FuKc-YeAh hat geschrieben:Ändert doch aber nichts an der Tatsache dass die manuelle korrektur des Wirtschaftsystems nur Symptombehandlung wäre.
Aber das einzige, was dem Betreiber faktisch übrigbleibt. Du kannst Bots und Cheater nicht aus der Welt schaffen, in dem Du sie Dir einfach wegwünscht. Du kannst sie technisch nur verhindern, in dem Du einen Aufwand betreibst, der nicht einmal ansatzweise im Verhältnis zum Ertrag des Spieles steht. Ihre Existenz im Spiel muss also akzeptiert werden. D
Was kann ich als Betreiber dann tun? Oberflächliche Symbolaktionen wie Account-Bans, über die professionelle Farmer und leidenschaftliche Cheater nur lachen können? Verklage ich Bot-Ersteller, muss ich alle verklagen und nicht nur einen rausgreifen. Auch hier steht der Aufwand nicht im Verhältnis zum Ergebnis, weil dann NUR NOCH am Klagen wäre, so ich denn eine ladungsfähige Adresse für einen Bot-Betreiber herausbekomme. Deswegen verklagt Blizzard ja nur diese Firma und nicht alle.
Das einzige, was hier halbwegs sinnvoll ist, ist eine laufende Anpassungs des Wirtschaftsystems. Gerade Blizzard hatte ja Goldfarmern erfolgreich das Geschäft vermiest, in dem man einfach drastisch die Goldmenge erhöht hat, die der Spieler durch Quests, Verkäufe von Loots an NPCs und Crafting bekommen kann. Früher hattest Du nur die Wahl exzessiv Zeit in das Spiel zu stecken oder eben Gold zu kaufen. Als genug Spieler genug Gold zum aus dem Fenster werfen hatten, konnte dieser Markt recht erfolgreich marginalisiert werden.
Denn NUR DAS bringt etwas. Wenn es keine Nachfrage mehr nach den Leistungen von Bottern und Farmern gibt, weil der Betreiber nicht mehr die künstliche Verknappung eines virtuellen, handelbaren Gutes als Gameplay-Mechanik verwendet, werden auch "normale" Spieler nicht mehr beeinträchtigt. Wenn die Spieler allerdings verknappte virtuelle Güter verlangen, müssen sie mit Bots und Farmern leben.
Und nie vergessen: MMOs gibt es nur, damit der Betreiber möglichst viel Geld verdienen kann. Und da sich über Cheater und Botter und Farmen nur eine Minderheit lautstark beschwert, den Rest der Kunden das alles nicht genug stört, um mit dem Spielen aufzuhören, wird auch nur minimaler Aufwand betrieben. Es gibt hin und wieder Bannwellen und es wird regelmäßig die Boterkennung verbessert, damit die Bot-Ersteller für ein, zwei Wochen wieder eine neue Herausforderung haben, aber das war es auch schon. Alles bleibt beim alten.
Das ist die MMO-Realität, wie sie heute herrscht.