Iceman2010 hat geschrieben:Was ich mich allerdings Frage ist: Was soll man auf den Konsolen mit Videos zu Tools, die man nicht nutzen kann? Oder bekommen die Konsolen auch einen Editor?
Nein, natürlich gibt es keinen Konsolen-Editor. So weit ich weiß, gibt es die Collector's Edition eh nur für PC. Siehe offizielle Seite, links unten:
http://www.unrealtournament3.com/us/index.html
Hotohori hat geschrieben:Was bietet denn UT überhaupt so im MP Modus? Ähnlicher Umfang wie der MP bei Halo 3 (Replays sharen, "Map Editor" u.ä.)?
Kann man nicht wirklich vergleichen, imo.
Der Schwerpunkt von Halo 3 liegt zu 66% auf der Kampagne und dem Coop-Modus, der Multiplayer ist zwar ein essentielles Element aber eben nur ein Drittel des Gesamtkonzepts, was man laut ersten Tests auch deutlich spüren soll, da sich an der Spielmechanik im Vergleich zu H2 kaum etwas geändert haben soll, von dem "Forge"-Feature einmal abgesehen (Garry's Mod lässt grüßen). Die Replay-Technik von H3 scheint zwar in der Tat überragend zu sein (fast alle Konkurrenten scheitern am "rewind"-Feature), doch für mich ist es unendlich viel wichtiger, wie sich ein Spiel spielt, als wie man das Gespielte nachträglich in Szene setzen kann...
UT3 dagegen ist "first and foremost", wie der Ami so schön sagt, als Multiplayer-Titel konzipiert, und zwar zu 90%. Die für die Serie neuartige Singleplayer-Kampagne ist ein Zugeständnis an die Tatsache, dass über die Hälfte aller verkauften Versionen der UT-Serie niemals online gegangen sind (Master-Server Key-Abgleich hat dies ergeben) und man daher den Einzelspielern mehr geben wollte als nur ein paar simulierte Ladder-Matches. Aber selbst der Singleplayermodus wird auf lediglich leicht veränderten Multiplayer-Maps stattfinden.
Daraus ergibt sich schon mal per se eine ganz andere Qualität der Multiplayer-Erfahrung, da eben dort der gesamte Fokus der Entwicklung lag. Das ganze Spiel wurde von Grund auf um den Multiplayer-Gedanken herum aufgebaut und das merkt man ihm an. Die paar Minuten, die ich das Game auf der GC antesten konnte , haben mich jedenfalls buchstäblich vom Hocker gerissen!
Natürlich muss jeder für sich selbst festmachen, ob er das höhere Spieltempo von UT dem eines Halo 3 vorzieht, klar. Das Gameplay von UT3 ist halt schnell, chaotisch und wild. Aber wer nach Adrenalinkicks sucht, wird dafür auch definitiv fündig.
Die Abwechslung kommt auch nicht zu kurz, dank der diversen Spielmodi. Neben den Klassikern (T)DM und CTF gibt es noch:
- Coop: Die Singleplayer-Kampagne soll mit bis zu vier Spielern bestritten werden können. An der Konsole wird man dafür zwei Konsolen verbinden müssen, da nur 2-Spieler Splitscreen unterstützt wird. Am PC gibt es logischerweise gar keinen Splitscreen-Modus.
- "Duel", ein spezieller Deathmatch-Modus, in dem immer zwei Spieler kämpfen und der Rest in einer Art Warteschlange im Spectator-Modus verweilt.
- "Vehicle CTF". Erklärt sich von selbst.
- "Warfare". Der Name ist Programm. Im Grunde ist der Modus eine Mischung aus zwei bisherigen Spielmodi: Zum Einen aus UT2004s Onslaught, bietet also große Maps mit Fahrzeugen und Knotenpunkte, die man erobern und verknüpfen muss, um den gegnerischen Kern angreifen zu können. Zum Anderen sind missionsbasierte Elemente aus Assault eingeflossen. Man kann also z.B. Zugbrücken absenken oder Wände sprengen um Abkürzungen zu erschaffen, oder Flutwellen und U-Boot-Raketenangriffe auslösen, die einen Knotenpunkt vernichten.
Der Fuhrpark umfasst 18 Fahrzeuge, 9 davon sind runderneuerte Varianten der Fahrzeuge aus UT2k4+Bonuspack, die anderen sind die komplett neuen Necris-Fahrzeuge, die sich teilweise völlig anders spielen als so ziemlich alles, was man bisher in Fahrzeug-Shootern steuern konnte. Tentakelbewehrte Kugeln, die entweder rollen oder springen und klettern können, riesige Tripods, die fast alle Hindernisse überklettern und sich ducken können, Jetbikes, die durch ausfahrbare Flügel erst an Höhe gewinnen um dann optional im Kamikaze-Modus wie eine extrem starke Rakete auf ihr Ziel zuzusteuern, rein defensive Tarnpanzer, die unsichtbar über das Schlachtfeld rollen und spezielle "Deployables" platzieren, wie etwa Spinnenminen, Teleporter oder ein großes, grünes Zeitverzerrungsfeld, das alles was hindurchgeht extrem verlangsamt. Bisher sind erst 6 der Necris-Fahrzeuge bekannt, es warten also noch ein paar Überraschungen...
