Exedus hat geschrieben:Ich frage mich ja ob es auch irgendeine Schmerzgrenze für die Leute gibt die jeden Mist verteidigen. Eigentlich müsste jeder doch mal an den Punkt kommen wo er sagt bis hier hin und nicht weiter.
Das sehe ich genauso. Ich zähle wahrhaft nicht zu den Lauten und maße mir nicht an, über andere Leute zu urteilen, aber mir bereitet das alles zunehmend Sorge.
Ich bin auch gegenüber einem AAA Titel mal nicht abgeneigt. Aber auch da, genau wie bei anderen Spielen, picke ich mir die Perlen raus, bzw die, die ich persönlich dafür halte.
Alles andere lasse ich im Laden. Ich würde mir auch nie ein Spiel kaufen "weil gerade nichts anderes verfügbar ist".
Dann spiele ich halt mal 1 Monat nicht, beschäftige mich mit anderen Medien, wie Film oder Buch bzw. hole verpasste Games nach.
Was ich aber immer mehr beobachte: Die Triple A Spiele werden immer schlechter. So gut wie alle Ubi Spiele sind eigentlich alle gleich, nur mit jeweils anderem Setting.
Hinzu kommen noch viele Bugs, sowie Vorbesteller Boni, Day One DLC (Season Pass ist ja schon normal) und all die netten Dinge, die auch, zumindest von seriösen Magazinen, angeprangert werden.
Trotzdem scheinen immer mehr Leute es dennoch zu fressen, was ihnen da so hingeworfen wird. Da wird es dann plötzlich verteidigt, unfertige Spiele auf den Markt zu werfen, mit der Begründung: Bald kommen ja die Patches. Auch die immer gleichen Aufgaben und Mechaniken, über die nur ein anderes Gewand geworfen wurde, scheinen niemanden zu stören.
Ich kann das einfach nicht hinnehmen, genau wie die Immersionskiller, in Form von diversen Kisten, die ich per App freischalte bzw. durch Echtgeld und/oder die Anmeldung bei irgendwelchen Diensten.
Das hat, meiner Meinung nach, in Spielen einfach nichts zu suchen, für die ich den Vollpreis bezahlen muss. Was genau ist denn der
spielerische Mehrwert, solcher Implementierungen? Womit sind die legitimiert, außer Datensammeln und zusätzliche Einnahmen? Sie stören einfach extrem.
Irgendwie finde ich es auch seltsam, die Spiele trotzdem zu kaufen, sich dann aber in Foren darüber zu beschweren.
Das kümmert die doch einen Dreck, denn das Geld haben sie doch schon verdient. Was interessiert die dann, was man in einem Forum dazu schreibt?
Im Gegenteil: Das Geld ist wieder drin und das setzen sie dann gleich mit: Es wird angenommen, also wollen die Spieler das.
Und so wird es nicht nur weitergehen, nein es wird noch mehr werden. Man lotet die Grenzen halt aus und wenn etwas angenommen wird, guckt man ob es sich erweitern lässt.
Und da liegt es an uns, genau das zu verhindern. Das lässt sich nur auf einem Weg bewerkstelligen: Nicht kaufen und schon gar nicht vorbestellen.
Aber wenn man diese Meinung vertritt, wird man als "Luibl'scher Brüllaffe" bezeichnet, der den Untergang der Spielebranche beschwört.
Aber geht's euch denn nicht darum? Ich liebe dieses Hobby, seit nun mehr über 20 Jahren und ich sehe in der derzeitigen Entwicklung einfach nichts Positives.
Was ist daran auszusetzen? Ich verstehe wenn man Fan einer Reihe ist, würde aber trotzdem niemals alles blind kaufen, nur des Namens wegen.
Aber da scheine ich einer der wenigen zu sein. Genauso bedenklich finde ich die Aussage, man kaufe bei Erscheinen, um die Publisher zu unterstützen.
Bei was denn genau? Unfertige Games zu releasen, mit DLC/Season Pass und Social Media Auslagerungen von Inhalten?
Ich verstehe das alles nicht. Aber was weiß ich schon? Ich bin nur ein Luibl'scher Brüllaffe, der den Untergang des Abendlandes prophezeit.
Dabei mache ich, und einige andere auch, uns nur Sorgen um die zweit schönste Nebensache der Welt.
Man stelle sich nur mal folgendes Szenario vor: Ein Blockbuster Film wird releast. Man kann ihn aber kaum gucken, da man fast nichts erkennen kann und der Ton schlecht ist. Aber nach 2-3 Tagen kann man dann die überarbeitete Version sehen.
Zudem werden Inhalte entfernt, die man dann über eine App geliefert bekommt und die Charaktere werden nur näher beleuchtet, wenn ich ein Miramax Konto habe und deren Website besuche.
Kurz vor Ende wird eine halbe Stunde dem Film entnommen und dann in einer gesonderten Vorstellung gezeigt (Gab es doch bei AC auch schon, das einfach mal zwei Kapitel, kurz vor Ende entfernt und in einen DLC ausgegliedert wurden).
Und wenn ich meine Kinokarten ein halbes Jahr vorher bestelle, gibt's noch ein paar Szenen, die sonst nicht enthalten sind.
Wer würde also diesen Film besuchen? Wohl kaum jemand und der Shitstorm wäre gewaltig. Spieler hingegen lassen das mit sich machen und verteidigen diese Haltung auch noch bzw. regen sich dann auf, wenn sie schon gezahlt haben.
Und nun bitte: Fallt über mich her.
Edit: Auch die Haltung "Du hast es nicht gespielt, Du darfst Dich nicht aufregen" ist Quatsch. Soll ich so etwas mit meinem Geld unterstützen, nur damit ich mitreden darf?
Dann bin ich nämlich wirklich das viel rezitierte "Konsumschaf". Allerdings kommt ja dann als Gegenargument häufig: "Mich juckt das Geld nicht, ich kann es mir leisten! Du bist anscheinend ein Hartz 4'ler"
Das eigentliche Thema wird davon leider auch, mal wieder, ad absurdum geführt. Aber wichtiger ist halt, sich gegenüber anderen Menschen überlegen zu fühlen.
Ist halt auch bequemer, als etwas zu hinterfragen, oder das Thema bleibt einem einfach verschlossen. Vielleicht ist man so aber auch glücklicher. Ich weiß es nicht..