Armin hat geschrieben:Vollkommen zurecht? Kommt wohl stark darauf an, welchen Aberglauben man hat. Damit man sich die Mythologie noch irgendwie so hinbiegen kann, dass sie zu dem aktuellen Erkenntnisstand passt. So Sachen wie Jungfrauengeburt tut man dann wohl einfach als Metapher ab...
Es soll Leute geben, deren christlicher Glauben nicht auf dem exakten Wortlaut eines vielfach veränderten und umgeschriebenen Textes basiert, sondern auf der Botschaft, die in diesen Worten steckt. Welche die Bibel nicht als exakte Bauanleitung für das Leben verstehen, sondern als unvollkommenen Versuch die Existenz Gottes begreifbar zu machen. Gerade christliche Wissenschaftler (also Wissenschaftlern mit christlichem Glauben und nicht durchgeknallte Irre, die versuchen wissenschaftliche Erkenntnisse zu filtern, damit sie wieder zur Bibel passen) sagen oft, dass ihnen Gott nicht in alten Texten oder einer Kirche beim Gottesdienst begegnet, sondern sie Gott in einer Formel, in einem Gasnebel oder der Zellstruktur eines Käfers sehen. Die Wunderbarkeit und Schönheit des Universum, auch seine Schrecklichkeit und unfassbare Größe erfüllen sie mit Ehrfurcht. Nicht mit blinder Ehrfurcht, weil das alles ja nur Natur und Naturgesetze sind, aber die Komplexität all dessen, die Zellstrukturen und Galaxienhaufenstrukturen so ähnlich macht, die Symetrie der Naturgesetze im Großen wie im Kleinen ... da steckt für diese Leute Gott. Nicht im Muff der Talare und speckigen Bibeltexte.