Um also zusammenfassend deine Frage zu beantworten:
UT3 bietet eine ganze Menge im Multiplayer-Modus. Und was nicht per se drin ist wird ratz-fatz reingemoddet. Ich wette, es dauert kein halbes Jahr, bis die ersten Mods erscheinen, die einige Halo3-Features wie die "Forge" für UT3 umsetzen werden.
Hotohori hat geschrieben:Muss sagen seit dem Ur-UT hab ich kein UT mehr wirklich gespielt, weil mir kein Teil mehr so gut gefiel.
Gerade dann habe ich eine gute Nachricht für dich:
UT3 ist vom Feeling her viel näher am Klassiker dran als alle Teile zuvor.
Man merkt, dass Epic sich den Großteil der Kritik an der zweiten UT-Generation zu Herzen genommen hat, denn diesmal scheint wieder alles zu passen. Genau kann ich es zwar nicht sagen, da auf der GC nur Warfare spielbar war und man dort nicht viel Gelegenheit hatte, die guten alten DM-Skills auszupacken, aber es fühlte sich schon sehr gut an:
- Mehr Schwerkraft, man schwebt nicht mehr durch den halben Level.
- Die Waffen machen wieder ordentlich Schaden.
- Keine Shield Gun und keine Dodge Jumps mehr, die ja in UT2x dazu führten, dass man nur noch am wegrennen war und sich über größere Distanzen mit Hitscanwaffen bekämpfte.
Epic sagte, die Kämpfe sollen wieder mehr "in your face"-Action beinhalten und nach dem was ich bisher erlebt habe, scheint es sehr gut geklappt zu haben. Habe mir auf der GC beim Kampf um einen Knotenpunkt ein sehr spannendes Flak-Duell mit einem Gegner geliefert, bei dem so richtig das gute, alte UT-Feeling aufkam.
Dazu kommen dann noch so interessante Gameplay-Tweaks, die bisherige Schwächen ausbügeln, wie z.B. das Hoverboard. Das ersetzt in den Modi mit Fahrzeugen den Translocator und sorgt für eine stark erhöhte Geschwindigkeit, dafür kann man darauf keine Waffen abfeuern und ist verwundbarer. Mittels eines Traktorstrahls kann man sich mit dem Board an befreundete Fahrzeuge dranhängen und so zur Front mitschleppen lassen. Durch die Einführung des Hoverboards wurden praktisch alle Probleme mit langen Laufwegen, die Fahrezugmaps nun mal mit sich bringen, auf einen Schlag gelöst und man ist sehr schnell wieder mitten im Geschehen.
Der größte Fehler bei der zweiten UT-Generation war meiner Meinung nach das Outsourcing. Die Engine und grundlegende Vorgaben kamen von Epic, das Hauptspiel wurde von Digital Extremes entwickelt, Onslaught war eine Erfindung der Streamline Studios. Das wurde alles in einen Topf geworfen und es wurden schon erste Maps designt bevor überhaupt das Gameplay richtig festgelegt war. Das führte unter anderem dazu, das es so einige Maps gab, die zwar toll aussahen, aber sich nicht allzu toll spielten, zum anderen, dass teilweise ganze Spielmodi unter diversen Mißkonzeptionen litten. Erst am Ende wanderte das ganze Produkt dann wieder zu Epic, die sich um den Feinschliff gekümmert haben. Nur waren dann eben teilweise, aufgrund der bereits genannten Umstände, viele gravierende Macken drin, die sich einfach nicht richtig ausbügeln ließen, weil sie zu tief im grundlegenden Design verankert waren.
UT3 wurde deshalb von Grund auf ausschließlich von Epic designt, nur Artwork wie z.B. Charaktermodellierung wurde teilweise ausgelagert. Sie haben sich darum bemüht, erst das Gameplay richtig hinzubekommen und dann erst die Maps dementsprechend zu gestalten. Und auch bei den Maps selbst wurde erst ein ganz simples Layout angelegt, dann getestet, und erst als alle einig waren, dass die Map auch Spaß macht, kam das ganze Eyecandy dazu.
Und vor allem überstürzen sie nichts sondern lassen sich alle Zeit, die sie brauchen. Mark Rein drückte es so aus: "We prefer getting it right instead of getting it right now." Im einer Zeit, in der man so manches Spiel im Handel teilweise nur noch mit einem zugedrückten Auge gerade noch als Beta einstufen kann, ist so eine Einstellung Gold wert.
Alles, was ich bisher von dem Spiel gesehen und auf der GC getestet habe, lässt jedenfalls auf den Multiplayer-Kracher des Jahres hoffen. Ein PC-Spieler, der sich für UT3 entschieden hat, wird, so denke ich, einem fehlenden PC-Halo 3 keine Träne nachweinen, bzw. wenn er im Besitz einer 360 ist, den Halo 3 MP nach kurzem Antesten links liegen lassen und sich wieder UT widmen.
Wenn denn tatsächlich, wie Viele vermuten, irgendwann im Oktober die PC-Demo erscheint, kann man sich ja schon mal vorab ein Bild von der Qualität des Spiels machen...
Gruß,
Doc Shock