Sarkasmus hat geschrieben: ↑04.10.2018 10:36
Also ich weiß ziemlich genau was "Seele" im Zusammenhang mit den Medien Film und Videospiel für mich zu bedeuten hat.
Wenn der/die Erschaffer ihr eigenes "Herzblut" in ihr Produkt reingesteckt haben und man das auch mitbekommt.
Grade im AAA Bereich machen viele Produktionen, mMn, meistens eher den Eindruck von Auftragsarbeiten ala "Das müssen wir jetzt machen, damit Geld in unsere Geldbörse kommt!"
Grade bei einem Assassins Creed habe ich das Gefühl, dass den Entwicklern doch eher egal ist wie das Spiel ankommt.
Gut bei einem Assasins Creed habe ich auch eher das Gefühl, dass die Entwickler null komma nichts zu melden habe und die Chefetage bestimmt wie das Spiel auszusehen hat.
Dem Großteil der AAA Entwickler (Publisher) fehlt einfach der Mut für Experimente im Sinne von kreativer Freiheit.
Gut zum Teil ist daran auch die Mehrheit der Konsumenten dran schuld.Denn der 0815 Einheitsbrei verkauft sich ja jedes mal wie geschnitten Brot.
Da kann ich die Publisher schon verstehen, dass sie auf das sichere Pferd setzten.
Fehlt Herzblut aufgrund fehlender Kreativität? Also kann Herzblut nur drin sein, wenn das Spiel kreativ ist? Und wie viel Mitsprache kann ein einzelner Programmierer bei einem 400-Mann Studio haben?
Ich glaube, das bringt die Abneigung von Mainstream und die Zuneigung zu ungewöhnlichen Spielen durcheinander, mit dem was Herzblut und Seele sein soll.
Nehmen wir AC: Trotz des Mainstreams und alles ist glattgebügelt, gibt es Dialoge und Nebenquests. Diese müssen geschrieben werden, und in Grenzen des Budgets für Grafik, Animation und Synchronisation, können sich Mitarbeiter durchaus kreativ bewegen. Warum nicht? Gerade die Nebenquests werden in AC mittlerweile gelobt (bei Odyssey fällt gar ein Witcher 3 Vergleich - Blasphemie!!!1). Sind diese nun nach Vorgabe oder Kreativität entstanden? Oder anders gefragt, kann dies mit einer Abneigung über Mainstream beantwortet werden?
AC hat neuerdings einen Modus, in dem historisches Wissen vermittelt wird. Der Typ von Ubisoft spricht über Seele (auch) von "lernen in Spielen". Das wäre damit erreicht. Seele bleibt allerdings ein schwammiger Begriff, für irgendwas, womit das Werk zusammengehalten wird und Tiefe erlangt. Allerings, wie man auch hier in den Kommentaren direkt lesen kann und anhand von Vermutungen geäußert wird: Spiele sind Unterhaltung. Es geht nicht um moralische Botschaften, um Lernen, um Tiefgang. Es geht in erster Linie um Unterhaltung.
Letztlich ist es aber auch eine Sache, was Menschen daraus machen. Star Wars nimmt religiöse Bezüge auf und schwupps, hat es irrsinnigen Tiefgang. Oder Matrix, klingt nüchtern betrachtet alles sehr bedeutungsschwanger, verbindet dabei allerdings Action mit viel Gerede über philoshopische Dinge. Ergebnis wie bei Star Wars, sogar noch schlimmer, was den "Tiefgang" anbelangt.
Es gibt auch Spiele, die emotional wie intelligent mitnehmen und zum Denken anregen. Brothers: a Tale of two Sons hat einen wunderbaren Kniff im Spielverlauf.
Aber haben diese Sachen eine Seele, vermitteln sie etwas fürs Leben, bieten sie Tiefgang, sind sie mehr als auf Erfolg strukturiert? Schon das Imperium schlägt zurück war sich des Erfolges des eigenen Universums bewusst und hat gezielt eine Fortsetzungsgeschichte aufgebaut, in Rückkehr der Jedi-Ritter wurden Ewoks gezielt aus Kostengründen, billiger als Kashyyyk mit Wookiees, und für kommerziellen Merchandise in den Film eingebunden.
ps: Ich mag Star Wars und Matrix