Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

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muecke-the-lietz
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von muecke-the-lietz »

saxxon.de hat geschrieben: 26.07.2017 11:08
DonDonat hat geschrieben: 26.07.2017 09:14
Nun, dass ist halt deine persönlich Präferenz ;)

Da ich keine solche Präferenzen habe und quasi alles spiele, was "Qualität" hat, treffe ich persönlich ja die Unterscheidung zwischen Story-Singleplayer und Arcade-Singleplayer, mit so grob den oben genannten Aspekten.

Meine persönliche Meinung zu deiner persönlichen Meinung ist dabei, dass ich es etwas schade finde wie "eindimensional" du das Genre Videospiele siehst: diese sind nun mal eine Kunstform (mit Ausnahme der Fließband-AAA Produktionen) und für mich gehören da alle Spiele zu, egal ob sie nun interaktive Filme (z.B. Telltale oder David Cage) oder reine Gameplay Spiele oder eben hybride Spiele sind.
Ich mag ein Uncharted oder The Last of Us genau so gern wie jeder andere; The Walking Dead Season 1 hat mich auch begeistert (obwohl ich seitdem kein Telltale-Adventure mehr angefasst hab - hat mich nicht gereizt), genauso wie ein Journey, bei dem es nur laufen und hüpfen, bzw. fliegen gibt.

Aber wenn ich mich entscheiden muss zwischen Story und Gameplay entscheide ich mich immer für's Gameplay.

Das bedeutet nicht, dass das Gameplay komplex oder anspruchsvoll sein muss. Nur das, was da ist, muss durchdacht ineinandergreifen, sauber funktionieren und im Idealfall Raum bieten, meine Fähigkeiten zu verbessern.
Journey zum Beispiel ist so simpel wie ein Spiel nur sein kann, was das Gameplay angeht. Aber wenn man es zu zweit spielt, kann man sich gegenseitig mit "rufen" den Schal wieder aufladen. Das führt dazu, dass man mit dem richtigen Partner durch beinahe das ganze Spiel fliegen kann, indem man abwechselnd flattert und ruft und dabei nahe zusammen bleibt. Das Spielgefühl das sich daraus ergibt ist fantastisch.

Zum Vergleich Heavy Rain: Irgendwann war ich an einer Stelle an der ich den Controller schütteln sollte um irgendwas zu überleben. Zig mal versucht, das Spiel hat die Eingabe nicht richtig registriert - komisch wo doch schütteln so viel besser ist als einfach einen Knopf zu drücken oder meinetwegen am Stick zu rütteln. Die Geschichte endete damit, dass mir die Handgelenke geschmerzt haben und ich das Spiel, zum Glück nur ausgeliehen, zurückgebracht und nie wieder angefasst hab. Und mal nebenbei: R2 zum laufen? Wirklich? Wie oft ich da in irgendeiner Ecke gestanden hab und mich wie ein Idiot im Kreis gedreht habe, weil beim rauslaufen jedes Mal der Kamerawinkel verändert wurde so dass ich wieder zurück in die Ecke gelaufen bin.. Ich könnt mich stundenlang darüber aufregen wie beschissen die Spielbarkeit von Heavy Rain ist.

Da ist mir dann die Geschichte auch egal. Das kann dann ruhig die beste Geschichte sein, die jemals in einem Videospiel erzählt wurde - ist mir egal, wenn ich den Rest der Zeit damit verbringe, wütend gegen den Drang anzukämpfen den Controller in den Fernseher zu ballern.

Titanfall 2 erzählt sicher keine oscarreife Handlung. Die Beziehung zwischen BT und Cooper wird ganz nett in Szene gesetzt, das war's aber im Grunde auch. Aber das Spiel spielt sich butterweich, die Controllerabfrage ist extrem präzise, alle Eingaben werden sofort umgesetzt und das Leveldesign in der Kampagne unterstützt die Bewegungsmöglichkeiten von Pilot und Titan hervorragend. Man merkt, dass die Levels um die Bewegungsmöglichkeiten herum gebaut wurden und nicht umgekehrt (wie bei den CoD-Ablegern mit Wandlauf). Zudem bietet jeder Level eine eigene Idee die es in den anderen nicht gibt, wodurch das Gameplay in jedem Level ein bisschen variiert wird. Dadurch ergeben sich durchaus Möglichkeiten, die Levels jedes Mal ein bisschen anders zu spielen.

