Slitherine und Every Single Soldier haben das rundenbasierte Strategiespiel Afghanistan '11 (PC) als Nachfolger von Vietnam '65 angekündigt. Als Kommandant der US-Streitkräfte in Afghanistan (Jahr 2011) soll es nicht nur um das Ausschalten der Gegner gehen, sondern auch darum, die Herzen der dortigen Bevölkerung zu erobern, z.B. durch den Schutz von Zivilisten und das gezielte Isolieren der Anführ...
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Afghanistan '11: Strategiespiel rund um Guerilla-Kriegsführung und Bekämpfung von Aufständen
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- Balla-Balla
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Re: Afghanistan '11: Strategiespiel rund um Guerilla-Kriegsführung und Bekämpfung von Aufständen
Militär games, vor allem shooter, sind ja schon ne eigenartige Sache. Alles, was da nicht völlig fiktiv ist, finde ich äusserst befremdlich, ich kann nicht mal die WK2 und 1 Teile "spielen", da zu sehr mit dem echten Scheiss damals verbunden.
Schon bei dem Vietnam game kam mir das Kotzen und wie man bei "Afghanistan 11" überhaupt noch so etwas wie Spielspass haben kann, angesichts des immer noch aktuellen Leids der dortigen Bevölkerung und auch der stationierten ausländischen Truppen, will mir überhaupt nicht in den Schädel rein.
Wie abgestumpft muss man sein, um so ein Spiel zu zocken und all das auszublenden?
Schon die Herstellung solcher games finde ich pervers und werde mir die Studios genau merken, damit diese Arschlöcher keinen Cent von mir sehen.
Schon bei dem Vietnam game kam mir das Kotzen und wie man bei "Afghanistan 11" überhaupt noch so etwas wie Spielspass haben kann, angesichts des immer noch aktuellen Leids der dortigen Bevölkerung und auch der stationierten ausländischen Truppen, will mir überhaupt nicht in den Schädel rein.
Wie abgestumpft muss man sein, um so ein Spiel zu zocken und all das auszublenden?
Schon die Herstellung solcher games finde ich pervers und werde mir die Studios genau merken, damit diese Arschlöcher keinen Cent von mir sehen.
- Kajetan
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Re: Afghanistan '11: Strategiespiel rund um Guerilla-Kriegsführung und Bekämpfung von Aufständen
Historische Szenarien sind in der Regel problemlos, weil die gesellschaftliche Situation rund um diese vergangenen Kriege ebenfalls längst Geschichte ist. Was kümmert es uns heute, was die damaligen Shoguns im feudalen Japan bewegt hat? Cäsaren im alten Rom? So what? Alles längst im Staub der Geschichte versunken!
Das hier jedoch ... miserable Simplifizierung und Verfälschung der politischen und gesellschaftlichen Situation, der Ami mal wieder als Retter der armen, armen Bevölkerung, die in Wirklichkeit lieber die Taliban erträgt, als die korrupte Zentralregierung in Kabul, weil die Taliban sich tatsächlich um die Bevölkerung dieser abgelegenen Regionen kümmern, anstatt faul und fett in Kabul zu sitzen und internationale Hilfsgelder zu veruntreuen.
Aber gut ... die Hansels von Destructive Creations (oder so?) haben mit Hatred ja auch ihre Nische gefunden, wo man dumme, schlecht gemachte Geschmacklosigkeiten an Leute verkaufen kann, die sich dann als total politisch unkorrekt und "edgy" fühlen dürfen
Das hier jedoch ... miserable Simplifizierung und Verfälschung der politischen und gesellschaftlichen Situation, der Ami mal wieder als Retter der armen, armen Bevölkerung, die in Wirklichkeit lieber die Taliban erträgt, als die korrupte Zentralregierung in Kabul, weil die Taliban sich tatsächlich um die Bevölkerung dieser abgelegenen Regionen kümmern, anstatt faul und fett in Kabul zu sitzen und internationale Hilfsgelder zu veruntreuen.
