UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn ihre Kinder Spiele für Erwachsere konsumieren
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MicroDaCheata
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Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Sehr viele niveaulose Antworten darunter, leider (unabh. vom 1. April)...
Ich bin seit jeher leidenschaftlicher Spieler - und Lehrer. In Händen von Grundschülern haben GTA, Call Of Duty etc. absolut nichts verloren. Außerdem ist es traurig, wie viele (kleine !) Kinder montags nichts anderes von ihrem Wochenende berichten können, als von stundenlangem Fernsehen und Spielen, die für sie in keinster Weise geeignet sind.
Ich bin seit jeher leidenschaftlicher Spieler - und Lehrer. In Händen von Grundschülern haben GTA, Call Of Duty etc. absolut nichts verloren. Außerdem ist es traurig, wie viele (kleine !) Kinder montags nichts anderes von ihrem Wochenende berichten können, als von stundenlangem Fernsehen und Spielen, die für sie in keinster Weise geeignet sind.
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unknown_18
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Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Steinigt ihn!TP-Skeletor hat geschrieben:Ihr koennt mich jetzt dafuer steinigen, aber ich spiele mit meiner dreijaehrigen Tochter Spiele wie z.B. das aktuelle Tomb Raider oder Saints Row 4.
In Tomb Raider sammeln wir dann aber hauptsaechlich Artefakte und Geocaches und springen durch die Gegend. Da gab es z.B. ein Levelraetsel, bei dem man eine Art Rampe runterrutschen konnte. Das musste ich locker 20 mal machen, weil sie das so lustig fand.
In Saints Row ziehen wir meinem (weiblichen) Charakter dauernd neue Klamotten an und sie drueckt immer die "Charge"-Taste auf dem Controller, um den Charakter fliegen zu lassen. Das findet sie besonders cool.
Gute Beispiele, wenn man als Eltern mit den Kindern solche Spiele spielt, heißt das eben nicht automatisch, dass man ihnen das komplette Spiel zeigt, sondern vielleicht eben nur unbedenkliche Teile davon. Bei manchen Eltern mag das sicherlich nicht zutreffen, aber pauschalisieren sollte man es wirklich nicht. Da hatte ich auch nicht dran gedacht. Macht das Ganze Thema nicht einfacher.
- muecke-the-lietz
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Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Jepp, das ist sehr bedauerlich. Hier bedarf es auf jeden Fall einer stärkeren medialen Aufklärung der Kinder, aber vor allem der Eltern. Aber Eltern, die ihren Kindern am Wochenende nicht mehr bieten als Fernsehen und Zocken sind halt oftmals nicht besonders einsichtig wenn es um Kritik an ihren Erziehungsmethoden geht.MicroDaCheata hat geschrieben:Sehr viele niveaulose Antworten darunter, leider (unabh. vom 1. April)...
Ich bin seit jeher leidenschaftlicher Spieler - und Lehrer. In Händen von Grundschülern haben GTA, Call Of Duty etc. absolut nichts verloren. Außerdem ist es traurig, wie viele (kleine !) Kinder montags nichts anderes von ihrem Wochenende berichten können, als von stundenlangem Fernsehen und Spielen, die für sie in keinster Weise geeignet sind.
Pauschalisierend mit Klagen zu drohen, kann trotzdem nicht der richtige Weg sein. Aber nichtsdestotrotz hat man als Grundschulpädagoge schon die Aufgabe, seine Schüler zu beobachten und auf bestimmte Abweichungen im Verhalten, in welche Richtung auch immer, zu reagieren. Und der rechtlichen Weg sollte dabei nur das letzte Mittel sein, wenn wirklich dramatische Bedingungen im Elternhaus zu vermuten sind, bspw. häusliche Gewalt, Verwahrlosung, Drogen, etc.
Der Umgang mit modernen Medien ist aber leider sehr schwierig, einfach auch, weil es dazu einerseits unendliche viele Studien gibt, mit zum Teil gravierend unterschiedlichen Ergebnissen, aber eben auch immer die Randbedingungen zu betrachten sind. Ein GTA muss nicht zwangsmäßig schädlich für ein Kind sein. Je nach Kontext, Erziehungen und elterlicher Fürsorge kann das sogar völlig unbedenklich sein. Aber ohne all diese Faktoren kann es eben auch eine verheerende Wirkung in der Entwicklung des Kindes haben.