Das ist auch der Grund, warum ich die Kampagne mittlerweile 5 oder 6 mal durchgespielt habe. Es gibt immer Stellen an denen man abkürzen oder Kämpfe umgehen kann. Das ist echter Wiederspielwert. Nicht irgendwelchen Kram freizuschalten indem man X Gegenstände sammelt. Das ist dann nämlich farmen.
Vollste Zustimmung meinersteits.

Bis auf Heavy Rain. Das mag ich, trotz seiner gravierenden Defizite in der Steuerung.
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die-wc-ente
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von die-wc-ente »

Onekles hat geschrieben: 26.07.2017 09:21
die-wc-ente hat geschrieben: 24.07.2017 18:12 Okay, aber 20 € ?!
Ich war selbst auch mal Schüler...
Damals gab es noch die gute alte D-Mark :wink:
Ich weiß ja nicht, wie das heute aussieht. Aber ich hab als ich 12 war 3 Mark Taschengeld gekriegt. Pro Woche. Mit Spiele kaufen war da nix, die gab's zu Weihnachten. Oder halt später über Kazaa. Auf'm Schulhof wurden auch gebrannte PS1 CDs für 5 Mark gehandelt!

Selbst bei den jetzigen Preisen hätt ich da nix gerissen.
Damals gab es weder Steam, Origin,... und somit auch keine Summer- und Wintersales. Trotzdem hat man sich die Spiele gekauft (meist teurer als heutzutage, für ein neues Spiel habe ich zwischen 80DM und 100 DM bezahlt)

Einige gingen dafür z.B. Zeitungen austragen. Den illegalen Weg habe ich dafür nie genutzt. Irgendwie hat man es geschafft.
Heutzutage scheint das aber komischerweise nicht mehr zu gehen.
Ich weiß auch nicht wann ich das letzte mal Kinder / Jugendliche gesehen habe die Zeitungen austragen.
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von saxxon.de »

muecke-the-lietz hat geschrieben: 26.07.2017 14:27 Bis auf Heavy Rain. Das mag ich, trotz seiner gravierenden Defizite in der Steuerung.
Ich find's auch gut dass es das Spiel gibt. Ich verstehe schon dass das konzeptionell etwas ist, was sonst niemand macht, zumindest nicht in dieser Größenordnung und es ist wichtig dass jemand auslotet was das Konzept hergibt, für das Medium als Ganzes. Für meinen Geschmack hat Quantic Dream es mit HR einfach nur völlig an die Wand gefahren. Beyond habe ich nicht gespielt und auch den neuen Titel werde ich mir nur anschauen, wenn in den Reviews ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass das eigentliche Gameplay gut funktioniert. Nichtsdestotrotz soll Cage mal ruhig an seiner Vision weiterarbeiten. Es gibt an den meisten Spielen etwas, was gut funktioniert und aus dem andere Entwickler etwas lernen können - und selbst wenn nicht hat man dann immernoch ein Beispiel wie man es nicht machen sollte. Auch wieder was gelernt.
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The piano player stopped playing /
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The preacher stood up from his table; in his right hand he held a bible /
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von muecke-the-lietz »

saxxon.de hat geschrieben: 26.07.2017 15:28
muecke-the-lietz hat geschrieben: 26.07.2017 14:27 Bis auf Heavy Rain. Das mag ich, trotz seiner gravierenden Defizite in der Steuerung.
Ich find's auch gut dass es das Spiel gibt. Ich verstehe schon dass das konzeptionell etwas ist, was sonst niemand macht, zumindest nicht in dieser Größenordnung und es ist wichtig dass jemand auslotet was das Konzept hergibt, für das Medium als Ganzes. Für meinen Geschmack hat Quantic Dream es mit HR einfach nur völlig an die Wand gefahren. Beyond habe ich nicht gespielt und auch den neuen Titel werde ich mir nur anschauen, wenn in den Reviews ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass das eigentliche Gameplay gut funktioniert. Nichtsdestotrotz soll Cage mal ruhig an seiner Vision weiterarbeiten. Es gibt an den meisten Spielen etwas, was gut funktioniert und aus dem andere Entwickler etwas lernen können - und selbst wenn nicht hat man dann immernoch ein Beispiel wie man es nicht machen sollte. Auch wieder was gelernt.
Eine sehr faire Einstellung.
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unknown_18
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von unknown_18 »