Aber gut ... die Hansels von Destructive Creations (oder so?) haben mit Hatred ja auch ihre Nische gefunden, wo man dumme, schlecht gemachte Geschmacklosigkeiten an Leute verkaufen kann, die sich dann als total politisch unkorrekt und "edgy" fühlen dürfen
- James Dean
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Re: Afghanistan '11: Strategiespiel rund um Guerilla-Kriegsführung und Bekämpfung von Aufständen
Das klingt ziemlich nice. Freue mich auf das Spiel und hoffe, dass es halbwegs vernünftig umgesetzt wird und man später nicht nur eine Stadt gehen muss, um markierte Person X zu töten, und dass man anschließend sofort das ganze Dorf auf seiner Seite hat. In der Theorie klingt so etwas immer knorke, nur die Umsetzung ist immer eine andere Sache.Als Kommandant der US-Streitkräfte in Afghanistan (Jahr 2011) soll es nicht nur um das Ausschalten der Gegner gehen, sondern auch darum, die Herzen der dortigen Bevölkerung zu erobern, z.B. durch den Schutz von Zivilisten und das gezielte Isolieren der Anführer der Milizen. Zusätzlich zur Guerilla-Kriegsführung soll auch die Bekämpfung von Aufständen im Vordergrund stehen.
- the curie-ous
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Re: Afghanistan '11: Strategiespiel rund um Guerilla-Kriegsführung und Bekämpfung von Aufständen
Ich weiß nicht genau was du inhaltlich mit kümmern meinst, es in sarkastische Gänsefüßchen (") zu setzen, wäre aber passender. Sonst kommt noch jemand auf die Idee, die Taliban hätten wirklich nur Gutes im Sinne.Kajetan hat geschrieben:... weil die Taliban sich tatsächlich um die Bevölkerung dieser abgelegenen Regionen kümmern...
- Kajetan
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Re: Afghanistan '11: Strategiespiel rund um Guerilla-Kriegsführung und Bekämpfung von Aufständen
Abgesehen davon, dass es in Afghanistan seit den Briten niemals "Gute" und "Böse", sondern immer nur Dutzende von Interessengruppen mit ihrer jeweligen Agenda gab ... die Taliban sind NICHT der IS. Die Taliban genießen in den Bergregionen ein hohes Ansehen bei der Bevölkerung, was einerseits in der gemeinsamen Verbundenheit über Stammesbeziehungen stattfindet und zum anderen kümmern sich die Taliban tatsächlich um die Leute dort. Medizinische Grundversorgung, Schulen, Arbeit, ein gewisses soziales Netz. Die Landesregierung in Kabul hat es lange Zeit versäumt sich um diese Gegenden zu kümmern, hat maximal nur die Truppenstärke erhöht, die Bevölkerung aber größtenteils im Stich gelassen.the curie-ous hat geschrieben:Ich weiß nicht genau was du inhaltlich mit kümmern meinst, es in sarkastische Gänsefüßchen (") zu setzen, wäre aber passender. Sonst kommt noch jemand auf die Idee, die Taliban hätten wirklich nur Gutes im Sinne.Kajetan hat geschrieben:... weil die Taliban sich tatsächlich um die Bevölkerung dieser abgelegenen Regionen kümmern...
Deswegen heisst es ja auch von Fachleuten, dass es Frieden in Afghanistan und Umgebung nur MIT den Taliban als Verhandlungspartner, niemals ohne sie oder gar gegen sie geben wird. In Südamerika hat man ja auch auch erst dauerhaften Frieden MIT den jeweiligen kommunistischen Splittergruppen schliessen können. Weil das vielfach eben KEINE Banditen sind, die irgendwo in einem Tal sitzen und die Bauern der Umgebung ausrauben.
Aber dies nur kurz dazu
- the curie-ous
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Re: Afghanistan '11: Strategiespiel rund um Guerilla-Kriegsführung und Bekämpfung von Aufständen
Der Taliban mag nicht gefährlicher sein als der IS, ist aber noch lange nicht menschenfreundlicher.
