FuerstderSchatten hat geschrieben:
So verrückt ist der Kerl aber nicht, dass er nicht wusste, dass er sich nicht auf einem Kriegsschauplatz befunden hat und das er nicht gegen Bewaffnete antritt sondern gegen Zivilisten. Er kann noch nicht mal für sich beanspruchen im Partisanenkrieg zu sein, weil sich keine fremde Macht auf norwegischen Boden befindet.
Extremistische Christen und Muslime sprechen ja auch gerne von heiligen Kriegen, ohne dass es dabei eine richtige Front und zwei uniformierte Parteien gibt.
Dein Vergleich weiter unten
FuerstderSchatten hat geschrieben:
Im besten Fall kann man ihn noch mit den Charlie Hebdo Mördern oder mit den 9/11 Selbstmördern vergleichen. Meiner Meinung nach alles Morde aus Hass und einer fehlgeleiteten Ideologie, die eigentlich auch nur aus Hass besteht.
ist in meinen Augen sehr passend. Dennoch sehe ich da mehr als nur stumpfen Hass. Aber selbst wenn wir davon ausgehen (und die Möglichkeit von Falschflaggenaktionen mal völlig außer Acht lassen):
Ist es weniger verwerflich, eiskalt und sachlich soundsoviele Tote einzukalkulieren, als vor Hass brodelnd auf sie hinzuarbeiten? Das ist diese Sache, die ich nicht ganz verstehe. Falls ich mich unverständlich ausdrücke, sag das bitte.
FuerstderSchatten hat geschrieben:
Und außerdem hat er die eigene Art umgebracht.
Der Mann hat dafür auch einen ordentlichen Scheißeregen aus der Naziszene abbekommen und es war offenbar auch nicht jeder glücklich damit, in seinem Manifest als Inspiration genannt zu werden.
Inwieweit das nun von ihm selbst ideologisch begründet werden konnte ("hurrdurr Kulturmarxisten herpderp"), weiß ich ehrlich gesagt nicht, da ich sein Manifest nicht gelesen habe.
Ich will ja nur sagen, dass sich nun wirklich jede noch so miese Aktion rechtfertigen lässt, angefangen beim Mobbing des dicken Jungen mit den noch dickeren Brillengläsern ("Selbst schuld, wenn er so fett und hässlich ist!"), bis hin zum Amoklauf desselben Jungen, der ja nur Rache für ihm zugefügtes Leid nehmen will.
Da kannste mich gerne einen Relativierer nennen, weil ich das ohne Probleme auf Krieg und Völkermord übertragen kann.
FuerstderSchatten hat geschrieben:
Ehrlich gesagt, kann ich auch gerne von Herrn Breivik abrücken und ab jetzt stattdessen von Tim K. reden im Bezug zu Hatred.
Passt auch viel besser und man schleift nicht so schwierige politische Themen mit, bei denen die Leute gleich emotional werden.
Was Tim und einige andere Attentäter seiner Art angeht, fände ich ehrlich gesagt garnicht schlecht, wenn ihrer Denkweise, ihren Erlebnissen und ihrer schlussendlichen Reaktion auf die Welt, in der sie leben mussten mit einem Spiel ein Forum geboten werden würde. Diesen Anspruch wird Hatred wohl nicht erfüllen und diverse andere Entwicklerstudios würden so eine Idee garnicht erst anfassen, weil sie die öffentliche Meinung fürchten. Schade drum.