- Sir Richfield
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Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Eine Menge über Software und wie man die ans Laufen bekommt...Das_lachende_Auge hat geschrieben:Hast du mir nicht erzählt, deine Eltern haben dir sowas erlaubt? Bezweifle, dass du dann irgendwas gelernt hast...Hier wird eigentlich Medienkompetenz geschult.
Und ich wollte schon an denen Zweifeln, blöde Beißreflexe.
Zudem habe ich ja nicht gesagt, wie alt genau ich bei Wolfenstein war.
Was du aber nicht tun solltest: Von der Tatsache, dass meine Eltern mich haben so ziemlich alles spielen lassen*, ableiten wollen, dass ich keinen sonstigen Mist gebaut hätte....
*Bzw. haben meine Eltern bemerkt, dass ich durchaus unterscheiden konnte zwischen einem Spiel und der Realität. Heute sind sie froh, dass ich mich mit Computern auskenne und Geld damit verdiene.
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Das_lachende_Auge
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Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Ich weiß noch, als wir in der Grundschule jeden Montag vom Wochenende erzählen durften und da versuchte man wirklich eine tolle Geschichte erzählen zu können, vom Zoo oder einer Zugfahrt aber wenn ich gesagt hätte, dass ich mir 4 Spielfilme reingezogen habe wäre ich ausgelacht worden.MicroDaCheata hat geschrieben:Sehr viele niveaulose Antworten darunter, leider (unabh. vom 1. April)...
Ich bin seit jeher leidenschaftlicher Spieler - und Lehrer. In Händen von Grundschülern haben GTA, Call Of Duty etc. absolut nichts verloren. Außerdem ist es traurig, wie viele (kleine !) Kinder montags nichts anderes von ihrem Wochenende berichten können, als von stundenlangem Fernsehen und Spielen, die für sie in keinster Weise geeignet sind.


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unknown_18
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Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Natürlich sollte man die Spiele schon kennen, die man seinen Kindern da vorspielt, da würde ich auch bei kindergerechten Spielen keine Ausnahme machen. Schon allein um richtig reagieren zu können, falls das Kind eine Frage zu dem Inhalt eines Spiels hat.ronny_83 hat geschrieben:Wobei das bei Tomb Raider ja recht einfach ist (bei Saints Row kann ich es nicht einschätzen). TR ist ein Spiel, das ein unbedenkliches "Vorspielen" in Abschnitten leicht ermöglicht. Gibt aber auch viele Titel, die das kaum ermöglichen. Wenn man als Elternteil selbst spielt und das Spiel kennt, spricht ja nichts dagegen, kleine Teile davon vorzuspielen. Allerdings kann man dann auch gleich auf kindergerechte Spiele zurückgreifen und die mit dem Kleinen komplett durchspielen.Balmung hat geschrieben:Steinigt ihn!TP-Skeletor hat geschrieben:Ihr koennt mich jetzt dafuer steinigen, aber ich spiele mit meiner dreijaehrigen Tochter Spiele wie z.B. das aktuelle Tomb Raider oder Saints Row 4.
In Tomb Raider sammeln wir dann aber hauptsaechlich Artefakte und Geocaches und springen durch die Gegend. Da gab es z.B. ein Levelraetsel, bei dem man eine Art Rampe runterrutschen konnte. Das musste ich locker 20 mal machen, weil sie das so lustig fand.
In Saints Row ziehen wir meinem (weiblichen) Charakter dauernd neue Klamotten an und sie drueckt immer die "Charge"-Taste auf dem Controller, um den Charakter fliegen zu lassen. Das findet sie besonders cool.![]()
Gute Beispiele, wenn man als Eltern mit den Kindern solche Spiele spielt, heißt das eben nicht automatisch, dass man ihnen das komplette Spiel zeigt, sondern vielleicht eben nur unbedenkliche Teile davon. Bei manchen Eltern mag das sicherlich nicht zutreffen, aber pauschalisieren sollte man es wirklich nicht. Da hatte ich auch nicht dran gedacht. Macht das Ganze Thema nicht einfacher.
