KalkGehirn hat geschrieben:
Sie waren gewiss nicht über jeden Entwicklungsprozess informiert den solch ein Projekt in sich birgt, würde auch völlig den Rahmen sprengen. Die Frage die sich mir stellt, wie wurde untereinander kommuniziert? Bei Sony zeigte man sich sehr früh, eigentlich schon direkt nach der Erstpräsentation Ende 2013 interessiert an No Man’s Sky und kündigte an sich mit Hello Games in Verhandlungen zu befinden um es auf die PS4 zu holen.
Man hat sich also in einem sehr frühen Entwicklungsstadium an Sony gebunden, welches das Projekt im Gegenzug subventioniert hat, dies geschah sicherlich mit Erwartungen welche von japanischer Seite aus an NMS geknüpft wurden, über vertragliche Details kann man natürlich nur spekulieren.
Sie begleiteten es also mehr als 2 Jahre bis zur endgültigen Fertigstellung, große Teile des Budgets wurden von ihnen „Sony“ gestellt, da komme ich dann für mich persönlich zu dem Schluss, dass sie eine Einschätzung gegenüber ihrem Investment in der Lage zu treffen sind.
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Du darfst an dieser Stelle nicht vergessen, dass es sich hier nicht um ein internes Studio gehandelt hat, dass einen TripleA-Blockbuster produzieren sollte. Wir reden hier immernoch von einem Indy-Game eines externen Indy-Studios (auch wenn das am Ende einen TripleA-Preisaufkleber hatte). Ich bin also recht sicher (Achtung, Vermutung) dass Herr Murray nicht einmal alle 14 Tage in die Sony Headquarters nach Tokio geflogen ist um dort seinen Fortschritt zu präsentieren. Das wäre für ein solches Projekt auch mehr als nur sehr untypisch. Ich vermute(!) es war ein völlig typischer Vertrag, den man halt abschließt, wenn ein Indy-Projekt extern gepublisht werden soll (bzw. muss, wenn man die Kosten allein nicht stemmen kann) - und als Gegenleistung für (zeitliche) Exklusivität wurde dann halt ein höheres Werbebudget zugesichert, Falls das also ein solcher Vertrag war, dann kannst du dir das in etwa vorstellen, wie wenn du hier bei deiner Bank einen Kredit für eine Geschäftsgründung haben möchtest: du brauchst viele Unterlagen, musst sehr genau aufschlüsseln, was du wie vor hast und wie die Bank ihr Geld - plus Zinsen - wieder bekommt. Darauf hin entscheiden die dann, ob du den Kredit bekommst oder eben nicht. Hast du aber die Zusage, wird nicht alle 2 Wochen jemand von der Bank in deine Firma stürmen und die Geschäftsbücher lesen wollen. So funktioniert Finanzwirtschaft einfach nicht. Sean Murray wird einfach einen guten Pitch hingelegt haben, Sony war von der Idee begeistert, hat - nachdem sie sich geeinigt hatten, wie sie ihr Geld wieder bekommen - einen Scheck ausgefüllt und ihn vermutlich zu diesem Zeitpunkt erstmal machen lassen. Vermutlich haben die das "fertige" NMS auch nicht so viel früher gesehen wie der Rest der Welt. Wie gesagt, es ging hier nicht um die Entwicklung eines AAA-Projekts eines internen Studios, wo ständig Milestones der Chefetage vorgelegt werden - weil HG eben der Entwickler war und Sony "nur" der Publisher. Und insofern interessiert Sony nichts anderes, als das sie am Ende ihr Geld wieder reinbekommen - mit einem möglichst großen Gewinn. Wirklich nachgehakt wird da erst, wenn man als Geldgeber merkt, dass da was komplett aus dem Ruder läuft, was diesen Gewinn eben deutlich schmälern oder noch mehr Kosten verursachen würde - außer es handelt sich wirklich um ein derart großes Projekt, dass finanzielle Einbussen bei dem Projekt auch dem Publisher einen schweren finanziellen Schlag versetzen oder eine publishereigene Marke schädigen würden - da hat man dann natürlich mehr ein Auge drauf. NMS dürfte Sony aber aus der Kaffeekasse der letzten 3 Monate finanziert haben.
Aber wie gesagt, selbst solltest du mit deiner Theorie recht haben und Sony wusste jederzeit genau, in welchem Zustand sich das Spiel befindet, weil sie das Projekt aus irgendwelchen Gründen mit Argusaugen verfolgt haben, so hat Sony keinerlei Anlass - oder eigentlich nicht mal die Berechtigung - dem Entwickler in Punkten, die einzig die Entwicklung und den Content umfassen - den Mund zu verbieten. Das ist ganz einfach als Publisher nicht ihr Job. Wenn Sony jetzt Trailer produziert hätte, in denen Dinge zu sehen sind, die du im fertigen Spiel nicht findest - dann kann man Sony dafür die Schuld geben. Aber nicht, wenn der Entwickler Dinge verspricht oder andeutet, die dann nirgends im Endprodukt zu finden sind. Und genau das ist ja passiert. HG erzählt Mist, Spieler sind enttäuscht. Irgendein Magazin stellt Sony die Frage, ob sie glauben, dass ihre Marke dadurch Schaden genommen hat... was hätten sie denn sonst darauf antworten sollen? Die Aussage, die in etwa ja lautet "wir sind vom Spiel ja auch ein wenig enttäuscht, aber unser Geld haben wir wieder rein bekommen" ist da doch das Ehrlichste, was sie antworten konnten. Denn letztlich braucht es Sony in diesem Fall nur um ihr Kapital zu gehen - da sie eben nur Publisher sind und somit in keiner Verantwortung für "nicht eingehaltene Versprechen" stehen - außer, sie hätten sie selbst gemacht, was ja nicht der Fall war.