Doc Angelo hat geschrieben: ↑26.05.2019 14:23
greenelve hat geschrieben: ↑26.05.2019 13:55
Ich hab auch nur flüchtig ins Impressum geschaut, inwieweit die Seiten seriös sind.
War nicht gegen dich gerichtet. Du hast ja nur Beispiele verlinkt.
Was zu viel ist, das ist individuell. Die Meinung der Gesellschaft ist irrelevant. Wenn >50% der Gesellschaft denkt, das 2 Stunden pro Tag spielen eine "Sucht" ist, dann bedeutet das nicht, das alle die 2 Stunden spielen tatsächlich ein Problem damit haben.
Schmerzmittel sind nicht wirklich eine "Ablenkung", sie sind eine Betäubung, und im Falle von tatsächlichen Schmerzen eine Beseitigung eines Symptoms. Manche davon machen körperlich Abhängig. Das ist schon eine ganz andere Nummer. Sich mit Häkeln, Basteln oder Computerspielen ablenken ist etwas vollkommen anderes als sich zu besaufen. Das eine ist eine bewusste Entscheidung aus sich selbst heraus die negativen Gedanken und Emotionen zu durchbrechen, in dem man sich mit etwas anderem beschäftigt. Das andere ist die Zuhilfenahme von schwer schädigenden und körperlich Abhängig machenden Substanzen zum Zwecke der Betäubung von "außen".
Computerspiele sind eine Verhaltenssucht. Im Grunde kann man die genau so wie alle anderen Süchte dieser Klasse therapieren. Daher halte ich persönlich eine eigene Kategorie für nicht so wirklich sinnvoll.
Mit Impressum habe ich gesagt, um auszudrücken, ich habe mir die Seiten auf ihre (wissenschaftliche) Korrektheit nicht komplett angeschaut.
Wer 16 Stunden täglich am Computer spielt, wird höchstwahrscheinlich süchtig sein. Wer dies aus beruflichen Gründen macht, siehe Esportler, muss nicht süchtig sein. Seine komplette Freizeit mit Modelleisenbahnen zu verbringen, wird nicht als Sucht betrachtet. Aber es ist auch ein Unterschied, ob man persönlich ein Problem hat oder ob die Gesellschaft so darüber denkt. Allgemeiner gesehen ist der Zusammenhang doch gegeben, es kommt nur zusätzlich auf das Feld von Gesellschaft an. Wenn bspw. selbst Zocker im Freundeskreis sagen, man zocke zu viel, könnte da was dran sein. Auch wenn Nicht-Zocker meinen, man zocke zu viel, könnte es... kommt allerdings auf die Zeiten an. Die genaue Zeit, ob zwei Stunden, wird aus der reinen Aussage nicht ersichtlich.
Schmerzmittel sind chemisch betrachtet eine Betäubung. Das sind Computerspiele als Ablenkung von Problemen genauso. Das unangenehme Gefühl im Kopf, ausgelöst durch Probleme, wird durch den Spielspaß betäubt. Deswegen kommt es gern zum Griff zum Alkohol, als Ablenkung, um sich zu betäuben.
Und egal was welches Mittel wir nehmen, es ist ein Weg sich vom Symptom abzulenken und nicht mit dem eigentlichen Problem auseinanderzusetzen. Nehmen wir als psychisches Problem eine Phobie, es wäre ein leichtes Alkohol zu nehmen, Ängste so zu betäuben, vom Symptom abzulenken und in der eigenen Wohnung angstfrei zu sein. Oder Schmerzmittel, um die Schmerzen zu unterdrücken, ohne auf die Ursache einzugehen, ist eine Ablenkung vom Problem. Genauso wie Zocken, um in virtuellen Welten vor Problemen in der realen Welt zu flüchten. Alles frei nach dem Motto: Wenn ich es nicht spüre, gibt es kein Problem mehr.
Welches Hilfsmittel genommen wird, ist im Grunde egal. Ob Häkeln, daddeln oder saufen, jedes davon ist eine aktive und bewusste Entscheidung, um die Konfrontation mit Problemen zu meiden. Wichtig ist nur: Hat es negative Folgen, welchen Einfluss haben sie, wie sind diese kontrollierbar?
Selbst bei regulärer Medizin taucht diese Frage auf. Medizin hat Nebenwirkungen, ein Arzt wird das im Kopf haben bzw. darüber informieren und dann entscheidet die Antwort, ob das Medikament eingesetzt wird.
Ja, Computerspiele sind eine Verhaltenssucht - und letztlich chemisch im Gehirn ausgelöst. Wie bei allen Dingen ist es eine bewusste Entscheidung damit anzufangen, aber es ist keine bewusste Entscheidung, ob es zu einer Sucht kommt. Diese Grenze ist individuell.
Alkohol wird, mit dem Wissen der Gefährlichkeit, sehr oft zum "Mut antrinken" genommen. <- Aktive und bewusste Entscheidung.
Wenn du mit eigener Kategorie für Spielesucht die Aufnahme der WHO meinst, soll dies für Krankenkassen wichtig sein, inwieweit Kosten für Therapie übernommen werden.