Das Beste was man machen kann ist eh immer zusammen mit dem Kind zu spielen und es nicht alleine spielen zu lassen, zumindest bis zu einem gewissen Alter. Aber es ist halt verführerisch für Eltern ihre Kinder vor dem Computer abzuladen und dann mit hoher Wahrscheinlichkeit erst mal lange Zeit Ruhe zu haben. Komfort eben, und da sagt der Mensch selten nein zu und wenn nur widerwillig. ^^
- muecke-the-lietz
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Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Ja, das ist auch noch so ein Ding. Nicht alle Eltern können ihren Kindern aus finanziellen Gründen bestimmte Dinge ermöglichen. Gerade deswegen versucht man heutzutage auch so ein bisschen diese leidige Wochenendfrage nicht mehr zu stellen. Da kommt es auch öfter mal zu Beschwerden, weil eben nicht von allen Kindern in der Klasse die Eltern sich einen Zoobesuch, etc. leisten können.Das_lachende_Auge hat geschrieben:Ich weiß noch, als wir in der Grundschule jeden Montag vom Wochenende erzählen durften und da versuchte man wirklich eine tolle Geschichte erzählen zu können, vom Zoo oder einer Zugfahrt aber wenn ich gesagt hätte, dass ich mir 4 Spielfilme reingezogen habe wäre ich ausgelacht worden.MicroDaCheata hat geschrieben:Sehr viele niveaulose Antworten darunter, leider (unabh. vom 1. April)...
Ich bin seit jeher leidenschaftlicher Spieler - und Lehrer. In Händen von Grundschülern haben GTA, Call Of Duty etc. absolut nichts verloren. Außerdem ist es traurig, wie viele (kleine !) Kinder montags nichts anderes von ihrem Wochenende berichten können, als von stundenlangem Fernsehen und Spielen, die für sie in keinster Weise geeignet sind.
Allerdings darf ein finanzschwacher Haushalt nicht zur Ausrede dafür verkommen, mit seinem Kind überhaupt nichts anständiges zu machen. Viele Vereine bspw. haben relativ niedrige Beiträge und für sozial- bzw. finanzschwache Eltern gibt es auch oft Nachlässe seitens der Vereine oder Zuschüsse vom Amt.
Aber da sind eben die Schulen und die Lehrer gefragt, Eltern auf diese Möglichkeiten hinzuweisen. Und an vielen Schulen gibt es mittlerweile auch Ansprechpartner, an die man sich mit solchen Fragen wenden kann. Nur weil man ein Kind bekommt, ist man noch lange nicht erwachsen und allwissend. Fällt mir immer wieder auf. Und diese Leute brauchen eben auch einfach Hilfe und Unterstützung, nicht mal finanziell, sondern sozial. Infos über Bezuschussungen für Ausflüge und Veranstaltungen, für Vereine, etc. Man muss diesen Eltern einfach die Werkzeuge in die Hand geben, ihre Kinder ordentlich zu erziehen.
Dann müsste man diese leidige Videospieldiskussion auch gar nicht führen, denn die Gewaltspiele sind nicht die Ursache für die Probleme, sondern der ausschließliche Konsum dieser deutet eher auf einen ganz anderen Missstand hin.

- TP-Skeletor
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Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Wie alt sind denn die Kinder, die du als Lehrer betreust und wie hoch ist etwa der Anteil der Kinder, die das Wochenende so verbringen wie du es beschreibst?MicroDaCheata hat geschrieben:Sehr viele niveaulose Antworten darunter, leider (unabh. vom 1. April)...
Ich bin seit jeher leidenschaftlicher Spieler - und Lehrer. In Händen von Grundschülern haben GTA, Call Of Duty etc. absolut nichts verloren. Außerdem ist es traurig, wie viele (kleine !) Kinder montags nichts anderes von ihrem Wochenende berichten können, als von stundenlangem Fernsehen und Spielen, die für sie in keinster Weise geeignet sind.
