Aber das ist der Sinn dahinter. Nur darum geht es.Skabus hat geschrieben:Wenn Spiele nur danach bewertet werden, wie viel sie an Gewinn-Wachstum einfahren, dann geht das aus meiner Sicht absolut am Sinn und Zweck der ganzen Industrie vorbei.
Unser derzeitiges Wirtschaftssystem ist darauf aufgebaut, dass jedes effin Jahr genug (!) Wachstum stattfindet. Nicht Geld ist der Götze unserer Zeit, sondern Wachstum. Denn mittlerweile haben nicht mehr Staaten das Sagen. Mittlerweile geht es nicht mehr darum reich und wohlhabend zu werden. Mittlerweile haben die Institutionen das Sagen, welche die Finanzströme kontrollieren. Geld selbst ist nur noch ein Produkt, mit dem gehandelt wird. Wachstum ist teilweise wichtiger geworden als Gewinn, denn nur mit einem hohen Wachstum steigt der Wert vieler Finanzprodukte, zu deren Entstehung Geld "verarbeitet" wird. Wichtig ist nur noch Geld, welches man mit dem Geld anderer erwirtschaften kann. Und weil die Spieleindustrie so sehr gewachsen ist, dass sie Hollywood locker einge- und überholt hat, gibt es folglich jede Menge an Geld-Rohstoff der zu Aktiendepotsteigerungen und ähnlichem verarbeitet werden muss.
Natürlich kann es anders gehen. Machen ja auch manche Firmen. Aber sobald eine gewisse Umsatzgröße erreicht wird, regiert das Geldgeld aus pervers guten Geschäften und nicht mehr nur das simple Geld aus guten Geschäften.
Schau Dir doch Valve an. Niemand hindert Valve Epsiode 3 zu machen, ein HL3 zu machen. Selbst heute, zehn Jahre nach Epsiode 2 und bald zwanzig Jahre nach HL1, würde Valve gutes Geld damit machen können. Aber weil das gute Geld aus guten Umsätzen dem vollkommen surrealen Geldgeld aus dem Geschäft mit Steam und Mikrotransaktionen gegenübersteht (bei gleichzeitig weniger Aufwand), sieht man bei Valve logischerweise keine Veranlassung HL3 zu machen. Wozu? Geldgeld ist mehr! Valve kann, so behaupte ich mal wagemutig, seinen Gewinn anlegen und nur von den Zinsen den Tagesbetrieb aufrecht erhalten. Und dafür muss man nicht einmal eine börsennotierte Firma sein.