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Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 12:23
von 4P|BOT2
In der vergangenen Woche hat sich die belgische Glücksspielkommission damit beschäftigt, ob gegen Echtgeld kaufbare Beutekisten bzw. Lootboxen in Computer- und Videospielen als eine Form von "Glücksspiel" anzusehen sind oder nicht. Laut VTM Nieuws steht das Ergebnis mittlerweile fest. Demnach ist die Kommission der Auffassung, dass diese Mischung aus Geld und "Sucht/Abhängigkeit" ganz klar "Glücks...

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Re: Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 12:30
von WH173W0LF
Richtig so. Ich wünsche viel Erfolg. Zwei Stimmen der Vernunft in einem Ozean der Gier.

Re: Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 12:39
von DaOriginalHerb
Da könnte ein Stein ins Rollen kommen..

Re: Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 12:45
von Hyeson
ronny_83 hat geschrieben: 22.11.2017 12:42 Es gibt noch Länder mit Hoffnung. Sehr gut, Belgien.

Übrigens kommentiert die USK das folgerndermaßen:
Als Glücksspiel gelten dem Gesetz nach Spiele, bei denen Spieler gegen ein Entgelt eine Gewinnchance erwerben und der Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt. Lootboxen, die gegen ein Entgelt immer ein zufällig generiertes Item vergeben, gelten nach üblicher Auffassung bisher nicht als Glücksspiel.
Für mich widersprechen sich die beiden Sätze irgendwie. Denn auch mit dem Erwerb von Lootboxen erkauft man sich ja Verbesserungen mit denen man eine Gewinnsteigerung erwartet. Und wenn diese zufällig ausgeschüttet werden, ist das doch Glücksspiel.
Das ist glaub ich auch die Begründung der ESRB gewesen. Warum Casinos dann nicht einfach immer nen Mindestgewinn (nen Luftballon oder so) rausgeben, um kein Glücksspiel mehr zu sein, versteh ich auch nicht.

Re: Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 12:48
von Solidus Snake
Alles was dieser Praktik schadet ist nur zu begrüßen, auch wenn immer wieder das Argument kommt, dass Spiele durch so etwas im Preis dafür weiter Stabil bleiben und die 80€ nicht überschreiten. Fakt ist aber auch, dass das System derzeit wohl krank ist, sonst würde es solche Auswüchse nicht geben. Lootboxen sind, egal wie man es nimmt nichts anderes als Glücksspiel, und sollten so auch gehandhabt werden. Alles andere macht keinen Sinn.

Re: Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 12:49
von MrLetiso
ronny_83 hat geschrieben: 22.11.2017 12:42 Es gibt noch Länder mit Hoffnung. Sehr gut, Belgien.

Übrigens kommentiert die USK das folgerndermaßen:
Als Glücksspiel gelten dem Gesetz nach Spiele, bei denen Spieler gegen ein Entgelt eine Gewinnchance erwerben und der Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt. Lootboxen, die gegen ein Entgelt immer ein zufällig generiertes Item vergeben, gelten nach üblicher Auffassung bisher nicht als Glücksspiel.
Für mich widersprechen sich die beiden Sätze irgendwie. Denn auch mit dem Erwerb von Lootboxen erkauft man sich ja Verbesserungen mit denen man eine Gewinnsteigerung erwartet. Und wenn diese zufällig ausgeschüttet werden, ist das doch Glücksspiel.
Ja, der Punkt ist "nach üblicher Auffassung". Die können sich ändern, wenn Bedarf besteht.

Re: Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 12:50
von Nimi
Disney ist ein Drecksladen, aber das familienfreundliche Image ist ihnen wichtiger als alles andere. Einen begrenzten Aufstand in irgendwelchen Gamingforen hätte ihnen egal sein können, aber das geht jetzt durch die Mainstreampresse. Und Schlagzeilen wie "Star Wars verführt Kinder zu Glücksspiel!" einen Monat vor dem Start von Last Jedi werden der Maus gar nicht schmecken. Vor allem weil es ja sogar berechtigt ist. Das ist keine "Killerspiele!!!" Panikmache. Glücksspielsucht ist ein reales, gut dokumentiertes Problem und machen wir uns nichts vor, die Lootboxen (genau wie die meisten anderen Formen von MTX und IAP) richten sich neben erwachsenen "Whales" primär an Kinder.