- Antiidiotika
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Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Ich hätte relativ wenig bedenken einen 12-jährigen beispielsweise Uncharted 2 und 3 spielen zu lassen, der Erste ist gegen Ende doch zu brutal und düster und eventuell durchaus auch andere Spiele, das Problem ist halt, dass es sehr individuell ist und sich schlecht verallgemeinern lässt. Wenn ich da beispielsweise an den 13-jährigen Bruder meiner Freundin denke, dem ich durchaus die Reife zu GTA oder TLoU zutraue und dann seine Freunde sehe, die nicht einmal die Reife einer schimmligen Banane besitzen, ist es halt schade, dass man ihm diese Reife nicht auch zutraut. Schließlich wird er dadurch ausgegrenzt, dass er nicht mitreden kann. Dass es nicht das volle Programm von GTA, CoD, Battlefield und weiß der Geier was sein sollte, ist klar, aber eben eine kleine Dosis. Im übrigen rede ich hier von 12-14 Jährigen Gymnasiasten.Balmung hat geschrieben:Steinigt ihn!TP-Skeletor hat geschrieben:Ihr koennt mich jetzt dafuer steinigen, aber ich spiele mit meiner dreijaehrigen Tochter Spiele wie z.B. das aktuelle Tomb Raider oder Saints Row 4.
In Tomb Raider sammeln wir dann aber hauptsaechlich Artefakte und Geocaches und springen durch die Gegend. Da gab es z.B. ein Levelraetsel, bei dem man eine Art Rampe runterrutschen konnte. Das musste ich locker 20 mal machen, weil sie das so lustig fand.
In Saints Row ziehen wir meinem (weiblichen) Charakter dauernd neue Klamotten an und sie drueckt immer die "Charge"-Taste auf dem Controller, um den Charakter fliegen zu lassen. Das findet sie besonders cool.![]()
Gute Beispiele, wenn man als Eltern mit den Kindern solche Spiele spielt, heißt das eben nicht automatisch, dass man ihnen das komplette Spiel zeigt, sondern vielleicht eben nur unbedenkliche Teile davon. Bei manchen Eltern mag das sicherlich nicht zutreffen, aber pauschalisieren sollte man es wirklich nicht. Da hatte ich auch nicht dran gedacht. Macht das Ganze Thema nicht einfacher.
Noch so am Rande, bei diesem Alterfreigabe Thema muss ich unweigerlich an B.B. aus Kill Bill denken, der hier eine gerade zu erwachsene und reife Sicht der Dinge zugeschrieben wird, sodass Bill ihr sogar erklären kann, warum er ihre Mutter erschossen hat.
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Das_lachende_Auge
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Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Dann lass mich dir von dem Moment erzählen als mein Vater mich als ich 15 war beim Return to Castle Wolfenstein spielen gesehen hat:Sir Richfield hat geschrieben:Eine Menge über Software und wie man die ans Laufen bekommt...Das_lachende_Auge hat geschrieben:Hast du mir nicht erzählt, deine Eltern haben dir sowas erlaubt? Bezweifle, dass du dann irgendwas gelernt hast...Hier wird eigentlich Medienkompetenz geschult.
Und ich wollte schon an denen Zweifeln, blöde Beißreflexe.
Zudem habe ich ja nicht gesagt, wie alt genau ich bei Wolfenstein war.
Was du aber nicht tun solltest: Von der Tatsache, dass meine Eltern mich haben so ziemlich alles spielen lassen*, ableiten wollen, dass ich keinen sonstigen Mist gebaut hätte....
*Bzw. haben meine Eltern bemerkt, dass ich durchaus unterscheiden konnte zwischen einem Spiel und der Realität. Heute sind sie froh, dass ich mich mit Computern auskenne und Geld damit verdiene.
Vater: Was ist das denn für ein Spiel?
Ich: Ein Spiel im zweiten Weltkrieg, da kann man Nazis abknallen.
Vater: Oh cool lass mich auch mal!
Leider ist dieser Versuch dann an seiner Unkenntnis im Bereich Shootersteuerung gescheitert


Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Als die ersten Videospiele auf dem Index gelandet sind, waren die mit Sicherheit nicht jugendgefährdend.
Hier mal ein kleiner Auszug, was damals alles indiziert wurde: 1942, Beach Head, Blue Max, Raid over Moscow oder River Raid. Man kann sich ja mal spaßeshalber auf Youtube ein paar dieser C64 Klassiker ansehen und selbst entscheiden. Ich, als damals ungefähr 13-jähriger, habe jedenfalls keine bleibenden Schäden davongetragen. Bei den späteren, lächerlichen Indizierungen à la The Chaos Engine (zwei Jahre nach der Veröffentlichung!) war ich dann schon alt genug, dass ich mir darum keine Sorgen mehr machen musste.