Also ich hab HR am Anfang des Jahres erst gespielt und was mir über das Spiel hinsichtlich Steuerung im Gedächtnis blieb ist lediglich, dass sie am Anfang ungewohnt war, aber ansonsten... nur halt das übliche in Sachen Quicktime Events, von denen ich kein so großer Fan bin, wenn sie zu sehr genutzt werden. ^^

Mehr als das Gameplay störte mich da eher die Story.
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Onekles
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von Onekles »

die-wc-ente hat geschrieben: 26.07.2017 15:23
Onekles hat geschrieben: 26.07.2017 09:21
die-wc-ente hat geschrieben: 24.07.2017 18:12 Okay, aber 20 € ?!
Ich war selbst auch mal Schüler...
Damals gab es noch die gute alte D-Mark :wink:
Ich weiß ja nicht, wie das heute aussieht. Aber ich hab als ich 12 war 3 Mark Taschengeld gekriegt. Pro Woche. Mit Spiele kaufen war da nix, die gab's zu Weihnachten. Oder halt später über Kazaa. Auf'm Schulhof wurden auch gebrannte PS1 CDs für 5 Mark gehandelt!

Selbst bei den jetzigen Preisen hätt ich da nix gerissen.
Damals gab es weder Steam, Origin,... und somit auch keine Summer- und Wintersales. Trotzdem hat man sich die Spiele gekauft (meist teurer als heutzutage, für ein neues Spiel habe ich zwischen 80DM und 100 DM bezahlt)

Einige gingen dafür z.B. Zeitungen austragen. Den illegalen Weg habe ich dafür nie genutzt. Irgendwie hat man es geschafft.
Heutzutage scheint das aber komischerweise nicht mehr zu gehen.
Ich weiß auch nicht wann ich das letzte mal Kinder / Jugendliche gesehen habe die Zeitungen austragen.
Das ist auch gut so, dass Jugendliche keine Zeitungen mehr austragen, denn das ist einfach nur Ausbeutung. Da macht man sich das Kreuz kaputt für nich ma n Euro pro Stunde. Ferienjobs schon eher, nur gibt's die zumeist erst ab 16 und es gibt auch nicht genug Ferienjobs für alle.

Summer oder Wintersales gab's nicht, trotzdem gab's billige Spiele in der Grabbelkiste. Ich hab Monkey Island 3 damals für 10 Mark abstauben können. Außerdem gab es früher noch gebrauchte Spiele. Heute nicht mehr. Neue Spiele sind heute teurer als damals. Steam hin oder her.

Ich habe illegale Vertriebswege genutzt (wobei das damals zu großen Teilen noch gar nicht richtig geregelt war =P) und schäme mich nicht dafür. Ich mach auch niemandem einen Vorwurf, der das heute tut, weil er sich den Kram schlicht nicht leisten kann. Das tut keinem weh. Wirklich niemandem.
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Kajetan
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von Kajetan »

Onekles hat geschrieben: 26.07.2017 19:51 Das tut keinem weh. Wirklich niemandem.
Korrekt. Schmerzen verspüren hier eh nur Moralapostel. Auf einen Nachweis für einen tatsächlich stattfindenden wirtschaftlichen Schaden warte ich seit den 1980ern, als die Musikindustrie sich wegen Kassetten ins Höschen gemacht hat und da schon der Untergang aller Zivilisation an die Wand gemalt wurde, wenn man nicht diesem gefährlichen Treiben Einhalt gebietet.

Ich kann dieses Gemähre und Geheule nicht mehr hören. Beweise or GTFO!