Ob die medizinische Grundversorgung wirklich aus philantropischen Gründen gewährleistet wird, darüber kann man sich streiten.
Von welcher Art Arbeit ist von dir die Rede? Feldarbeit? Also Mohnernte? Um aus dem Erlös des Opiums die Taliban zu finanzieren?
Welche Schulen? Korankonzentrierte Schulen, wo es einzig und allein nur darum geht die Verse des Koran auf nur die ein und dieselbe Weise auswendig zu lernen, kann man nicht wirklich als bildende Schulen bezeichnen. Die von internationalen NGO und Hilfsorganisationen gegründete Schulen sind abenfalls gern genutzte Anschlagsziele und Hauptquartiere in den Kämpfen.
Ein soziales Netz? Wie sozial sieht so ein Netz denn aus, wenn Frauen unterdrückt werden (vorallem was Bildung betrift) und die Männer, die sich nicht den Kämpfern anschließen, willkürliche Strafen erfahren dürfen. Das soziale Verhalten der Taliban begründet sich doch aus purer Einschüchterung und ist ganz nach den Regeln des Islam ausgerichtet.
Ich weiß nicht genau was im Kontext deiner bisherigen Aussagen präzise ausgedrückt werden soll, derzeit liest es sich für mich das du versuchst die Taliban zu relativieren. Ich hoffe inständig, dass ich mich täusche, denn bisher hielt ich dich für zu gescheit, als das du diesen Fehler begehen könntest.
Ob die medizinische Grundversorgung wirklich aus philantropischen Gründen gewährleistet wird, darüber kann man sich streiten.
Von welcher Art Arbeit ist von dir die Rede? Feldarbeit? Also Mohnernte? Um aus dem Erlös des Opiums die Taliban zu finanzieren?
Welche Schulen? Korankonzentrierte Schulen, wo es einzig und allein nur darum geht die Verse des Koran auf nur die ein und dieselbe Weise auswendig zu lernen, kann man nicht wirklich als bildende Schulen bezeichnen. Die von internationalen NGO und Hilfsorganisationen gegründete Schulen sind abenfalls gern genutzte Anschlagsziele und Hauptquartiere in den Kämpfen.
Ein soziales Netz? Wie sozial sieht so ein Netz denn aus, wenn Frauen unterdrückt werden (vorallem was Bildung betrift) und die Männer, die sich nicht den Kämpfern anschließen, willkürliche Strafen erfahren dürfen. Das soziale Verhalten der Taliban begründet sich doch aus purer Einschüchterung und ist ganz nach den Regeln des Islam ausgerichtet.
Ich weiß nicht genau was im Kontext deiner bisherigen Aussagen präzise ausgedrückt werden soll, derzeit liest es sich für mich das du versuchst die Taliban zu relativieren. Ich hoffe inständig, dass ich mich täusche, denn bisher hielt ich dich für zu gescheit, als das du diesen Fehler begehen könntest.
- VincentValentine
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Re: Afghanistan '11: Strategiespiel rund um Guerilla-Kriegsführung und Bekämpfung von Aufständen
Mein bester Freund ist Afghane und ich kann dem was du da schreibst nicht wirklich zustimmen Kajetan.
Klar gibt es diverse Bereiche die unter den Taliban und ihrer Führung besser waren, aber das ist wie als würde man sich zwischen Pest und Cholera entscheiden müssen.
Wobei er persönlich heute viel eher nach Afghanistan fliegen würde, als noch zur Zeit der Taliban
Unter der Herrschaft der Taliban war das Volk unterdrückt und lebte ständig in Angst, Menschen wurden regelmäßig im berühmten Fussballstadion erhängt, die Islamisierung und Konsequezen waren brutal.
Männer die keinen Vollbart hatten wurden oft verprügelt, Mädchen und Schule? Nichts da
Seine Großeltern sind aufgrund der Umstände nach Pakistan ausgewandert....
