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Dota 2: Langjähriger Kommentator zeigt sich besorgt über den Zustand der eSports-Community

Verfasst: 17.06.2017 19:28
von 4P|BOT2
Der langjährige DotA-Kommentator Toby Dawson zeigt sich besorgt über den Zustand der eSports-Community bei DotA 2 und warnt davor, dass es bald zum Bruch kommen könnte, wenn Valve Software (Publisher) keine Veränderungen vornehmen würde (via Kotaku). Er beschreibt die eSports-Szene als "alt und abgestanden". Sie müsse von Valve Software "neugestartet" werden.In einem Reddit-Beitrag führt er seine ...

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Re: Dota 2: Langjähriger Kommentator zeigt sich besorgt über den Zustand der eSports-Community

Verfasst: 17.06.2017 20:31
von KaioShinDE
Erstmal: Ich habe keine Ahnung von Dota. Aber dieser Kommentarblock hier:
Außerdem würden die großen Turniere (The International, Majors) mittlerweile von "angeheuerten, externen Persönlichkeiten" (Contractors) organisiert und nicht mehr von Leuten, die (endemisch) aus der Community kommen würden. Dadurch würden Kommentaren, Analysten und die gesamte Organisationscrew zu austauschbaren Söldnern für diese Kurzzeit-Events, was wiederum die Struktur und die Stabilität der Szene gefährden würde, da keine "Buddy-Community" etabliert werde.
Klingt für mich als wäre der aktuelle Weg der einer Professionalisierung während die alternative die der Typ sich wünscht eine inzestiöse, korrupte Kliquenszene ist bei der sich einige wenige im inneren Kreis gegenseitig die Aufträge zuschieben. Die Entwicklung von jungen Talenten wird da ziemlich schnell nicht anders ablaufen als jetzt, der einzige Unterschied ist dass Valve als Hauptprofiteur durch eine Gruppe Kumpels an der Spitze der Dota Szene ersetzt wird. Aber klar, wenn man selbst in der Klique drin sitzt ist dass natürlich eine "Verbesserung". Am Ende des Tages werden aber nur Gesichter ausgetauscht.

An solchen Strukturen sind schon viele Szenen kaputt gegangen... Ich wünsche der Dota Community dass es nicht so kommt. Ein Beispiel gefällig? Man schaue sich nur die FIFA an. Ist auch aus der Basis heraus entstanden, organisiert von all den kleinen Leuten die einfach nur Fußballspielen wollten und jetzt sitzt da ein Club von Rentnern und schieben sich jeden Monat Millionen zu und verschachern die WMs an Diktatoren und Terroristenfinanzierer.

Sorry wenn mein Post jetzt extrem und dem Thema unangemessen wirkt, aber bei Begriffen wie "Buddy-Community" werd ich einfach getriggert. :P

Re: Dota 2: Langjähriger Kommentator zeigt sich besorgt über den Zustand der eSports-Community

Verfasst: 17.06.2017 22:03
von Rosu
KaioShinDE hat geschrieben: 17.06.2017 20:31 Sorry wenn mein Post jetzt extrem und dem Thema unangemessen wirkt, aber bei Begriffen wie "Buddy-Community" werd ich einfach getriggert. :P
Da liegt ein Fehler in der News vor. Im Originallaut heißt es "It also extends to the point where all the casters/analysts/crew become hired guns for these short burst events, giving little structure/stability which normally gives extended useful content and budding communities."
Da wurde wohl budding (aufkeimende/angehende) community mit buddy Community verwechselt :D
Ohne die Szene und die Veränderungen zu kennen, ist das was Tobiwan anspricht auch etwas schwer zu bewerten. Das was er anprangert sind alles Sachen, die in Dota 2 schon existierten, jedoch von Valve immer weiter abgestoßen werden. Die Community leistet viel für den Erfolg des Spieles.
Sei es nun durch Artists, wegen denen die Kompendien für die Turniere gekauft werden und somit das Preisgeld steigt, die jedoch von Valve auch immer weniger Beteiligung an den Erlösen bekommen. Oder eben die 3rd party Turniere, die ebenfalls gute ingame Möglichkeiten hatten Geld durch ihre Turniere einzunehmen und so zu finanzieren, diese ihnen jedoch zum großen Teil mittlerweile genommen wurden. Die Besetzung einiger Posten bei den Turnieren durch Personen von außerhalb ist auch ein schwieriges Thema, da viel verloren geht, wenn die Personen sich nicht mit der Community und dem Spiel auskennen.
Das Problem ist für ihn nicht, dass irgendwelche hochrangigen aus der Community mehr Geld bekommen, sondern dass die bisher vorhandenen Möglichkeiten für die Community im Ganzen nicht verloren gehen, denn diese sind ein großer Bestandteil der Szene.