Meinen zum Releasedate circa elfjährigen Neffen hätte ich State of Emergency allerdings auch nicht spielen lassen. Ein wenig sollte man schon darauf achten, was von Kids so alles gespielt wird.
Hier mal ein kleiner Auszug, was damals alles indiziert wurde: 1942, Beach Head, Blue Max, Raid over Moscow oder River Raid. Man kann sich ja mal spaßeshalber auf Youtube ein paar dieser C64 Klassiker ansehen und selbst entscheiden. Ich, als damals ungefähr 13-jähriger, habe jedenfalls keine bleibenden Schäden davongetragen. Bei den späteren, lächerlichen Indizierungen à la The Chaos Engine (zwei Jahre nach der Veröffentlichung!) war ich dann schon alt genug, dass ich mir darum keine Sorgen mehr machen musste.
Meinen zum Releasedate circa elfjährigen Neffen hätte ich State of Emergency allerdings auch nicht spielen lassen. Ein wenig sollte man schon darauf achten, was von Kids so alles gespielt wird.

- muecke-the-lietz
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Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Ich denke, dass ist auch so ein Fakt, den man nicht ganz unterschätzen sollte.Akabei hat geschrieben:Als die ersten Videospiele auf dem Index gelandet sind, waren die mit Sicherheit nicht jugendgefährdend.
Hier mal ein kleiner Auszug, was damals alles indiziert wurde: 1942, Beach Head, Blue Max, Raid over Moscow oder River Raid. Man kann sich ja mal spaßeshalber auf Youtube ein paar dieser C64 Klassiker ansehen und selbst entscheiden. Ich, als damals ungefähr 13-jähriger, habe jedenfalls keine bleibenden Schäden davongetragen. Bei den späteren, lächerlichen Indizierungen à la The Chaos Engine (zwei Jahre nach der Veröffentlichung!) war ich dann schon alt genug, dass ich mir darum keine Sorgen mehr machen musste.
Meinen zum Releasedate circa elfjährigen Neffen hätte ich State of Emergency allerdings auch nicht spielen lassen. Ein wenig sollte man schon darauf achten, was von Kids so alles gespielt wird.
Die "bösen" Spiele aus unserer Jugend waren im Prinzip extrem harmlos. Das hab ich auch damals schon so empfunden. Auch Duke Nukem 3D, Shadow Warrior oder selbst Quake hab ich nie als verstörend wahrgenommen und konnte schon damals die Indizierungsgründe nicht ganz nachvollziehen.
Aber wenn man sich heutige Spiele anschaut, ist da schon ein Unterschied zu sehen. Wo Spiele früher meilenweit von der Darstellung von Filmen entfernt waren, stehen sie diesen heutzutage in der Darstellung kaum noch in was nach.
Schaut man sich mal ein Dino Crisis oder auch ein Resident Evil an und dagegen ein Condemned, Dead Space oder TLoU fallen die Unterschiede schon extrem auf.
Und wir reden hier immerhin von Grundschülern. So ab 12/13 Jahren seh ich das ja auch nicht mehr so dramatisch. Da konsumiert man derbe Spiele ja oft auch noch aus total oberflächlichen Gründen und erfeut sich an dem virtuellem Blut, wenn es in Strömen fließt. Und naja, so dramatisch sehe ich das jetzt nicht.

- Sir Richfield
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Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Kleiner Einspruch:muecke-the-lietz hat geschrieben:Aber wenn man sich heutige Spiele anschaut, ist da schon ein Unterschied zu sehen. Wo Spiele früher meilenweit von der Darstellung von Filmen entfernt waren, stehen sie diesen heutzutage in der Darstellung kaum noch in was nach.
Wolfenstein war für uns genauso hyperrealistisch wie später DooM, wie Quake, wie Unreal, wie Resident Evil, wie Half Life, wie...
