Balla-Balla hat geschrieben: ↑05.08.2019 10:29
Kajetan mal wieder mit der Lobpreisung der Gemeinschaft, hat ja im Sozialismus schon wunderbar funktioniert. Mich würde mal interessieren, was er denn so freiwillig in den Topf der Allgemeinheit bezahlt.
Und dann die ewige Mär vom Neoliberalismus, gähn.
Wir sind alle Egoisten, außer K natürlich, so funktioniert der Kapitalismus. Und damit es dort einigermaßen gerecht und sozial zugeht, ist die Politik gefordert. Wenn eine Firma, wie in diesem Fall, sich so unverschämt bereichern kann, hat eben diese Politik versagt, bzw. die Politiker, die für solche Gesetze verantwortlich sind.
In einer Demokratie kann man solche Leute abwählen, geschieht das nicht, ist eben das Wahlvolk mitverantwortlich für solche Entwicklungen. Es besteht aus erwachsenen Menschen, die sich alle über Alles informieren können und dementsprechend ihre Stimme vergeben. Man könnte, aus der egomanen Sicht dessen, der für sich in Anspruch nimmt, den besseren Durchblick zu haben als andere, sagen, dass das Wahlvolk aus lauter Idioten besteht. Somit eine Wahl immer zu ungünstigen Ergebnissen führt. Dann bleibt nur die Einsetzung eines dem Egomanen genehmen Diktators.
Ich kenne keinen einzigen historischen Fall, wo dieses Konzept besser aufging als das der unzulänglichen Demokratie, die derzeit in den westlichen kapitalistischen Ländern die Staatsform bildet.
Liest du ab und an Nachrichten? So ziemlich alle aktuellen Verwerfungen kann man den inheränten Widersprüchen des Produktionsmodus Kapitalismus in Kombination mit einem Zinseszins-Fiatgeldsystem zurechnen.
Kapitalismus funktioniert dauerhaft nicht. Da wurd vor bald 100 Jahren das Gesellschaftsspiel Monopoly veröffentlicht, zur Veranschaulichung der Kapitalakkumulation. Das Spiel endet, sobald einer alles hat. Vorher hat noch so'n Typ, dessen Name nicht genannt werden darf, quasi das Schreckgespent, mit dem man Kindern Angst vor einem anderen System macht, 'n paar Bücher darüber geschrieben. Auf Basis dessen entstanden dann die ersten sozialistischen Staaten.
In dem Moment, in dem der Staat eingreift und "den Mark reguliert", haben wir a) keinen "richtigen Kapitsalismus mit freiem Markt" mehr, was die Kapitalisten zum Weinen bringt und b) holt sich jedes Unternehmen, im Rahmen seiner Möglichkeiten, den dadurch eingefahrenen "Verlust" zurück. Sei es durch Umgehen der Steuern mit Hilfe der im Artikel beschriebenen Unternehmenskonstrukte, oder das direkte Auslagern der Arbeit in Regionen mit geringeren Lohnstückkosten oder indem die Kosten an den Verbraucher durch gereicht werden.
Dass unser dahinsiechender, zunehmend geschliffener Wohlfahrtsstaat ebenso auf Kosten der ärmsten Menschen in in den ärmsten Nationen besteht, sei nur am Rande erwähnt.
Die Tatsächliche Mär ist zu glauben, dass neoliberaler Turbokapitalismus "das einzige historisch belegt funktionierende" System sei, während man jetzt im Augenblick dabei zusehen kann, wie das System historisch zu kollabieren beginnt.
Ein extremer Auswuchs dieses "late stage capitalism" wird im Artikel beleuchtet. Die Internetökonomie ist ein großartiges Beispiel für die Monopolisierung innerhalb des Kapitalismus. Es sind förmlich "private Märkte" in Form von Facebook, Youtube und anderen Plattformen entstanden, die sich der staatlichen Kontrolle entziehen. Facebook will sogar eine eigene Währung ins Leben rufen.
Unter diesen Gesichtspunkten nehmen Privatunternehmen zunehmend ehemals der Staatshoheit unterliegende Handlungen vor, während die Staaten bisweilen ziemlich ratlos wirken, wie sie die Kontrolle aufrecht erhalten, oder sogar gewinnen, können.
In dem Moment, in dem der Staat tatsächlich sämtliche Rahmenbedingungen des Wirtschaftens vorgeben und durchsetzen kann, handelt es sich nicht mehr um Kapitalismus.
So lang dies nicht geschehen ist, werden kapitalistische Unternehmen alle verfügbaren Mittel und Wege einsetzen, um ihr einziges, ihr existentielles Ziel zu erreichen: Profitmaximierung. Zu lasten aller anderen.
Ob man das für den einzigen gangbaren Weg hält, hängt fundamental mit dem eigenen Menschenbild zusammen.