Re: Dota 2: Langjähriger Kommentator zeigt sich besorgt über den Zustand der eSports-Community

Verfasst: 17.06.2017 22:24
von KaioShinDE
Danke für die Aufklärung Rosu, dann tut es mir leid was ich geschrieben habe. Ich hätte die Originalquelle checken sollen... so macht das natürlich viel mehr Sinn. :-\

Re: Dota 2: Langjähriger Kommentator zeigt sich besorgt über den Zustand der eSports-Community

Verfasst: 18.06.2017 09:13
von Eisenherz
Schade, dass die Communitys von LOL und DOTA generell so widerwärtig sind. Als Neuling wird man da so dermaßen fertig gemacht, wie ich es noch in keinem Spiel erlebt habe. Der Umgangston ist unter aller Sau - freundlich gesagt.

Re: Dota 2: Langjähriger Kommentator zeigt sich besorgt über den Zustand der eSports-Community

Verfasst: 18.06.2017 10:07
von Stalkingwolf
Das passiert wenn man halbstarken ein kostenloses Onlinespiel gibt.
Eintritt/Kosten sind nicht immer nur dafür da um abzukassieren, sondern auch teilweise gewisses Klientel fernzuhalten.
Klingt nun elitär aber denn nur wer es einem Wert ist, der wird dafür zahlen und nutzen und dafür sorgen das es nicht den Bach runter geht.
Sicherlich gibt es auch in Communities von bezahlten Inhalten solche Leute, aber in der Vergangenheit sind mir dort eher weniger über den Weg gelaufen.

das war nun auf dem Kommentar von Eisenherz bezogen.

Re: Dota 2: Langjähriger Kommentator zeigt sich besorgt über den Zustand der eSports-Community

Verfasst: 18.06.2017 10:10
von eulentier
Ich verfolge Dota 2 Turniere jetzt schon seit 2010 und kann sagen, dass es noch nie so gut aussah wie momentan. Damals konzentrierte sich alles auf das International und danach war übertrieben gesagt Dürre. Teams die unter die Top 10 kamen, wurden schon damals ziemlich reich, aber alle anderen hatten Probleme zu bestehen.

Das hat Valve erkannt und die 3 Majors + TI eingeführt und meiner Meinung damit die Szene deutlich stabilisiert und professionalisiert. Jetzt habe ich eher das Luxusproblem, dass fast zu viele Turniere im Jahr stattfinden;) Heute endete Galaxy Battles, um 21 Uhr kommt das Summi 7 Finale. Morgen starten die TI 7 Open Qualifier und ím Juli sind alleine 3 Premier Turniere. Wenn man sich ferner anschaut welche Teams die Turniere gewinnen ( http://wiki.teamliquid.net/dota2/Premier_Tournaments ) sieht man schon eine große Bandbreite. Klar spielen um die Premier Turniere meistens die selben 10 Teams, aber das ist ja in jedem Sport so. In der Champions League sind es auch jedes Jahr die selben 10 Vereine, die Chance auf den Sieg haben.

Ich kann das Jammern von Tobi in der Schärfe nicht ganz nachvollziehen. Aber eine stärkere Unterstützung von kleinen Turnieren seitens Valve fände ich dennoch Klasse. Tu es GabeN :wink:

Re: Dota 2: Langjähriger Kommentator zeigt sich besorgt über den Zustand der eSports-Community

Verfasst: 18.06.2017 10:40
von Raskir
eulentier hat geschrieben: 18.06.2017 10:10 Ich verfolge Dota 2 Turniere jetzt schon seit 2010 und kann sagen, dass es noch nie so gut aussah wie momentan. Damals konzentrierte sich alles auf das International und danach war übertrieben gesagt Dürre. Teams die unter die Top 10 kamen, wurden schon damals ziemlich reich, aber alle anderen hatten Probleme zu bestehen.

Das hat Valve erkannt und die 3 Majors + TI eingeführt und meiner Meinung damit die Szene deutlich stabilisiert und professionalisiert. Jetzt habe ich eher das Luxusproblem, dass fast zu viele Turniere im Jahr stattfinden;) Heute endete Galaxy Battles, um 21 Uhr kommt das Summi 7 Finale. Morgen starten die TI 7 Open Qualifier und ím Juli sind alleine 3 Premier Turniere. Wenn man sich ferner anschaut welche Teams die Turniere gewinnen ( http://wiki.teamliquid.net/dota2/Premier_Tournaments ) sieht man schon eine große Bandbreite. Klar spielen um die Premier Turniere meistens die selben 10 Teams, aber das ist ja in jedem Sport so. In der Champions League sind es auch jedes Jahr die selben 10 Vereine, die Chance auf den Sieg haben.