Klar, wenn ich jemandem ohne Erfahrung erst CoD vorsetze und dann DooM, dann wird der eine Menge Unterschiede erkennen und sich fragen, wieso das damals ein Problem gewesen sein soll. (Hoffentlich fragt er sich dann auch, was in den letzten 25 Jahren schief gegangen ist im Bereich Shooter Gameplay)
Die Generation CoD heute wird vielleicht in 25 Jahren in ihren Holodecks stehen und sich fragen, wie man denn Dinge für "echt" halten konnte, für die man auf einen platten Monitor gucken musste.
- Lord Hesketh-Fortescue
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Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Ich kann vieles von dem, was hier geschrieben wurde, vollauf bestätigen. Bei uns an der weiterführenden Schule kommen die Kids häufig schon mit 5-6 Stunden TÄGLICHEM Medienkonsum in die 5. Klassen, was sich dann in höheren Klassen teils noch verschlimmert. Hinzu kommt: Dank WhatsApp und Co. werden die vormittäglichen Konflikte ungefiltert und öffentlich in den Nachmittag und Abend verschleppt, so dass viele eigentlich niemals wirklich abschalten können. In diesem Zusammenhang ist auch Cybermobbing ein zunehmendes Problem, da die vorhandene Medienkompetenz noch gar nicht zum Umfang des Konsums passt bzw. passen KANN. Ich habe da auch schon häufiger das Gespräch mit Eltern gesucht, wenn ich den Eindruck hatte, dass Art und Umfang dem Kind nicht gut tun (und sei es auch „nur“ in dem Sinne, dass ihm die Zeit für Bewegung, Hausaufgaben und Soziales fehlt). In 90% der Fälle sind die Eltern dann auch kooperativ: Meist haben sie das Problem schon vorher gesehen, aber sich nicht getraut, tatsächlich den Medienkonsum aktiv einzuschränken und sich den Buh-Mann von ihrem protestierenden Balg dann zuschreiben lassen zu müssen. Ich kenne aber auch genügend Beispiele, in denen der kooperative Weg aus unterschiedlichen Gründen nicht funktioniert hat. Dennoch würde ich ihn immer bevorzugen.
Eine Anzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft würde ich in allen mir bekannten Fällen strikt ablehnen, wenn wir eine vergleichbare Rechtslage in Deutschland hätten. Ein völlig unverhältnismäßiger Eingriff in die Erziehungsfreiheit der Eltern, der nur unnötiges Misstrauen in das ohnehin manchmal angespannte Verhältnis Eltern - Kind - Schule sät. Den Weg über das Jugendamt finde ich NUR aufgrund des Medienkonsums auch kaum vorstellbar: Meist ist das willkürliche Abstellen der Kinder vor dem Fernseher/Monitor ja nur ein Symptom für weitaus gravierendere häusliche Probleme, und wenn sich die Indizien für eben diese häufen, muss man selbstverständlich handeln. Aber in der Regel fallen einem in diesen Fällen noch ganz andere unschöne Dinge und Verwahrlosungsanzeichen auf als ungeeignete Spiele und Filme, leider Gottes.
Ich bin übrigens ein großer Freund davon, das Thema Computerspiele (neben anderen Medienthemen) explizit im Unterricht zu behandeln. Muss nicht unbedingt als in-sich-geschlossene Themenreihe geschehen, aber ich habe das schon mehrfach in kleinen Exkursen getan da immer total positive Resonanz erhalten, die weit über „Geil, Daddeln inner Schule!“ hinausging - auch von Eltern. Weil man eben die ganz subjektiven Schülererfahrungen aus deren medialem Alltag gut mit der Entstehungsgeschichte, gesellschaftlichen Kontroversen, Klischees, fragwürdigen Geschäftspraktiken (Freemium etc.), Geschlechteraspekten, Formensprache oder Jugendschutzfragen usw. kombinieren kann. Da ist eigentlich für jeden was Interessantes dabei, auch wenn er nicht aktiv spielt. Und die Aspekte sind über verschiedenste Fächer abzudecken, je nach gewähltem Schwerpunkt. Gibt da auch schon vielfältiges Material zu, auch schon für Grundschulen. Also, ruhig mal machen!
