Thorgal hat geschrieben:
Sehr interessante Liste. Ich wusste über Lost Odyssey, aber eine deutsche Synchro bei Blue Dragon ist mir neu.
Leider doch. Ich habe die US Fassung und dort hat man die japanische VA. Diese musste für Europa zugunsten der deutschen Bratwurst-Vertonung weichen. Der deutsche Dub ist übrigens katastrophal, obwohl MS nicht gerade wenig gezahlt hat und es von einem nahmhaften Studio machen ließ. Also noch schlimmer als die meißten grausigen deutschen Anime-Dubs, die teils stark in Richtung Porno-Synchro tendieren. Aber hatten wir dieses Debakel nicht schon bei MGS auf der Ps1 ? Das war dann auch das erste und letzte Mal, das die Reihe einen deutschen Dub spendiert bekam. Man lernt halt aus Fehlern.
Jetzt übertreib nicht. Ja, die Synchro von Blue Dragon war nicht wirklich gut. Vor allem die Abmischung war eine Katastrophe. Aber Microsoft-Synchros sind seit jeher durchwachsen - obwohl MS das gleiche Synchronstudio nutzt wie Sony.
Was FFX angeht:
Ich soll also nicht die Behauptungen der anderen glauben, sondern deine Behauptungen... weil? Ich kann kein japanisch, von daher kann man mir hier alles erzählen. Dass die Übersetzung aber aus dem japanischen enstanden ist und nicht aus dem englischen, dürfte aber eigentlich ne Tatsache sein.
14 nie gespielt, aber dann müssten sie schon sehr sehr sehr FF sein, weil so ziemlich alles an 13 FF ist. Es sei den man legt den Fokus unnötigerweise auf die Weltkarte, die es auch nur bis 9 gab, die aber auch nur Pseudo-Open ist, wie eigentlich überall, auch da gibt's nix weiter als das die Story linear getriggert wird.
Damit meinte ich eher so Dinge wie die klassischen Jobklassen und nicht diese Auswucherungen die man in FF 13 angeboten bekommt. Victory-Fanfare (die es erst wieder in FF 13-2 gab), Story um Luftschiffe, magische Kristalle und Beschwörungen die magische Wesen sind und keine Motorräder. Oder anders ausgedrückt: Dieser komplette Sci-Fi-Techno-Schnodder der seit FF X mehr und mehr Überhand gewinnt, ist halt nicht drin.
Bei Videospielen sind es idR die selben Möchtegern-Nasen und auch ein ganz anderer Kostenfaktor.
Anderer Kostenfaktor, ja. Aber zu behaupten bei Speielsynchros kommen nur Laien ran, ist vollkommener Nonens. Selbst das kritisierte Blue Dragon hat einige bekannte Stimmen drin. Und es gibt kaum eine Spielesynchro heute, in der nicht ein Dutzend Sprecher drin vorkommen, die man schon im Fernsehen gehört hat.
Das Problem, dass man tatsächlich regelmäßig die gleichen Leute hört, ist aber gegeben. Was hauptsächlich daran liegt, dass die meisten Spiele in der gleichen Region vertont werden und somit auf den gleichen Sprecherfundus zugreifen. Man merkt sehr schön, dass z.B. Ubisoft unverbrauchtere Sprecher benutzt als Bethesda. Denn während Ubisoft in Köln vertonen lässt, setzt Bethesda auf Hamburg. So wie Square-Enix. Und Daedalic. Und (teilweise) auch EA. Günstige Alternativen wären noch Offenbach (Sony, Microsoft) oder Berlin (EA, Microsoft).
Hauptgrund der "schwachen" Synchros ist der von dir erwähnte Kostenfaktor: Während bei Filmen und Serien grundsätzlich "auf Bild" gearbeitet wird, müssen die Sprecher bei Spielen "blind" arbeiten. Manchmal haben sie den O-Ton als Führungsschiene. Im besten Fall haben sie auch ein gut durchkommentiertes Skript. Im schlimmsten Fall (was heute zum Glück nur noch selten vorkommt) müssen sie "blind" sprechen und die Betonung erraten. In diesen Fällen durfte aber meist auch schon der Übersetzer blind die Übersetzung schreiben. Das passiert meistens bei Studios / Firmen, die noch keine große Ahnung von internationalem Publishing haben und daher nicht darauf achten, ob ihre Texte auch gut für Übersetzer verständlich sind.