Übrigens, aus persönlicher Erfahrung kann ich nur sagen ... als ich meinen ersten regelmäßigen Studijob während des Semester ergattern konnte und nicht im Sommer en bloc für den Rest des Jahres malochen musste ... was habe ich getan? Mit dem übrigen am Monatsende Spiele ... gekauft! Weil ich jetzt genug frei verfügbare Kaufkraft hatte. Kopiert wurde immer noch, aber jetzt konnte ich endlich mal was zurückgeben, anstatt immer nur zu nehmen :)
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von Sevulon »

die-wc-ente hat geschrieben: 26.07.2017 15:23 Ich weiß auch nicht wann ich das letzte mal Kinder / Jugendliche gesehen habe die Zeitungen austragen.
Fairerweise muss man dazu allerdings auch sagen, dass wir früher irgendwie meist gegen 13 uhr auch aus hatten und dann nach Hause gehen konnten, während es heute wohl eher normal ist, dass die Kiddies dank G8 mittags deutlich länger in der Schule sind und nicht mehr ganz soviel Freizeit haben.

Und 'unsere' Generation hat auf dem Schulhof auch Disketten kopiert und gebrannte CDs getauscht, so ohne war das jetzt auch wieder nicht ;)
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von DonDonat »

muecke-the-lietz hat geschrieben: 26.07.2017 10:00 ...warum ich Ego Shooter eigentlich mag, und warum B: I einfach kein guter Ego Shooter ist, sondern eher eine lose Ansammlung verpasster Chancen, und einer Story, die das schwache Gameplay nicht wett machen kann, weil sie einem direkt im Spiel nur sehr oberflächlich und sehr fragmentarisch erzählt wird.
Ich habe ja auch nie behauptet, dass B:I ein guter Shooter sei^^
Mir geht es nur darum dass B:I als Gesamt-Konzept eben nicht so schlecht ist, wie es hier des öfteren dargestellt wird.

Und nein, B:I ist einfach kein "Mainstream" Spiel: dafür verlangt es vom Spieler einfach zu viel. Klar, wurde es trotzdem als solches Vermarktet und leider auch zu einem gewissen Grad als solches Konzipiert, nur sagt die Komplexität, die erzählerischen "Lücken", der Zwang selbst zu kombinieren und Schlüsse zu ziehen und auch die vielen, historisch und aktuell Gesellschaft-kritischen Bausteine ganz klar dass der Titel nichts für alle ist.


@Xris
Die Charaktere sind in B:I sehr wohl "komplex", nur erfordert die Erkenntnis eben mehr als nur "ich spiele es mal eben durch".
Und nur damit du weißt, was für mich komplex bedeutet: Walter White, Jesse Pinkman, Rick Deckard oder Charaktere mit ähnlich viel Hintergrund und ähnlich gut physiologisch plausiblen Hintergrundgeschichten sind für mich gute Beispiele.

Und dann deine These, dass das Gameplay "scheiße" ist... :roll:
Klar ist es nicht super gut (dass hab ich auch nie behauptet) aber so was entbehrt einfach jeglicher Grundlage und ist, aufgrund seines absoluten Fehlens an Argumentation, auch fehl am Platz in dieser Diskussion.

Wenn du richtig schlechte Shooter sehen willst, dann spiele einfach die frühen Werke der Sniper Ghost Worrior Macher, die sind nämlich tatsächlich "scheiße" :Blauesauge:


@saxxon.de
Wie gesagt: dass ist deine persönliche Meinung, die ich so voll und ganz akzeptiere^^
Meine Präferenzen sehen halt einfach anders aus, so dass ich meine Bewertungen auch auf ganz anderen Grundlagen abgebe :wink:
I tried so hard and got so far
But in the end at doesn't even matter
I had to fall to lose it all
But in the end it doesn't even matter
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RIP Chester :,(
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von muecke-the-lietz »

DonDonat hat geschrieben: 27.07.2017 12:16
muecke-the-lietz hat geschrieben: 26.07.2017 10:00 ...warum ich Ego Shooter eigentlich mag, und warum B: I einfach kein guter Ego Shooter ist, sondern eher eine lose Ansammlung verpasster Chancen, und einer Story, die das schwache Gameplay nicht wett machen kann, weil sie einem direkt im Spiel nur sehr oberflächlich und sehr fragmentarisch erzählt wird.
Ich habe ja auch nie behauptet, dass B:I ein guter Shooter sei^^
Mir geht es nur darum dass B:I als Gesamt-Konzept eben nicht so schlecht ist, wie es hier des öfteren dargestellt wird.

Und nein, B:I ist einfach kein "Mainstream" Spiel: dafür verlangt es vom Spieler einfach zu viel. Klar, wurde es trotzdem als solches Vermarktet und leider auch zu einem gewissen Grad als solches Konzipiert, nur sagt die Komplexität, die erzählerischen "Lücken", der Zwang selbst zu kombinieren und Schlüsse zu ziehen und auch die vielen, historisch und aktuell Gesellschaft-kritischen Bausteine ganz klar dass der Titel nichts für alle ist.
Ja, in dem Augenblick, wo man sich wirklich anfängt, mit B: I zu beschäftigen, verlässt es tatsächlich schlagartig die Mainstream Pfade, das stimmt. Und das beeindruckende ist auch, dass das meiste nicht bloße Fiktionen und Wunschvorstellungen von Fans sind, die da hinzu interpretiert werden, sondern dass das alles Hand und Fuß hat, und gerade in der historischen Ebene unglaublich tief ist. Die Macher haben viele Details eben nicht ohne Grund eingebaut.

Für mich war die Beschäftigung mit der ganzen Meta Ebene damals auch ein Loch ohne Boden, weil es unfassbar deep ist. Und auch, wie sehr die beiden Vorgänger eigentlich mit der ganzen Sache verflochten sind, ist krass, weil man das beim ersten Durchspielen überhaupt nicht mitbekommt.

Von der Warte her ist das Spiel auch großartig. Auch, wie gut Booker Dewitt geschrieben ist, mit der ganzen Story verflochten ist, aber man erst beim zigten Mal rafft, dass eigentlich Elizabeth die Hauptfigur ist, und der aktuelle gespielte Booker Dewitt nur eine eher unwichtige Version seiner selbst ist.

Und wenn man sich dann nochmal mit den Konstanten und Variablen der Welt beschäftigt, und warum das genau so ist und nicht anders, platzt einem der Kopf.

Es stimmt schon, auf der Meta Ebene ist das eines der beeindruckensten Spiele überhaupt. Und der Shooter Part selbst ist ja auch nicht wirklich scheiße, er ist halt nichts besonderes. Was mich aber vor allem stört, sind viele spielerische Elemente, die super undurchdacht sind. Warum gibt es tausend Versionen der gleichen Waffen und warum kann Elizabeth Dinge durch Risse erscheinen lassen. Beides macht natürlich storytechnisch sind, aber spielemechanisch ist das katastrophal. Elizabeth verbraucht keine Energie, um Dinge erscheinen zu lassen, es könnte also auch einfach alles da sein und Punkt. Dass man mal ein Geschütz oder einen Patriot erscheinen lässt, halte ich ja für plausibel. Aber Deckungen und Wandhaken. Das ist super panne.

Letztlich soll sie ja das Hacken und Übernehmen aus den Vorgängern ersetzen, aber genauso wie das Lockpicking ist das nur ein schwacher Ersatz, für die tollen Mechaniken der Vorgänger.

Aus dieser Fähigkeit hätte man einfach spielerisch extrem viel rausholen können, z.B. für tolle Jump n Run Passagen, für knackige Rätsel zum um-die-Ecke Denken oder sie wirklich dynamisch in Kämpfe einfließen lassen, in dem man Gegner durch Risse durchfallen lassen kann, an super abgefahrene Orte. Und in diesem ganzen Zusammenhang könnte ich auch mit den Tonika weitermachen, die so gar keinen Sinn mehr ergeben. Rapture war um die genetische Verbesserung herum aufgebaut, der ganze Aufstieg und der ganze Untergang war eng damit verknüpft. Bei Bioshock wirken sie wie loses Beiwerk, damit man sich nicht zu weit von seinen Wurzeln entfernt. Dabei hatte man verdammt nochmal mit Elizabeth eine Figur, die all das hätte mit ihren Fähigkeiten ersetzen können, wenn man die Idee mit den Rissen mal zu Ende denkt.

