Nach einer unendlich langen Early-Access-Phase wurde am 22. September der offizielle Start von Heroes & Generals eingeläutet. In dem kostenlosen Zweiten-Weltkriegs-Shooter kann man als Infanterist, Teil einer Panzerbesatzung, Pilot, Fallschirmjäger, Scharfschütze oder auf der Makroebene als General in den Krieg ziehen. Hierzu heißt es von offizieller Seite:"Ziehen Sie mit einer Vielzahl authentisc...
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Heroes & Generals: Kostenloser Zweiter-Weltkriegs-Shooter gestartet
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Jim Panse
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Re: Heroes & Generals: Kostenloser Zweiter-Weltkriegs-Shooter gestartet
Ich verstehe nicht, wie dieses Spiel so viel Anklang finden kann: Vor "Release" ca. 8000 Spieler peak, jetzt um die 20.000.
Klar, es ist kein wirklich schlechtes Spiel und es ist kostenlos. Zweiteres hebt es wahrscheinlich in diese Spielerzahlen.
Das Genre das hier bedient wird ist 1zu1 das von Battlefield. Schlachten auf großen Karten, mit vielen Spielern und Fahrzeugen. Dabei bewegt es sich einen Tick weiter Richtung ArmA oder OFP und weg von den sonst eher Arcadigen Kreigsshootern. Erreicht wird das größtenteils durch eine extrem zähe Steuerung, bei der man meint mindestens eine halbe Sekunde Verzögerung zu haben. Aber auch dank durchdachter Mechaniken wie der Beeinflussung des Aufschlagwinkels von Geschossen auf die Panzerung von Fahrzeugen etc.
Das Alleinstellungsmerkmal des Spiels (welches es auch von der Konkurrenz wie BF abheben soll) möchte allerdings sein, dass man sowohl eine Shooter-Komponente als auch eine Strategie-Komponente hat. Man kann also eigene Squads aufstellen und diese auf der Europa-Karte verschieben um damit Kriegsschauplätze (also Shooter-Matches) zu generieren und final für die jeweilige Fraktion den Sieg zu holen. Dabei fängt man mit einem kleinen Wachsquad an und kann sich irgendwann Fliegerstaffeln oder Panzer-Corps leisten. Das hat dann auch direkten Einfluss auf das Match. Um so mehr Infanterie teilnimmt, desto mehr Respawns. Ohne Panzer-Corps auch keine Panzerunterstützung, etc.
So viel zur Theorie. In der Praxis passt die gesamte Mechanik vorn und hinten nicht zusammen. Angefangen bei dem Punkt, dass eine obszöne Menge an Grinding notwendig ist um überhaupt mal den Strategie-Teil des Spiels betreten zu dürfen. (Oder man investiert Echt-Geld...) Hin zu dem Punkt, dass keinerlei Mechaniken existieren um die natürlich sehr häufig auftretenden unfairen Matches etwas zu balancen. Bringt also irgendeiner der HardCore-Zocker sein PanzerCorps mit auf den Spielplatz und dein Team hat nur Infanterie, dann viel Glück. Daraus ergeben sich dann eine ganze Reihe weiterer Probleme. PanzerCorps sind natürlich auch erst nach einer ganzen Ewigkeit an Gegrinde erreichbar, also sind die meisten Matches eh reine Infanterie-Battles.
Als Resultat erreichen wahrscheinlich keine 20% der Spieler jemals die Stufe, dass sie das zweite Kern-Feature dieses Spiels effektiv nutzen können und nur in 20% der Matches die man spielt, wird man überhaupt mal Flugzeuge oder Panzer finden können. Damit ist ein weiteres wichtiges Feature quasi kaum noch vorhanden und das Spiel degradiert sich selbst zu einem reinen Infanterie-Shooter wie CoD nur in viel viel schlechter (sowohl grafisch als auch von der Steuerung). Und da fange ich noch gar nicht davon an, wie langweilig es ist, sein Squad von A nach B zu schicken, es wieder auf zu füllen, es weiter zu schicken oder neu spawnen zu lassen, wenn es vernichtet wurde. Es scheint als sei dieser Teil des Spiels kaum durchdacht.
Nun ist dieses zentrale Problem in der Spielmechanik in der ewigen EarlyAccess-Phase den Entwicklern durchaus aufgefallen. Anstatt aber mit einer Lösung zu punkten, die das gebrochene Kern-Feature repariert, wurden einfach Zufalls-Matches eingeführt. D.h. völlig unabhängig von dem was auf der Europa-Karte passiert, kannst du einfach an einem erstellten Match teilnehmen. Da ist man dann auch als Pilot oder Panzerfahrer nicht mehr drauf angewiesen, dass irgendein General mal sein PanzerCorps oder seine FliegerStaffel in eine Schlacht führt um überhaupt mal spielen zu dürfen. Dafür hat das Ergebnis auch NULL Einfluss auf den Strategie-Part des Spiels. Damit kann man das "Generals" aus dem Namen des Spiels eigentlich streichen. In der Realität verkommt das nur noch zu einem Marketing-Buzzword.