Ich kann das Jammern von Tobi in der Schärfe nicht ganz nachvollziehen. Aber eine stärkere Unterstützung von kleinen Turnieren seitens Valve fände ich dennoch Klasse. Tu es GabeN :wink:
Ja dieses Problem hat aber eben besonders der Fußball. Da werden die reichen teams immer reicher und die anderen können ohne Scheich nicht rankommen. Aber sieht man sich mal die amerikanischen Sportarten an, so ist das ganz anders aufgebaut. Da sind nicht die Vereine die das sagen haben sondern der Verband. Klar gibt es auch da Mannschaften die mal 5 Jahre immer um den Titel spielen. Aber das sind dann schon krasse Ausnahmen. Die Bedingungen die dort herrschen sind ganz anders. Du kannst heute scheiße sein, aber in ein paar Jahren schon um die finals bzw den superbowl zocken. Andersherum genauso. Ich liebe Fußball, den zweitschönsten Sport der Welt. Aber auf der Profi Ebene gibt es kaum etwas schlimmeres. Mit dota kenne ich mich zwar nicht aus, aber wenn es sich in eine ähnliche Richtung entwickelt, dann kann ich jede sorge verstehen

Re: Dota 2: Langjähriger Kommentator zeigt sich besorgt über den Zustand der eSports-Community

Verfasst: 18.06.2017 10:50
von Kajetan
Stalkingwolf hat geschrieben: 18.06.2017 10:07 Das passiert wenn man halbstarken ein kostenloses Onlinespiel gibt.
Eintritt/Kosten sind nicht immer nur dafür da um abzukassieren, sondern auch teilweise gewisses Klientel fernzuhalten.
Es passiert nicht oft, aber es passiert. Ich stimme Dir zu! :)

Re: Dota 2: Langjähriger Kommentator zeigt sich besorgt über den Zustand der eSports-Community

Verfasst: 18.06.2017 11:50
von Wigggenz
Naja, die E-Sport-Community wird immer das Problem haben, dass sich letzlich alles nach dem Willen des Publishers des jeweiligen Games richtet. Diesen interessiert logischerweise nur, wie sich mit der E-Sport-Szene am meisten Umsatz generieren lässt, nicht wie der E-Sport an sich am besten gefördert wird, auch wenn sich das teilweise überschneiden kann.

Letzlich sind auch die großen Teams nicht daran interessiert, kleineren mehr Chancen zu geben, wenn sie dadurch riskieren weniger öffentliche Aufmerksamkeit bei den Hauptturnieren zu bekommen. Denn E-Sport-Orgas finanzieren sich zum größten Teil aus Sponsorengeldern und jede Minute weniger im Spotlight bedeutet das Risiko vergraulter Sponsoren.

Deshalb steht bei League ja auch immer noch das Modell Franchising statt normalen Ab- und Aufstiegs in die "erste und zweite Liga" im Raum.

E-Sport steht trotz des großen Wachstums immer noch ganz am Anfang und hat noch sehr viele Schwierigkeiten zu meistern. In erster Linie würde ich aber Priorität auf gesicherte vernünftige Arbeitsbedingungen für die Spieler legen bevor es an die Chancengleichheit der verschiedenen Teams geht.

Re: Dota 2: Langjähriger Kommentator zeigt sich besorgt über den Zustand der eSports-Community

Verfasst: 19.06.2017 10:23
von EvilGabriel
Außerdem würden die großen Turniere (The International, Majors) mittlerweile von "angeheuerten, externen Persönlichkeiten" (Contractors) organisiert und nicht mehr von Leuten, die (endemisch) aus der Community kommen würden. Dadurch würden Kommentaren, Analysten und die gesamte Organisationscrew zu austauschbaren Söldnern für diese Kurzzeit-Events, was wiederum die Struktur und die Stabilität der Szene gefährden würde, da keine "Buddy-Community" etabliert werde.
Mit anderen Worten: Auch die E-Sports Szene geht den Weg, der in so gut wie jeder Sportart früher oder später eingeschlagen wird.
Das war ja wirklich völlig unvorhersehbar! :Quetsch: