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Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 01.04.2016 20:12
von FuerstderSchatten
monotony hat geschrieben:
FuerstderSchatten hat geschrieben:
monotony hat geschrieben:unabhängig davon ist anita sarkesian aber definitiv die falsche anlaufstelle, um sich kritisch mit dem thema sexismus in videospielen auseinanderzusetzen. das die motive für ihre oberflächliche, fehlgeleitete youtube-serie voller falschdarstellungen und recherche-fehlern so ziemlich rein finanzieller natur sind, ist doch nun wirklich kein geheimnis mehr. eine gierige populistin sollte man nun wirklich nicht als aushängeschild für das thema spielekultur wählen.
Nur weil sie relativ bekannt ist, hat sie gleich "nur" finanzielle Interessen? Ich denke die Frau ist schon überzeugt von dem was sie da macht. Alice Schwarzer ist das auch und hat auch zeitlebens davon gut gelebt.
nein, nicht weil sie bekannt ist. wie ich bereits geschrieben habe: es ist kein geheimnis. warum ist es kein geheimnis? weil es videomaterial gibt. neben den merkwürdigkeiten zur finanzierung ihrer (natürlich) non-profit organisation gibt es dieses video, in dem sie das programm eines marketing-gurus lobpreist, von dem sie gerlernt hat, mit telesiminaren möglichst viel geld zu machen oder dieses video von 2010, bei dem sie in einem von ihr geleiteten seminar an einer universität davon spricht, dass sie gern videospiele spielen würde, aber sie nicht gerne "leute erschießt und die köpfe abreißt" und sie deshalb, anders als von ihr sonst lautstark betont, kein fan von videospielen sei. das, gepaart mit ihrer einseitigen, oberflächlichen herangehensweise an das thema und den stumpfen falschdarstellungen in ihren videos zeichnet für mich ein ziemlich klares bild.
Ich weiß ja nicht, was du so über Alice Schwartzer weißt aber sie hat ihr Geld soweit ich weiß, auf Schwarzkonten in die Schweiz gebracht, das macht ihre Verdienste und ihr Engagement für die Rechte der Frauen ja nicht wett.

Und ich denke mal Frau Seerkesian oder wie sie heißt tickt ähnlich. Die will natürlich auch gut davon leben. Aber sie vertritt halt auch die Sache. Ob sie das gut oder schlecht macht, darum geht's mir nicht. Ist ja erstmal schön, dass es überhaupt einer macht. Und ganz daneben liegt sich auch nicht. Nur ich mag halt große Brüste und ich will fette Ärsche sehen, aber dann sollte man auch dazu stehen, anstatt rumzueiern, dass das künstlerische Ästhetik ist, der Vision des Künstlers entspricht oder son nen Scheiß, ne das ist einseitig sexualisiert und ich persönlich finde das gut. Nen tumben Pumper zu spielen, finde ich weniger gut, aber das ist dann wohl der Kompromiss.
ccun hat geschrieben:
FuerstderSchatten hat geschrieben:
Nur weil sie relativ bekannt ist, hat sie gleich "nur" finanzielle Interessen? Ich denke die Frau ist schon überzeugt von dem was sie da macht. Alice Schwarzer ist das auch und hat auch zeitlebens davon gut gelebt.

Diese VT a la Politiker, Stars und Medien machen nur alles zum Unwohl der Menschheit oder sind nur böse oder nur für Geld, sind mir immer höchst suspekt. Das ist so dämlich wie zu behaupten, dass Frau Merkel die Flüchtlinge hier hergeholt hat um sich ein neues Wahlvolk zu züchten. Das ist sowas von unterste Schublade Denke.
:lol:

Ich bitte Dich.... Ich möcht jetzt hier keine Links verteilen. Aber recherchier mal ein bissl.
Und über was soll ich mich informieren? Ob Merkel sich ihr Wahlvolk zusammenzimmern will oder darüber dass Frau Anita So und so, sich auch mal was gönnen will? Ich unterstütze sie ja nicht. Aber wir leben ja nun mal im Kapitalismus und von Luft und gutem Willen kann keiner leben.

Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 01.04.2016 20:30
von Lord Hesketh-Fortescue
Todesglubsch hat geschrieben:USK durch PEGI zu ersetzen bringt nichts. Denn dann tickt immer noch der deutsche Jugendschutz und die BPjM, DAS sind die altertümlichen Apparate hier. Wenn ihr einfach USK durch PEGI ersetzt, so müsste sich PEGI dennoch an das deutsche Jugendschutzgesetz halten, ggfs. Spiele ablehnen und die BPjM hätte natürlich ein Veto-Recht, das sie vermutlich leichter durchsetzen können, da PEGI weniger in Deutschland verwurzelt ist, als die USK.
Das ist ein guter Punkt. PEGI würde als internationales System natürlich überhaupt keine Rücksicht auf Deutsche Sonderheiten nehmen, bspw. auf unsere verhältnismäßig strengen Gewaltdarstellungsvorschriften oder unser gestörtes Verhältnis zu Hakenkreuzen in Spielen. Was immer die da auch für ein Siegel draufdrücken, natürlich würde die BPjM da im Zweifelsfall blutig reingrätschen ( und auch MÜSSEN, wenn ein entsprechender Antrag vorliegt).

Ein Deal - wie aktuell - , dass eine bereits erfolgte Alterskennzeichnung ein Verfahrenshindernis ist und die BPjM gar nicht erst tätig werden darf, wäre in Zusammenarbeit mit der PEGI schwerlich möglich. Eine Änderung des Jugendmedienschutzes müsste daher schon deutlich umfassender und an vielen Fronten stattfinden, als einfach nur die USK durch die PEGI zu ersetzen.

Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 01.04.2016 20:41
von johndoe1741084
FuerstderSchatten hat geschrieben: .....
Dann hab ich dich da falsch verstanden... Wenn du mit der Methode einverstanden bist, muss ich das wohl akzeptieren.
Dennoch halte ich es für die Sache kontraproduktiv. WEIL prinzipiell darüber gesprochen werden muss, aber mit den Falschaussagen keine wirkliche Diskussion entstehen kann... soo kommen nur Anfeindungen zustande wo alle versuchen lauter zu kreischen, als die anderen Affen.

@4p: Wie wärs mit einem Komromiss und euer Grafiker malt der Frau ein paar MickyMaus-Ohren. Vielleicht find ich dann auch meinen Humor wieder (als ob ich wichtig wär..ich weiß :roll: ).


Ach so.... Back on Topic: Pro Reform, find ich immer noch gut. :D
Ist nur die Frage ob die ihren gemütlichen Sessel einfach so räumen werden.

Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 01.04.2016 20:43
von Todesglubsch
Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben: Das ist ein guter Punkt. PEGI würde als internationales System natürlich überhaupt keine Rücksicht auf Deutsche Sonderheiten nehmen, bspw. auf unsere verhältnismäßig strengen Gewaltdarstellungsvorschriften oder unser gestörtes Verhältnis zu Hakenkreuzen in Spielen.
In den UK hat der ehemalige Jugendschutzapparat ein erweitertes Vetorecht.
In Portugal sind zwei PEGI-Wertungen an die Wertung der dortigen Filmbewertungen angepasst worden ("ab 4" und "ab 6", statt "ab 3" und "ab 7").
Von daher gäbe es, von PEGI-Seite aus, keine Probleme, da auch Anpassungen für den deutschen Markt vorzunehmen.
Da aber PEGI international agiert, würden diese Anpassungen wohl eher pauschal geschehen - und das ist IMO schlechter als das, was die USK macht.

Oder anders ausgedrückt:
Ragdoll Kung-Fu hatte z.B. ne PEGI 18-Einstufung (USK 12).
Harvest Moon für den DS wurde wegen PEGI geschnitten, weil der dort vorhandene Blackjack-Tisch ne 18er-Einstufung erhalten hätte. Also gibt's in der EU-Fassung zwei Memory-Tische.