Kann gut sein, dass EA jetzt mit Verweis auf Rufschädigung die Star Wars Lizenz verliert. Ach, schön wärs...

Re: Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 12:55
von monotony
Hyeson hat geschrieben: 22.11.2017 12:45
ronny_83 hat geschrieben: 22.11.2017 12:42 Es gibt noch Länder mit Hoffnung. Sehr gut, Belgien.

Übrigens kommentiert die USK das folgerndermaßen:
Als Glücksspiel gelten dem Gesetz nach Spiele, bei denen Spieler gegen ein Entgelt eine Gewinnchance erwerben und der Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt. Lootboxen, die gegen ein Entgelt immer ein zufällig generiertes Item vergeben, gelten nach üblicher Auffassung bisher nicht als Glücksspiel.
Für mich widersprechen sich die beiden Sätze irgendwie. Denn auch mit dem Erwerb von Lootboxen erkauft man sich ja Verbesserungen mit denen man eine Gewinnsteigerung erwartet. Und wenn diese zufällig ausgeschüttet werden, ist das doch Glücksspiel.
Das ist glaub ich auch die Begründung der ESRB gewesen. Warum Casinos dann nicht einfach immer nen Mindestgewinn (nen Luftballon oder so) rausgeben, um kein Glücksspiel mehr zu sein, versteh ich auch nicht.
weil es ne fadenscheinige ausrede ist. die ESRB ist der verlängerte arm der spieleindustrie, ins leben gerufen, um der direkten regulation durch den gesetzgeber zu entgehen.

gesetzestexte, egal ob wir vom telekommunikationsgesetz (netzneutralität), altersfreigaben oder den urheber- und patentrechten sprechen, stammen immer noch zum großen teil aus einer zeit, in der es noch nicht einmal computer gab. so darf sich die industrie ihre machenschaften seit jahrzehnten so auslegen, wie es in ihre moderne interpretation veralteter regularien passt, denn der technologische fortschritt wächst schneller, als die grauen herren in ihren gremien mithalten können oder wollen, wenn dann sinnbildlich der nächste koffer unterm tisch weitergeschoben wird.

Re: Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 13:00
von PanzerGrenadiere
auch wenn mir persönlich lootboxen auch nicht gefallen, sehe ich darin kein glücksspiel im klassischen sinn. irgendetwas droppt ja immer und im mp von mea z.b. hat man ein manifest, das , unabhängig von der reihenfolge, irgendwann voll ist. sind mmn mehr digitale überraschungseier. schlimmer finde ich, wenn spiele gezielt um die lootboxen herum entwickelt werden.

Re: Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 13:02
von Hyeson
monotony hat geschrieben: 22.11.2017 12:55
Hyeson hat geschrieben: 22.11.2017 12:45
ronny_83 hat geschrieben: 22.11.2017 12:42 Es gibt noch Länder mit Hoffnung. Sehr gut, Belgien.

Übrigens kommentiert die USK das folgerndermaßen:



Für mich widersprechen sich die beiden Sätze irgendwie. Denn auch mit dem Erwerb von Lootboxen erkauft man sich ja Verbesserungen mit denen man eine Gewinnsteigerung erwartet. Und wenn diese zufällig ausgeschüttet werden, ist das doch Glücksspiel.
Das ist glaub ich auch die Begründung der ESRB gewesen. Warum Casinos dann nicht einfach immer nen Mindestgewinn (nen Luftballon oder so) rausgeben, um kein Glücksspiel mehr zu sein, versteh ich auch nicht.
weil es ne fadenscheinige ausrede ist. die ESRB ist der verlängerte arm der spieleindustrie, ins leben gerufen, um der direkten regulation durch den gesetzgeber zu entgehen.

gesetzestexte, egal ob wir vom telekommunikationsgesetz (netzneutralität), altersfreigaben oder den urheber- und patentrechten sprechen, stammen immer noch zum großen teil aus einer zeit, in der es noch nicht einmal computer gab. so darf sich die industrie ihre machenschaften seit jahrzehnten so auslegen, wie es in ihre moderne interpretation veralteter regularien passt, denn der technologische fortschritt wächst schneller, als die grauen herren in ihren gremien mithalten können oder wollen, wenn dann sinnbildlich der nächste koffer unterm tisch weitergeschoben wird.
Ich weiß.. es war nicht wirklich eine Frage auf die ich eine Artwort erwarte. ;)
Aber jemand, den man nicht einfach ignorieren kann, sollte diese Frage mal an die ESRB stellen.