Wenn die Beförderung in die Steinzeit zurück als etwas gutes gilt dann weiß ich auch nicht mehr
Wobei man die ganze Problematik ohne die USA ohnehin nicht hätte, den Zerstörern der mittleren Ostens und ihrer Kultur
Klar gibt es diverse Bereiche die unter den Taliban und ihrer Führung besser waren, aber das ist wie als würde man sich zwischen Pest und Cholera entscheiden müssen.
Wobei er persönlich heute viel eher nach Afghanistan fliegen würde, als noch zur Zeit der Taliban
Unter der Herrschaft der Taliban war das Volk unterdrückt und lebte ständig in Angst, Menschen wurden regelmäßig im berühmten Fussballstadion erhängt, die Islamisierung und Konsequezen waren brutal.
Männer die keinen Vollbart hatten wurden oft verprügelt, Mädchen und Schule? Nichts da
Seine Großeltern sind aufgrund der Umstände nach Pakistan ausgewandert....
Wenn die Beförderung in die Steinzeit zurück als etwas gutes gilt dann weiß ich auch nicht mehr
Wobei man die ganze Problematik ohne die USA ohnehin nicht hätte, den Zerstörern der mittleren Ostens und ihrer Kultur
- Kajetan
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Re: Afghanistan '11: Strategiespiel rund um Guerilla-Kriegsführung und Bekämpfung von Aufständen
Die Taliban halten sich keine Sexsklavinnen, die Taliban mißbrauchen nicht die Leute in den Gebieten, die sie kontrollieren, die Taliban führen in den von ihnen kontrollierten Gebieten kein perfides Terror-Regime, wo sich niemand seines Lebens sicher sein kann. Im Vergleich zu den Dumpfspacken des Islamischen Staates SIND die Taliban tatsächlich menschenfreundlicherthe curie-ous hat geschrieben:Der Taliban mag nicht gefährlicher sein als der IS, ist aber noch lange nicht menschenfreundlicher.
NICHTS dort wird von NIEMANDEM aus rein philantropischen Gründen unternommen. Einzig "Ärzte ohne Grenzen" und eine ganz kleine Handvoll anderer NGOs sind dort tatsächlich aus humanitären Gründen unterwegs.Ob die medizinische Grundversorgung wirklich aus philantropischen Gründen gewährleistet wird, darüber kann man sich streiten.
Ich wollte nur klarmachen, dass die Bevölkerung in den von den Taliban kontrollierten Gebieten sich nicht schutzsuchend in den Ruinen ihrer Häuser kauert und darauf wartet von afghanischen Regierungstruppen oder ausländischen Truppeneinheiten "befreit" zu werden. Da leben Leute, die finden es durchaus erträglich von den Taliban "regiert" zu werden. Nicht supertoll, aber erträglich. Wie auch in Syrien, so kannst Du keine klaren Feind/Freund-Linie ziehen. Das ist dort unten alles ein einziger großer Clusterfuck!
Ich weiß nicht, wie ich den Eindruck erwecken habe könnte die Taliban als supertolle Typen hingestellt zu habenIch weiß nicht genau was im Kontext deiner bisherigen Aussagen präzise ausgedrückt werden soll, derzeit liest es sich für mich das du versuchst die Taliban zu relativieren. Ich hoffe inständig, dass ich mich täusche, denn bisher hielt ich dich für zu gescheit, als das du diesen Fehler begehen könntest.
Ich habe nur versucht zu erklären, dass dieses Spiel und sein Ansatz "Die Herzen der Bevölkerung" zu gewinnen, Lichtjahre weit an der Realität vorbeigehen. Was an sich bei einem Spiel nicht schlimm ist, im Kontext Afghanistan ist das aber strunzdummes Verfälschen und Verleugnen einer komplexen Sachlage und zeigt, dass die Entwickler entweder keinen Schimmer haben, was sie da eigentlich tun oder sie ganz bewusst Propaganda verbreiten wollen.
Übrigens, ich kenne auch einen Exil-Afghanen, der mich erst auf die komplexen Stammes- und Familienbeziehungen hingewiesen hat, die von den Taliban nutzbringend eingesetzt werden. Dat is alles net so einfach dort drüben.