Aber egal. Ich habe mich lang und breit mit B: I beschäftigt, finde es teilweise immer großartig, aber mich wurmen einfach all diese offenen spielmechanischen Enden, die mit ein bisschen mehr Feinschliff, und einer gründlicheren Konzeptphase überhaupt nicht nötig gewesen wären.
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von sourcOr »

DonDonat hat geschrieben: 27.07.2017 12:16Und nein, B:I ist einfach kein "Mainstream" Spiel: dafür verlangt es vom Spieler einfach zu viel. Klar, wurde es trotzdem als solches Vermarktet und leider auch zu einem gewissen Grad als solches Konzipiert, nur sagt die Komplexität, die erzählerischen "Lücken", der Zwang selbst zu kombinieren und Schlüsse zu ziehen und auch die vielen, historisch und aktuell Gesellschaft-kritischen Bausteine ganz klar dass der Titel nichts für alle ist.
Ich denke schon dass das Spiel Mainstream ist. Die Frage ist ja: Unterhält es dich auch wenn du nicht alles verstehst? Regt es zum Kombinieren an oder frustriert es zunächst? Dass man nicht alles sofort versteht, sieht man im Mainstream ja durchaus öfter, gerade bei Filmen.

Und gerade die historischen und gesellschaftskritischen Elemente sind sehr "in your face" bei B:I, und die Amis dürften damit bestens vertraut sein.
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von Kajetan »

sourcOr hat geschrieben: 28.07.2017 13:13 Dass man nicht alles sofort versteht, sieht man im Mainstream ja durchaus öfter, gerade bei Filmen.
DAS ist aber kein Merkmal von Mainstream-Filmen, sondern die Ausnahme, welche die Regel bestätigt, dass in Mainstream-Produkten nach Möglichkeit offene Fragen vermieden werden, sofern sie keinen kommerziell nutzbaren Cliffhanger-Charakter haben. Hier wird immer alles sofort oder sehr zeitnah unmißverständlich erklärt. Der Zuschauer darf zumindest in westlichen, US-geprägten Mainstream-Produkten nicht verwirrt werden. Mitdenken darf nicht vorausgesetzt werden.

Heisst im Kontext von BI ... in Sachen Gameplay und Präsentation ist das Mainstream durch und durch. Simpel, gefällig, ohne besondere Vorkenntnisse genießbar. In Sachen Story hat sich aber Ken Levine ausgetobt und wollte eine komplexe Zeitreise/Parallelwelten-Handlung erzählen. Der Ansatz/Beginn war auf jeden Fall gelungen, der Auflösung fehlte aber eine gewisse Schärfe, die Story fisselte in prätentiösem, oberflächlichem Geblubber aus. Als Roman hätte die Story von BI um Längen besser funktioniert als im Rahmen eines aufwendigen Spieleprojektes, welches alle Budget- und Zeitpläne des Publishers gewaltig überzogen hatte und hektisch zu Ende gebracht werden musste.
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von sourcOr »

Kajetan hat geschrieben: 28.07.2017 13:25
sourcOr hat geschrieben: 28.07.2017 13:13 Dass man nicht alles sofort versteht, sieht man im Mainstream ja durchaus öfter, gerade bei Filmen.
DAS ist aber kein Merkmal von Mainstream-Filmen, sondern die Ausnahme, welche die Regel bestätigt, dass in Mainstream-Produkten nach Möglichkeit offene Fragen vermieden werden, sofern sie keinen kommerziell nutzbaren Cliffhanger-Charakter haben. Hier wird immer alles sofort oder sehr zeitnah unmißverständlich erklärt. Der Zuschauer darf zumindest in westlichen, US-geprägten Mainstream-Produkten nicht verwirrt werden. Mitdenken darf nicht vorausgesetzt werden.
Ich will auch nicht sagen, dass es ein generelles Merkmal ist, sondern dass es kein Ausschlusskriterium ist :wink:
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von Kajetan »

sourcOr hat geschrieben: 28.07.2017 16:14 Ich will auch nicht sagen, dass es ein generelles Merkmal ist, sondern dass es kein Ausschlusskriterium ist :wink:
Sag doch gleich, dass es die Ausnahme ist, welche die Regel bestätigt :)
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Re: Titanfall 2: Entwickler hoffen, dass Spieler der gecrackten Version noch die Vollversion kaufen

Beitrag von SinghB »

Das Spiel war gar nichtmal so schlecht. Aber der Releasedatum war ein großer Fehler was schade ist.
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