Die echten Spielerzahlen von Leuten die auf der Europa-Karte regelmäßig agieren, würden mich wirklich mal interessieren. Das Gefühl kommt auf, dass da neben einer Handvoll von HardcoreZockern nur die Devs ihre Armeen von A nach B schieben.
Blendet man diese Kritikpunkte aus und begnügt sich mit den Random-Matches, bleibt eigentlich ein recht solides Spiel übrig. Es hat freispielbare, modifizierbare Waffen, Badges und Supportfahrzeuge wie Jeeps und Truppentransporter. Man bekommt Credits pro Match je nachdem wie gut man war und muss seine Ausrüstung auch ähnlich WoT reparieren. Grindet man lange genug um einen Panzerfahrer oder Piloten frei zu schalten, macht auch das überraschend viel Spaß. Wohl weil man relativ realitätsnah, recht unangreifbar ist. Der reine Infanterie-Kampf leidet für mich persönlich aber sehr stark an der extrem lästigen Steuerung. Und ganz am Ende muss man sich auch fragen, warum man nicht einfach BF1 spielt. Da kann man wesentlich einfacher über Hindernisse springen (die gesamte Steuerung ist wesentlich präziser), die Umgebung ist zerstörbar, die Grafik wesentlich besser und das Balancing -wenn auch arcadiger- wesentlich mehr auf Spaß getrimmt.
Für mich persönlich ist das Spiel also nichts. Aber ich muss auch anerkennen, dass es nun mal 20K Spieler hat. Also scheint es für genügend Leute zu funktionieren. Für mich persönlich ist es allerdings der Hobo unter den Kriegsshootern: Kostenlos aber auch dem entsprechend ungewaschen und unbeweglich.
Für wen 60€ zu viel Geld sind, wer kein Problem mit Gegrinde hat und wer es lieber etwas realistischer als arcadig haben möchte für den ist es wohl das Richtige.
Klar, es ist kein wirklich schlechtes Spiel und es ist kostenlos. Zweiteres hebt es wahrscheinlich in diese Spielerzahlen.
Das Genre das hier bedient wird ist 1zu1 das von Battlefield. Schlachten auf großen Karten, mit vielen Spielern und Fahrzeugen. Dabei bewegt es sich einen Tick weiter Richtung ArmA oder OFP und weg von den sonst eher Arcadigen Kreigsshootern. Erreicht wird das größtenteils durch eine extrem zähe Steuerung, bei der man meint mindestens eine halbe Sekunde Verzögerung zu haben. Aber auch dank durchdachter Mechaniken wie der Beeinflussung des Aufschlagwinkels von Geschossen auf die Panzerung von Fahrzeugen etc.
Das Alleinstellungsmerkmal des Spiels (welches es auch von der Konkurrenz wie BF abheben soll) möchte allerdings sein, dass man sowohl eine Shooter-Komponente als auch eine Strategie-Komponente hat. Man kann also eigene Squads aufstellen und diese auf der Europa-Karte verschieben um damit Kriegsschauplätze (also Shooter-Matches) zu generieren und final für die jeweilige Fraktion den Sieg zu holen. Dabei fängt man mit einem kleinen Wachsquad an und kann sich irgendwann Fliegerstaffeln oder Panzer-Corps leisten. Das hat dann auch direkten Einfluss auf das Match. Um so mehr Infanterie teilnimmt, desto mehr Respawns. Ohne Panzer-Corps auch keine Panzerunterstützung, etc.
So viel zur Theorie. In der Praxis passt die gesamte Mechanik vorn und hinten nicht zusammen. Angefangen bei dem Punkt, dass eine obszöne Menge an Grinding notwendig ist um überhaupt mal den Strategie-Teil des Spiels betreten zu dürfen. (Oder man investiert Echt-Geld...) Hin zu dem Punkt, dass keinerlei Mechaniken existieren um die natürlich sehr häufig auftretenden unfairen Matches etwas zu balancen. Bringt also irgendeiner der HardCore-Zocker sein PanzerCorps mit auf den Spielplatz und dein Team hat nur Infanterie, dann viel Glück. Daraus ergeben sich dann eine ganze Reihe weiterer Probleme. PanzerCorps sind natürlich auch erst nach einer ganzen Ewigkeit an Gegrinde erreichbar, also sind die meisten Matches eh reine Infanterie-Battles.
Als Resultat erreichen wahrscheinlich keine 20% der Spieler jemals die Stufe, dass sie das zweite Kern-Feature dieses Spiels effektiv nutzen können und nur in 20% der Matches die man spielt, wird man überhaupt mal Flugzeuge oder Panzer finden können. Damit ist ein weiteres wichtiges Feature quasi kaum noch vorhanden und das Spiel degradiert sich selbst zu einem reinen Infanterie-Shooter wie CoD nur in viel viel schlechter (sowohl grafisch als auch von der Steuerung). Und da fange ich noch gar nicht davon an, wie langweilig es ist, sein Squad von A nach B zu schicken, es wieder auf zu füllen, es weiter zu schicken oder neu spawnen zu lassen, wenn es vernichtet wurde. Es scheint als sei dieser Teil des Spiels kaum durchdacht.