Die USK-Gremien mögen vielleicht manchmal seltsam agieren - aber immerhin agieren da Menschen, die sich das Spiel tatsächlich anschauen. Menschen die im übrigen nichts dafür können, dass ihnen das Jugendschutzgesetz vorschreibt, was sie kritisieren müssen und was nicht. Und DAS ist es, was mich ankotzt: Man kanalisiert seinen ganzen Ärger auf die USK.
Das wäre so, als würde man die Politesse anpöbeln, weil sie einem nen Strafzettel gibt, da man im Halteverbot geparkt hat. Weder hat die Politesse Schuld an dem Halteverbot, noch kann sie irgendwas dafür, dass sie schlicht ihre Arbeit macht. Von daher würde ich es wirklich begrüßen, wenn sich der Pöbel etwas informieren würde und / oder seine Hasstirade etwas differenziert, anstatt einfach auf Stammtischniveau ein "ersetzt USK durch PEGI" rauszukläffen und zu meinen, damit wären *alle* Probleme gelöst.

Hurz, sorry, das regt mich etwas auf :)

Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 01.04.2016 20:49
von FuerstderSchatten
ccun hat geschrieben:
FuerstderSchatten hat geschrieben: .....
Dann hab ich dich da falsch verstanden... Wenn du mit der Methode einverstanden bist, muss ich das wohl akzeptieren.
Dennoch halte ich es für die Sache kontraproduktiv. WEIL prinzipiell darüber gesprochen werden muss, aber mit den Falschaussagen keine wirkliche Diskussion entstehen kann... soo kommen nur Anfeindungen zustande wo alle versuchen lauter zu kreischen, als die anderen Affen.

@4p: Wie wärs mit einem Komromiss und euer Grafiker malt der Frau ein paar MickyMaus-Ohren. Vielleicht find ich dann auch meinen Humor wieder (als ob ich wichtig wär..ich weiß :roll: ).


Ach so.... Back on Topic: Pro Reform, find ich immer noch gut. :D
Ist nur die Frage ob die ihren gemütlichen Sessel einfach so räumen werden.
Ich kenne ihre Aussagen nicht im Einzelnen. Dafür interessiert mich das Thema auch zu wenig. Ich spiele Games und wenn etwas zu oberflächlich auf heiß getrimmt ist, dann fällt mir das auch auf. In Dragon Age 2 ist das nun mal der Fall, Isabella sieht unverschämt sexy aus, aber ich mag das. Die meisten Schauspielerinen und Sängerinnen sehen auch sehr gut aus, aber das mag ich auch. Nur weiß ich das und behaupte nicht, dass es das Gegenteil ist und Rihanna nur deshalb so erfolgreich ist weil sie Talent hat, sondern gerade weil sie auch den richtigen Body und Aussehen hat. Ne Fette Rihanna hätte es schwer.

Gilt für Männer natürlich auch, wobei die es doch minimal leichter haben. Aber wirklich nur minimal.

Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 01.04.2016 20:58
von Lord Hesketh-Fortescue
Todesglubsch hat geschrieben:Von daher gäbe es, von PEGI-Seite aus, keine Probleme, da auch Anpassungen für den deutschen Markt vorzunehmen.
Schon klar, aber eben erst auf ausdrückliches externes Bestreben hin. Es würde ja nicht von Vornherein und automatisch ein separates Deutschland-Rating geben, wenn die es im Spiel bspw. mit der Gewalt für das Deutsche Gemütchen etwas zu bunt treiben.
Stimme ansonsten auch in allen Punkten zu.

edit: Ich prognostiziere sogar, dass wir bei einer simplen Umstellung auf PEGI letztlich MEHR Indizierungen (A u. B) hätten, weil die BPjM ganz einfach häufiger eingreifen würde als bei dem momentan eingespielten Hand-in-Hand-System mit der USK, bei dem die Zuständigkeiten sehr klar abgesteckt sind und die USK ganz viel durch Kennzeichnung der BPjM „wegsaugt“.

Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 01.04.2016 21:59
von Todesglubsch
Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben: edit: Ich prognostiziere sogar, dass wir bei einer simplen Umstellung auf PEGI letztlich MEHR Indizierungen (A u. B) hätten, weil die BPjM ganz einfach häufiger eingreifen würde als bei dem momentan eingespielten Hand-in-Hand-System mit der USK, bei dem die Zuständigkeiten sehr klar abgesteckt sind und die USK ganz viel durch Kennzeichnung der BPjM „wegsaugt“.
Das unterschreib ich.
Falls man es noch nicht bemerkt hat: Ich find die Arbeit der USK eigentlich in Ordnung. Spiele die keine Freigabe erhalten sind selten. Die Sache mit Hakenkreuze ist ja ein deutschlandweites Problem, dafür kann die USK ja nüschts, dass a) Spiele nur als solches registriert werden und b) kein Publisher genug Eier hat, um es auf nen Rechtsstreit ankommen zu lassen.

Wie geschrieben: Das einzige, was man überarbeiten sollte, wäre dieses total verkorkste Indizierungssystem, welches hinsichtlich des Internets völlig altmodisch und überholt ist.

Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 01.04.2016 22:04
von greenelve
Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben: edit: Ich prognostiziere sogar, dass wir bei einer simplen Umstellung auf PEGI letztlich MEHR Indizierungen (A u. B) hätten, weil die BPjM ganz einfach häufiger eingreifen würde als bei dem momentan eingespielten Hand-in-Hand-System mit der USK, bei dem die Zuständigkeiten sehr klar abgesteckt sind und die USK ganz viel durch Kennzeichnung der BPjM „wegsaugt“.
Die BPjM darf von sich aus nicht aktiv werden, das können sie nur auf Antrag. Sei es USK oder andere Quelle, von denen es ca. 800 in Deutschland gibt. Genauso kann die BPjM auch entscheiden, ein Spiel ist nicht indizierungswürdig und gibt es zur USK zurück, woraufhin es automatisch ein ab18 Siegel bekommt. Ebenso nimmt die USK der BPjM nichts weg, da sie, die USK, bei einer Prüfung zum Schluss kommen können, das Spiel sollte von der BPjM auf Indizierung geprüft werden. Um es zu betonen, weder der Antrag auf Prüfung, noch die Prüfung selber bedeutet automatisch eine Indizierung. Die BPjM muss noch nichteinmal jeder Anregung mit einer Prüfung nachgehen.

http://www.bundespruefstelle.de/bpjm/Au ... ahren.html


ps: Ansonsten, was die Diskussion um PEGI betrifft, natürlich, PEGI darf sich bei ihren Einstufungen über deutsches Recht hinwegsetzen, weil sie international sind und kein deutsches Institut. Aus dem gleichen der Internationaliltät gelten natürlich auch für ausländische Firmen in Deutschland nicht die deutschen Gesetze für Verbraucherschutz usw.

Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 01.04.2016 22:07
von Dr. Fritte
Solange ein Spiel mit "Ab 18" trotzdem vorher geschnitten werden muss, oder einfach auf dem Index landet (Dead Rising 3 ist sogar auf Liste B, also beschlagnahmt :lol:), solange können sie reformieren wie sie wollen und ich werde NIEMALS Verständnis für die entsprechenden Organisationen haben...

Wenn ich schon sehe, dass unter anderem Vertreter der Kirche über die Alterseinstufung von Videospielen zu entscheiden haben mache ich ein riesiges Facepalm.

Bei uns herrscht kein Jugendschutz (schließlich dürfen 16-jährige als Assassine Massenmörder sein - an Menschen und nicht an Aliens), sondern Erwachsenenbevormundung.

Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 01.04.2016 22:42
von johndoe1741084
FuerstderSchatten hat geschrieben: Ich kenne ihre Aussagen nicht im Einzelnen. Dafür interessiert mich das Thema auch zu wenig. Ich spiele Games und wenn etwas zu oberflächlich auf heiß getrimmt ist, dann fällt mir das auch auf. In Dragon Age 2 ist das nun mal der Fall, Isabella sieht unverschämt sexy aus, aber ich mag das. Die meisten Schauspielerinen und Sängerinnen sehen auch sehr gut aus, aber das mag ich auch. Nur weiß ich das und behaupte nicht, dass es das Gegenteil ist und Rihanna nur deshalb so erfolgreich ist weil sie Talent hat, sondern gerade weil sie auch den richtigen Body und Aussehen hat. Ne Fette Rihanna hätte es schwer.

Gilt für Männer natürlich auch, wobei die es doch minimal leichter haben. Aber wirklich nur minimal.
Kann ich alles so unterschreiben. Ergo->Ehrlichkeit ist Pflicht in dieser Diskussion. Und darum hätt ich gern MickyMausOhren für Frau Dingsbums :biggrin:

Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 01.04.2016 22:56
von Lord Hesketh-Fortescue
greenelve hat geschrieben:
Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben: edit: Ich prognostiziere sogar, dass wir bei einer simplen Umstellung auf PEGI letztlich MEHR Indizierungen (A u. B) hätten, weil die BPjM ganz einfach häufiger eingreifen würde als bei dem momentan eingespielten Hand-in-Hand-System mit der USK, bei dem die Zuständigkeiten sehr klar abgesteckt sind und die USK ganz viel durch Kennzeichnung der BPjM „wegsaugt“.
Die BPjM darf von sich aus nicht aktiv werden, das können sie nur auf Antrag. Sei es USK oder andere Quelle, von denen es ca. 800 in Deutschland gibt. Genauso kann die BPjM auch entscheiden, ein Spiel ist nicht indizierungswürdig und gibt es zur USK zurück, woraufhin es automatisch ein ab18 Siegel bekommt. Ebenso nimmt die USK der BPjM nichts weg, da sie, die USK, bei einer Prüfung zum Schluss kommen können, das Spiel sollte von der BPjM auf Indizierung geprüft werden. Um es zu betonen, weder der Antrag auf Prüfung, noch die Prüfung selber bedeutet automatisch eine Indizierung. Die BPjM muss noch nichteinmal jeder Anregung mit einer Prüfung nachgehen.

http://www.bundespruefstelle.de/bpjm/Au ... ahren.html
Ich sehe darin mal keinen Widerspruch zu dem, was ich hier im Thread geschrieben habe (oder war das so gemeint? Dann bitte die Punkte nochmal klarer machen...) Zum „Wegnehmen“: Wenn die USK ihren Stempel verteilt, ganz gleich welcher, ist das ein Verfahrenshindernis für die BPjM und sie kann nicht mehr tätig werden. Das meinte ich mit „wegsaugen“ durch schlichte Kennzeichnung. Dem weiteren Zugriff entziehen. Bei der PEGI wäre eine solche Regelung unvorstellbar, da die Firmen sich hier ohne Kenntnis der deutschen Rechtslage lediglich selbst lose einschätzen.
ps: Ansonsten, was die Diskussion um PEGI betrifft, natürlich, PEGI darf sich bei ihren Einstufungen über deutsches Recht hinwegsetzen, weil sie international sind und kein deutsches Institut. Aus dem gleichen der Internationaliltät gelten natürlich auch für ausländische Firmen in Deutschland nicht die deutschen Gesetze für Verbraucherschutz usw.
Wenn sie ihre Waren in Deutschland anbieten oder die entsprechende Website sich erkennbar an Deutsche richtet (z.B. .de-Domain, deutsche Sprache etc.), dann gilt meines Wissens auch deutscher Verbraucherschutz. Fragen der Durchsetzbarkeit stehen natürlich auf einem anderen Blatt.

Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 01.04.2016 23:21
von SethSteiner
Die Bevormundung kennt eigentlich kein Alter. So wie den Erwachsenen Hindernisse in den Weg gelegt werden und ihnen unter den Vorwand des Jugendschutzes Titel vorenthalten werden, wird den Minderjährigen unterstellt sie wären gefährdet, könnten mit diesem und jenen nicht umgehen, könnten sich unter Umständen sogar zu einer Gefahr entwickeln. Bei der Jugend belässt man es nicht nur bei einer Bevormundung, sondern geht sogar so weit sie zu diskriminieren.

Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 01.04.2016 23:22
von greenelve
Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben: Ich sehe darin mal keinen Widerspruch zu dem, was ich hier im Thread geschrieben habe (oder war das so gemeint? Dann bitte die Punkte nochmal klarer machen...) Zum „Wegnehmen“: Wenn die USK ihren Stempel verteilt, ganz gleich welcher, ist das ein Verfahrenshindernis für die BPjM und sie kann nicht mehr tätig werden. Das meinte ich mit „wegsaugen“ durch schlichte Kennzeichnung. Dem weiteren Zugriff entziehen. Bei der PEGI wäre eine solche Regelung unvorstellbar, da die Firmen sich hier ohne Kenntnis der deutschen Rechtslage lediglich selbst lose einschätzen.
Sollte PEGI die USK ersetzen, hätte sie die gleichen rechtlichen Grundlagen. Sie dürften dann der BPjM Anträge stellen und ein gekennzeichnetes Spiel wäre vor Indizierung geschützt. Diese Rechte müssten dann allerdings geschaffen werden, damit diese lose Einschätzung der Firmen für Händler bindend wird. Denn das ist der Knackpunkt der Kennzeichnung.

Und nochmal: Wenn die USK der Meinung ist, ein Spiel sei indizierungswürdig, geben sie es an die BPjM weiter. Durch den Schutz wird nichts weggesaugt. USK und BPjM arbeiten quasi an der gleichen Front, nur sind ihre Aufgabengebiete unterschiedlich. Die einen vergeben Alterseinstufungen, die anderen Indizieren.
Zum Verständnis, die unterschiedlichen Aufgabengebiete sind die Forderung nach einer Reform der Institute: Sie wollen zum Beispiel das Online und Offline Spiele nicht mehr von unterschiedlichen Behöreden geprüft werden. Das ist unnötige Bürokratie, da die Grenzen verschwimmen.
Das betrifft weniger Alterseinstufung und Indizierung (soweit ich die News noch im Kopf hab), soll nur die unterschiedlichen Aufgabengebiete erklären. Sie arbeiten nicht gegeneinander, dass sie sich etwas wegnehmen. Sie arbeiten schon zusammen.

Wenn sie ihre Waren in Deutschland anbieten oder die entsprechende Website sich erkennbar an Deutsche richtet (z.B. .de-Domain, deutsche Sprache etc.), dann gilt meines Wissens auch deutscher Verbraucherschutz. Fragen der Durchsetzbarkeit stehen natürlich auf einem anderen Blatt.
Und genau das würde doch passieren, sollte PEGI die USK ersetzen, oder etwas nicht? Es wäre dann die offizielle Einstufung von Produkten, die in Deutschland verkauft werden. Oder richtet sich das Fifa 16 im Saturn in Halle plötzlich nicht mehr an Deutsche, weil die PEGI eine internationale Veranstaltung ist?


Wenn ihr also davon redet, die PEGI ersetze die USK, meint ihr im Grunde nur die Regeln für die Einstufung, nicht die Rechtslage. Denn so wie du es zum Beispiel grad erklärt hast, würde ein solches Ersetzen bedeuten, es gäbe keine Kennzeichnung die für Händler bindend ist. Damit wäre die Kennzeichung ad absurdum geführt. Denn egal wie sehr Eltern sich mit ihren Kindern beschäftigen und sich Spiele auf Steam vorher anschauen bzw. dies für Käufe von bestimmten Spielen sperren, damit sie Kontrolle haben, was ihr Kind spielt, im Laden hört das auf. Dort steht der Zwölfjährige mit seinem Taschengeld vorm Regal und der Händler muss entscheiden, ob er den Kaufvertrag eingeht oder nicht.

edit: Minderjährige werden durch die Alterseinstufung diskriminiert -> ich bin raus. Wenn Eltern entscheiden, ein Spiel sei führ das Kind ungeeignet, diskriminieren sie damit. Das wird mir jetzt zu rassistisch, dafür bin ich zu sehr Nerd.

Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 02.04.2016 00:50
von Admiral Thrawn
Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben:
ps: Ansonsten, was die Diskussion um PEGI betrifft, natürlich, PEGI darf sich bei ihren Einstufungen über deutsches Recht hinwegsetzen, weil sie international sind und kein deutsches Institut. Aus dem gleichen der Internationaliltät gelten natürlich auch für ausländische Firmen in Deutschland nicht die deutschen Gesetze für Verbraucherschutz usw.
Wenn sie ihre Waren in Deutschland anbieten oder die entsprechende Website sich erkennbar an Deutsche richtet (z.B. .de-Domain, deutsche Sprache etc.), dann gilt meines Wissens auch deutscher Verbraucherschutz. Fragen der Durchsetzbarkeit stehen natürlich auf einem anderen Blatt.
Da wären aber österreichische Uncut-Versender ziemlich blöd, wenn sie eine deutsche Webseite einrichten :D
Ich denke mir, die machen jedes Mal einen Sekt auf, wenn wieder mal ein Spiel für den "Ab 18"-Stempel zensuriert werden musste.

Prinzipiell sind gewisse Regeln im Jugendschutz ja sinnvoll. Allerdings wird das in Deutschland total übertrieben. Warum müssen z.B.: Spiele oder auch Filme für einen Ab 18-Stempel zensuriert werden?
Sehr gut zeigt sich die ... sagen wir mal "eigenartige" verhaltensweise der bpjm sich ja in diesem video von 1991
https://www.youtube.com/watch?v=ehz7bNK70FA
aus diesem sehr guten artikel http://www.spiegel.de/netzwelt/games/zd ... 75305.html


Ich kann mich auch noch gut an den Kino-Release des letzten Rambo-Films vor einigen Jahren erinnern. Einer meiner Kollegen hat zu der Zeit neben dem Studium im Kino gearbeitet. Als dann berichtet wurde, dass Rambo in Deutschland in den Kinos nur zensuriert ab 18 gezeigt wird, liefen bei ihnen die Telefone heiß, ob das in Österreich auch so wäre. Das war nicht der Fall, dafür war bei uns die Freigabe ab 16. Wenn man dann noch dazu weiß, dass man in Begleitung einer 18jährigen Begleitperson (das muss kein Erziehungsberechtigter sein, es langt irgendjemand, der 18 ist), 2 Jahre jünger sein darf, dann ergibt sich folgendes Bild:
* In Deutschland war Rambo scheinbar für 18jährige schon zu hart
* In Österreich konnte man den Uncut-Rambo eigentlich schon mit 14 im Sinne unseres Jugendschutzgesetzes besuchen

Für 2 Länder mit ähnlichem kulturellen und moralischen Hintergrund schon eine starke Abweichung - von dem total lächerlichen Verbot der Hakenkreuz-Darstellung in Spielen ganz zu schweigen, welches in Österreich nicht (! auch wenn oftmals fälschlich behauptet) gilt.

Re: BIU, USK und das Deutsche Kinderhilfswerk forden eine Reform des gesetzlichen Jugendmedienschutzes

Verfasst: 02.04.2016 01:12
von SethSteiner
Es muss ja nicht immer für ab 18 zensiert werden aber solange wie es solche Einstufungen gibt, das ist in den USA auch nicht anders, beschneidet man sich selbst um kein Risiko einzugehen und damit diese oder eine niedrigere Einstufung zu bekommen, mit dem man hofft dann auch etwas oder mehr einzunehmen. Das ist nichts Deutschland-exklusives, die existenz der Einstufungen und schon die Möglichkeit von Nachteilen die sie mit sich bringen, fördern die Selbstzensur im Vorfeld.