Todesglubsch hat geschrieben: ↑07.09.2019 13:32
Fast alle Tweets von dem Mann klingen so.
Aber ich befürchte, dass das Teil hohe Wertungen bekommt, weil die Tester versuchen sich gegenseitig mit Deutungen für den Schwulst zu übertreffen und niemand sich traut zuzugeben, dass man die Story nicht kapiert und das Gameplay solala ist.
Ach iwo... die Story hat doch Kojima selbst schon in einigen vorherigen Interviews treffend zusammengefasst:
Endzeit, Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits via Babys und sensitiven Menschen, Spieler soll als Paketbote Informationen zwischen versprengten Dörfern/Städten transportieren - um somit einen Informationsfluss zu gewährleisten - andere Methoden sind scheinbar zu gefährlich (warum?) -
und dabei muss die Spielfigur sich mit seinen eigenen Traumata auseinandersetzen und sich sowohl diesseitiger als auch jenseitiger Gegner erwehren, die jeweils eine eigene Agenda verfolgen - die menschlichen Gegner arbeiten im Auftrag einer Fraktion, die den erneuten Zusammenschluss der Städte/Menschen verhindern will.
Im Prinzip geht es in der Geschichte des Spiels jetzt relativ geradlinig darum herauszufinden,
welches Trauma den Protagonisten quält,
welcher NPC welche Motive zum Handeln hat und was es mit der Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits auf sich hat.
Ich denke nicht, dass das unbegreifbar sein wird - aber sicherlich komplex verschachtelt.
Die größte Kunst von Kojima ist ohnehin seine Art Marketing zu betreiben.
Außer Christopher Nolan kenne ich keinen populären Künstler der seine Werke derart kryptisch und mit vielen Andeutungen versehen bewirbt. Im Prinzip ist es schon ein Puzzle überhaupt herauszufinden, worum es im fertigen Werk geht und welches Genre einen erwartet.
Zu großen Teilen beruht der Ruhm beider Kunstschaffenden darauf ein ansprechendes aber inhaltlich wenig gehaltvolles Marketing zu betreiben um die Neugier der Konsumenten zu provozieren.
Darin liegt ein Großteil des Reizes neuer Werke der entsprechenden Künstler.
Nolan's kommender Film "TeneT" ist schon jetzt wieder über die Maßen hinaus populär,
weil nur wenige den ersten Teaser gesehen haben - dieser nur schlecht abgefilmt im Internet verfügbar ist und vor Andeutungen und Symbolismus sowie unheilvoller reduzierter Musik nur so strotzt.
Am Ende wird weder "TeneT" noch "Death Stranding" ein schlechtes Werk sein -
aber die durch das Marketing angedeutete, verheißungsvolle Offenbarung bleibt (wie immer) aus.
Ich könnte jetzt hier noch einen Vergleich zwischen religiösen, Messiah-artigen Motiven und den beiden Künstlern ziehen, aber das spare ich mir lieber...