Nun ist dieses zentrale Problem in der Spielmechanik in der ewigen EarlyAccess-Phase den Entwicklern durchaus aufgefallen. Anstatt aber mit einer Lösung zu punkten, die das gebrochene Kern-Feature repariert, wurden einfach Zufalls-Matches eingeführt. D.h. völlig unabhängig von dem was auf der Europa-Karte passiert, kannst du einfach an einem erstellten Match teilnehmen. Da ist man dann auch als Pilot oder Panzerfahrer nicht mehr drauf angewiesen, dass irgendein General mal sein PanzerCorps oder seine FliegerStaffel in eine Schlacht führt um überhaupt mal spielen zu dürfen. Dafür hat das Ergebnis auch NULL Einfluss auf den Strategie-Part des Spiels. Damit kann man das "Generals" aus dem Namen des Spiels eigentlich streichen. In der Realität verkommt das nur noch zu einem Marketing-Buzzword.
Die echten Spielerzahlen von Leuten die auf der Europa-Karte regelmäßig agieren, würden mich wirklich mal interessieren. Das Gefühl kommt auf, dass da neben einer Handvoll von HardcoreZockern nur die Devs ihre Armeen von A nach B schieben.
Blendet man diese Kritikpunkte aus und begnügt sich mit den Random-Matches, bleibt eigentlich ein recht solides Spiel übrig. Es hat freispielbare, modifizierbare Waffen, Badges und Supportfahrzeuge wie Jeeps und Truppentransporter. Man bekommt Credits pro Match je nachdem wie gut man war und muss seine Ausrüstung auch ähnlich WoT reparieren. Grindet man lange genug um einen Panzerfahrer oder Piloten frei zu schalten, macht auch das überraschend viel Spaß. Wohl weil man relativ realitätsnah, recht unangreifbar ist. Der reine Infanterie-Kampf leidet für mich persönlich aber sehr stark an der extrem lästigen Steuerung. Und ganz am Ende muss man sich auch fragen, warum man nicht einfach BF1 spielt. Da kann man wesentlich einfacher über Hindernisse springen (die gesamte Steuerung ist wesentlich präziser), die Umgebung ist zerstörbar, die Grafik wesentlich besser und das Balancing -wenn auch arcadiger- wesentlich mehr auf Spaß getrimmt.
Für mich persönlich ist das Spiel also nichts. Aber ich muss auch anerkennen, dass es nun mal 20K Spieler hat. Also scheint es für genügend Leute zu funktionieren. Für mich persönlich ist es allerdings der Hobo unter den Kriegsshootern: Kostenlos aber auch dem entsprechend ungewaschen und unbeweglich.
Für wen 60€ zu viel Geld sind, wer kein Problem mit Gegrinde hat und wer es lieber etwas realistischer als arcadig haben möchte für den ist es wohl das Richtige.
- danke15jahre4p
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Re: Heroes & Generals: Kostenloser Zweiter-Weltkriegs-Shooter gestartet
schöner einblick, danke.
greetingz
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Re: Heroes & Generals: Kostenloser Zweiter-Weltkriegs-Shooter gestartet
Gegrinde in MP-Shooter geht imo gar nicht... Zerstört doch völlig die Fairness.
- Nightfire123456
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Re: Heroes & Generals: Kostenloser Zweiter-Weltkriegs-Shooter gestartet
20.000 Spieler sind doch gar nichts. Die meisten Pixel Shooter Schaffen das schon ohne Probleme in einer Woche. Und gerade dadurch das es kostenlos ist müssten die Spielerzahlen viel höher sein. Schau dir mal die Zahlen von Free2Play Spielen in der ersten Woche an. Klar die meisten bleiben nicht lange, aber darum geht es hier ja nicht.Jim Panse hat geschrieben:Ich verstehe nicht, wie dieses Spiel so viel Anklang finden kann: Vor "Release" ca. 8000 Spieler peak, jetzt um die 20.000.
Klar, es ist kein wirklich schlechtes Spiel und es ist kostenlos. Zweiteres hebt es wahrscheinlich in diese Spielerzahlen.
Ich bin gespannt ob die Nutzerzahlen jetzt steigen werden, jetzt wo die Medien darüber Berichten.
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Jim Panse
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Re: Heroes & Generals: Kostenloser Zweiter-Weltkriegs-Shooter gestartet
Ja, das stimmt schon. Aber selbst vor Release waren es täglich 8K peak und das nicht nur für kurze Zeit sondern seit July 2014 startend mit 11K. Das ist ne ganze Menge. Verglichen mit Planetside2 welches auch F2P ist, aber nur noch um die 4K hat. Das ist zwar auch älter: Nov 2012 mit knapp 30k gestartet. Aber eben immer noch technisch wesentlich besser als Heroes (Grafik, Steuerung).
Kann mir nur vorstellen, dass 2.WK immer noch so ein Zugpferd ist. Das sind dann natürlich dunkle Aussichten für das neue CoD.
Kann mir nur vorstellen, dass 2.WK immer noch so ein Zugpferd ist. Das sind dann natürlich dunkle Aussichten für das neue CoD.
