tailssnake hat geschrieben: ↑04.03.2019 17:54
Eine Aktiengesellschaft ist nunmal nur seinen Shareholdern verpflichtet und sonst niemanden.
Jetzt der ganz große Gag ... das ist überhaupt kein Muss, sondern nur ein Kann.
Ich kann als Vorstand meinen Investoren sagen, dass sie die Fresse halten sollen, weil ich besser als sie weiß, wie das Geschäft zu führen ist. Sie sollen mir vertrauen, ich schaukel das Ding schon. Sicher, ein CEO kann gekündigt werden, wenn der Aufsichtsrat keinen Bock mehr hat oder Investoren genug Anteile halten, um die Stimmenmehrheit zu ergattern. Aber das bedeutet nicht, dass der CEO sofort fragt: "Wie hoch?", wenn der Investor befiehlt: "Spring!". Denn der Investor hat nichts zu befehlen. Er führt die Firma nicht. Der CEO führt die Firma. Der CEO legt die Strategie fest, er gibt die Ziele und den Kurs vor.
Nur macht das kaum ein CEO, weil sehr viele CEOs weder den Mut, noch das Selbstvertrauen, geschweige denn die Motivation haben die Investoren auf ihre Plätze zu verweisen. Solange sie einfach das tun, was die Investoren wollen und dabei nicht ständig komplette Bullenscheisse bauen, ist das ein ziemlich lockerer Job, der überaus fürstlich und umfangreich bezahlt wird. Stress gibt es in diesem Job eigentlich nur dann, wenn der CEO nur wegen Beziehungen oder viel Glück diesen Job ergattern konnte und beim regelmäßigen Bericht vor Aufsichtsrat und Investoren niemand merken darf, dass man eigentlich keine Ahnung hat, wie man diesen Job tun soll. CEO ist der mit Abstand leichteste Job auf dieser Welt in Relation zu den eingeforderten Fähigkeiten und seiner Bezahlung. Wenn ich halbwegs gut faken und posen kann, wenn ich total überzeugend hübsche Folien präsentieren kann, läuft alles perfekt für mich. Und wenn der Laden doch den Bach runtergehen sollte, bekomme ich ne geile Abfindung, zusätzlich zu der Asche und den Optionen, die man mir eh die ganze Zeit über in den Arsch geschoben hat.
CEO ist der mit Lichtjahre großem Abstand ÜBERSCHÄTZTESTE Job unserer Zeit!
Und deswegen entsteht sehr leicht der Eindruck, dass börsennotierte Firmen
nur und
auschliesslich den Investoren gegenüber verpflichtet seien.
Natürlich gibt es Ausnahmen. Wie überall. Ausnahmen, welche die oben beschriebene Regel bestätigen..