Eine Anzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft würde ich in allen mir bekannten Fällen strikt ablehnen, wenn wir eine vergleichbare Rechtslage in Deutschland hätten. Ein völlig unverhältnismäßiger Eingriff in die Erziehungsfreiheit der Eltern, der nur unnötiges Misstrauen in das ohnehin manchmal angespannte Verhältnis Eltern - Kind - Schule sät. Den Weg über das Jugendamt finde ich NUR aufgrund des Medienkonsums auch kaum vorstellbar: Meist ist das willkürliche Abstellen der Kinder vor dem Fernseher/Monitor ja nur ein Symptom für weitaus gravierendere häusliche Probleme, und wenn sich die Indizien für eben diese häufen, muss man selbstverständlich handeln. Aber in der Regel fallen einem in diesen Fällen noch ganz andere unschöne Dinge und Verwahrlosungsanzeichen auf als ungeeignete Spiele und Filme, leider Gottes.
Ich bin übrigens ein großer Freund davon, das Thema Computerspiele (neben anderen Medienthemen) explizit im Unterricht zu behandeln. Muss nicht unbedingt als in-sich-geschlossene Themenreihe geschehen, aber ich habe das schon mehrfach in kleinen Exkursen getan da immer total positive Resonanz erhalten, die weit über „Geil, Daddeln inner Schule!“ hinausging - auch von Eltern. Weil man eben die ganz subjektiven Schülererfahrungen aus deren medialem Alltag gut mit der Entstehungsgeschichte, gesellschaftlichen Kontroversen, Klischees, fragwürdigen Geschäftspraktiken (Freemium etc.), Geschlechteraspekten, Formensprache oder Jugendschutzfragen usw. kombinieren kann. Da ist eigentlich für jeden was Interessantes dabei, auch wenn er nicht aktiv spielt. Und die Aspekte sind über verschiedenste Fächer abzudecken, je nach gewähltem Schwerpunkt. Gibt da auch schon vielfältiges Material zu, auch schon für Grundschulen. Also, ruhig mal machen!
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- muecke-the-lietz
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Re: UK: Eltern müssen mit Anzeigen von Lehrern rechnen, wenn
Du, das ist so ein Argument was ich immer wieder gerne schmunzelnd höre und lese. Die Wahrheit ist aber leider eine andere.Sir Richfield hat geschrieben:Kleiner Einspruch:muecke-the-lietz hat geschrieben:Aber wenn man sich heutige Spiele anschaut, ist da schon ein Unterschied zu sehen. Wo Spiele früher meilenweit von der Darstellung von Filmen entfernt waren, stehen sie diesen heutzutage in der Darstellung kaum noch in was nach.
Wolfenstein war für uns genauso hyperrealistisch wie später DooM, wie Quake, wie Unreal, wie Resident Evil, wie Half Life, wie...
Klar, wenn ich jemandem ohne Erfahrung erst CoD vorsetze und dann DooM, dann wird der eine Menge Unterschiede erkennen und sich fragen, wieso das damals ein Problem gewesen sein soll. (Hoffentlich fragt er sich dann auch, was in den letzten 25 Jahren schief gegangen ist im Bereich Shooter Gameplay)
Die Generation CoD heute wird vielleicht in 25 Jahren in ihren Holodecks stehen und sich fragen, wie man denn Dinge für "echt" halten konnte, für die man auf einen platten Monitor gucken musste.
Ein DooM, ein Hexen, ein Outlaw, ein GTA 1, selbst ein Blood war damals nicht hyperrealistisch. Man kannte Filme und ab einem gewissen Punkt ist die Schere der filmischen Darstellung und der Darstellung in Games derart extrem auseinandergegangen dass man sehr schnell erkannt hat, wie harmlos die Spiele eigentlich aussehen.
Die Schere schließt sich ja aber gerade, in einigen Bereichen ist die Darstellung von Spielen schon beinahe weiter als im Film.
Dieser Mumpitz der "fotorealistischen Darstellung von Tötungsszenen" in einem DooM 1 kam damals nicht aus der Gaming Szene sondern von völlig bekloppten Jugendschützern, die jegliche Relation verloren haben.
Es haben sich damals schon sehr viele darüber lustig gemacht, weil man auf Scheiben geschossen hat, die sich mitgedreht haben. Man, Bitmaps sind den Leuten auch damals schon aufgefallen.
Seit Half Life schaffen Spiele es aber immer mehr, eine unglaubliche Immersion zu erzeugen, für die man schon eine gewisse Reife braucht. Und selbst ein Half Life ist eher niedlich.