Re: Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 13:04
von Todesglubsch
ronny_83 hat geschrieben: 22.11.2017 12:42 Es gibt noch Länder mit Hoffnung. Sehr gut, Belgien.

Übrigens kommentiert die USK das folgerndermaßen:
Als Glücksspiel gelten dem Gesetz nach Spiele, bei denen Spieler gegen ein Entgelt eine Gewinnchance erwerben und der Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt. Lootboxen, die gegen ein Entgelt immer ein zufällig generiertes Item vergeben, gelten nach üblicher Auffassung bisher nicht als Glücksspiel.
Für mich widersprechen sich die beiden Sätze irgendwie. Denn auch mit dem Erwerb von Lootboxen erkauft man sich ja Verbesserungen mit denen man eine Gewinnsteigerung erwartet. Und wenn diese zufällig ausgeschüttet werden, ist das doch Glücksspiel.
Wobei die USK da ja auch nichts zu sagen hat. Sie richten sich ja nur nach Gesetzen - und das Gesetz beschreibt das Glücksspiel mit diesem doppeldeutigen Unsinn. Logisch, vermutlich baut das Gesetz auf einem Entwurf von Anno-Schlagmichtot auf. Bis die Grauköpfe im digitalen Zeitalter angekommen sind und die Entwürfe entsprechend ändern, vergeht vermutlich noch Zeit - außer es ist mal wieder Stimmenfangzeit und es gibt nen Präzedenzfall der in den Medien plattgetreten wird.

Re: Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 13:12
von Kya
Hab es schon woanders gepostet, aber hier ist es wohl besser aufgehoben :

http://www.eurogamer.net/articles/2017- ... -chris-lee

"This game is a Star Wars-themed online casino designed to lure kids into spending money"

https://youtu.be/_akwfRuL4os

Re: Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 13:13
von tacc
PanzerGrenadiere hat geschrieben: 22.11.2017 13:00sind mmn mehr digitale überraschungseier.
Kann man denn in Overwatch, Call of Duty und sämtlichen aktuellen EA Spielen den Inhalt dieser Eier tauschen oder verkaufen?

Sind dann wohl doch eher digitale Tattoos, bei denen du dir das Motiv nicht aussuchen kannst.

Re: Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 13:17
von Alanthir
Also sind diese tollen Losbuden, bei denen ich garantiert immer einen Kugelschreiber oder Luftballon bekomme, auch kein Glücksspiel, wenn man sich die Argumentation einiger hier anhört?
Natürlich sind sie das. Nur weil es garantiert Schrott gibt heißt das nicht, dass ein wirklicher Gegenwert geboten wird, im Gegensatz zu Panini Bildchen oder Ü-Eiern.

Ich kann doch auch nicht am Roullette Tisch einführen, dass garantiert jede Drehung einen Stempel für einen Gratiscocktail bringt (man braucht nur 100 um einen frei zu bekommen) und damit dem Glücksspielgesetz entgehen (und hey, ein 100stel Cocktail ist immer noch mehr wert als der meiste Schrott in den Lootboxen).

Re: Belgische Glücksspielkommission: Lootboxen sind Glücksspiel; US-Abgeordneter kritisiert Ausbeutung

Verfasst: 22.11.2017 13:19
von yopparai
Jau da sag ich mal: Viel Erfolg, liebe Belgier!

Ist mir auch völlig wurscht ob man das jetzt Glücksspiel, Überraschungseier oder wie auch immer nennt, aber wenn an der Stelle Sand ins Getriebe gestreut wird, dann bin ich dafür.