß haben. Daher war sehr wichtig, ein Echtgeldauktionshaus zu haben, denn auf eBay florierte Itemhandel für Diablo 2. Und sie vergrößerten den Bedarf an diesem Auktionshaus, indem sie schlechte Lootdrops erzeugten, sodass es für Spieler richtig ätzend war, einfach zu spielen, wie sie es früher taten. Das Konzept wurde weiterentwickelt in allen AAA Spielen, sogenannte "Timesaver" bieten die Möglichkeit, das langatmige Grinden abzukürzen. Einen Grind, den die Hersteller komplett steuern können. Hat Blizzard dann auch, nachdem es genug Backlash gab, wurde der ganze Mist aus D3 genommen und man hatte auf ein mal ein tolles Spiel.
Overwatch machte die Lootbox salonfähig. Eine Slotmachine, ein einarmiger Bandit, der für kleines Geld dieselbe Gehirnchemie auslöst, wie Glücksspiel. Suchtkranke rund um den Planeten tappen nun in diese Falle, in Overwatch, in Fifa, aber auch im berühmten Präzedenzfall: Star Wars Battlefront II. Die Diskussion hält an, alle wissen, dass es wie Glückspiel ist, doch die Rechtsprechung hat häufig keine Grundlage, um es zu verbieten. Als Elternteil weißt Du vielleicht, dass Kinder keine Rubbellose mehr kaufen dürfen in Deutschland. Aber in Fifa, was ohne Alterbeschränkung ist, dürfen sie Ultimate-Team-Packs öffnen. Komisch, oder?
Blizzard hat vor kurzem einem Esportler das Preisgeld aberkannt und ihn gesperrt, weil er gegen die Unterdrückung von und Menschenrechtsverletzung in Hong Kong protestiert hat, weil sie wissen, dass China ihnen sonst vermutlich einen Strick daraus dreht. Wer der Regierung dort nicht passt, darf auch nicht mehr in China Geschäfte machen. Das Potenzial einer Milliarde Chinesen das Geld aus der Tasche zu ziehen, ist Blizzard mehr Wert, als freie Rede.
Sie zahlen kaum Steuern durch findige Tricks, by the way.
Das alles wird auch Overwatch 2 nicht ändern. Ja, ihre Spiele sind gut. Waren EAs Games auch, und Bethesdas. Und Ubisofts. Aber das wird Stück für Stück schlechter werden, da es nicht mehr um Spiele geht, sondern um Monetarisierung.